
Das wollen alle vom Saugroboter-Experten wissen
Immer wieder bekomme ich aus der Community Fragen zu Saugrobotern. Welchen soll ich kaufen? Sind Mopps oder Rolle besser? Die Antworten dazu findest du in diesem Ratgeber.
Manche schreiben mich per Mail direkt an. Andere wollen unter den Testberichten in der Kommentarfunktion Dinge wissen. Manche beschreiben sehr genau ihre Wohnsituation mit Bodentypen und Höhe der Schwellen, andere formulieren allgemeiner.
Doch im Kern drehen sich die Anfragen immer um dieselben Themen: Welche Saugroboter sind gut? Welcher passt zu mir? Welches Modell würdest du empfehlen? Weil diese Aspekte viele interessieren, beantworte ich hier die wichtigsten.
Gibt es Modelle ohne Wischfunktion?
Fast keine mehr. Vor allem gibt es keine guten Saugroboter ohne Wischfunktion. Wenn überhaupt, dann verzichten sehr günstige Einsteigermodelle auf Mopps. Selbst diese haben meist ein Wischtuch, das sie hinter sich herziehen und das du von Hand waschen musst. Günstige Modelle saugen allerdings schlechter, erkennen Hindernisse kaum und haben Mühe mit der Navigation. Eine solche Erfahrung hat Kollege Ramon gemacht:
Ein Topgerät ohne Wischfunktion ist eine Marktlücke, die keiner der etablierten Hersteller abdeckt. Daher rate ich bei solchen Anfragen: Du musst Kompromisse eingehen und dir ein Gerät kaufen, das Funktionen bietet, die du dann gar nicht nutzt. Meiner Meinung nach lohnt es sich, ein Gerät mit guter technischer Basis zu kaufen, also im Preisbereich ab 500 Franken.

Willst du vor allem Krümel und Staub aufsaugen, sind ausfahrbare Arme wichtig, damit der Roboter auch Ecken und Kanten gut putzt. Überzeugt hat hier beispielsweise der Mova V70 Ultra. Der hat eine zweite wichtige Funktion: Er kann die Mopps abwerfen und in der Basisstation deponieren. So schleppt er sie nicht als Staubfänger mit, wenn du sie gar nicht brauchst.
Rolle oder Mopp – was soll ich nehmen?
Fast alle neuen Saugroboter setzen auf eine von zwei Methoden, um den Boden zu wischen. Etabliert sind die runden Mopps, die drehend den Boden schrubben und automatisch mit Flüssigkeit versorgt werden. Der Roboter fährt regelmässig in die Basisstation zurück, wo er diese Mopps reinigt.
Das neue System setzt auf eine Rolle oder Walze statt auf Mopps. Diese dreht sich und wischt so den Boden. Das kennst du vielleicht von den Nassreinigern, die du von Hand schiebst. Der grosse Vorteil: Der Roboter zieht das Schmutzwasser laufend von der Rolle ab und sammelt es im entsprechenden Tank. Das Gerät muss viel seltener zur Basisstation. Die normalen Mopps nehmen den Dreck auf und wischen eine gewisse Zeit schmutzig über den Boden.

Aber: Rollen und Walzen reinigen die Kanten und vor allem die Ecken schlechter als Mopps. Die neusten Modelle können Mopps und Bürsten weit ausfahren und kommen so überall hin. Varianten mit Rolle und ausfahrbarer Eckenreinigung sind bislang nicht erhältlich.
So musst du dich entscheiden, was wichtiger ist: die Wischqualität auf Hartböden oder die genaue Reinigung von Ecken und Kanten. Beides erhältst du momentan mit keinem Gerät.
Wann kommen die Geräte, die Treppen klettern?
Schon vor über einem Jahr habe ich das erste Mal Saugroboter vorgestellt, die Treppenstufen überwinden. Damit wäre es endlich möglich, dass ein einziges Gerät eine Maisonettewohnung oder ein Haus mit mehreren Stockwerken putzt.
Seither haben die Hersteller immer wieder neue Varianten dieser Kletterroboter gezeigt. Manche haben ausfahrbare Beine und können so klettern, andere legen Raupen auf die Stufen und fahren damit hoch. Aber egal ob Anker, Mova oder Roborock – keiner der Hersteller ist wirklich konkret geworden mit der Markteinführung.

Einzig Dreame hat zumindest mal einen Preis genannt: Der Hersteller setzt auf einen Kletterroboter, der den eigentlichen Saugroboter huckepack nimmt und die Treppen hochfährt. Zum Saugroboter, der über 1000 Franken kostet, kommt dann noch der Transportroboter für ebenfalls 1000 Franken dazu. Seit der Ankündigung im Frühling 2026 ist wieder viel Zeit vergangen – erhältlich ist der Treppensteiger von Dreame immer noch nicht.
Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Vielleicht glauben die Hersteller nicht, dass Kundinnen und Kunden 2000 Franken für ein solches System ausgeben. Also warten sie mit der Markteinführung, bis die Kosten sinken. Oder das Klettern ist technisch schwieriger als gedacht. In Haushalten gibt es keine genormten Treppen, sondern ganz unterschiedliche Formen und Bauweisen.
Was soll ich mit dem heiklen Parkett machen?
Wer einen heiklen Holzboden hat, ist bei Saugrobotern besonders sensibel. Nasse Mopps auf dem geölten Edelparkett? Für viele ist diese Vorstellung ein Graus – vor allem, weil Fachleute eindringlich davon abraten, solche Böden mit Mikrofasertüchern zu reinigen. Diese kratzen und schädigen Beläge. Zudem saugen sie wie ein Schwamm Öl oder Wachs aus dem Holz. Stattdessen solltest du Baumwolltücher nehmen.
Für die Saugroboter gibt es keine Baumwollbezüge. Die Textilien sind zwar keine klassischen Mikrofasertücher, aber ein Kunstfaser-Gemisch. Die Hersteller haben dieses auch für Holzböden optimiert, aber eine Garantie gibt natürlich niemand. Ich verstehe daher die Bedenken gut. Wer total vorsichtig mit seinen Böden umgeht, nur in Pantoffeln darüber läuft und nur mit speziellen Reinigern putzt, der ist logischerweise auch beim Roboter skeptisch. Entweder nutzt du dann nur die Saugfunktion des Geräts oder du sperrst die Zimmer mit Parkett ganz. Welche Bereiche wie gereinigt werden sollen, kannst du bei den meisten Modellen in der App einstellen. Auch die Wassermenge für die Mopps kannst du regulieren.
Meine Testsaugroboter wischen jeweils zwei Zimmer mit Parkett. Schäden stelle ich auch nach Jahren noch nicht fest, trotz mehrerer Putzdurchgänge pro Woche. Allerdings bin ich auch nicht heikel. Kinder und Katzen beanspruchen den Holzboden stärker als ein Roboter.
Welches Modell ist nun konkret das beste für mich?
Das kommt auf deine Bedürfnisse an. Im Test haben mich dieses Jahr jedenfalls einige Modelle überzeugt, die ich empfehlen kann. Der bisher beste Allrounder ist der Dreame X60 Pro Ultra Complete. Er klettert über fünf Zentimeter hohe Schwellen, wischt den Boden gut und kommt mit seinen ausfahrbaren Armen auch an Ecken, Kanten und Stuhlbeine.
Empfehlen würde ich aber eher den Konzernbruder, den Mova V70 Ultra. Auch wenn er auf dem Papier in verschiedenen Bereichen etwas schwächer ist als der X60, wirst du im Alltag keinen grossen Unterschied merken. Im Portemonnaie dagegen schon: Der V70 Ultra kostet Anfang November 2026 500 Franken weniger als Dreames Topmodell.
Gut gefallen hat mir dieses Jahr auch der Narwal Flow 2 als Alternative zu den grossen Marken. Er nutzt eine Rolle und warmes Wasser, um den Boden gründlich zu reinigen. Bei den Ecken musste ich Abstriche machen.
Auch der Roborock Saros 20X klettert hoch und putzt sauber. Ich habe im März den hohen Preis kritisiert. Der ist inzwischen Stand November 2026 deutlich unter 1000 Franken gesunken. Das macht das Topmodell von Roborock zu einem guten Deal.
Hast du weitere Fragen zum Thema Saugroboter? Ab in die Kommentare damit!
Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
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