Produkttest

Der vielleicht beste Allround-Saugroboter bisher im Test

Der Dreame X60 Pro Ultra Complete erweist sich als perfekter Allrounder. Er putzt Ecken und verwinkelte Wohnungen so gut wie kein anderer. Im Test bewähren sich aber nicht alle Neuerungen gleich gut.

Ein Topmodell? Das ist Dreame zu wenig. Der X60 Pro Ultra Complete ist das dritte Flaggschiff in der aktuellen Modellreihe – aber das erste des Jahrgangs 2026. Er gesellt sich zum Aqua10 Ultra Roller Complete, die Top-Variante mit Rolle, die auf Hartböden spezialisiert ist und Ende Jahr erneuert werden dürfte. Der Dritte im Bunde ist der Dreame Matrix10 Ultra, der unterschiedliche Mopp-Varianten montieren kann.

Der X60 als Nachfolger des X50 dagegen ist der Allrounder unter den Robotern, der auch mit Teppichen klarkommen soll – und mit ausfahrbaren Bürsten und Mopps Bereiche putzen kann, die andere Modelle nicht erreichen.

Der X60 schlängelt sich förmlich rund um Möbel herum.
Der X60 schlängelt sich förmlich rund um Möbel herum.

Je verwinkelter, desto besser

Als zentrale Neuerung fährt der X60 Pro Ultra sowohl die Bürste als auch einen der zwei Mopps zur Seite aus. Bei der Bürste sind es 12 Zentimeter, beim Mopp sogar 18 Zentimeter. Beim insgesamt sehr ähnlichen Schwestermodell Mova V70 Ultra aus demselben Konzern sind es 2 Zentimeter weniger.

Aber bringt das wirklich etwas? Klar ist es faszinierend, wie sich der Roboter damit um Tisch- und Stuhlbeine herumschlängelt. Doch mit etwas mehr Fahrstrecke schaffen es auch der Vorgänger oder die Konkurrenz, dass der Bereich um die Beine sauber wird. Anders sieht das bei überhängenden Leisten und kleinen Lücken aus: Hier streckt sich der X60 Pro Ultra so weit er kann und erreicht einige Stellen, die ich bislang von Hand putzen musste.

Bürste und Mopp fahren richtig weit zur Seite aus.
Bürste und Mopp fahren richtig weit zur Seite aus.

Eindrücklich reinigt er auch in den Ecken. Dort blieben bei allen bisher getesteten Modellen noch Krümel liegen. Das Dreame-Flaggschiff putzt nun wirklich jedes Brösmeli heraus. Mit dem grünen Laser des Dyson-Saugers kann ich den Unterschied gut sehen.

So sieht die Ecke in der Küche beim X60 aus: kein Krümel.
So sieht die Ecke in der Küche beim X60 aus: kein Krümel.
Beim Narwal ohne weit ausfahrende Arme bleibt mehr liegen.
Beim Narwal ohne weit ausfahrende Arme bleibt mehr liegen.

Manchmal erkennt der Roboter Flecken besser

Die zweite offensichtliche Neuerung ist das blaue Licht, mit dem der X60 dauernd den Boden beleuchtet. Es soll dem System helfen, Flecken und grössere Verunreinigungen besser zu erkennen und diese dann intensiver zu reinigen.

Das blaue Licht ist auffällig, es soll Flecken aufleuchten lassen.
Das blaue Licht ist auffällig, es soll Flecken aufleuchten lassen.

Funktioniert das? Teilweise. Ich habe drei Verhaltensweisen des Roboters festgestellt. Zuerst hat er auf meinem leicht marmorierten Plattenboden immer wieder Phantomflecken erkannt. Sprich: Er hat Stellen mehrmals geputzt und in der App als «Flecken» angezeigt, die nicht besonders schmutzig waren.

Der Roboter sieht Flecken, wo gar nichts ist – oder ein Schatten.
Der Roboter sieht Flecken, wo gar nichts ist – oder ein Schatten.

Wenn sich Flüssigkeiten auf dem Boden befinden, bemerkt das Gerät diese zuverlässig und schrubbt sie intensiv – teilweise sogar mit einer Zwischenreinigung in der Station. Die zwei runden Mopps übernehmen die Arbeit, die Bürste stoppt und hebt sich leicht an, damit sich dort möglichst wenig verfängt.

Das verschüttete Cola erkennt der X60 und reinigt dort intensiv.
Das verschüttete Cola erkennt der X60 und reinigt dort intensiv.

Zuverlässig ist die Erkennung nicht. Die grossen Ketchup-Spritzer sind der Kamera des X60 entgangen, und er hat den Boden ganz normal gereinigt. Das Tomaten-Zucker-Gemisch bleibt hartnäckig kleben; der Roboter schafft nicht alles. Die Mopps haben dafür zu wenig Druck. Auch im manuell gestarteten zweiten Durchgang klappt es nicht. Ich schrubbe den Boden schliesslich von Hand.

Flecken? Der Roboter sieht nichts und putzt nur einmal.
Flecken? Der Roboter sieht nichts und putzt nur einmal.

Immerhin: Die Mopps sind inzwischen so gut, dass sie rundherum nicht alles verschmieren. Der Test mit einem weissen Küchentuch verläuft zufriedenstellend: keine roten Striemen sichtbar, wenn ich rundherum fahre. Allerdings: Der Boden ist leicht klebrig. Das war beim Narwal Flow 2 besser, bei dem ich denselben Ketchup-Test gemacht habe. Hier hat dank der selbstreinigenden Rolle nichts geklebt.

Das Tuch bleibt sauber, der Boden nicht ganz.
Das Tuch bleibt sauber, der Boden nicht ganz.

Insgesamt ist die neue Fleckenerkennung mit blauem Licht zwar nicht perfekt, aber trotzdem eine Verbesserung. Denn im schlechtesten Fall verliert der Roboter einfach etwas Zeit, weil er unnötig einen Bereich mehrmals putzt. Im besten Fall reinigt er eine tatsächliche Verschmutzung intensiv. Unter dem Strich wird also das Reinigungsresultat besser.

Alles eingebaut, was möglich ist

Die Navigation funktioniert, wie von Dreame gewohnt, ausgezeichnet. Das stelle ich bereits bei der Kartenerstellung fest. Mit neun Minuten für die Familienwohnung gehört der X60 zu den schnellsten Modellen – allerdings war der Vorgänger erstaunlicherweise noch etwas schneller.

Erstaunlich ist, dass er nicht nur alle Zimmer richtig kartografiert, sondern dass er auch fünf von sieben Räumen mit der richtigen Bezeichnung versieht. Einzig eines von zwei Bädern ist nur «Raum2» und das Büro «Raum9». Dass er das Esszimmer und das Wohnzimmer jeweils in zwei Bereiche aufteilt, ist mit ein paar Klicks schnell behoben. Bei keinem anderen Saugroboter konnte ich so schnell mit der Reinigung loslegen.

Im Alltag navigiert der X60 zuverlässig und schnell. Er benötigt für die normale Reinigung mit Saugen und Wischen rund eineinhalb Minuten pro Quadratmeter. Das ist ein guter Durchschnittswert angesichts der Tatsache, dass der Roboter wegen des Mopp-Systems regelmässig zur Basisstation zurückfährt, um diese dort mit 100 Grad heissem Wasser zu reinigen. Die Mopps selbst sollen dann die Wärme auch eine Zeit lang speichern, sodass sie den Boden mit 40 Grad warmem Wasser wischen.

Hindernisse bis ein Zentimeter Durchmesser erkennt der X60 und weicht ihnen aus. Das hat im Test perfekt funktioniert. Wer will, schaltet die Bildübertragung ein und sieht dann die Hindernisse als Foto. So sehe ich, dass der Dreame wirklich jedes Kabel erkennt, auch wenn es ganz an der Wand liegt.

Kabel erkennt der Dreame zuverlässig – und auch grosse Krümel.
Kabel erkennt der Dreame zuverlässig – und auch grosse Krümel.

Diese Bilder werden übrigens direkt übertragen und nur lokal gespeichert. Mehr Infos zum Thema Datenschutz bei Dreame (und allen anderen Herstellern) findest du in diesem Artikel.

Positiv sticht die Doppelbürste heraus, in der sich nach sechs Wochen Dauerbetrieb kein einziges langes Haar verfangen hat. Dass der Wartungsaufwand auch sonst minimal ist, dafür sorgt die Basisstation mit der Moppreinigung und -trocknung.

Kein Haar verwickelt: die Roboterunterseite nach fast zwei Monaten.
Kein Haar verwickelt: die Roboterunterseite nach fast zwei Monaten.

Der X60 klettert so hoch wie kaum ein anderer. Hindernisse von 5 Zentimetern schafft er im Test problemlos – wie vom Hersteller beworben. Bei Doppelschwellen sollen es gar 10 Zentimeter sein. Wie du im Video gut erkennen kannst, wendet der Roboter verschiedene Strategien an, um den Absatz zu überwinden. Er fährt Schritt für Schritt die Zusatzbeine aus, bis er die Höhe schafft. Die Schwelle mit 6 Zentimetern ist dann nicht möglich. Der Dreame fährt sich aber nicht fest: Sobald er merkt, dass es nicht reicht, bricht er ab.

Das geht noch besser, Dreame!

Bei allem Lob ist der X60 Pro Ultra noch nicht perfekt. In drei Bereichen besteht Verbesserungspotenzial – alles hat mich im Alltag aber nicht wirklich gestört. Das neue Topmodell misst wie der Vorgänger 8,9 Zentimeter in der Höhe. Das ist 1 Zentimeter mehr als beispielsweise das Topmodell von Roborock. Je nach Bauhöhe von Bett oder Sofa macht das einen Unterschied.

Bei der Lautstärke liegt der X60 im Mittelfeld. Er ist zwar nicht laut, aber eben auch nicht ausgesprochen leise. Im Vergleich zu anderen Modellen des Herstellers zeigt sich keine grosse Verbesserung.

Kommen wir noch zum Energieverbrauch. Der Standby-Wert von 1,4 Watt ist im Vergleich mit anderen Saugrobotern gut. Allerdings könnte er laut Experten in dieser Gerätekategorie problemlos unter einem Watt liegen. Das hat allerdings in meinen Tests der letzten Monate nur der Narwal Flow 2 geschafft. Finanziell spielt das keine Rolle, weil Strom günstig ist. So zahle ich für diesen Verbrauch im Jahr in der Schweiz im Durchschnitt 3.40 Franken.

Fazit

Neue Stärken, fast keine Schwächen

Dreame hat den X60 Pro Ultra im Vergleich zum Vorgänger rundum verbessert. Zwei ganz neue Features überzeugen im Alltag: Seitenbürste und Mopp sind weit ausfahrbar, sodass der Roboter Kanten, Ecken und den Bereich um Möbelbeine so gut reinigt wie nie zuvor. Das blaue Licht und das Kamerasystem erkennen Verschmutzungen; der Roboter reinigt diese Bereiche dann intensiv. Das klappt nicht immer, aber immerhin teilweise.

Wie immer ist das Topmodell noch teuer. Der Preis ist zum Testzeitpunkt aber schon auf rund 1100 Franken gesunken. Aufpassen musst du, wenn du Möbel mit wenig Bodenfreiheit hast. Der X60 misst 8,9 Zentimeter – und passt daher nicht unter jedes Sofa oder jedes Bett.

Pro

  • perfekte Ecken- und Kantenreinigung
  • erstklassiges Navigationssystem
  • klettert 5 cm hoch
  • bessere Fleckenreinigung
  • geringer Wartungsaufwand

Contra

  • Bauhöhe von fast 9 cm
  • Preis
Dreame X60 Pro Ultra Complete (42000 Pa, Wischpads (rotierend))
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Dreame X60 Pro Ultra Complete

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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