
Mein Saugroboter frisst Kabel und lässt Staub liegen
Viel Lärm um nichts: Mein Saugroboter macht inzwischen laute Geräusche, aber nicht mehr richtig sauber. Warum er mir nicht mehr genügt und was sein Nachfolger besser machen muss.
Wie gründlich mein Saugroboter arbeitet, merke ich vor allem an den Socken meiner Beziehungsperson. An ihnen sammelt sich der Staub, den er auf dem Boden liegen lässt. Ich bekomme davon weniger mit, weil ich mich überwiegend im Rollstuhl durch die Wohnung bewege.

Dabei hatte unsere Zusammenarbeit gut angefangen. Den kleinen Kerl habe ich in der App «Dusty McDustface» getauft und sollte mir eine Arbeit abnehmen, die ich noch nie ausstehen konnte.
Ich wollte einfach weniger staubsaugen
Ich hasse Staubsaugen. Im Rollstuhl ist das für mich zusätzlich mühsam. Entsprechend verlockend war die Aussicht, jemanden für die Reinigung loszuschicken, während ich an der Playstation zocke. Für einen Saugroboter war ich deshalb schnell zu haben.
Beim Preis sah das anders aus. Mein Budget war klein, und ich fand es überflüssig, sehr viel Geld für so ein Gerät auszugeben. Der Roboter sollte durch die Wohnung fahren und den Dreck aufsammeln. Dafür musste es aus meiner damaligen Sicht kein teures Modell sein.
So zog im August 2024 «Dusty McDustface» bei mir ein. Ein Einsteigermodell, mit dem ich anfangs zufrieden war. Er saugte okay, und vor allem musste ich es dadurch seltener selbst tun. Allein das war für mich schon eine Verbesserung.
Normalerweise schicke ich Dusty zweimal pro Woche durch meine 2.5-Zimmer-Wohnung. Sie hat 50 Quadratmeter und durchgehend Steinboden. Teppiche gibt es bei mir keine. Die wären aus meiner Perspektive eher Hindernis als Dekoration.
Meine Wohnung wächst auf der Karte
Bei der Kartierung hat Dusty allerdings eine etwas andere Vorstellung von meiner Wohnung als ich. An den bodentiefen Fenstern hören die Räume für ihn offenbar nicht auf. Er zeichnet sie teilweise weit über ihre tatsächlichen Grenzen hinaus, als ginge es draussen einfach weiter. Auf seiner Karte bekommen meine 50 Quadratmeter einen ziemlich grosszügigen Anbau.

Beim Saugen fährt er seine Bahnen auf und ab und reagiert auf grössere Hindernisse wie einen Stuhl oder eine Kartonschachtel. Bei Kabeln muss ich selbst mitdenken. Die räume ich aus dem Weg oder schütze sie mit Verbotszonen in der App.
Was sonst passieren kann, hat Dusty mir einmal mit meinem Smartphone-Ladekabel vorgeführt. Er hat es eingezogen und sich daran selbst aufgehängt. Auf dem Foto sieht das durchaus unterhaltsam aus. Mein Kabel hat die Begegnung allerdings nicht überlebt.

Ganz ohne Vorbereitung kann ich ihn deshalb nicht auf die Wohnung loslassen. Damit habe ich mich arrangiert. Deutlich schneller aufgegeben habe ich bei einer anderen Funktion.
Ein nasses Tuch am Hintern
Dusty sollte mir auch beim Wischen helfen. Ausprobiert habe ich das genau einmal. Ich klebe ihm ein nasses Tuch an den Hintern, das er dann über den Boden zieht. Das klingt ungefähr so wirkungsvoll, wie es in der Realität war.

Nach der misslungenen Premiere sah ich keinen Grund, ihn damit nochmals loszuschicken. Der nasse Lumpen hat vielleicht die Luftfeuchtigkeit erhöht, sonst aber gefühlt in meiner Wohnung wenig verändert. Also blieb Dusty fürs Saugen zuständig, und ich kümmerte mich weiterhin selbst um die Flecken.
Der Herbst fährt bei mir mit hinein
Dabei hätte ich das Wischen Dusty gerne überlassen. Denn bei mir bleibt es selten bei ein bisschen Staub.
Stell dir vor, du rollst mit einem Fahrrad direkt von draussen in deine Wohnung. Was unterwegs an den Reifen hängen bleibt, kommt mit. So ähnlich sieht es bei mir mit dem Rollstuhl aus.
Aktuell liegt vor meiner Wohnung ausserdem eine grosse Baustelle. Die sorgt für zusätzlichen Schmutz, den ich über die Räder mit hineinbringe. Wenn es regnet, ziehen sie sichtbare Spuren über den Steinboden. Im Winter, wenn die Strassen gesalzen sind, fällt das noch stärker auf.

Solche Verschmutzungen wische ich von Hand mit einem Lappen weg. Für hartnäckige Stellen habe ich ein kleines Dampfreinigungsgerät. Damit bekomme ich den Boden gut sauber, muss die Arbeit aber wieder selbst erledigen.

Zwischendurch habe ich meinen Saugroboter gereinigt, allerdings ohne festen Rhythmus. Vor etwa einem Jahr bekam er ausserdem neue Bürsten und einen neuen Filter. Gefühlt saugt er seit einem halben Jahr stetig schlechter. Er fährt zwar weiterhin seine Runden, macht dabei für meinen Geschmack aber mehr Lärm als sauber. Am Anfang fand ich, dass er okay saugt. Nun reicht es einfach nicht mehr.
Was der Neue besser machen muss
Deshalb bekommt Dusty nun einen Nachfolger auf Probe. Bei der Suche habe ich meinen Kollegen Lorenz Keller um Rat gefragt. Er testet bei uns normalerweise die Saugroboter. Auch der «Dreame Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete» hätte eigentlich bei ihm seine Runden gedreht. Nun hat er mir das Testgerät überlassen.
Damit wechsle ich vom Einstiegsmodell direkt in die Oberklasse. Dusty hat meiner Erinnerung nach rund 300 Franken gekostet. Der Aqua20 kostet aktuell etwas mehr als 1000 Franken. In den nächsten Wochen möchte ich herausfinden, wie viel von meiner Bodenreinigung ich ihm tatsächlich überlassen kann.
Dreame Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete
40000 Pa, Wischwalze
Ich erwarte auf jeden Fall, dass er gründlicher saugt. Nach seiner Runde soll der Staub vom Steinboden verschwunden sein. Noch mehr interessiert mich aber, ob er die Spuren meiner Räder wegwischt. Genau dort könnte er mir die mühsame Nacharbeit ersparen.
Auch bei der Orientierung wünsche ich mir mehr Verlässlichkeit: keine Wohnungskarte mit Vergrösserung in den Garten mehr, keine verwickelten Kabel. Er soll stark verschmutzte Stellen selbst erkennen und dort gründlicher reinigen.
Als ich Dusty gekauft habe, war ich froh, überhaupt weniger staubsaugen zu müssen. Den Nutzen eines teureren Modells sah ich damals nicht. Heute weiss ich genau, welche zusätzliche Arbeit ich gerne abgeben würde. Ob der Aqua20 das schafft und sich ein solches Upgrade für mich lohnt, zeigt der kommende Test. Folge mir als Autor, wenn du den Testbericht nicht verpassen möchtest.
Die Socken meiner Beziehungsperson werden beim Fazit jedenfalls ein Wörtchen mitreden.
Wie viel putzt du trotz Saugroboter noch selbst? Erzähl es mir in den Kommentaren.
Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.
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