Produkttest

Dysons Saugroboter im Test: saubere Böden – wenn er denn läuft

Dysons Saugroboter Spot and Scrub AI wischt mit warmem Wasser den Boden erstklassig sauber, ist aber unzuverlässig und hat Probleme in den Ecken.. Der Test zeigt alle Stärken und Schwächen.

«Wir machen alles anders und besser», hat der englische Hersteller Dyson vor drei Jahren posaunt. Der Dyson 360 Vis Nav fiel aber im Test vor allem durch den hohen Preis auf – und durch die Features, die ihm im Vergleich zur Saugroboter-Konkurrenz aus China fehlten: keine Absaugstation, keine Mopps, kein Laser für präzise Navigation. Der Roboter war ein Flop.

Drei Jahre später nimmt Dyson mit dem Spot and Scrub AI einen neuen Anlauf. Und plötzlich predigt der Hersteller ein anderes Mantra: Natürlich braucht ein Saugroboter Mopps, Lidar und eine Absaugstation. So ähnelt der Spot and Scrub AI den Topmodellen von Roborock und Dreame, auch wenn er Dyson-typisch aussieht und ein paar spezielle Features bietet.

Der Dyson-Roboter putzt die Kante mit der ausfahrbaren Wischrolle.
Der Dyson-Roboter putzt die Kante mit der ausfahrbaren Wischrolle.

Einiges vereinfacht, anderes verkompliziert

Starten wir bei der Installation, eine der grossen Schwächen beim Vorgänger. Ich installiere die Dyson-App und erstelle einen Account. Mit wenigen Klicks verbinde ich den Spot and Scrub AI mit App und WLAN. Danach starte ich die Kartierung der Wohnung. Der Roboter fährt los und ist zehn Minuten später mit einem Scan aller Räume zurück. Damit ist der Dyson so schnell wie andere Topmodelle.

Die automatische Zimmereinteilung hat allerdings nur mittelmässig geklappt. Flur, Wohn- und Esszimmer sind zu einem Raum verschmolzen. Kein Problem – wäre die Bearbeitung nicht so mühsam. Die Linie, um Zimmer aufzuteilen, lässt sich beispielsweise nicht frei drehen. Ich würde zudem gerne einzelne Bereiche ganz löschen. Das geht nicht. So bleibt das Balkonfragment, das der Roboter durch die Glastür gescannt hat, einfach auf der Karte bestehen.

Die App mit den diversen Einstellungen, meiner Sperrzone in gelb und einem gereinigten Flecken in grün.
Die App mit den diversen Einstellungen, meiner Sperrzone in gelb und einem gereinigten Flecken in grün.

Die App im Dunkelmodus wirkt schlicht und elegant. Vieles löst Dyson etwas anders als die Konkurrenz. Das ist manchmal gut, manchmal aber auch nicht. So kann ich bei jedem Zimmer einfach und schnell voreinstellen, wie es gereinigt werden soll. Die Räume kann ich auch direkt auswählen und eine Reinigung starten. Ein Knopf, um alles auf einmal zu putzen, fehlt aber. Ich muss zuerst alle Zimmer antippen. Immerhin merkt sich die App die zuletzt gewählte Einstellung.

Die durchwachsenen Erfahrungen mit der App ziehen sich leider durch den gesamten Test.

Ausgezeichnete Reinigung, wenn alles läuft

Der Spot and Scrub AI saugt und wischt ausgezeichnet. Der Boden ist sauber, alle Flecken sind weg. Wie gut etwa die Wischrolle arbeitet, zeigt der Versuch mit einem kräftigen Spritzer Tomatensauce.

Der Roboter putzt den Boden mit warmem Wasser. Da er den Fleck erkennt, fährt der Spot and Scrub AI mehrmals über den Bereich und wischt restlos alles weg. Ich wische danach mit einem weissen Küchentuch darüber und sehe keinen Rückstand. Der Boden ist auch nicht klebrig. Das schaffen alle aktuellen Topmodelle, aber nicht jene aus dem Vorjahr.

Toll ist auch, dass das System den Fleck erkannt hat. Dyson hat zur Unterstützung der Kamera einen grünen Laser eingebaut, der über den Boden leuchtet und so Verschmutzungen regelrecht aufscheinen lassen soll. Den Laser kenne ich bereits aus den Akkusaugern von Dyson. Ich sehe damit gut, wie sauber oder schmutzig der Boden ist.

Tomatensauce auf dem Boden.
Tomatensauce auf dem Boden.
Der Roboter erkennt mit Laser Flecken oder ein Hindernis.
Der Roboter erkennt mit Laser Flecken oder ein Hindernis.
Fleck erkannt und perfekt weggeputzt.
Fleck erkannt und perfekt weggeputzt.
In einem zweiten Versuch erkennt der Roboter die Sauce als Hindernis und umfährt sie.
In einem zweiten Versuch erkennt der Roboter die Sauce als Hindernis und umfährt sie.

Perfekt ist die Erkennung nicht. Ich erneuere den Saucenfleck und die Konzentration fällt an einem Punkt diesmal vielleicht etwas stärker aus. Jedenfalls hält der Roboter die Sauerei nun für ein Hindernis. Er putzt nur noch die Ränder und umfährt einen Grossteil der Tomatensauce. Immerhin: Die Rolle fährt einmal teilweise über einen Bereich; dank der Selbstreinigung verschmiert dabei nichts. Der Fleck bleibt, ringsherum ist es sauber.

Die Fleckenerkennung arbeitet zwar nicht so perfekt, wie die Werbung suggeriert, verbessert aber das Gesamtresultat. Erkennen die Sensoren nichts oder das Falsche, fällt die Reinigung nicht schlechter aus als bei Konkurrenzmodellen ohne solche Sensoren. Eine richtig gute Fleckenerkennung ist mir bisher übrigens in keinem Test begegnet. Beim Dreame X60 beispielsweise ist die Erkennungsrate ähnlich mittelmässig.

Die einzige Schwäche bei der Reinigung an sich sind Ecken. Da die Seitenbürste nicht weit ausfährt und auch die Rolle baubedingt Mühe hat, bleibt in der berüchtigten Ecke meiner Küche rund ein Quadratzentimeter ungeputzt. Der bereits erwähnte X60 mit seinen weit ausfahrenden Armen macht das deutlich besser.

Die Bürsten des Roboters reichen nicht bis in die Ecke, dort bleiben Krümel liegen.
Die Bürsten des Roboters reichen nicht bis in die Ecke, dort bleiben Krümel liegen.

Viel zu viele Fehler

Die gute Reinigungsleistung hilft nichts, wenn der Roboter steckenbleibt. Das passiert beim Dyson leider deutlich öfter als bei den meisten anderen Modellen, die ich in den letzten zwei Jahren getestet habe.

  • Sofahänger: Der Roboter ist elf Zentimeter hoch und damit wuchtiger als die meisten Konkurrenten. Bei mir bleibt somit zwischen Sofa und Gerät nur ein minimaler Abstand. Trotzdem fährt der Dyson darunter. Leider ist das nicht mehr ganz neue Sofa nicht überall gleich hoch, sodass der Spot and Scrub AI wieder und wieder am gleichen Ort steckenbleibt. Andere Roboter erkennen, wenn es zu eng ist. Der Dyson zwängt sich rein. Ich kann das immerhin leicht korrigieren, Indem ich in der Sofaecke eine Sperrzone einrichte, kann ich das immerhin leicht korrigieren.
Festgefahren: Hier kommt der Dyson nicht mehr raus, ich muss ihn befreien und die Zone für den Roboter sperren.
Festgefahren: Hier kommt der Dyson nicht mehr raus, ich muss ihn befreien und die Zone für den Roboter sperren.
  • Kartenverlust: Die Sperrzone muss ich nach zwei Wochen erneut programmieren. Denn plötzlich bleibt der Roboter stehen. Die Verbindung ist abgebrochen. Ich will ihn zur Basisstation zurückschicken, aber er dreht sich nur wie wild und hinterlässt eine Wasserspur auf dem Boden. Als die App wieder Kontakt zum Sauger hat, ist die Karte meiner Wohnung gelöscht. Ich muss alles neu einscannen.
  • Andockprobleme: Während mehrerer Tage hat der Roboter Mühe, korrekt in die Basisstation zu fahren – obwohl sich nichts an den äusseren Umständen geändert hat. Er fährt schräg die Rampe hoch und über den Rand hinunter, um neu Anlauf zu nehmen. Dabei verteilt er Flüssigkeit und Staubreste rund um die Station. Ich reinige die Sensoren und die Bassistation, was das Problem löst.
Plötzlich dockt der Putzhelfer nicht mehr richtig an – und verteilt Schmutz und Wasser rund um die Station.
Plötzlich dockt der Putzhelfer nicht mehr richtig an – und verteilt Schmutz und Wasser rund um die Station.

Einzeln wäre das alles halb so wild – in der Summe sind es aber deutlich mehr Fehler und Probleme als bei allen anderen Topgeräten, die ich in den letzten zwei Jahren getestet habe.

Dazu kommen andere Unzulänglichkeiten: Haare wickeln sich um die grosse Bürste; ich muss sie von Zeit zu Zeit von Hand entfernen. Über Schwellen kann der Dyson nicht fahren, da er keine spezielle Kletterfunktion hat. Der Frischwassertank ist bereits nach zweimaligem Wischen der Wohnung wischen leer.

Optisch gefallen mir der Roboter und die Station gut. Nur der durchsichtige und offen einsehbare Schmutzbehälter stört mich. Dass es keinen Staubbeutel braucht, ist praktisch. Aber ich will den Schmutz doch nicht dauernd sehen.

Der Roboter hat gearbeitet. Das sehe ich gut – und ich sehe es immer.
Der Roboter hat gearbeitet. Das sehe ich gut – und ich sehe es immer.

Der Roboter wirkt auch lauter als andere Modelle. Ich messe 64 Dezibel in einem Meter Abstand. Das ist tatsächlich drei bis vier Dezibel lauter als viele Konkurrenten. Diesen Unterschied nimmt das menschliche Gehör deutlich wahr. Auch der Trocknungsvorgang der Rolle in der Basisstation macht mehr Geräusche als gewohnt.

Top beim Standby-Verbrauch

Vorbildlich ist der Dyson beim Thema Standby. Wie bei den anderen Modellen zieht die Dyson-Basisstation 50 bis 100 Watt Leistung, während sie den Roboter auflädt, die Wischwalze reinigt und danach über Stunden mit heisser Luft trocknet.

Sobald diese Arbeit abgeschlossen ist, wechselt der Roboter in den Standby-Modus. Und der verdient wirklich diese Bezeichnung: Ich messe dann über Tage gar keinen Stromverbrauch. Das ist vorbildlich und bisher unerreicht. Anscheinend nutzt Dyson einfach die Akkuladung, um bei einem Zugriff via App das System hochzufahren. Im Alltag mit wöchentlicher Reinigung reicht das problemlos. Würde das Gerät über Wochen oder Monate nicht gebraucht, würde es irgendwann natürlich wieder Strom ziehen und die Batterie laden.

Fazit

Gute Reinigungsleistung, viele Schwächen

An der Reinigungsleistung des Dyson Spot and Scrub AI habe ich nichts auszusetzen. Er wischt mit warmem Wasser so gut wie kaum ein anderer auf dem Markt. Auch die Saugleistung ist sehr gut. Allerdings kommt er mit seiner kleinen Seitenbürste schlecht in Ecken.

Leider hatte das Testgerät unterschiedliche Fehler und Ausfälle. Diese liessen sich alle beheben; trotzdem musste ich so oft manuell eingreifen wie sonst bei keinem anderen Topgerät. Das ist schade, denn das trübt den Gesamteindruck – vor allem im Vergleich zur ähnlich teuren Konkurrenz.

Pro

  • Rolle wischt sauber
  • übersichtliche App
  • präzise Navigation

Contra

  • zu viele Totalaussetzer
  • Haare verfangen sich
  • Bürste erreicht Ecken nicht
  • keine Kletterfunktion

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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