Sleeper-PC-Upcycling: Was tun mit 14 Super Disks?

Sleeper-PC-Upcycling: Was tun mit 14 Super Disks?

Kevin Hofer
Zürich, am 25.07.2019
Super Disks waren die Mini Discs der IT. Sie sollten die Floppy ablösen, aber CD-Brenner kamen zuvor. Heute sind sie mit ihren 120 MB als Datenträger unbrauchbar. Du musst sie aber nicht zwingend am PC verwenden. Mit etwas Einfallsreichtum hübschst du mit ihnen deinen Arbeitsplatz auf.

Ich habe einen Sleeper-PC gebaut. Das ist ein PC mit modernen Komponenten in altem Gehäuse. Diesen verlose ich. Wie du gewinnen kannst, erfährst du am Ende des Artikels.

Der Floppy- oder Super-Disk trauere ich genauso wenig nach wie der CD. Deshalb habe ich auch keine Skrupel, die 14 Disketten, die im Lieferumfang des Sleeper-Gehäuses waren, für vier Upcycling-Projekte zu verwenden.

Stifthalter

Bei mir auf dem Pult steht ein 0815-Stifthalter. Glücklicherweise lässt sich mit Super Disks etwas Retro aufs Pult bringen.

Dazu brauche ich fünf Disketten, Kabelbinder und irgendein Gerät, um Löcher in die Super Disks zu machen. Im Büro bin ich nicht gut mit Werkzeug ausgestattet. Lediglich den Dremel 4000, den ich fürs Ausfräsen der Rückwand des Sleeper PCs gebraucht habe, steht mir zur Verfügung. Mit dem kann ich zum Glück auch bohren.

Als erstes klebe ich die fünf Disketten mit Klebeband zusammen. So stelle ich sicher, dass alle Löcher an derselben Stelle sind. Um die Super Disks zu verbinden, brauche ich vier Löcher pro Diskette, in jeder Ecke eines. Da Super Disks unten links und rechts bereits gelocht sind, muss ich nur noch zwei Löcher oben bohren. Das ist mit dem Dremel gar nicht mal so einfach. Hinzu kommt, dass die mitgelieferten Bohrer des Dremels nicht für Kunststoff sind. Deshalb rutsche ich immer wieder etwas ab und die zwei Löcher sind nicht symmetrisch. Wenn du’s versuchen willst, empfehle ich dir eine Akkubohrmaschine und einen Metallbohrer. Dank dessen Spitze rutschst du weniger ab und machst keine Risse in den Kunststoff.

Aber egal, ich kann die Disketten trotzdem mit Kabelbinder verbinden. Ich lege sie im Kreuz vor mich hin. Die Super Disk in der Mitte wird zum Boden des Stifthalters. Diesen verbinde ich mit den Seiten ohne die Kabelbinder zu stark anzuziehen. Sobald alle Seiten angemacht sind, hebe ich sie in die Vertikale an und zurre die Kabelbinder fest. Jetzt muss ich die Seiten nur noch oben an den gebohrten Löchern verbinden und fertig ist mein Super-Disk-Stifthalter.

Notizblock

Das nächste Projekt ist etwas weniger aufwendig. Für den Notizblock brauche ich zwei Super Disks. Eine für die Vorder- und eine für die Rückseite. Die bestehenden Löcher der Disketten kann ich hier nicht gebrauchen, da sie zu nahe am Rand sind. Wenn ich das Papier so nahe am Rand loche, reisst es aus. Ich muss zwei neue Löcher etwas weiter innen bohren.

Nachdem ich die Löcher gebohrt habe, schnappe ich mir einen Stapel Papier und schneide diesen mit dem Japanmesser auf Super-Disk-Grösse zu. Danach mache ich mit einem Locher am selben Punkt wie die auf den Disketten zwei Löcher. Jetzt muss ich nur noch zwei Kabelbinder durchstecken und schon ist mein Notizblock perfekt. Statt Kabelbindern kannst du auch Ringbinder verwenden, dann sieht’s noch etwas hübscher aus.

Fotohalter

Sieben Super Disks sind weg, bleiben noch sieben. Für mein prestigeträchtigstes Projekt brauche ich vier. Aus den drei die mir so noch übrig bleiben, bastle ich einen Fotohalter. Unter die Schutzblende der Disketten lassen sich prima Fotos stecken. Wenn die aus einer Sofortbildkamera kommen, ist der Retro-Effekt perfekt.

Dazu bohre ich in die drei Disketten oben zwei Löcher. Damit die am selben Ort sind, klebe ich die Datenträger wieder mit Klebeband zusammen. Jetzt kann ich die Super Disks beidseitig über die Löcher unten und oben miteinander verbinden. Dieses Mal setze ich nicht auf Kabelbinder, sondern auf Paracord, den ich noch von meinem gescheiterten Cable-Sleeving-Experiment übrig habe. Die Diskette zuoberst wird mit einem etwas längeren Paracord versehen, so kann ich den Fotohalter an einen Nagel hängen.

Tischuhr

Als letztes wage ich mich an eine Tischuhr. Die brauche ich zwar nicht – PC und Smartphone-Uhr reichen vollkommen aus –, aber so eine Super-Disk-Uhr sieht geil aus.

Für dieses Projekt benötigst du nebst Super Disks oder Floppy und Kabelbindern auch ein Uhrwerk. Weil’s schnell gehen musste, hab ich meins im Baumarkt besorgt. Du findest aber auch auf Galaxus Modelle. Wie ich beim Betrachten des Uhrwerks feststelle, kann ich nicht mehr mit dem Dremel weiterarbeiten. Fürs Uhrwerk muss ich mit einem 10-mm-Bohrer arbeiten und den kriege ich nicht in den Dremel rein. Ich muss mir also eine richtige Bohrmaschine und Bohrer besorgen.

In der Anleitung des Uhrwerks lese ich, dass das Ziffernblatt zwischen 9 und 13 mm dick sein muss. Eine Super Disk ist dünner, ich muss also drei Super Disks übereinanderlegen. Das Ziffernblatt aus diesen drei befestige ich dann unten mit zwei Kabelbindern an einer weiteren Diskette, die als Standfuss fungiert.

Bevor ich in der Mitte des Ziffernblatts ein Loch für das Uhrwerk bohren kann, muss ich zuerst das Drehlager – das runde, metallene Teil in der Mitte – rausnehmen. Dazu entferne ich zunächst die Schutzblende und löse vorsichtig die Rück- und Vorderseite der Super Disk voneinander. Jetzt kann ich im Innern das Drehlager aus der Magnetscheibe lösen. Danach stecke ich Vor- und Rückseite wieder zusammen. Jetzt klebe ich die Disketten wie beim Stifthalter wieder aufeinander und bohre das Loch fürs Uhrwerk in der Mitte.

Da die Uhrzeiger schwarz sind, spraye ich sie weiss. So heben sie sich besser vom schwarzen Ziffernblatt ab. Während die Zeiger trocknen, schliesse ich das Uhrwerk an und verbinde das Ziffernblatt mit dem Standfuss. Wie ich beim Aufstecken der Zeiger feststelle, sind sie zu lang. Deshalb kürze ich sie mit der Schere. Fertig ist die Tischuhr.

Wie geht’s weiter?

Noch bis zum 1. August 2019 hast du Zeit, am Wettbewerb für den Sleeper-PC teilzunehmen. Gewinnen kannst du folgendermassen: Am Ende der bisherigen Artikel stelle ich dir jeweils eine Frage mit drei Antwortmöglichkeiten. Die korrekte Antwort findest du im Artikel selbst. Pro korrekte Antwort kriegst du einen Punkt. Beantworte möglichst viele der Fragen korrekt und du schaffst es in die Endverlosung. Dort entscheidet das Los, wer den PC gewinnt.

Solltest du erst jetzt Einsteigen: Keine Sorge, du kannst bei den bisherigen Artikeln immer noch die Fragen beantworten. Ich liste sie dir hier auf:

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Kevin Hofer
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Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

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