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Jetzt geht’s dem Sleeper-PC an den Kragen: Ich fräse eine neue Aussparung

Ich verlose einen Sleeper-PC. Aber vorher muss ich ihn noch zusammenbauen. Dabei kannst du mir über die Schultern schauen. Heute: Das Versetzen der Netzteilhalterung und die Taufe.

Mein Projekt: Einen Sleeper-PC zu bauen. Das ist ein PC mit neuester Hardware, die zwecks Retro-Feeling in einem uralten Gehäuse verbaut wird. Den fertigen Sleeper-PC verlose ich unter jenen Lesern, die am meisten Fragen zum Thema richtig beantworten. Dazu mehr ganz unten im Artikel.

Wo stehe ich aktuell? Die Hardware habe ich teils von den Herstellern bekommen und den Rest sponsert digitec. Das 1990er-Jahre-Gehäuse kommt aus Deutschland via Post; mittlerweile habe ich es ausgeschlachtet, um Platz für die neue Hardware zu schaffen.

Pfui, das stinkt: Das Sleeper-PC-Gehäuse
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Pfui, das stinkt: Das Sleeper-PC-Gehäuse

Nächster Schritt: Löcher schneiden. Genau genommen in die Rückwand des Sleeper-PCs. Dazu verwende ich einen Dremel. Hoffentlich bleiben alle Finger dran. Ehrlich gesagt habe ich etwas Angst. Oder doch eher gesunden Respekt?

Apropos: Mein kleines Abenteuer mit Fräsmaschine und Dremel habe ich auf Video gebannt, falls du dich von sprühenden Funken hypnotisieren lassen willst.

Viele, viele Schrauben

Gehäuse der 1990er und Anfang der Nullerjahre haben das Netzteil entweder in der Mitte oder oben. Ich habe ein Gehäuse, das die Halterung in der Mitte hat. Die muss ich nach oben verschieben.

Gute Planung ist die halbe Miete: Wie ich mir den fertigen <strong>Sleeper-PC</strong> vorstelle
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Ebenfalls üblich bei 1990er-Gehäusen ist, dass viele Teile genietet sind. Ich kann also nicht einfach Schrauben lösen und gut ist. Die Nieten bohre ich mit einem 4-mm-Metallbohrer aus. Der ist gross genug, damit der Kopf der Nieten weggefräst wird. Auf diese Weise entferne ich die Netzteil- und die 5.25-Zoll-Laufwerk-Halterung. Den Gehäusedeckel muss ich ebenfalls wegnehmen: Er ist mir im Weg. Nach gefühlt hundert Nieten bleibt vom Gehäuse nur noch das Gestänge. Jetzt bin ich bereit fürs «Dremeln» – zumindest fast.

Bevor ich mit dem Ausfräsen beginne, zeichne ich an, wo und wieviel ich aussägen muss. Dazu mache ich eine Schablone der Rückseite des Netzteils und zeichne die Konturen auf dem Gehäuse nach. Die Schablone kann ich später für die Schraubenlöcher wiederverwenden.

Ein Funkeln in den Augen

Jetzt geht’s ans «Dremeln». Nervös spanne ich eine Trennscheibe auf. Ich schalte das Multifunktionswerkzeug ein und setze es an. Die Funken sprühen, die Scheibe frisst sich ins Aluminium. Ein hypnotisierender Anblick. Leider rutsche ich immer wieder etwas ab, was unschöne Spuren im Metall hinterlässt. Das ist der Nachteil des Dremels: Präzises Arbeiten in Metall ist schwierig. Da heisst es im Anschluss polieren. Glücklicherweise sprühe ich das Gerüst am Schluss noch – so kaschiere ich die Wunden.

Nach etwa zehn Minuten und zwei verbrannten Trennscheiben – die lösen sich mit der Zeit auf – ist die neue Aussparung fürs Netzteil fertig. Sie ist nicht vollkommen gerade, weil ich zwischendurch neu ansetzen musste. Ich schleife meine Schnitte deshalb mit einem Schleifaufsatz für den Dremel nach. Auch so ist es nicht perfekt. Dafür hätte ich von Beginn weg mit einer Stichsäge oder einem anderen Werkzeug arbeiten müssen. Das weiss ich jetzt. Trotzdem bin ich für mein erstes Mal mit einem Dremel zufrieden.

Als nächstes montiere ich die zuvor entfernte Netzteilhalterung auf Höhe der neuen Aussparung. Mit der Netzteil-Schablone bohre ich die Löcher, um das Netzteil hinten zu befestigen. Ein paar Handgriffe später ist das Netzteil an seinem neuen Platz. Als nächstes mache ich eine Blende für das Netzteil: Ich will nicht, dass die Kabel beim PSU sichtbar sind.

Arbeiten mit Acrylglas

Eine Abdeckung aus Aluminium wäre cool, aber mir fehlt die Erfahrung und das Werkzeug. Darum schneide ich die Blende aus Acrylglas zu – oder genauer: Ich breche sie zu. Denn Acrylglas zu schneiden ist beinahe unmöglich. Zum Brechen spanne ich die Platte zwischen zwei Hölzer, ritze sie mehrmals mit einem Japanmesser ein und breche sie mit gleichmässigem Druck ab. Zumindest versuche ich es.

Leider bricht die Platte bei meinem ersten Versuch nicht gerade ab, weshalb ich eine neue Platte einspanne. Auch nach mehreren Versuchen ist der Bruch nicht perfekt – das Arbeiten mit Acryl ist mühsamer als ich gedacht habe. Schlussendlich nehme ich das Teil, das mir am besten passt. Die Kanten schleife ich mit sehr feinkörnigem Schleifpapier ab.

Die Acrylglasplatte will ich noch biegen, damit sie sich unter die Netzteilhalterung schlängelt. Das wirkt stimmiger als eine gerade Abdeckung vors Netzteil zu klatschen. Das tue ich mit einem Heissluftfön, weil Acryl sich ab einer gewissen Temperatur relativ einfach verformen lässt. Auch das klappt nicht auf Anhieb: Die erste Platte ruiniere ich, weil ich den Abstand zwischen Gehäuseoberseite und Netzteilhalterung falsch berechnet habe und die Abdeckung nicht passt. Beim Versuch, das überschüssige Material abzubrechen, ruiniere ich die Platte vollends. Beim zweiten Anlauf klappt's dann aber.

Nun kriegt die Blende noch etwas Farbe verpasst. Ich spraye sie Rückseite schwarz.

Taufe

Etwas fehlt noch. Schwarz lassen möchte ich die Blende nicht; seit längerem schwebt mir ein Schriftzug vor. So kann ich dem Sleeper-PC einen Namen geben. Das wirkt persönlicher und ich muss nicht immer vom «Sleeper-PC» reden. Nach reiflicher Überlegung entscheide ich mich für «Sleepy». Gerne kannst du mich später in der Kommentarspalte für den einfallslosen Namen beleidigen. Aber mir gefällt er.

Unser Grafiker Sven Mathis hat vor ein paar Tagen den Dremel bei mir rumliegen sehen und mich gefragt, ob er mir etwas gravieren soll. Ich erzähle ihm von meinem Projekt. Er ist sofort Feuer und Flamme und will wissen, in welchem Stil ich mir den Schriftzug vorstelle.

Das habe ich mir noch gar nicht so genau überlegt. Sven hat recht: Wenn schon ein Schriftzug, dann soll er vom Stil thematisch zu Sleepy passen. Ich zeige ihm das AMD-Athlon-Logo auf der Frontblende. Etwas in dem Stil wäre toll.

Sven findet eine bestehende Schriftart und ändert sie etwas ab. Er orientiert sich dabei am AMD-Athlon-Logo, das auf der Frontblende des Gehäuses prangt. Für einen saubereren Look macht er die Gravur gespiegelt auf der Rückseite der Blende. So bleibt die Vorderseite glatt.

Nach etwa zwanzig Minuten ist Sven fertig. Ich befestige die Blende an der Halterung und fertig ist Sleepy’s Netzteilblende.

Das sieht schon mal recht gut aus. Jetzt muss ich Netzteil und Blende vorerst wieder entfernen. Ich will bei den weiteren Arbeiten die tolle Blende nicht ruinieren.

Gewinnen kannst du folgendermassen: Über die kommenden Wochen liest du jeweils am Dienstag und Donnerstag etwas zum Projekt Sleeper-PC. Am Ende der Artikel stelle ich dir eine Frage mit drei Antwortmöglichkeiten. Die korrekte Antwort findest du im Artikel selbst. Pro korrekte Antwort kriegst du einen Punkt. Beantworte möglichst viele der Fragen korrekt und du schaffst es in die Endverlosung. Dort entscheidet das Los, wer den PC gewinnt.
In wievielen Szenen ist der Dremel im Video zu sehen?

Projekt Sleeper-PC: Die <strong>schlafende Hässlichkeit</strong>
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Pfui, das stinkt: Das Sleeper-PC-Gehäuse
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Kevin Hofer, Zürich

  • Editor
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

34 Kommentare

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User Anonymous

Sleepy McSleepface

09.07.2019
User Mizz141

Der Klassiker!

10.07.2019
Antworten
User ToastMalone

Ich zähle den Dremel nur 8 mal. Der Bohrer zählt ja nicht dazu.

09.07.2019
User luberg

Die Gravur wird auch mit dem Dremel gemacht, so wie ich das sehe.

09.07.2019
User eichof99

Ja hat dann einfach die Flexwelle drauf, darum sieht man nicht auf den ersten Blick, dass es auch der Dremel ist

10.07.2019
User Anonymous

Auch dann komm ich nur auf 10 Szenen...

10.07.2019
User Anonymous

edit: habs nochmal gezählt. Ist tatsächlich eine der Antwortmöglichkeiten^^

10.07.2019
Antworten
User Burni1987

Wenn das Gehäuse Aluminium wäre hättest du nicht so schöne Funken bekommen :) Und so dünnes Blech willst du nicht mit einer Stichsäge sägen. Das verkeilt dir nur 1 mal und alles ist krumm. Besser als mit einem Dremel gehts auf die schnelle wohl kaum.

09.07.2019
User Linuexone

Ab Heute weiss ich was ein Dremel ist :D Sehr coole Arbeit! Weiter so!

09.07.2019
User davsti

Das war gemein ;o)
Hab das Video 5 mal geschaut und komme immer nicht auf die Anzahl die zur Auswahl steht.
Cooles Projekt ist es auf jeden Fall + ich finde den Namen cool!

09.07.2019
User Pott I

Diesmal kein Schreibfehler aber dein Link zum Dremel funktioniert nicht.
Dafür kannst du auch keine Extrapunkte springen lassen? :P

09.07.2019
User Kevin Hofer

Hi
Merci für deinen Kommentar. Merci, hab's endlich gefixt. Sorry für die späte Tat, aber Dienstag ist mein freier Tag :).

10.07.2019
User Pott I

Gerne doch, kein Problem.
Naja, ich würde an meinem freien Tag halt keinen Artikel veröffentlichen oder dafür sorgen, dass eine Stellvertretung solche Fehlerbehebungen durchführt.

Aber alles gut. Wollte den Dremel eh nicht gerade kaufen. Hat mich nur interessiert wieviel der kosten würde.

10.07.2019
Antworten
User freezse

:) ma schauen wieviel der autor gezählt hat =)

09.07.2019
User twicky87

Die 3 harten Ecken bei der Netzteilbefestigung könnten noch rundgeschliffen werden, das vermindert die Verletzungsgefahr, falls das Netzteil mal ausgebaut werden sollte (defekt?).

09.07.2019
User noohdlez

Dremel kommt in 8 Szenen vor. 🙂

10.07.2019
User 6adrian7

Gut, ein Konkurent weniger. :)

10.07.2019
Antworten
User a_maier

Ich hab 9x gezählt. Immer weiter so, ist sehr spannend ;(

09.07.2019
User LuckyTech

Auf das bin ich zuerst auch gekommen aber er ist noch ein paarmal mehr zu sehen nur nicht ganz so klar (: wenn du den Text liest findest du noch eine andere Arbeit welche mit dem Dremel gemacht wurde (:

09.07.2019
User a_maier

Hmmn das schon, dabei hab ich extra in Zeitlupa das Video angeschaut, in dem Fall nochmal danke ;)

09.07.2019
Antworten
User Allinev

Wie weiss ich, ob ich richtig oder falsch lag?

09.07.2019
User jnkbtz

gar nicht ;)

09.07.2019
User Vupi

1, 2 oder 3 ob du richtig stehst siehst du wenn das licht angeht. :)

09.07.2019
Antworten
User Sica1000

spannend :)))

09.07.2019
User Anonymous

Ist das Video für zusätzliche Views auf dem Youtube Kanal? Btw. "Hochgeladen: 16.05.2019" ... Hä? Dachte das Projekt ist aktuell?...

10.07.2019
User Barresi7

Kacke
Kann man die Antwort noch ändern? Habe ihn hinten auf dem Tisch nicht gesehen (@0:47)

10.07.2019
User freezse

AhMeD RetrorAthlon
:)

10.07.2019
User mese79ch

Hmmm, seit wann gibt Aluminium rote Funken?! Halt doch mal nen Magnet dran...
Sonst aber toller Bericht!

10.07.2019
User Anonymous

Der Artikel wo die Funken sprühen gefällt mir, übrigens kannst du Blechteile auch ab 3D CAD Modell bei blexon.com lasergeschnitten und gebogen bestellen, Lasergravuren können die glaube ich auch.

11.07.2019
User mja.adv

amazing idea for a build... if i could get my hands on a IBM ps2 and refurbish it it should be awesome.

gestern 09:37
User LuckyTech

Mist falsch abgestimmt/verdrückt.... Hat man dann immernoch eine Chance oder muss man alle Fragen richtig haben?

Was ich sonst noch zu sagen habe: Sehr einfallsloser Name! Aber Menschen haben ja einen Drang Dinge relativ simpel zu benennen, siehe Boaty McBoatface.

Sonst wie jede Woche ein super Artikel, wobei er heute verglichen mit dem letztenmal zeitlich etwas spät kam (;
Gruss

09.07.2019
User FloL00L

Für jede richtige Antwort erhälst du ein "Los", am ende wird aus allen Losen aller Teilnehmer eins zufällig bestimmt und das ist dann der Gewinner.
Hast also nur eine minimal kleinere Chance, wenn du ab jetzt wieder alle richtig hast.

09.07.2019
User Adowrath

Geht's noch? Boaty McBoatface war ein grandioser Name! :D

09.07.2019
User LuckyTech

@Adowrath ich hab nicht gesagt, dass Boaty McBoatface kein Grandioser Name ist ich habe nur gesagt, dass Menschen oft relativ simple Namen wählen welche mit den Dingen zu tun haben. Ich find Boaty McBoatface auch ein cooler Name!!! Im gegensatz ist Sleepy noch einfalsloser, da dort einfach ein er mit y ersetzt wurde.

11.07.2019
Antworten