
Hintergrund
Die Entwicklung der Kamerapreise
von David Lee

Welche Kamera ist die richtige? In diesem Ratgeber erfährst du, was wir für verschiedene Ausgangslagen persönlich kaufen würden. Er wird regelmässig aktualisiert.
Du willst eine neue Kamera. Doch welche sollst du kaufen? Der Dschungel an Geräten ist dicht und weitläufig. In der Digitec-Redaktion haben wir stets die neuesten Modelle in den Händen. Auf dieser Übersichtsseite sage ich dir, welche Kameras aktuell meine persönlichen Lieblinge sind. Zum Teil stammen die Empfehlungen auch von Kollege David Lee. Der Ratgeber wird regelmässig aktualisiert. Die letzte Version aus dem Juni 2025 findest du hier.
Eine pauschale Antwort auf die Frage, welches die «beste Kamera» ist, gibt es nicht. Die richtige Wahl hängt von Budget, Ausgangslage und Vorlieben ab. Die hier gelisteten Geräte sind das, was wir von unserem eigenen Geld kaufen würden. Wenn du andere Meinungen teilen willst oder Fragen hast, freuen wir uns über deine Rückmeldung in den Kommentaren.
Für alle, die gerne den Kameramarkt als Ganzes mitverfolgen, hier die wichtigsten aktuellen Entwicklungen:
1. Teilweise gestapelte Sensoren: Nach Jahren der Stagnation sind in den neuesten Sensoren endlich wieder Fortschritte erkennbar. Die Panasonic Lumix S1II und die Sony Alpha 7 V zeigen, was mit teilweise gestapelten BSI-Sensoren möglich ist: mehr Dynamikumfang und relativ schnelle Auslesezeiten zu einem vernünftigen Preis. Da praktisch alle Marken ausser Canon ihre Sensoren bei Sony einkaufen, dürften wir die Technologie in Zukunft in vielen Kameras sehen.

2. Fokus auf High-End und Lifestyle: Insgesamt bleibt die Nachfrage nach Kameras stabil. Zuletzt ist sie sogar ein wenig gestiegen. Es werden tendenziell mehr teure und weniger günstige Modelle mit Wechselobjektiv gekauft. Da im High-End-Bereich höhere Margen winken, legen auch die Hersteller ihren Fokus dorthin. Mit Lifestylekameras lässt sich ebenfalls gutes Geld verdienen, da die Kundschaft für die Exklusivität hohe Preise in Kauf nimmt.
3. Viele neue Objektive: Die Wahl einer Kamera ist auch immer eine Wahl der Objektivpalette – und dort gab es in letzter Zeit deutliche Fortschritte und Innovationen. Besonders Canon und Sony brachten auffällig viele neue Linsen auf den Markt. Canon hat in den letzten zwei Jahre die meisten seiner Festbrennweiten erneuert und mit dem RF 45mm F1.2 STM eine erschwingliche, aber trotzdem gute Linse hinzugefügt. Sony setzte mit seinen ƒ/2-Zooms und dem hervorragenden FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS II neue Meilensteine. Bei den Drittherstellern sorgte vor allem Sigma für Bewegung, zum Beispiel mit dem 300-600mm F4,0 DG OS.

Wie oben erwähnt, gibt es keine «beste Kamera» – aber irgendwie gibt es sie eben doch, zumindest wenn Geld keine Rolle spielt: Die Sony Alpha 1 II kann einfach alles. Sie hat keine Schwächen, egal ob du einen Film drehst, ein Porträt schiesst oder Sport fotografierst. Ja, die Fortschritte zur Vorgängerin sind klein. Das liegt daran, dass es wenig zu verbessern gab. Und ja, der Preis ist im Vergleich zu anderen Marken zu hoch. Wer Perfektion will, wird geschröpft.
Hast du kein unbegrenztes Budget, bekommst du bei Canon 90 Prozent der Leistung der Sony Alpha 1 II fast zum halben Preis. Da dieser seit dem Release gesunken ist, löst die EOS R5 Mark II mit ihrem neueren Autofokus-System die Nikon Z8 als Preis-Leistungs-Tipp ab. Wie ihre Konkurrenz hat die Canon EOS R5 Mark II einen Stacked Sensor mit hoher Auflösung. Auch sie ist schnell. Auch sie brilliert sowohl beim Fotografieren als auch beim Filmen. Leichte Abstriche machst du im Vergleich zu den Modellen von Sony und Nikon bei der Auslesegeschwindigkeit.
Weitere gute Optionen: Nikon Z8, Panasonic Lumix S1RII
Es ist ein guter Moment, um sich eine Mittelklassekamera zu kaufen. Canon und Sony haben ihre Modelle gerade erst aktualisiert. Die EOS R6 Mark III bietet mehr Auflösung als die Vorgängerin, sehr gute Videofunktionen und einen erstaunlich schnellen FSI-Sensor. Der Autofokus liegt gleichauf mit dem von Sony und Canons Gehäuse schmiegt sich besser an meine Hand als die der Konkurrenz.
Die Sony Alpha 7 V setzt auf einen teilweise gestapelten Sensor. Dieser ist etwa gleich schnell wie der Sensor in Canons Modell und hat einen höheren Dynamikumfang. Zumindest mit mechanischem Verschluss. Auch im Videobereich ist die Alpha 7 V stark. Es fehlen ihr zwar im Vergleich zur R6 Mark III einige Funktionen wie 7K-Auflösung, 120 FPS ohne Crop und Open Gate. Dafür überhitzt sie selbst bei langen Aufnahmen nie. Wie bei allen Unterschieden ist der Abstand aber sehr klein.
Weitere gute Optionen: Nikon Z6III, Panasonic Lumix S1II
Auch für schmale Budgets gibt es gute Kameras. Die Nikon Z50II hat ein topaktuelles Autofokus-System mit Algorithmen aus der Profi-Klasse. Es erkennt automatisch verschiedene Motive und kann diese dank 3D-Tracking gut verfolgen. Die Bedienung der Z50II ist durchdacht und sie bietet für diese Preisklasse eine starke Videoqualität mit 10 Bit Farbtiefe. Seit kurzem gibt es bei Nikon endlich auch ein lichtstarkes APS-C-Zoom.
Auch die Canon EOS R10 bietet einen APS-C-Sensor mit solider Bildqualität, einen guten Autofokus und eine hervorragende Bedienung. Noch günstiger und ebenfalls gut wäre die EOS R50. Die ist aber für die meisten Hände schon zu klein und verzichtet auf wichtige Bedienelemente wie den Daumen-Joystick und das zweite Wählrad. Einen stabilisierten Sensor suchst du in dieser Preisklasse vergebens, aber wenigstens gibt es einen Stabilisator im Kit-Objektiv.
Weitere gute Optionen: Fujifilm X-M5, Canon EOS R50, Sony Alpha 6100
Wenn du nach ultimativer Bildqualität für Produkt- oder Porträtfotografie suchst, kommst du an einem Mittelformat-Sensor nicht vorbei. Für Porträts ist zudem ein Autofokus mit verlässlichem Augen-Tracking äusserst praktisch. Die Fujifilm GFX 100S II bietet beides – und kostet für die Sensorgrösse nicht mal besonders viel. Sie hat einen fantastischen Dynamikumfang, einen guten Bildstabilisator und ein erschwingliches Objektiv-Sortiment. Die langsame Blitzsynchronisationszeit von 1/125 Sekunde spielt im Studio keine Rolle.
Im Vollformat-Bereich ist die Auswahl riesig. Ein super Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die Canon EOS R5. Von ihr gibt es mittlerweile eine Nachfolgerin, die hauptsächlich den Autofokus verbessert. Und der ist im Studio schon mit der R5 gut genug. Mit 45 Megapixeln kann sich die Auflösung noch immer sehen lassen. Canons Auswahl an hochwertigen RF-Objektiven ist zudem gross.
Weitere gute Optionen: Sony Alpha 7RV, Nikon Z7 II, Panasonic Lumix S1RII, Canon EOS R5 Mark II, Fujifilm X-H2
Die Bildqualität der Hasselblad X2D II ist bombastisch. Als teuerste Kamera in dieser Liste kostet sie 7200 Franken – und ist leider nicht bei uns verfügbar. Dieser Preis lässt sich rational nicht rechtfertigen. Trotzdem ist das Mittelformat meine Traumkamera für Landschaftsfotografie. Die X2D II bügelt auch meine grössten Kritikpunkte an der Vorgängerin aus: Sie hat endlich einen zeitgemässen Autofokus und einen Joystick.

Ein vernünftigeres Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die Sony Alpha 7C R. Sie hat den gleichen Vollformat-Sensor mit 61 Megapixeln wie die grössere Alpha 7RV – aber in einem kompakten Gehäuse. Dafür machst du Abstriche beim Sucher und den Videofunktionen. Beides ist in der Landschaftsfotografie aber nicht so schlimm. Da Sony viele kompakte Objektive im Sortiment hat, kannst du dir mit der A7C R ein leichtes Hochleistungs-Set zusammenstellen.
Weitere gute Optionen: Fujifilm GFX 100S II, Sony Alpha 7RV, Canon EOS R5, Canon EOS R5 Mark II, Nikon Z7II, Fujifilm X-T5
Weil Magazine oft Bilder im Hochformat brauchen, sind Kameras mit fixem vertikalen Grip in der Welt der Pressefotografie allgegenwärtig. Die Canon EOS R1 hat eines der besten Autofokus-Systeme auf dem Markt. Damit sinkt die Gefahr, einen Moment zu verpassen, auf ein Minimum. Der Sensor hat keinen Global Shutter wie die Sony Alpha 9 III, dafür auch nicht deren Nachteile bei der Bildqualität. Die Konkurrenz ist gross. Willst du zum Beispiel eine höhere Auflösung, wirst du mit der Nikon Z9 glücklicher.
Die Sony Alpha 7 V kostet weniger und ist ebenfalls eine gute Wahl. Der teilweise gestapelte Sensor kommt in Sachen Auslese- und Autofokusgeschwindigkeit nicht ganz an die Flaggschiffe heran. Zu diesem Preis ist er aber sehr schnell und bietet eine hervorragende Bildqualität. Ausserdem gibt es bei Sony viele gute kompakte Objektive, die sich bestens für Reportage-Situationen eignen – und das FE 28-70mm f/2 GM als einzigartige Allzweckwaffe.
Weitere gute Optionen: Nikon Z8, Nikon Z6III, Sony Alpha 1 II Sony Alpha 1 II, Canon EOS R3, Canon EOS R5 Mark II, Canon EOS R6 Mark II, Fujifilm X-H2S
Praktisch auf Reisen ist, wenn du alles mit einem Objektiv abdecken kannst. Das Gewicht sollte ausserdem nicht zu hoch sein. Kameras mit kleinerem Sensor sind deshalb im Vorteil. In meinem Vergleichstest hat mich die Sony Alpha 6700 am meisten überzeugt. Zusammen mit dem erfreulich guten und günstigen 18-135 mm ist sie ein rundes Gesamtpaket: gute Bildqualität, sehr guter Autofokus, hervorragende Videofunktionen.
Bis vor einigen Jahren war es für mich undenkbar, eine Reise ohne Kamera anzutreten. Doch heute will ich oft nur Erinnerungen festhalten, statt fotografische Meisterwerke erschaffen. Dafür sind Smartphones bestens geeignet. Ich mag das iPhone 17 Pro, weil es drei nützliche Brennweiten mit drei guten Sensoren hat. Ich bin regelmässig überrascht, wie gut die Bildqualität mittlerweile ist. Das iPhone macht viele Dinge selbständig gut, lässt mich aber trotzdem den Bildlook selber bestimmen und hält den KI-Ball flach.
Weitere gute Optionen: Ricoh GR IV, Fujifilm X-S20, Fujifilm X-T50, Canon EOS R10, Nikon Z50II, Sony Alpha 7CII, Sony Cybershot RX100 VII
Die X100 von Fujifilm ist Kult. Die neueste Ausführung merzt fast alle Schwachpunkte der Vorgängermodelle aus. Sie hat jetzt einen besseren Autofokus, einen Bildstabilisator und erhöht die Auflösung des APS-C-Sensors auf 40 Megapixel. Ihr 35-Millimeter-Objektiv ist fix. Befürworterinnen sehen darin eine Motivation zum bewussten Fotografieren – Kritiker eine Einschränkung. Fest steht: Die Fujifilm X100VI macht Spass und kostet kein Vermögen.
Ein echtes Luxusobjekt ist die Sony RX1R III. Sie ist eigentlich zu teuer und bringt einige Unzulänglichkeiten mit sich. Trotzdem habe ich mich in die kleine Kamera mit dem grossen Sensor verliebt. Sie ist so leicht, dass ich sie mir um den Hals hängen kann – und die Bilder sind so viel besser als aus einem Smartphone, dass sich das auch lohnt. Ein Grund dafür ist das ƒ/2-Objektiv, das mich mit der Tiefenschärfe spielen lässt.
Weitere gute Optionen: Fujifilm GFX100RF, OM-System OM-3, Leica Q3, Nikon Zf
Die Sony Alpha 1 II ist die Königin der Tierfotografie. Eine bessere Kombination aus Autofokus-Geschwindigkeit und hoher Auflösung gibt der Markt nicht her. Letzteres ist nützlich, damit du das Bild bei Bedarf stark zuschneiden kannst. Dies macht die Jagd auf flinke Sujets wesentlich einfacher. Mit dem 200-600 mm und dem 400-800 mm bietet Sony passende, sehr gute Objektive, die – im Gegensatz zur Alpha 1 – gar nicht so teuer sind.
Dass eine Ausrüstung für Sport- und Tierfotografie kein Vermögen kosten muss, zeigt Canon mit der EOS R7 und seinen beiden leichten Superteleobjektiven. Der Autofokus der Kamera ist für diesen Preis sensationell. Mit den erwähnten Superteles bringst du selbst Singvögel problemlos ins Bild. Für eine gute Bildqualität brauchst du mit den kleinen Blenden und dem APS-C-Sensor allerdings viel Licht – im Idealfall Sonnenschein. Hier geht es zum Test.
Weitere gute Optionen: Nikon Z8, Canon EOS R3, Canon EOS R5 Mark II, Canon EOS R6 Mark III, Sony Alpha 9 III, Sony Alpha 7 V, Fujifilm X-H2S, OM System OM-1 Mark II
Willst du ausschliesslich filmen, bleibt die Sony FX3 auch fünf (!) Jahre nach ihrem Release die erste Wahl. Es fehlen zwar einige moderne Features wie Open Gate oder eine höhere Auflösung im RAW-Videoformat. Dafür gibt es 4K in handlichen Codecs und die Videoqualität ist durchs Band hervorragend, egal in welcher Framerate. Am aktiv gekühlten Gehäuse kannst du an 1/4-Zoll-Gewinden ohne zusätzliches Cage allerlei Zubehör befestigen. Hast du Zeit, könnte sich etwas Geduld lohnen: Ein Nachfolgemodell der FX3 wird sehr bald erwartet.
Mit der ZR drängt Nikon erstmals ins Segment der kompakten Cinema-Kameras – zum Kampfpreis. Für rund 2000 Franken gibt es hier viele Profi-Funktionen in einem sehr kompakten Gehäuse. Besonders gut finde ich das riesige und helle Display. Scheust du keine grossen Dateien, kannst du in 6K RED-raw filmen. Die leichteren Codecs sind mit der aktuellen Firmware wegen aggressiver Rauschreduzierung leider weniger beeindruckend.
Weitere gute Optionen: Canon EOS C50, Sony FX30, Panasonic Lumix S1II, Panasonic Lumix S5IIX, Panasonic Lumix GH7
Die Sony ZV-E1 hat den gleichen Vollformat-Sensor wie die FX3, kostet aber nur die Hälfte. Das Einzige, was du aufgibst, ist die aktive Kühlung und das professionellere Gehäuse. Dafür ist die ZV-E1 kompakter. Zusammen mit einem Objektiv wie dem Sony FE 20-70 mm f/4 G ergibt das eine vielseitige Kombination aus hervorragender Bildqualität und geringem Gewicht. Obendrauf gibt es neue AI-Features und einen sehr aggressiven digitalen Bildstabilisator.
Meine liebste Vlogging-Kamera für die Hosentasche kommt von Canon. Die PowerShot V1 überzeugt mit einem grossen Sensor, dessen Bildqualität deutlich über derjenigen von Smartphones liegt. Er schlägt auch Actioncams und andere ultra-kompakte Lösungen wie die DJI Osmo Pocket 3 – wobei letztere mit ihrem Gimbal andere Vorzüge hat. Das 16-50-mm-Objektiv der PowerShot V1 ist vielseitig, der Fokus schnell und zuverlässig. Und im Gegensatz zur Sony ZV-1 II hat Canons Knirps nicht nur einen digitalen, sondern auch einen optischen Bildstabilisator.
Weitere gute Optionen: Panasonic Lumix S5 II, Panasonic Lumix GH7, Nikon Z6III, Sony Alpha 6700, Sony Alpha ZV-E10 II, Canon EOS R50V, DJI Osmo Pocket 3
Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.
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