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FotografieReview 2414

Warum Affinity Photo kein Ersatz für Lightroom ist

Eine günstige Foto-Software ohne Abozwang, die alles Nötige kann: Auf den ersten Blick ist Affinity Photo die Lösung für alle, die von Adobe Photoshop Lightroom weg wollen. Zumindest für mich stimmt das jedoch nicht.

Ich würde gerne von Adobe Lightroom wegkommen. Doch wenn ich wechsle, verliere ich meine Bearbeitungs-Einstellungen und muss mich in eine neue Software einarbeiten. Dieser Schritt lohnt sich nur, wenn ich eine wirklich gute Alternative finde.

Lightroom: Auswege aus dem Abo-Zwang
FotografieReview

Lightroom: Auswege aus dem Abo-Zwang

Im Lauf der vergangenen Monate habe ich mir Testversionen von Capture One Pro, DxO Photo Lab und Affinity Photo heruntergeladen und installiert. Da RAW-Konverter sehr komplex sind und jeder andere Prioritäten hat, rate ich dir, selbst zu testen, wenn du auf der Suche bist. Warte aber mit der Installation, bis du auch Zeit dafür hast. Capture One Pro und DxO PhotoLab kannst du 30 Tage testen, Affinity Photo 10 Tage und Lightroom 7 Tage.

Capture One Pro macht einen sehr professionellen Eindruck, erfordert aber eine lange Einarbeitungszeit. Ich erziele damit nicht bessere Ergebnisse als mit Lightroom, was aber auch daran liegen kann, dass ich Lightroom viel besser kenne. Jedenfalls begeistert mich Capture One Pro zu wenig, um satte 333 Franken für die günstigste Variante der Software zu zahlen. DxO PhotoLab kostet mit 129 Euro deutlich weniger, ist solid und recht einfach zu bedienen. Es kann aber DNG Files nur öffnen, wenn es auch die RAW Files der gleichen Kamera öffnen kann. Für mich scheidet die Software damit auch aus.

Bleibt Affinity Photo. Die Software lockt mit einem attraktiven Preis von 48 Franken. Der Funktionsumfang ist beeindruckend. Aber sie ist kein Ersatz für Lightroom.

Affinity Photo ersetzt eher Photoshop als Lightroom

Photoshop und Lightroom verfolgen unterschiedliche Konzepte. Photoshop bearbeitet nur Einzelbilder, bei Lightroom hast du die gesamte Fotoserie im Blick und verwaltest grosse Bildbestände. Dafür hat Photoshop wesentlich mehr Bildbearbeitungsfunktionen. Du kannst dort zum Beispiel mit Ebenen arbeiten.

Das Konzept von Affinity Photo entspricht Photoshop, nicht Lightroom. Du bearbeitest immer nur Einzelbilder. Es ist nicht möglich, Entwicklungsvorgaben auf ganze Bildserien anzuwenden, und die Software bietet auch keine Verwaltungsfunktionen. Im Verbund mit dem Gratis-Programm Adobe Bridge würde Affinity Photo aber genau deswegen gut funktionieren.

Adobe Bridge: Kostenlose Fotoverwaltung
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Adobe Bridge: Kostenlose Fotoverwaltung

Dafür gibt es in Affinity Photo Textwerkzeuge und eine Rechtschreibkorrektur. Du kannst zeichnen und malen. Du kannst Herzchen, Pfeile und Sprechblasen aufziehen und in der Form verändern. Flyer oder Grusskarten erstellen. Sogar Photoshop-Dateien lassen sich öffnen und exportieren, auch wenn nicht alles übernommen wird.

Das sind alles Dinge, die du nicht brauchst, wenn du einen Lightroom-Ersatz suchst.

Seltsamer Workflow

Affinity Photo und Photoshop arbeiten auf den ersten Blick sehr ähnlich. Beide haben ein Modul, das RAW-Dateien öffnen und bearbeiten kann. Dieses Modul sperrt die übrigen Funktionen. Du musst zuerst den Entwicklungsmodus beenden, also das Foto sozusagen fertig entwickeln, bevor du es im «normalen» Programm öffnen kannst.

Entwicklungs-Modus in Affinity Photo

Doch es gibt bedeutende Unterschiede. In Photoshop kannst du deine Bearbeitungseinstellungen speichern, ohne das Bild im normalen Modus zu öffnen. Du klickst am Ende einfach auf den Button «Fertig». In Affinity gehen hingegen alle Anpassungen verloren, wenn du das Bild anschliessend nicht öffnest.

Im Entwicklungsmodus von Affinity Photo gibt es keine automatischen Korrekturen. Etwa, dass mir die Software den idealen Weissabgleich oder die Belichtung berechnet. Dazu muss ich den Entwicklungsmodus verlassen. Wenn ich das tue, habe ich Buttons für Auto-Korrekturen.

Die eingekreisten vier Buttons korrigieren automatisch Tonwert, Kontrast, Farbe und Weissabgleich
Im Entwicklungsmodus fehlen diese Buttons.

Die Buttons bewirken aber nicht immer etwas. Wahrscheinlich hat Affinity Photo das Bild bereits automatisch angepasst. Oder doch nicht? Ich weiss es nicht, weil Affinity Photo mir nicht sagt, was es tut. Nehmen wir als Beispiel den Weissabgleich. In Photoshop oder Lightroom wird das Bild standardmässig mit den Einstellungen geöffnet, die die Kamera mitliefert. Die Kamera hat ermittelt, dass für ein Foto der perfekte Weissabgleich bei 4800 K und die Grün-Magenta-Balance bei +8 steht. Dies wird so angezeigt, mit dem Vermerk: «Wie Aufnahme». Nun kann ich auf «Automatisch» wechseln, und Lightroom so dazu bringen, selbst den idealen Wert zu errechnen.

In Affinity Photo wird ein Wert angezeigt, der ungefähr dem Aufnahmewert entspricht, aber nicht genau. In diesem Fall ist es 4847 K und 0 auf der Grün-Magenta-Skala. Ich kann hier nicht zwischen automatisch oder Kameraeinstellung wählen und darum ist mir nicht klar, was hier eigentlich läuft. Ich weiss nicht einmal, ob das ein Bug ist oder vom Hersteller so gewollt. Falls es so gewollt ist, wüsste ich gern, was die Idee dahinter ist.

Affinity Photo kann keine RAW-Einstellungen speichern

Und noch etwas macht mich stutzig. Wenn ich den Entwicklungsmodus verlasse und wieder dahin zurückkehre, gibt es beim Weissabgleich nur noch Plus- und Minuswerte, wie bei einem JPEG. Was das bedeutet, darüber habe ich mich schon mal im Detail ausgelassen. Kurz gesagt, wandelt Affinity Photo das Bild von RAW in irgend etwas um, was nicht RAW ist.

Weissabgleich: Der Unterschied zwischen <strong>RAW und JPEG</strong>
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Weissabgleich: Der Unterschied zwischen RAW und JPEG

Ein normaler RAW-Konverter wie Lightroom oder Capture One Pro lässt das RAW File unangetastet und speichert lediglich die Einstellungen, die du vornimmst. Das braucht ganz wenig Speicherplatz, da keine Bilddateien neu gespeichert werden, solange du nichts exportierst. Bei jedem erneuten Öffnen des RAW-Files werden diese Einstellungen mit eingelesen und das Bild wird dir so präsentiert, wie es mit den angewandten Einstellungen aussieht.

Affinity Photo funktioniert grundsätzlich anders. Es speichert keine Einstellungen zu RAW ab. Für Änderungen zwingt es dich, das RAW-Bild in ein Bild mit der Dateiendung .afphoto umzuwandeln und neu abzuspeichern. In dieser Datei sind sowohl das Bild selbst als auch deine Einstellungen gespeichert. Und diese Files sind riesig. Eine 20 MB grosse RAW-Datei wird etwa 250 MB gross.

Wenn du eine zweite Variante des Fotos anlegst, musst du ein zweites 250-MB-File erstellen. In Lightroom braucht es dafür keine neue Bilddatei. Du erstellst eine virtuelle Kopie mit separaten Einstellungen. Dieses Konzept ist sehr viel flinker und flexibler.

Ich verstehe nicht, wieso Affinity Photo das Rad neu erfunden und dabei noch ein paar Ecken reingehauen hat.

Korrektur von Schatten und Lichtern

Mehr Spielraum beim Ausgleich von zu dunklen und zu hellen Partien ist für mich der wichtigste Grund, mit RAW zu fotografieren. Die Korrektur der Lichter ist schwieriger als die der Schatten. Lightroom macht das hervorragend. Wenn ich einen alternativen RAW-Konverter suche, dann will ich einen, der das ähnlich gut kann. Also teste ich das gleich zuerst.

Dieses Bild weist extreme Helligkeitsunterschiede auf – perfekt für einen Härtetest. Der RAW-Konverter muss die hellen Partien abdunkeln, die Schatten aufhellen und dabei ein stimmiges Bild erzeugen.

Lightroom automatisch: Das passiert, wenn ich in Lightroom die automatische Korrektur für Weissabgleich und Tonwertkorrektur anwende. Zeitaufwand: Zwei Sekunden. Resultat: akzeptabel. Im hell erleuchteten Quadrat sind jetzt ein Schriftzug und Schattierungen erkennbar. Das Abdunkeln hat also verborgene Details hervorgeholt.

Lightroom manuell: Mir ist das automatisch erzeugte Bild etwas zu hell und zu flau, ich hätte es gern leuchtender. Mit weiteren 30 Sekunden Arbeit habe ich das zufriedenstellend angepasst. Die Details in den hellen Partien sind noch besser zu erkennen.

Capture One Pro automatisch: Belichtung, HDR, Tonwerte und Weissabgleich automatisch korrigiert – ist etwas komplizierter, geht aber auch ratzfatz und das Resultat ist okay. Capture One geht etwas behutsamer zur Sache als Lightroom. Die Farben hat Lightroom für meinen Geschmack besser hingekriegt, aber das kann ich leicht nachjustieren.

Capture One Pro manuell: Auch manuell lässt Capture One Pro weniger extreme Eingriffe zu als Lightroom. Dennoch überzeugt das Resultat. Die Details in den hellen und dunklen Partien kommen deutlich heraus.

Affinity automatisch: Es gibt im Entwicklungsmodus keine Auto-Korrektur. Darum kein Bild.

Affinity manuell: Wenn ich die Lichter voll herunterschraube, macht Affinity Photo weisse Flächen einfach hellgrau. Die Details kommen aber nicht zurück. Die Software ist nicht fähig, die Lichter sinnvoll abzudunkeln.

Wenn ich die Belichtung herunterschraube, dann bewirkt der Lichter-Regler überhaupt nichts mehr. Somit kann ich an den Reglern drehen wie ich will – alles was die Software tut, ist weisse Stellen grau einzufärben.

Das passiert bei sämtlichen Bildern, bei denen Lichter korrigiert werden müssen. Auch wenn die Auswirkungen nicht immer so drastisch sind: Affinity Photo ist zum Abdunkeln wenig hilfreich.

Ganz allgemein lautet mein Tipp: Achte nicht nur darauf, ob ein RAW-Bearbeiter eine bestimmte Funktion hat. Sondern auch, wie diese Funktion arbeitet. Ich bin der Meinung, dass ein RAW-Konverter nur dann überhaupt etwas bringt, wenn du damit bessere Resultate hinkriegst, als es die Kamera tut, wenn sie direkt JPEGs erstellt.

Schärfung und Rauschen: Brauchbar, aber nicht überragend

Ein weiterer wichtiger Punkt bei RAW-Bildern ist die Bildschärfung und die Entfernung des Bildrauschens. Diese Dinge arbeiten gegeneinander: Schärfen heisst, kleine Details hervorzuheben. Rauschende Pixel sind kleine Details. Umgekehrt heisst Rauschentfernung, dass auch Details verschwinden, die du eigentlich erhalten willst. Die Software versucht daher, durch Kantenerkennung Rauschen und Details zu trennen. Als Bildbearbeiter musst du immer beides gleichzeitig im Auge behalten.

Schauen wir mal, mit welcher Software es am besten gelingt, das Bild zu schärfen und gleichzeitig das Rauschen im Zaum zu halten.

Als Versuchskaninchen muss der blütenreine Schmutzgeier im Zürcher Zoo herhalten. Das Bild habe ich mit 2200 ISO aufgenommen, daher hat das Bild ein mittleres Rauschen.

RAW-Fotos müssen immer ein wenig nachgeschärft werden. Beim Öffnen eines neuen Fotos ist deshalb eine mehr oder weniger starke Schärfung bereits voreingestellt. In Lightroom und in Capture One Pro kannst du diese Standardvorgaben anpassen. Und zwar abhängig vom jeweiligen Kameramodell. In Affinity Photo ist das nicht möglich. Du kannst zwar eigene Vorgaben abspeichern, aber der Standard bleibt immer derselbe.

Affinity Photo beim Öffnen: Die Standardeinstellungen schärfen ordentlich. Im dunklen Bereich tritt aber auch das Rauschen störend hervor.

Affinity Photo korrigiert: Bei der manuellen Korrektur kann ich das Rauschen zwar deutlich vermindern – aber ich schaffe es nicht, ist das Bild gleichzeitig optimal scharf zu machen.

Capture One Pro beim Öffnen: Die Default-Einstellungen beim Öffnen reduzieren das Rauschen bereits ziemlich stark. Geschärft wird dafür nur sehr vorsichtig.

Capture One korrigiert: Dementsprechend drehe ich die Schärfe kräftig hoch. Die Rauschreduzierung erhöhe ich nur geringfügig. Denn auch bei starker Schärfung gibts nur wenig störendes Rauschen. Unter dem Strich bekomme ich schnell ein akzeptables Ergebnis.

Capture One Details: Erst wenn ich massiv schärfe und gleichzeitig bei der Rauschunterdrückung die Details hochschraube, gibt es unerwünschte Effekte. Dafür wird das Bild ultrascharf.

Lightroom beim Öffnen: Lightroom unterdrückt in den Voreinstellungen das Farbrauschen, nicht aber das Helligkeitsrauschen und wendet eine mittlere Schärfung an.

Lightroom korrigiert: Wie immer verstärkt sich auch hier das Rauschen, wenn ich das Bild schärfe. Lightroom erzeugt aber ein Rauschen, das ich sehr angenehm finde. Fast wie Filmkorn. Ich habe daher wenig Hemmungen, den Schärferegler richtig aufzudrehen.

Fazit: Eher wie Photoshop Elements

Affinity Photo ist keine schlechte Software, aber sie ist nicht das, wofür sie angepriesen wird. Auf der Website wirbt Hersteller Serif gross mit «professionelle Software zur Fotobearbeitung» und «die herausragende Wahl für Profis». In meinen Augen ist es eher ein Paket für Hobby-Gestalter und Bildbearbeiter. Photoshop Elements.

Ein Ersatz für Lightroom ist Affinity Photo schon vom Konzept her nicht. Die Anwendung zwingt dich in einen schwerfälligen, für grosse Bildmengen ungeeigneten Workflow, der viel Speicherplatz braucht und wenig flexibel ist. Zudem ist auch der Entwicklungsmodus nicht auf professionellem Niveau. Insbesondere die Korrektur von Spitzlichtern enttäuscht.

Auch wenn Adobe die Kunden nicht gerade wie Könige behandelt, bleibe ich vorderhand bei Lightroom. Affinity Photo habe ich mir dennoch gekauft. Nur schon, um zu schauen, ob meine Photoshop-Tipps auch mit Affinity Photo funktionieren.

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David Lee, Zürich

  • Senior Editor
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

24 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen.

User quickie

Drei Funktionen müssen im Entwicklungsprozess abgedeckt werden: Digital Asset Management (DAM) - RAW-Entwicklung - Photobearbeitung. Während Lightroom die ersten beiden abdeckt, kann Photoshop das erste gar nicht, das Zweite halbwegs und ist dafür grossartig im dritten Bereich. Genauso verhält es sich mit Affinity Photo. Wieso also der Vergleich mit Lightroom? Das macht absolut keinen Sinn.

Es drängt sich also der Vergleich mit Photoshop auf: Hier macht es aber wenig Sinn die Workflows von Photoshop in Affinity Photo nachzubilden. Der Fehler wird auch oft gemacht, wenn Leute von Lightroom auf Capture One umsteigen. So findet man nie heraus, was eine Software besser machen kann.

Zum Thema Schärfung: Die Abhandlung zeigt nicht mal "Hobby-Gestalter" Niveau. Das hört sich eher an, als würde jemand einfach ein bisschen die Regler schieben ohne genau zu wissen was er macht.

Ich bin auch der Meinung, dass Photoshop besser ist als Affinity Photo. Dennoch ist im Fotobereich auch ein Professioneller Workflow ohne Adobe-Abo möglich und zwar unter anderem dank Affinity Photo.

25.01.2019
User David Lee

In meinem Beitrag "Lightroom: Auswege aus dem Abo-Zwang" schlagen mehrere Leser Affinity Photo als Ersatz für Lightroom vor. Darum hab ich das mal direkt verglichen. Mit welchen Produkten würdest du denn Affinity in einen Gesamt-Workflow einbinden? Das ist sicher möglich, aber ich tippe mal darauf, dass dann der Preisvorteil von Affinity weg fällt, weil du andere teure Komponenten dazukaufen musst.

Übrigens, beim Schärfen gibt Affinity Photo als Radius einen Prozentwert an. Alle anderen Programme verwenden Pixel als Einheit. Da bleibt dann tatsächlich nicht viel übrig, als einfach ein bisschen an den Reglern schieben ... oder sehe ich das falsch?

25.01.2019
User belifant

Ganz einfach, Affinity Photo als Ersatz für Photoshop. Also Lightroom(oder Capture One) + Affinity Photo. Ein Konkurrenzprodukt zu Lightroom ist übrigens geplant von Serif, aber noch nicht absehbar wann es erscheint.

25.01.2019
User quickie

Der grösste Konkurrent zu LR ist sicher C1. Eine Kombo von C1+Affinity Photo ist eine Möglichkeit. Ich bin sogar der Meinung, dass bei der reinen RAW-Entwicklung C1 seit v12 um Längen die Nase vorne hat. Aber das soll hier jetzt nicht Thema sein. Leider ist aber die DAM in C1 schlechter. Damit kann ich aber ganz gut leben.
Zum Schärfen: Unschärfe kann unterschiedliche Gründe haben, je nachdem geht man unterschiedlich vor bei der Noise-Reduction. Die Schärfung ist zudem von Programm zu Programm recht unterschiedlich. Dann macht es eigentlich Sinn eine Vorab-Schärfung zu machen, dann Nachschärfen in und zu guter letzt die Ausgabeschärfung ergänzen. Je mehr Noise ein Bild hat, desto mehr lohnt es sich auch die Unschärfe und Schärfe-Entwicklung mit (Luminanz-)Masken zu ergänzen. Dementsprechend: Nein es ist nicht nur ein Regler-Schieben. Es braucht ein Konzept und bestimmt auch eine gute Portion Erfahrung dahinter.

26.01.2019
Antworten
User belifant

Seltsamer Artikel. Da wird am Anfang zu Recht erwähnt dass Affinity Photo nicht mit Lightroom verglichen werden kann, danach wird es aber trotzdem getan. Affinity Photo ist vergleichbar mit Photoshop, ein komplett anderes Programm als Lightroom. Von Serif (Hersteller von Affinity) gibt es im Moment kein konkurrierendes Produkt zu Lightroom.

25.01.2019
User limap

Dachte ich auch. Habe ihn dann aus reiner Neugier trotzdem gelesen. Persönlich verwende ich C1 seit mehreren Jahren und habe den Workflow mit Affinity vor einigen Monaten ergänzt. C1 deckt für mich zwischen 95% bis 100% meines Workflow's ab.

29.01.2019
Antworten
User blackbeat

Wenn schon ein Vergleich, dann wäre Luminar 3 und Lightroom ein Vergleich wert, für mich ersetzt Affinity Photo Photoshop und Luminar Lightroom.

25.01.2019
User Peach999

RawTherapee oder Darktable

25.01.2019
User daccurda

Genau das

25.01.2019
Antworten
User Anonymous

Ich nutze Capture one als Lightroom-Ersatz und Affinity Photo für die Einzelbildbearbeitung. Das kann ich auch direkt aus dem C1 ausführen.
Als ambitionierter Hobbyfotograf reicht das für mich allemal.

25.01.2019
User Cajari08

Was meinst damit, dass du die Entwicklungseinstellungen verlierst, wenn du wechselst? Man kann ja einfach ein .xmp erzeugen. Kann Affinity damit nichts anfangen?

25.01.2019
User David Lee

Nein, damit kann es nichts anfangen. Selbst wenn ein RAW-Konverter versuchen würde, die Infos im XMP zu interpretieren, wäre das Ergebnis nicht dasselbe. Denn jede Software arbeitet nach ihren eigenen Algorithmen.

25.01.2019
User Fixed-Bearing

Da muss ich dir widersprechen. Wenn du von einem echten RAW Entwickler zu einem echten RAW Entwickler wechselst, kannst du mit XMP Sidecard ohne grosse Verluste wechseln. Natürlich hat jeder seine Eigenschaften, aber die Basis ist für fast alle professionellen Programme echt gut.
Ich habe meine ganze LR Datenbank (10'000+ Bilder) nach CaptureOne gezügelt und musste nur wenig nacharbeiten. In der Kundenbeziehung habe ich auch Leute, mit welchen ich Quellbilder oder halbentwickelte Bilder austausche und mir ist dabei egal, mit was der Kunde weiterarbeitet. Bisher hatte ich noch nie Schwierigkeiten. Meine Kunden haben meist auch CaptureOne, einige noch LR, dann C1 und DxO und weitere.
Was in deinem Artikel hier wirklich etwas komisch rüber kommt ist, dass du Arbeitstechniken und Workflows eines RAW Entwicklers mit einem "Photoshoper" vergleichen willst. Dies hat auch zum Irrtum XMP Sidecard geführt. Auch Photoshop kann mit XMP nichts anfangen.

29.01.2019
Antworten
User TomWoBWoB

ON1 Photo RAW 2019.1 wäre vielleicht noch eine Alternative für Lightroom (on1.com/), kann man auch 30 Tage gratis testen. Man kann sogar angeblich seine Lightroom Settings nach ON1 Photo RAW übernehmen (on1.com/products/photo-raw/...). Kostet 99$, wenn man Gratisversion geladen gibt es auch immer wieder Angebote für 79$, ist halt nur in Englisch verfügbar.

25.01.2019
User htsc

Ich war anfangs mit Affinity Feuer und Flamme. Die Euphorie hat sich schnell gelegt und kann mich Deinen Ausführungen in fast allen Teilen zustimmen.
Der grösste Mangel ist der schlechte Support und es läuft extrem langsam.
Sehr cool ist das Fokus stacking welches vollautomatisch und saubere Resultate bringt.
Das Panorama stitching ist nicht ausgereift.
HDR hat mich auch nicht überzeugt.

RAW Entwicklung.
Ich gebe Dir recht, wenn man aber das Bild entwickelt, dann kann man mit Ebenen super Sachen machen und die Export Funktion ist gut gemacht.
Speichert man das entwickelte Bild als AF Datei verliert man nichts und kann da weitermachen wo man stehen geblieben ist.
Batchversrbeiting geht auch.
Es gibt eine tolle Comunity welche sehr gute Anleitungen auf YouTube gemacht hat.
Dutch and Burn Geht mit AF perfekt.
Für optimales schärfen verwende ich eh Ebenen. Globales Schärfen finde ich sinnlos.

Als Lightroom Ersatz brauche ich ACDSee Pro.
Ist schneller und einfacher und hat eine guten RAW Entwickler wo man sehr viel mehr machen kann als mit AF.
Probiers doch mal aus. Bin gespannt was dabei heraus kommt

25.01.2019
User peterlehner

Von ACDSee war ich zeitlang auch begeistert, aber was mich an der ACDSee extrem stört, ist ihre träge RAW-Update-Politik. Ich habe im Frühling 2018 auf die Version 2018 updatet, mit der Hoffnung, dass diese Version die Sony A7 III unterstützen wird. Leider vergeben, bis jetzt gab es keinen Update für den RAW Konverter. Da war LR viel schneller, ich konnte von Anfang weg mit RAW arbeiten.
Für mich LR auch noch ein grossen Datenbank, wo ich meine Fotos verwalte. Ich finde meine Fotos eigentlich immer in kürzesten Zeit, dank der Verzeichnisstruktur und der Stichwörter-Baum.

30.01.2019
User peterlehner

Sogar in der Version 2019 keine volle Unterstützung für A7 III. Für mich gibt es definitiv keine Empfehlung mehr.

30.01.2019
Antworten
User daeuber1

Man kann Lightroom 6 kaufen um dem Abozwang zu entkommen. Falls man eine neue Kamera hat die Lightroom 6 nicht unterstützt, dann lassen sich die Raw Dateien mit Adobe DNG Converter (gratis) in DNG Dateien umwandeln, die dann mit Lightroom 6 bearbeitet werden können. So habe ich das Problem für mich gelöst.

Als Alternative für Lightroom habe ich ON1 angeschaut, das recht ähnlich funktioniert wie Lightroom. Anstelle des Reglers Clarity (Klarheit) von Lightroom, hat ON1 zwei Regler: Dunstentferner und Struktur, was so mindestens so gut wie der auch sehr gute Clarity Regler von Lightroom funktioniert.
Mit etwas Uebung gelingt es mir mit ON1 ebenso gute Resultate zu erzielen wie mit Lightroom.
In der Handhabung kommt ON1 nicht ganz an Lighroom heran.
Eine Schwäche von ON1 ist, dass die Entwicklung einer Raw Datei lange braucht. Die Möglichkeit mehrere Dateien im Batch-Verfahren ins JPG Format zu exportieren macht dies aber wieder erträglich.

Ich bin immer noch auf Lightroom 6, habe mir ON1 aber mal gemerkt als mögliche Alternative.
Affinity brauche ich um Panoramen zu stitchen, was es bezüglich Helligkeitsverteilung über das ganze Bild klar besser macht als Lightroom.
Es gäbe noch Luminar von Skylum das mehr KI und Anpassungen auf Knopfdruck verspricht. Luminar habe ich aber noch nicht ausprobiert. Was ich im Internet darüber gelesen habe tönte eher negativ.

26.01.2019
User htz.oehen

Für mich nicht ganz nachvollziehbar - warum die Pros und jene, welche auf dem Weg dazu sind - sich nicht längst das jüngste ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 für under 120.- anschauten. Dieses Produkt deckt mehr ab als beinahe die Summer aller erwähnten - inkl. individuelle Schieberegler (Light EQ, und Pixel Targeting)!! für die unterschiedlichen Helligkeits-, Kontrast- u. Farbstufen, Ebenen, einfache (bekannte) Haptik - plus eine hervorragende Lösung für die hässlichen, „stürzenden Linien“
Bei Stadt- Ferienaufnahmen!! Dass mit dem berühmten roten Knopf „eine gute“ Einstellung für eine ganze Serie aufgenommen werden kann und man dadurch nicht jedes Bild einzeln korrigieren muss, ist ebenfalls sehr leicht möglich und bestens eingebunden.
Ich habe alle oben erwähnten Programme installiert auf Mac&Win 10 und ich komme immer wieder auf die ACDSee Ultimate 2018/19-Lösung zurück.
Die Kombination mit DXO (= bester RAW-Converter) wäre dann noch das Sahnehäubchen! ACDSee hat aber auch einen RAW-Converter integriert - vielleicht etwas weniger sophisticated...

26.01.2019
User peterlehner

Ich kenne ACDSee schon länger, aber der RAW-Update ist bei neuen Kamera echt schlecht, sie zwingen damit, dass man eine neue Version kaufen muss, ist aber nicht garantiert, dass in dieser Version die Kamera unterstützt. Beispiel Version 2018 unterstützt heute immer noch die Sony A7 III, obwohl sie seit Frühling auf dem Markt ist. Dies war nicht das ersten Mal! Ich habe das schon mehrmals mit den neuen Kameras erlebt.
Adobe LR ist da ein pures Gegenteil.

30.01.2019
Antworten
User Anonymous

Für Sony User gibt's Capture One Express Sony, für Gratis: phaseone.com/en/Capture-One..., alle mal genug als anfänger. Und das upgrade auf Sony Pro ist auch etwas günstiger.

26.01.2019
User aeberhard

Dasselbe gilt für Fuji! Gerade bei Fuji-Raws lohnt sich der Umstieg von LR auf C1; keine hässlichen Artefakte mehr.

29.01.2019
Antworten
User Anonymous

Gratuliere, ein sehr umfassender und meines Erachtens auch vertiefter Test. Schade, fand Affinity Photo immer eine gute Variante für mich als Hobby-Knipser.
Gelten Deine Aussagen nur bzgl der RAW-Bearbeitung oder kann ich diese 1:1 auf die JPEG Verarbeitung übertragen?
Eigentlich bin ich schon MS-abhängig (Abo) und möchte mir nicht mit dem für Laien komplizierten Adobe ein weiteres Abo kaufen (viel teurer als MS Office).

PS: Was macht *Projekt Thor* genau? Tönt so nach Hammerschwingen !?

28.01.2019
User peterlehner

Abo von Adobe ist nicht teurer als MS Office, wenn man ich auf LR und PS beschränke. Aktuell kostet der Fotoplan mit 20 GB Cloud 11.85 CHF /Mt.

30.01.2019
Antworten