Teil Eins: Ein DIY für schönere Kabellösungen
HintergrundWohnenDIY

Teil Eins: Ein DIY für schönere Kabellösungen

Pia Seidel
Zürich, am 14.09.2020
Wie wäre es, wenn du deine Kabel wie einen Weihnachtsbaum schmücken könntest? Oder sie wie eine Pinnwand mit Fotos dekorierst? Mit DIY-Ornamenten zum Ausdrucken wird's möglich.

Mein ausgeprägter Sinn für Ästhetik bringt mich oft an Grenzen. Deshalb entscheide ich mich meist für das schöne statt praktische Design. Nur, um mich dann im Nachhinein über die mangelnde Funktion zu ärgern. Als Ästhetin sind Kabel für mich ein grosser Dorn im Auge. Wo auch immer möglich, verstecke ich sie. Trotzdem fehlt mir an einigen Stellen noch die geeignete Tarnung.

Selten schön

Die meisten Kabelboxen und Halterungen sehen langweilig oder schlicht zu technisch aus. Sie wirken vor allem zuhause wie ein Fremdkörper. Obwohl sie Hardware softer machen oder gar verstecken sollen, bewirken sie das Gegenteil. Weil ich nicht fündig werde, probiere ich regelmässig selber herum.

Sichtbare Kabel bringen Unruhe in die eigenen vier Wände.
Sichtbare Kabel bringen Unruhe in die eigenen vier Wände.

Besonders weit oben liegende Steckdosen erschweren das Tarnen. Da ist dieses eine Kabel bei mir im Wohnzimmer, das sich fies der Wand entlang nach unten zu einer Mehrfachsteckleiste schlängelt. Es liesse sich sicher mit einem Umbau hinter der Wand oder einer Leiste verstecken. Da ich aber in einer Mietwohnung lebe, möchte ich jede grosse Veränderung vermeiden.

Ein kleiner Exkurs

Auf der Suche nach anderen Ideen begebe ich mich ins Netz. Irgendwann stosse ich auf Instagram auf Kristin Dickson-Okuda. Sie bezieht Kabel mit einem transparenten Stoff. Sie verarbeitet ihn so, dass er gerafft werden kann. So entstehen Falten und organische Formen. Ihre Idee bringt mich auf einen neuen Ansatz: Wie wäre es, wenn ich die Kabel schmücke, statt sie zu verstecken?

Ist eine Kabellösung aus Stoff die Lösung?
Ist eine Kabellösung aus Stoff die Lösung?
...oder ist sie zu kitschig und unpraktisch?
...oder ist sie zu kitschig und unpraktisch?

Ich versuche Kristin Dickson-Okuda nachzuahmen. Leider bin ich keine geübte Näherin, weshalb meine Versuche scheitern beziehungsweise eine gefühlte Ewigkeit dauern. Ausserdem ist das Ergebnis unflexibel, da es für jedes einzelne Kabel massgeschneidert ist, lässt es sich nicht so einfach auswechseln.

Neuer Versuch

Ich teile mein Leiden mit meinen Kollegen. Da taucht ein neuer Ansatz auf: Der 3D-Druck. Kevin Hofer erklärt mir, was möglich ist, und schlägt vor, gemeinsam ein Design zu entwickeln. Gesagt, getan. Ich fertige einige Skizzen an. Doch wo fange ich bloss an? Beim Redesign der hässlichen Kabelboxen oder doch lieber bei der Tarnung von Kabeln wie dem in meinem Wohnzimmer?

Nach dem Austausch mit Kevin steht fest: Wir wollen mehr als nur ein Projekt machen. Zuerst kümmern wir uns um kreative Wege, ein Kabel zu pimpen. Später um Kabelboxen für Mehrfachsteckleisten. Alle unsere Designs teilen wir mit dir in den kommenden Wochen, damit du auch etwas davon hast.

Die erste Idee: Ornamente für Kabel

Auch wenn der erste Tarnungsversuch mehr schlecht als recht war, hat er mich inspiriert. Ich möchte die sichtbaren Kabel nicht mehr nur verstecken, sondern mehr aus ihnen herausholen. Bei der Inneneinrichtung kommt es schliesslich auf die Details an. Da sich einige Kabel an Wänden befinden, kommt mir eine Pinnwand in den Sinn. Ich möchte einen Weg finden, Kabel zu einer Art Wäscheleine für Inspirationen, Ideen und Ornamente zu machen. So kannst du sie kuratieren und zum Wandobjekt machen. Es braucht einige Skizzen, bis ich weiss, was ich möchte. Ich lasse mich von organischen Formen und Kreisen inspirieren.

Der gedruckte Schmuck soll Kabel zu dekorativen Objekten zum Aufhängen an der Wand machen.
Der gedruckte Schmuck soll Kabel zu dekorativen Objekten zum Aufhängen an der Wand machen.

Die Spannung steigt

Die Zeichnungen zeige ich Kevin, damit er sie mit dem CAD-Programm in Modelle zum Drucken verwandeln kann. Als nächstes suche ich unterschiedliche Farben für das 3D-Filament aus. Mehr kann ich an dieser Stelle nicht machen. Kevin besitzt den 3D-Drucker. Er wird dir und mir im kommenden Beitrag zeigen, ob die Ornamente etwas geworden sind.

Er besitzt eine Vertiefung auf der Rückseite, so dass ein Kabel eingespannt werden kann.
Er besitzt eine Vertiefung auf der Rückseite, so dass ein Kabel eingespannt werden kann.

51 Personen gefällt dieser Artikel


Pia Seidel
Pia Seidel
Senior Editor, Zürich

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. – Albert Einstein


Diese Beiträge könnten dich auch interessieren