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Schweizer Innovation: Auf Knopfdruck zwischen zwei Handy-Systemen umschalten

Das Zürcher Start-up Soverli stellt auf dem Mobile World Congress in Barcelona sein Smartphone-System vor. Es ermöglicht, per Knopfdruck zwischen zwei Betriebssystemen zu wechseln.

Erst im Juni letzten Jahres ist Soverli als Spin-off der ETH Zürich gegründet worden. Doch das Interesse ist bereits gross. Denn das Schweizer Unternehmen hat die Lösung für ein Problem, das viele Unternehmen, staatliche Institutionen, aber auch zunehmend Private bei Mobiltelefonen haben.

Die Anforderungen von Unternehmen an Datenschutz und Sicherheit sind ganz anders als die Wünsche, Bedürfnisse und Gewohnheiten der Mitarbeitenden. Im schlimmsten Fall umgehen sie Sperren oder nutzen eigentlich nicht gewünschte Apps auf dem Firmenhandy.

Stark reduzierte Smartphone-Anwendungen machen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unglücklich.
Stark reduzierte Smartphone-Anwendungen machen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unglücklich.

Zwei Systeme auf einem Gerät

Soverli ermöglicht nun, dass mit einem Gerät zwei unterschiedliche Betriebssysteme genutzt werden können. Das kann beispielsweise ein konventionelles Android mit Google-Diensten sein und dazu eine Linux-basierte Firmenoberfläche. Es ist auch möglich, zwei Android-Versionen mit unterschiedlichen Apps und Absicherungen zu installieren.

Um zwischen den zwei Systemen zu wechseln, genügt ein Knopfdruck an der Seite. Im Hands-on auf dem MWC hat das schnell und problemlos funktioniert.

CEO und Co-Gründer Ivan Puddu zeigt mir auf der Messe ein Anwendungsbeispiel. Er simuliert einen installierten Tracker auf dem normalen Android, der den Bildschirm ausliest. «Jetzt wechsle ich zum Linux-System – und der Tracker sieht nur noch schwarz», sagt er. Tatsächlich ist nun nichts mehr zu sehen, für den Spion wirkt es so, als wäre der Bildschirm deaktiviert.

Auf Knopfdruck kann ich zwischen zwei unterschiedlichen Oberflächen wechseln.
Auf Knopfdruck kann ich zwischen zwei unterschiedlichen Oberflächen wechseln.

Zwei Hardware-Partner bereits an Bord

Soverli kann allerdings nicht auf jedem Smartphone installiert werden. Nur vom Hersteller freigegebene Geräte werden unterstützt, denn die Schweizer Lösung greift tief ins System ein. Es braucht also eine Zusammenarbeit mit Smartphone-Brands. Bislang konnten Punkt und Gigaset gewonnen werden. «Es laufen Verhandlungen mit weiteren Hardware-Herstellern», sagt Ivan Puddu.

Bereits sind auch erste Projekte aufgegleist. Details kann der CEO aber nicht verraten, da es sich um staatliche Institutionen handelt. Vorerst visiert das Start-up Unternehmen und Institutionen an, doch auch Private sollen Soverli nutzen können. Sobald weitere Smartphone-Hersteller an Bord sind, soll das System für alle zum Download verfügbar sein.

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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