Jan Johannsen
Produkttest

Oppo Reno 16 Pro im Test: Gutes Smartphone, happiger Preis

Das Reno 16 Pro ist Oppos bestes Mittelklasse-Smartphone und würde diese Rolle perfekt ausfüllen, wäre da nicht der hohe Preis.

Oppo meint es ernst mit der Rückkehr nach Deutschland und in die Schweiz. Auf die teuren Top-Modelle Find X9 Pro und Ultra folgt die etwas günstigere Reno-16-Serie. Ihre vier Modelle verfügen überraschenderweise über eine ganz andere Ausstattung als die bereits für China vorgestellten mit den gleichen Namen.

Mit seinem 6,32 Zoll großen Display ist das Reno 16 Pro nicht besonders klein, fühlt sich im Vergleich zu anderen Smartphones trotzdem sehr handlich und kompakt an – etwa dem Oppo Find X9 Ultra, das ich zuletzt getestet habe. Weniger gut: Die Umrandung der Kameras lässt das Smartphone auf dem Tisch liegend stark wackeln.

Das Display ist auch bei Sonnenschein gut zu erkennen.
Das Display ist auch bei Sonnenschein gut zu erkennen.

Drei Mittelklasse-Smartphones und eine Speichervariante

Bei den verbauten Komponenten unterscheiden sich die drei Modelle – Oppo führt das Reno 16 FS als einzelnes Modell, dabei ist es nur das 16F mit mehr Speicherplatz – der Reno-16-Serie, auf der Software-Ebene sind sie nahezu identisch.

Nur wenige KI-Funktionen sind auf den F-Modellen nicht in vollem Umfang verfügbar. Für mich gehören die Renos allesamt in verschiedene Bereiche der Mittelklasse – allerdings ruft Oppo vor allem für das Pro-Modell eher einen Topmodell-Preis auf.

Die Reno-16-Modelle sind die ersten Geräte der Serie, die den «Snap Key» erhalten. Diese zusätzliche Taste am Rahmen des Smartphones dient dazu, Screenshots oder Sprachmemos im «Mind Space» abzulegen. Dieser ist ebenfalls erstmals für Geräte dieser Reihe verfügbar. Eine KI analysiert die gespeicherten Inhalte, bereitet sie auf und macht sie durchsuchbar. Außerdem lassen sich verschiedene KI-Chatbots einbinden. Falls dich die KI-Tools nicht interessieren, kannst du den Snap Key auch mit einer anderen Funktion belegen.

Der Mind Space kann Bilder beschreiben, erkennt aber nicht die Sternbrücke in Hamburg kurz vor ihrem Abriss.
Der Mind Space kann Bilder beschreiben, erkennt aber nicht die Sternbrücke in Hamburg kurz vor ihrem Abriss.

Oppo installiert ColorOS 16, das auf Android 16 basiert. Fünf Jahre lang sollen die Geräte Betriebssystem-Updates und sechs Jahre lang Sicherheitsaktualisierungen erhalten.

Gute Hauptkamera und die anderen sind brauchbar

An Auflösung mangelt es den Kameras des Reno 16 Pro nicht. Gegenüber noch teureren Modellen fallen die Sensoren kleiner aus und die Blenden sind nicht so weit geöffnet. Das macht sich vor allem bei Dunkelheit bemerkbar.

Die Kameras auf der Rückseite stehen etwas hervor und sind am Rand positioniert.
Die Kameras auf der Rückseite stehen etwas hervor und sind am Rand positioniert.

Aber nicht bei der 200-Megapixel-Hauptkamera. Sie liefert sowohl bei Sonnenschein als auch bei Dunkelheit eine gute Bildqualität. Die Farbwiedergabe ist natürlich und die Detailgenauigkeit hoch. Starke Kontraste gleicht sie gut aus, wird aber von der direkt blendenden Sonne an ihre Grenzen gebracht.

Grüne Bäume, grauer Beton und buntes Graffiti: Die Farbwiedergabe gefällt.
Grüne Bäume, grauer Beton und buntes Graffiti: Die Farbwiedergabe gefällt.
Nicht die beste Lichtsituation, aber die Hauptkamera liefert brauchbare Ergebnisse bei direktem Gegenlicht.
Nicht die beste Lichtsituation, aber die Hauptkamera liefert brauchbare Ergebnisse bei direktem Gegenlicht.

Bei Dunkelheit nimmt die Bildqualität ab. Die Aufnahmen bleiben vorzeigbar, aber bei der Schärfe und vor allem dem Eingrenzen von Lichtquellen habe ich in dieser Preisklasse schon Besseres gesehen.

Die Hauptkamera nimmt auch im Nachtmodus überzeugende Bilder auf.
Die Hauptkamera nimmt auch im Nachtmodus überzeugende Bilder auf.

Die Aufnahmen der 50-Megapixel-Telekamera (mit der 3,5-fachen Brennweite der Hauptkamera) sehen auf dem Smartphone wunderbar aus und lassen sich bedenkenlos für Social Media verwenden. Trotzdem bieten sie nicht die höchste Detailgenauigkeit unter den Telekameras.

Die Telekamera liefert vorzeigbare Fotos, deren Schwäche bei der Schärfe nur bei Vergrößerung sichtbar werden – auf diesem Beispielbild also noch nicht.
Die Telekamera liefert vorzeigbare Fotos, deren Schwäche bei der Schärfe nur bei Vergrößerung sichtbar werden – auf diesem Beispielbild also noch nicht.
Bei Dunkelheit ist die Telekamera nicht perfekt, aber ihre Fotos sind vorzeigbar.
Bei Dunkelheit ist die Telekamera nicht perfekt, aber ihre Fotos sind vorzeigbar.

Die Ultraweitwinkelkamera stellt mich dagegen kaum zufrieden. Bereits bei Tageslicht lässt die Schärfe bei genauerer Betrachtung zu wünschen übrig und im Nachtmodus wird es selbst an einer hell erleuchteten Kreuzung nicht besser.

Bei Tageslicht ist die Ultraweitwinkelkamera nicht perfekt, aber nutzbar.
Bei Tageslicht ist die Ultraweitwinkelkamera nicht perfekt, aber nutzbar.
Im Nachtmodus leidet die Detailgenauigkeit der Ultraweitwinkelkamera stark
Im Nachtmodus leidet die Detailgenauigkeit der Ultraweitwinkelkamera stark

Die Frontkamera kommt bei starkem Gegenlicht ebenfalls an ihre Grenzen. Davon abgesehen ist die Bildqualität in Ordnung, aber nicht perfekt. Vergrößere ich die Aufnahmen, fällt die Unschärfe stärker auf. Aber selbst in der kleinen Ansicht auf dem Smartphone macht sie sich zum Beispiel bei der Schrift auf dem T-Shirt bemerkbar.

Starkes Gegenlicht macht es der Frontkamera nicht einfach.
Starkes Gegenlicht macht es der Frontkamera nicht einfach.

Ordentliche Leistung und Akkulaufzeit ohne Wertung

Oppo stattet das Reno 16 Pro mit dem Dimensity 8550 Super aus. Dem Chipsatz stehen zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Damit läuft das Smartphone flüssig und ist auch für aufwändigere Berechnungen bereit. In den Benchmarktests reiht es sich zwischen den Top-Prozessoren des Oppo Find X9 Pro oder des Xiaomi 17 sowie dem deutlich günstigeren Nothing Phone (4a) Pro ein.

Mit seinem 6000-mAh-Akku ist das Reno 16 Pro eigentlich gut aufgestellt und sollte eine lange Akkulaufzeit erreichen. Im Test hält es aber in mehreren Durchläufen nur etwa zehn Stunden durch. Das erscheint mir so wenig, dass ich eher an einen Fehler als an eine schlechte Akkulaufzeit glaube. Zumal zwei andere Oppo-Modelle unsere Bestenlisten anführen. Deswegen nehme ich die Laufzeit aus meiner Bewertung raus. Geladen wird über Oppos Schnellladetechnologie Supervooc via USB-C mit bis zu 80 Watt.

Vergleichsweise hoher Preis

Der reguläre Verkauf der Reno-16-Serie startet am 3. Juli und die unverbindlichen Preisempfehlungen sind happig. Oppo ruft Summen auf, die andere Hersteller für Geräte aus ihrer Spitzenserie verlangen. Das Reno 16 Pro soll zum Beispiel 1099 Euro kosten. Selbst mit Rabatt zum Verkaufsstart liegt der Preis mit 899 Euro immer noch über den aktuellen Marktpreisen vom Xiaomi 17 oder Samsung Galaxy S26, die ich beide dem Reno 16 Pro vorziehen würde.

Fazit

Erst attraktiv, wenn der Preis sinkt

Das Reno 16 Pro macht alles gut bis sehr gut, ohne dabei hervorzustechen. Es ist vergleichsweise kompakt und sein Display sieht wunderbar aus. Die Leistung ist mehr als alltagstauglich und der Software-Support lang. Wer will, findet zusätzliche KI-Tools für die Fotos der drei Kameras. Allerdings überzeugt nur die Hauptkamera auf ganzer Linie. Die Ultraweitwinkelkamera schneidet vor allem bei Dunkelheit schlecht ab.

Mein Hauptkritikpunkt ist der hohe Preis. Für mich ist das Reno 16 Pro ein Mittelklasse-Smartphone. Dort zwar auch eher oben anzusiedeln, aber für einen vierstelligen Preis erwarte ich trotz der gestiegenen Speicherpreise immer noch ein Topmodell. Denn selbst mit dem Einführungsrabatt ist das Reno 16 Pro noch teurer als die ebenfalls handlichen und mich mehr überzeugenden Samsung Galaxy S26 und Xiaomi 17, deren Preise schon einige Monate sinken konnten. Wenn du wenig Geld für ein Mittelklasse-Smartphone ausgeben willst, wäre das Nothing Phone (4a) Pro meine Empfehlung – trotz der geringeren, aber immer noch ausreichenden Leistung.

Pro

  • handliche Größe
  • genug Rechenkraft für den Alltag und KI-Funktionen

Contra

  • vergleichsweise teuer
  • Ultraweitwinkelkamera bei Dunkelheit
Titelbild: Jan Johannsen

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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