

Großer Akku, kleiner Preis: das Honor Magic 8 Lite im Test
Das Honor Magic 8 Lite hat mit seinem großen Akku mein Interesse geweckt. Das günstige Mittelklasse-Smartphone enttäuscht mich aber mit seiner langen Akkulaufzeit. Ich hatte auf eine sehr lange gehofft.
Das OnePlus 15 hält mit seinem 7200-mAh-Akku über 24 Stunden durch. Das weckte bei mir die Hoffnung, dass das Honor Magic 8 Lite mit seinem 7500-mAh-Akku und schwächerer Hardware noch länger läuft. Am Ende hält das Nothing Phone (4a) mit einem deutlich kleineren Akku genauso lange durch und bietet eine bessere Ausstattung im Preisbereich unter 400 Euro oder Franken.
Wenn eine lange Akkulaufzeit eine Enttäuschung ist
Silizium-Kohlenstoff-Batterien sorgten im vergangenen Jahr für deutlich gestiegene Akkukapazitäten. Die Technologie benötigt für die gleiche Kapazität weniger Volumen als die bisher üblichen Lithium-Ionen-Akkus. Das können Hersteller für kleinere Akkus bei gleichbleibender Kapazität nutzen – oder bei gleicher Größe für eine höhere Kapazität. Beim Magic 8 Lite sind es 7500 mAh – in der Version für Lateinamerika sogar 8300 mAh.
Mit großen Erwartungen stelle ich das Display auf halbe Helligkeit und starte den Batterietest von PCMark Work 3.0. Mit der App ermittle ich bei allen Smartphones die Akkulaufzeit. Sie führt in einer Dauerschleife unterschiedliche Aktionen – etwa Internetsurfen, E-Mails, Spielen, Videos schauen oder Bildbearbeitung – durch und ich erhalte vergleichbare Werte. Meine eigene Nutzung wäre dafür viel zu willkürlich.

Das Ergebnis ist ernüchternd. Das Magic 8 Lite kommt auf 17:17 Stunden. Eigentlich ein guter Wert, mit dem ich problemlos über den Tag komme, und über zwei Stunden besser als das Magic 8 Pro. Allerdings erreicht das OnePlus 15 mit seinem etwas kleineren Akku 24:34 Stunden. In der Preisklasse des Magic 8 Lite kommt das Nothing Phone (4a) mit seinem 5080-mAh-Akku ebenfalls auf 17:18 Stunden – und bietet das viel bessere Gesamtpaket.
Brauchbares Mittelklasse-Smartphone
Mein Hauptargument für das Magic 8 Lite hat sich in Luft aufgelöst. Da gibt es für die restliche Ausstattung nur den Schnellüberblick:
- Laden mit bis zu 66 Watt geht fix, aber auf drahtloses Laden verzichtet Honor.
- Das Magic 8 Lite ist mit einer IP68/69-Zertifizierung nicht nur vor Untertauchen, sondern auch vor Hochdruckreinigern geschützt.
- Es soll Stürze aus bis zu 2,5 Metern überstehen.
- Das 6,79 Zoll große AMOLED-Display hat eine hohe Auflösung von 2640 × 1200 Pixel und eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz. Die typische Helligkeit ist mit 800 Nits gut und im «High Brightness Modus» für die Nutzung im Sonnenschein erreicht es bis zu 1800 Nits.

- 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 oder 512 Gigabyte Speicherplatz sind in Ordnung.
- MagicOS 9 basiert noch auf Android 15 und Honor gibt sechs Jahre Update-Garantie.
- Der Snapdragon 6 Gen 4 genügt für den Alltag, liegt in Benchmarktests aber hinter dem Snapdragon 7s Gen 4 des Nothing Phone (4a).
Anders als das Nothing Phone (4a) verfügt das Magic 8 Lite über keine Telekamera. Honor verbaut stattdessen eine Hauptkamera mit 108 Megapixeln – 24 mm, f/1.8 und 1/1,67-Zoll-Sensor – sowie eine 5-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera – 17 mm, f/2.2 – deren winzig kleiner 1/5.0-Zoll-Sensor keine großen Erwartungen weckt.

Auf dem Smartphone-Display sehen die Aufnahmen der Hauptkamera bei Tageslicht gut aus. Ich hätte keine Bedenken, sie zu verschicken oder zu posten. Betrachte ich die Aufnahmen in Originalgröße, fällt die Unschärfe auf. Die fehlende Detailgenauigkeit macht sich nicht an der Schrift, sondern an den Blättern des Busches bemerkbar.

Gleiches beobachte ich bei der Ultraweitwinkelkamera, die besser abschneidet, als ich erwartet hatte.

Bei Dunkelheit sind beide Kameras dagegen nicht brauchbar. Der Nachtmodus der Hauptkamera hellt die Aufnahmen übertrieben auf, verhindert aber nicht die Unschärfe.
Die Ultraweitwinkelkamera hat gar keinen Nachtmodus und liefert nur viel zu dunkle Bilder.

Die Frontkamera liefert bei Tageslicht ordentliche Selfies mit 16 Megapixeln Auflösung. Ich habe schon schärfere Aufnahmen von mir gesehen, würde das Bild aber trotzdem verschicken.

Bei Dunkelheit nehme ich Selfies aber nur auf, wenn ich eine Lichtquelle habe, die in mein Gesicht strahlt. Einen Nachtmodus gibt es für die Frontkamera nicht.

Fazit
Der Akku ist nicht so herausragend wie gehofft
Pro
- sechs Jahre Softwareupdates
- großer Akku
- IP68/69
Contra
- MagicOS 9 basiert noch auf Android 15
- Akkulaufzeit kürzer als erhofft
- Kameras bei Dunkelheit unbrauchbar

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
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