Produkttest

Nyxi Hyperion 3 im Test: endlich bequeme Joy-Con – mit einem lockeren Detail

Kevin Hofer
21.9.2026
Bilder: Kevin Hofer

Ich mag die Switch 2. Aber nach längeren Sessions im Handheld-Modus machen sich die dünnen Joy-Con unangenehm bemerkbar. Nyxi macht das mit dem Hyperion 3 deutlich besser, aber nicht perfekt.

Wer mit der Switch 2 länger als eine halbe Stunde im Handheld-Modus spielt, kennt das Problem: Das Gehäuse und die Joy-Con sind dünn, die Face-Buttons klein, die Sticks kurz, und ein richtiges D-Pad fehlt. Seit dem Launch bin ich deshalb auf der Suche nach einer Alternative. Den Hyperion 3 von Nyxi habe ich nun mehrere Wochen im Einsatz und mich dabei von «Hollow Knight», über «Final Fantasy 7 Rebirth» bis «Mario Kart World» durch meine Spielesammlung gezockt. Das Teil ist deutlich komfortabler als die Joy-Con, perfekt ist es aber nicht.

Bekannte Form, deutlich mehr Grip

Schon beim Auspacken macht der Hyperion 3 einen guten Eindruck. Er liegt angenehm in den Händen und fühlt sich von Anfang an komfortabler an als die Joy-Con. Die Sticks laufen geschmeidig, die Tasten klicken satt – dazu später mehr.

Mit dem Hyperion 3 liegt die Switch 2 deutlich besser in den Händen als mit den originalen Joy-Con.
Mit dem Hyperion 3 liegt die Switch 2 deutlich besser in den Händen als mit den originalen Joy-Con.

Das Design ist schlicht. Die Konturen der Griffe sind leicht geschwungen, wodurch sie sich gut in die Hände schmiegen. Die Unterseite ist für besseren Grip leicht angeraut. Insgesamt macht es Laune, mit dem Controller zu zocken – egal, ob vorm Fernseher oder im Handheld-Modus. Im Handheld-Modus muss ich mich jedoch zuerst an das zusätzliche Gewicht und die grössere Breite gewöhnen. Mit dem Hyperion ist meine Switch 2 ein ziemliches Möbel – ein Controller alleine wiegt rund 102 Gramm. Ein Joy-Con 2 bringt gerade mal 67 Gramm auf die Waage.

Leicht sind die Controller nicht.
Leicht sind die Controller nicht.

Viele Tasten, die sich programmieren lassen

Zusätzlich zu den Standardtasten – inklusive eines C-Buttons (für Chat), der bei Drittanbieter-Controllern eher selten verbaut wird – gibt es einen Turbo-Knopf vorne an jedem Joy-Con sowie programmierbare GL/GR-Tasten auf der Rückseite mit Makro-Unterstützung. Das programmierst du entweder per Tastenkombination (Anleitung hier) oder mit der Mobile App Keylinker (Android und iOS). Die App funktioniert, ist aber unübersichtlich. Ich nutze lieber die Tastenkombinationen.

Die App ist unübersichtlich, erfüllt aber ihren Zweck. Hinweis: Ich habe eine KI das Bild ins Querformat umwandeln lassen. Auf dem Smartphone kommt die App im Hochformat daher.
Die App ist unübersichtlich, erfüllt aber ihren Zweck. Hinweis: Ich habe eine KI das Bild ins Querformat umwandeln lassen. Auf dem Smartphone kommt die App im Hochformat daher.

Das D-Pad lässt sich austauschen, ein zweiter Aufsatz liegt bei, wobei sich beide Varianten im Alltag kaum unterscheiden. Nennenswert ist nur noch ein Ladekabel, das beiliegt. Dieses ist mit einem Meter knapp bemessen.

RGB: hübsch, aber eigenwillig

Mein weisses Testsample, es gibt den Controller auch in Schwarz, wirkt auf den ersten Blick schlicht. Erst die RGB-Beleuchtung – ein Ring um die Sticks und ein Streifen entlang der Innenseite – hebt ihn von anderen Modellen ab. Der Leuchtring lässt sich individuell einfärben oder deaktivieren. Der Lichtstreifen zeigt Verbindungs- und Akkustatus an, was nützlich ist, aber in dunklen Räumen stört. Wird das RGB deaktiviert, schaltet sich der Statusstreifen ebenfalls ab. Die Akkulaufzeit wird vom Hersteller mit sechs bis acht Stunden beziffert, die Ladezeit beträgt zwei Stunden. Das kommt in meinen Tests in etwa hin.

Die Beleuchtung geht in Ordnung, stört mich aber bei Dunkelheit.
Die Beleuchtung geht in Ordnung, stört mich aber bei Dunkelheit.

Das Mittelstück: gute Idee, wackelige Umsetzung

Beide Controller lassen sich magnetisch mit dem Mittelstück zu einem klassischen Controller verbinden, ähnlich dem offiziellen Nintendo-Griff. Der Unterschied: Das Mittelteil hat einen eigenen USB-C-Ladeanschluss, sodass ich die Griffe während der Nutzung laden kann. Alternativ funktioniert das einzeln über einen Port am unteren Ende, ebenso wie gewohnt direkt an der Switch 2 im Handheld-Modus. Das Mittelstück funktioniert auch mit den originalen Joy-Con – als minimalistischer Reise-Controller nicht übel.

Der Auslösehebel auf der Rückseite fühlt sich beim Lösen aus der Switch 2 oder dem Mittelteil exakt wie beim Original an. Nicht ganz überzeugend ist dagegen die magnetische Verbindung am Mittelstück selbst: Im direkten Vergleich sitzen die Griffe an der Switch 2 spürbar fester. Gerade bei hitzigen Spielesessions wäre hier eine straffere Lösung wünschenswert.

Mit wenig Kraft löse ich die Controller vom Mittelteil.
Mit wenig Kraft löse ich die Controller vom Mittelteil.

Mikroschalter und magnetische Sticks: die grossen Stärken

Face-Buttons, Trigger, Rückseitentasten und D-Pad setzen durchgehend auf Mikroschalter. Das macht die Eingaben knackig und direkt – im Test der Höhepunkt des Hyperion 3. Wer es lieber leiser mag, etwa mit Membrantasten wie am Switch-2-Pro-Controller, wird hier weniger glücklich.

Sticks sowie Tasten sind schlicht genial.
Sticks sowie Tasten sind schlicht genial.

Auch die Sticks überzeugen: Dank Tunneling Magnetoresistance-Technologie (TMR) sind sie driftfrei und laufen geschmeidig. Sie sind zudem höher gebaut als die Original-Sticks. Das macht sich in der Präzision positiv bemerkbar.

Ein 9-Achsen-Gyrosensor ist ebenfalls verbaut und funktioniert sowohl im Handheld-Modus als auch gedockt zuverlässig. Zudem lässt sich die Switch 2 mit dem Hyperion 3 aus dem Standby wecken, was nicht jeder Drittanbieter-Controller beherrscht.

Die Verbindung im gedockten Modus ist stets stabil und die Eingabeverzögerung bewegt sich im üblichen Bluetooth-Rahmen. Im Handheld-Modus bemerke ich keinen Input Lag.

Diese Funktionen fehlen

Ein Maus-Modus fehlt, was angesichts der seltenen Nutzung verschmerzbar ist. Ebenso fehlt NFC, wodurch sich keine Amiibo-Figuren scannen lassen – für mich ebenfalls vernachlässigbar.

Leider bietet der Hyperion kein HD Rumble 2.
Leider bietet der Hyperion kein HD Rumble 2.

Deutlicher ins Gewicht fällt , dass das haptische Feedback in Form von HD Rumble 2 fehlt. Stattdessen kommt klassische, lineare Vibration zum Einsatz. Die empfinde ich standardmässig als zu aggressiv und wenig abgestimmt. Immerhin lässt sich die Intensität reduzieren oder ganz abschalten.

Mittlerweile hat Nyxi eine Ultra-Variante des Hyperion 3 herausgegeben. Sie fügt dem Controller sämtliche Funktionen unter dem Punkt «Diese Funktionen fehlen» hinzu. Sobald ich meine Hände an diese Version bekomme, liefere ich ein Update nach.

Fazit

Komfortabler Joy-Con-Ersatz mit wackeligem Detail

Komfortabler Joy-Con-Ersatz mit wackeligem Detail Der Nyxi Hyperion 3 bringt spürbar mehr Komfort in den Handheld-Modus der Nintendo Switch 2: driftfreie TMR-Sticks, knackige Mikroschalter-Tasten und praktische Zusatztasten wie GL/GR mit Makro-Support machen längere Spielsessions deutlich angenehmer.

Getrübt wird der positive Eindruck durch das mitgelieferte Mittelteil, mit dem sich die Controller zu einem vollwertigen Gamepad zusammenstecken lassen. Sie sitzen dort spürbar lockerer als direkt an der Switch 2. Hinzu kommen fehlendes HD-Rumble 2 und dass der Controller mit 90 Franken (Stand: 19. August 2026) nicht gerade günstig ist. Die Joy-Con 2 gibt’s bereits für 70 Franken.

Wer vor allem auf Komfort, präzise Sticks und direktes Tastenfeedback Wert legt, bekommt mit dem Hyperion 3 ein spürbares Upgrade zu den originalen Joy-Con.

Pro

  • deutlich komfortablerer Grip als Original-Joy-Con
  • driftfreie TMR-Sticks
  • knackige Mikroschalter
  • programmierbare GL/GR-Tasten

Contra

  • Controller sitzen am Grip spürbar lockerer als an der Switch 2
  • hoher Preis
  • kein HD Rumble 2

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Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.


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