Systemkameras im Test: Teure Modelle verpassen den Sieg
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Systemkameras im Test: Teure Modelle verpassen den Sieg

Martin Jungfer
Zürich, am 16.07.2021
Zehn aktuelle Modelle von Systemkameras mit Wechselobjektiven liess das Magazin «Saldo» testen. Die Preisdifferenzen sind gross, die Qualitätsunterschiede eher klein.

Es war ein gross angelegter Test, beauftragt nicht nur von «Saldo» in der Schweiz, sondern von der Organisation International Consumer Research & Testing (ICRT). In einem Labor traten vier Systemkameras mit integriertem Blitz und sechs Modelle ohne Blitz gegeneinander an (hier zum Artikel; Zugang nur mit kostenpflichtigem Abo).

Zur Beurteilung der Qualität der Fotos wurden gemäss «Saldo» Aufnahmen im automatischen und im manuellen Modus gemacht. Untersucht wurde, wie gut die Bilder bei schwachem Licht werden, wie schnell Fotos verwackelten, ob Farben richtig wiedergegeben wurden, ob es Verzerrungen gab und ob der Blitz gut war.

Rangliste für Modelle mit eingebautem Blitz

Sieger: Nikon Z 50

Den Sieg bei den Systemkameras mit eingebautem Blitz holte sich die Nikon Z 50, ein spiegelloses Modell. Sie holte sich die beste Note (5.2) in der Testkategorie Fotoqualität, die mit 50 Prozent Anteil an der Gesamtnote am wichtigsten war. Ebenso hängte die Nikon die Konkurrenz ab bei Filmqualität (5.4) und Monitor und Sucher (5.6). Allerdings flossen die beiden letztgenannten Kategorien nur mit jeweils 10 Prozent in die Gesamtnote (5.2) ein.

Zur Nikon Z 50 hatte bei der Vorstellung Fotografie-Experte David Lee einen kleinen Beitrag mit mehr Details geschrieben. Du kannst ihn bei Interesse hier lesen.

Z 50 Kit (16-50mm, 20.90 Mpx, APS-C / DX)
924.–
Nikon Z 50 Kit (16-50mm, 20.90 Mpx, APS-C / DX)

Platz 2: Canon EOS 90D

Preislich sehr nah am Testsieger liegt die Spiegelreflexkamera 90D von Canon. Sie schaffte die gleiche Gesamtnote wie Testsieger Nikon (5.2). Bei der Bildqualität lag die Note um ein Zehntel niedriger.

Die EOS 90D hatte Redaktor Jan Johannsen schon einmal in den Vergleichstest geschickt gegen eine Canon M6 Mark II. Warum er die 90D für den Einsatz in der Redaktion bevorzugt, kannst du bei Interesse hier nachlesen.

EOS 90D Kit (18-55mm, 32.50 Mpx, APS-C / DX)
1168.–
Canon EOS 90D Kit (18-55mm, 32.50 Mpx, APS-C / DX)

Platz 3: Canon EOS 850D

Das drittplatzierte Schwester-Modell der 90D erzielte im Bereich der Fotoqualität exakt die gleichen Noten. In der Handhabung wurde die 850D allerdings schlechter bewertet (4.9).

EOS 850D Kit (18-55mm, 24.20 Mpx, APS-C / DX)
857.–
Canon EOS 850D Kit (18-55mm, 24.20 Mpx, APS-C / DX)

Platz 4: Sony Alpha 6100

Auch die viertplatzierte Kamera mit integriertem Blitz im Test erreichte noch die Note «gut». Mit 4.9 liegt die Sony in Schlagdistanz zu den teureren Canon-Modellen. Bei der Filmqualität konnte sie sie sogar schlagen.

Etwas mehr Details zur Sony Alpha 6100 kannst du im Beitrag nachlesen, den Redaktor Kevin Hofer bei der Vorstellung des Modells publiziert hat.

Alpha 6100 Kit (16-50mm, 24.20 Mpx, APS-C / DX)
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677.–
Sony Alpha 6100 Kit (16-50mm, 24.20 Mpx, APS-C / DX)

Rangliste für Modelle ohne eingebauten Blitz

Die getesteten Kamera-Modelle ohne integrierten Blitz – allesamt spiegellose Modelle – sind teurer. Jedoch stellt «Saldo» fest, dass die Bild- und Videoqualität besser ist.

Platz 1: Fuji X-T4

Die X-T4 von Fujifilm holte sich mit einer Note von 5.4 den Sieg in dieser Kategorie. Die Bildqualität (5.4) und die Videoqualität (5.8) sicherten den Vorsprung vor der Konkurrenz. Sonderlob gab es, weil die Fuji als einzige Kamera eine sehr gute Bildqualität im automatischen Modus lieferte. Ebenso war ihre Leistung bei Dunkelheit am besten, und der Sucher funktionierte sowohl bei schwachem als auch sehr hellem Licht einwandfrei.

X-T4 Kit (18-55mm, 26.10 Mpx, APS-C / DX)
Showroom
1795.–
Fujifilm X-T4 Kit (18-55mm, 26.10 Mpx, APS-C / DX)

Platz 2: Nikon Z 6 II

Preislich liegt die Z 6 II von Nikon deutlich höher als der Testsieger. Sie verpasste den Spitzenrang laut Testern wegen einer leicht schwächeren Leistung im automatischen Modus, im manuellen Modus war sie dafür leicht besser, die Fotos hatten eine bessere Auflösung. Gesamtnote: 5.4.

Z 6 II Kit (24-70mm, 24.50 Mpx, Vollformat)
Showroom
2999.–
Nikon Z 6 II Kit (24-70mm, 24.50 Mpx, Vollformat)

Platz 3: Sony Alpha 7C

Die drittplatzierte Sony lag bei der Fotoqualität mit der Nikon Z 6 II gleichauf. Punktabzug gab es von den Testern für die Handhabung. Note 5 war das schlechteste Ergebnis aller Modelle – allerdings auf einem hohen Niveau. Gesamtnote: 5.3.

Seinen ersten Eindruck der 7C hatte Redaktor David Lee bei der Produktvorstellung in diesem Beitrag notiert.

Alpha 7C Kit (28-60mm, 24.20 Mpx, Vollformat)
1825.–
Sony Alpha 7C Kit (28-60mm, 24.20 Mpx, Vollformat)

Platz 4: Nikon Z 7 II

Dass die Z 7 II von Nikon hinter der günstigeren Z 6 II aus dem gleichen Haus landete, überraschte die Tester. Zwar war der Unterschied nur 0.1 Notenpunkte, aber bei der Fotoqualität hatte die Z 6 II eben doch die Nase vorne. Gesamtnote: 5.3.

Z 7 II Kit (24-70mm, 45.70 Mpx, Vollformat)
4493.–
Nikon Z 7 II Kit (24-70mm, 45.70 Mpx, Vollformat)

Platz 5: Panasonic Lumix S5

Einfach in allen Bereichen einen Tick schwächer als die vor ihr platzierten Modelle – so landete die Lumix S5 von Panasonic auf Platz 5 mit einer Gesamtnote von 5.2.

Weitere Details zu diesem Modell findest du in folgendem Beitrag.

Lumix S5 Kit (20-60mm, 24.20 Mpx, Vollformat)
1849.–
Panasonic Lumix S5 Kit (20-60mm, 24.20 Mpx, Vollformat)

Platz 6: Olympus OM-D E-M1 Mark III

Ebenfalls noch eine gute 5.2 als Gesamtnote schaffte das Olympus-Modell. In der Bildqualität war das Ergebnis mit einer 5.1 am schwächsten.

OM-D E-M1 Mark III Kit (12-40mm, 20.40 Mpx, Micro Four Thirds)
2199.–
Olympus OM-D E-M1 Mark III Kit (12-40mm, 20.40 Mpx, Micro Four Thirds)

So findest du die richtige Kamera für dich

In unserer Redaktion sind David Lee und Thomas Kunz die Fotografie-Experten. Beide finden die Unterteilung im «Saldo»-Test nach Kameras mit integriertem und ohne integrierten Blitz nicht ideal. Für Thomas erzeugen die internen Blitze einen Lichteffekt, der fotografierte Personen bleich aussehen lässt. Wer ernsthaft mit Blitz fotografieren möchte, sollte seiner Meinung nach unbedingt mit einem externen Blitz arbeiten. Warum und wie man blitzt, kannst du im Beitrag von Thomas und David hier nachlesen:

*Blitzfotografie** Teil 1: Warum überhaupt blitzen?
KnowhowFoto + Video

Blitzfotografie Teil 1: Warum überhaupt blitzen?

Und David Lee hat in einem Kaufratgeber-Beitrag die wichtigsten Punkte zum Kauf einer Kamera zusammengefasst:

*Kompakt-, Bridge- oder Systemkamera?** Vor- und Nachteile der drei Kameratypen
KaufratgeberFoto + Video

Kompakt-, Bridge- oder Systemkamera? Vor- und Nachteile der drei Kameratypen

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Martin Jungfer
Martin Jungfer

Head of Content, Zürich

Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.

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