Spoiler-Talk: Was die Mid-Credit-Szene in «Spider-Man: No Way Home» bedeutet

Spoiler-Talk: Was die Mid-Credit-Szene in «Spider-Man: No Way Home» bedeutet

Luca Fontana
Zürich, am 21.12.2021

Kaum ist «Spider-Man: No Way Home» im Kino, spekulieren Fans, wie’s weitergeht. Die Mid-Credit-Szene gibt dabei besonders viele Rätsel auf. Reden wir darüber.

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Letzte Warnung: Hier geht’s um die Mid-Credit-Szene im Abspann zu «Spider-Man: No Way Home». Sie enthält auch Spoiler zu «Loki» und «Venom: Let there be Carnage». Lies also nicht weiter, wenn du nicht gespoilert werden willst. Lies stattdessen lieber die spoilerfreie Filmkritik:

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    Spider-Man: No Way Home – Grossartig, trotz (zu) vielen Charakteren

Zur Sache. Seit der Serie «Loki» wütet das Multiversum. Nicht mehr ein einziger, wahrer Zeitstrahl bestimmt, was Realität ist und was nicht. Neu gibt es hunderte, wenn nicht tausende Zeitstrahlen, die nebeneinander existieren. Das an sich ist nicht gefährlich. Gefährlich wird’s, wenn sie sich überschneiden. Genau das fürchtet Realitätsüberwacher Immortus am Ende der Marvel-Serie «Loki» – und genau das passiert in «Spider-Man: No Way Home».

Einen Vorgeschmack der Überschneidungen gab uns das Ende von Sonys «Venom: Let there be Carnage». Wir erinnern uns: Venom – fortan Sony-Venom – erweitert seinen Geist, um Eddie Brock an seinem Wissen teilhaben zu lassen. Das sei ja nichts Geringeres als «mindblowing». Genau in diesem Moment wird er ins Marvel Cinematic Universe (MCU) transportiert. Für Fans klar: Super, Sony-Venom kommt in Marvels «Spider-Man: No Way Home» vor.

Die Mid-Credit-Szene von «No Way Home» hat aber alles rückgängig gemacht: Sony-Venom unterhält sich mit einem Barkeeper über Superhelden, Steine, mörderische lila Aliens und den Blip. Dann wirkt Dr. Strange seinen Zauber: Sony-Venom kehrt in sein eigenes Universum zurück – und hinterlässt dabei unwissentlich einen Teil des Symbionten im MCU.

Also alles nur Show? Oder steckt da mehr dahinter?

Fragen über Fragen

Fans zerbrechen sich seit Tagen den Kopf darüber. Das hat schon vor dem Release von «No Way Home» begonnen. Denn dieser «Morbius»-Trailer stellte eigentlich ein paar Dinge klar, die die Abspannszene aus «Let there be Carnage» wieder über den Haufen warf.

Nämlich:

  • Morbius kennt Sony-Venom. Morbius und Sony-Venom spielen also im gleichen Filmuniversum.
  • Morbius kennt den Vulture aus Marvels «Spider-Man: Homecoming». Morbius spielt also im MCU.
  • Ergo: Morbius und Sony-Venom spielen im MCU. Dort, wo’s den «No Way Home»-Spider-Man gibt.

Warum also musste im Abspann zu «Let there be Carnage» Sony-Venom überhaupt erst ins MCU verfrachtet werden, wenn er schon im MCU war?

Die Frage wird in «No Way Home» nicht beantwortet. Im Gegenteil: Dr. Strange erklärt, dass sein missratener Zauber all jene Charaktere ins MCU geholt hätte, die Spider-Mans wahre Identität kennen. Nur: Sony-Venom scheint Spider-Man in «Let there be Carnage» gar nicht zu kennen. Schon gar nicht dessen wahre Identität Peter Parker. Mal abgesehen davon, dass Sony-Venom eigentlich schon im MCU sein müsste: Warum würde er trotzdem ins MCU gezogen werden?

Meine Theorie

Ich habe nur eine einigermassen schlüssige Erklärung. Sony-Venom sagt, dass sein «Milliarden von Lichtjahren» umfassendes Wissen die «mickrigen Windungen» von Eddie Brocks Gehirn sprengen würde. Das kann man interpretieren, wie man will. Zum Beispiel, dass er auch das Wissen anderer Symbionten aus anderen Multiversen anzapfen kann. Etwa derjenigen des Venoms aus Sam Raimis «Spider-Man 3».

In dem Moment, als Sony-Venom das Wissen um Spider-Mans wahre Identität erlangte, wurde er ins MCU verfrachtet. Später machte Dr. Strange den Zauber rückgängig. Damit verschwand Sony-Venom wieder. Allerdings nicht komplett, wie die Szene zeigte: Ein Teil des Symbionten ist im MCU geblieben.

Warum? Vielleicht hat Sony-Venom gar nicht das Wissen des Spider-Man-3-Venoms angezapft, sondern eines Venoms, der im MCU bereits existiert, aber noch nicht vorgekommen ist. Das könnte erklären, warum nicht der ganze Symbiont zurückgeschickt wurde. Das Überbleibsel könnte sich mit dem MCU-Venom verbinden und Teil von ihm werden. Der Venom, von dem Morbius im Trailer spricht, könnte in dem Fall MCU-Venom sein, nicht Sony-Venom. Denn Morbius müsste wegen dem Vulture-Link definitiv im MCU sein. Voilà: Problem gelöst.

Wie wird’s weiter gehen?

Was auch immer des Rätsels Lösung ist: Dass Schauspieler Tom Hardy und Tom Holland sich doch nicht filmisch prügeln werden, ist schade. Geschuldet ist das der angespannten Beziehung zwischen den Filmstudios Marvel und Sony. Sony muss nämlich weitere Spider-Man-Filme drehen, um die Filmrechte nicht zu verlieren. Nur hat Sony seit Sam Raimis «Spider-Man 2» keine lukrativen Spider-Man-Filme mehr im Live-Action-Bereich produziert. Erst seit der Zusammenarbeit mit Marvel feiert das Franchise wieder Erfolge. Sich den Umsatzkuchen allerdings auch langfristig mit Marvel zu teilen, ist… semi-attraktiv.

Eine Pattsituation.

«No Way Home» endete damit, dass alle MCU-Charaktere die Existenz Peter Parkers vergessen. Das ist kein Zufall: Es lässt offen, wie die Partnerschaft zwischen Marvel und Sony weitergehen könnte. Story-technisch wäre tatsächlich bereits erklärt, warum niemand es seltsam fände, wenn Spidey plötzlich in keinem MCU-Film mehr auftauchte. Umgekehrt könnte Sony mit Tom Hollands Spider-Man weitermachen, ohne sich ums MCU zu scheren, da Hollands Spider-Man denkt, dass die anderen ohne ihn besser dran sind.

Venom im MCU? Wohl nicht so bald.
Venom im MCU? Wohl nicht so bald.
Sony Pictures

Welche Rolle spielen «Venom» und «Morbius»? Damit, dass Sony-Venom bereits wieder aus dem MCU raus ist, sind kurzfristige Story-Komplikationen aus dem Weg geräumt worden. Wenn, dann ist es Marvel, das bei Sony antraben müsste, um die Erlaubnis für einen MCU-Venom zu holen. Sony besitzt nämlich die Filmrechte für die meisten Spider-Man-relevanten Charaktere. Darunter auch Venom, Morbius und Vulture.

Wie’s weitergeht, liegt also in den Händen der Studiobosse.

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Luca Fontana
Luca Fontana

Editor, Zürich

Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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