Bild: Flickr/Colin Knowles
Bild: Flickr/Colin Knowles
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Mit diesen Tricks werden deine Feuerwerks-Fotos richtig bombig

Philipp Rüegg
Zürich, am 31.07.2017
Belichtungszeit, Blende, Kameraausrichtung. Viele Faktoren sind entscheidend, wenn du Feuerwerk fotografisch festhalten möchtest. Hier sind die wichtigsten Tipps.

Bald ist 1. August und der Nachthimmel erstrahlt wieder in bunten Farben, wenn die ganze Schweiz Feuerwerkskörper in die Luft schiesst. Falls du das leuchtende Spektakel mit deiner Kamera festhalten möchtest, beachte die folgenden Tipps.

Standort

Als erstes solltest du dir einen geeigneten Standort suchen. Der kann etwas höher gelegen sein, damit du die Szenerie überblicken kannst. Es kann aber auch auf einer Brücke sein oder vor einem ikonischen Gebäude, falls du etwas Kulisse einfangen möchtest. Das kann zusätzliche Atmosphäre schaffen und hilft bei der Grösseneinordnung.

Brennweite/Objektiv

Da du in der Regel möglichst viel vom Feuerwerk einfangen möchtest, empfiehlt sich ein Weitwinkel-Objektiv. Ein 18-55mm-Zoomobjektiv (Kleinbildequivalent) eignet sich beispielsweise sehr gut, da du damit auch noch etwas Spielraum zum vergrössern hast. Ansonsten sind Brennweiten zwischen 14mm und 24mm ein guter Startpunkt. Wenn du hingegen extrem weit vom Feuerwerk entfernt bist, musst du doch zum Teleobjektiv greifen.

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Bild: Flickr/Pure nutter, Fujifilm FinePix S8000fd, 19.8mm, f8.0, ISO 64

Stativ

Da du bei der Fotografie von Feuerwerk mit verhältnismässig wenig Licht auskommen musst und länger belichtest, solltest du ein Stativ mitbringen. Fotografierst du von Hand, kommt es schnell zu Schlierenbildung beim Feuerwerk. Besonders wenn du mit der Beleuchtungszeit experimentierst, kommst du an einem Stativ nicht vorbei.

Manueller Modus

Stell deine Kamera am besten auf M für Manuell. Damit hast du freie Hand, was die verschiedenen Einstellungen anbelangt. Blende, Belichtung, ISO, alles hängt dabei von dir ab.

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Bild: Flickr/Chris Phutully, Nikon D800, 24mm, 4sek., ISO 100, f6.3

Belichtungszeit

Da du in der Nacht fotografierst, wird sich die Belichtungs- oder Verschlusszeit in Sekundenbereichen bewegen. Es kommt ganz auf das Feuerwerk an, wie lange du beleuchten musst. Grob kann man sagen, dass die Belichtungszeit nicht über fünf Sekunden sein sollte, sonst verschmiert das Bild zu stark. Wenn viele Feuerwerke auf einmal losgehen, schraubst du die Belichtungszeit besser etwas nach unten. Falls deine Kamera über die Bulbfunktion verfügt, nutze diese. Je nach Modell beleuchtest du damit so lange, wie du den Auslöseknopf betätigst. Beginne mit der Beleuchtung wenn die Rakete startet und warte dann einige Explosionen ab. Auch hier wirst du ausprobieren müssen, um die richtige Einstellung zu finden.

ISO

Setz den ISO-Wert so niedrig wie möglich. Die blauen, sprich dunklen Bereiche werden ansonsten sichtbar körnig. Das Feuerwerk selbst gibt genügend Licht ab, dass du mit ISO 100 oder 200 zurechtkommen solltest. Besonders wenn du noch mit längeren Belichtungszeiten arbeitest, kann dir ein zu hoher ISO-Wert das Bild vermiesen.

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Bild: Christian Walker, Wahaphoto, Canon 40D mit 24-70mm f2.8 Objektiv, 6sek., ISO 100, f7.1

Blende

Je nach Farbe des Feuerwerks ist ein anderer Blendenwert gefragt. Goldene Raketen beispielsweise gehören zu den dunkleren Explosionen und benötigen daher eine weiter geöffnete Blende. Silberne Sprengkörper leuchten dagegen extrem hell, weshalb du dort die Blende etwas zuschrauben kannst. F11 ist ein guter Richtwert, um anzufangen oder wenn du nicht ständig die Einstellungen ändern willst.

Schärfe/Fokus

Wenn es dunkel ist und du in den Himmel fotografierst, wird es schwer für den Autofokus. Du kannst es aber trotzdem anfangs damit versuchen. Kontrollier einfach gleich, ob das Bild scharf geworden ist, indem du die Aufnahme vergrösserst (meist durch eine Lupe mit + gekennzeichnet). Klappt es nicht mit dem Autofokus, was bei solchen Verhältnissen nicht überrascht, dann wechsle auf manuell fokussieren (von AF auf MF). Findest du keinen Anhaltspunkt, dann dreh den Fokusring auf unendlich und anschliessend einen Tick zurück. Mit der LiveView auf deinem Display kannst du vor dem Auslösen die Vorschau vergrössern und so feststellen, ob das Bild scharf ist.

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Bild: Christian Walker, Wahaphoto, Canon 40D mit 24-70mm f2.8 Objektiv, 6sek., ISO 100, f7.1

Fernauslöser

Da sich bereits kleine Bewegungen der Kamera im Bild wiederspiegeln können, ist ein Fernauslöser ein praktisches Utensil. Damit kannst du bequem das Feuerwerk geniessen und aus der Distanz den Auslöser betätigen.

Blitz

Kannst du Zuhause lassen. Die Entfernung zwischen Kamera und Feuerwerk ist viel zu gross, als dass du damit einen sinnvollen Effekt erreichst. Stattdessen wird deine nähere Umgebung heller beleuchtet, was das Bild nur verschlechtert.

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Bild: Flickr/Adam Carter

Lass dich anfangs nicht von schlechten Fotos entmutigen. Es braucht seine Zeit, bis du die richtigen Einstellungen und das richtige Timing gefunden hast. Ich hoffe, die Tipps helfen dir, wenn es das nächste mal am Himmel knallt.

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Senior Editor, Zürich
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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