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9 Tipps für die etwas andere Sportfotografie

Sportevents sind dankbare Ereignisse und zu gleich eine Herausforderung, wenn es darum geht, sie fotojournalistisch festzuhalten. Wie du diese meisterst und worauf es bei der Dokumentation ankommt, verrate ich dir im Folgenden.

Nehmen als Beispiel ein Fussballspiel. Hier liegen Freud und Leid, Glück und Trauer nah beieinander liegen. Für dich als Fotograf ist das ein riesen Glücksfall. Hier hast du die Möglichkeit, Emotionen visuell zu transportieren und das Geschehen in Bildern zu erzählen.

Die Herausforderung besteht darin, zu entscheiden, was wichtig ist und entsprechend zu reagieren: Das geht bereits im Vorfeld bei der Wahl deiner Ausrüstung los. Und zieht sich vor Ort weiter über die Position, die du wählst, bis hin zur Einstellung der Kamera.

Es gibt also eine Menge visueller Reize auf und neben dem Rasen; und ebenso viele Möglichkeiten als Fotograf zu reagieren.

1. Wissen, was läuft

Es hilft enorm, wenn man den Sport und das Stadion kennt.

Es ist von grossem Vorteil das Terrain zu kennen. Und damit meine ich nicht nur das Gelände bzw. das Stadion, sondern auch die Sportart, den Verein, die Fanszene. Je mehr du dich in das Thema einarbeiten kannst, desto besser. Besuch doch vorher mal eines der Spiele, falls du es nicht schon getan hast und sprich mit Kollegen und vereinstreuen Fans/Mitarbeitern.

Entscheide selbst, was relevant für deine Geschichte ist und welche Bilder dazu beitragen. Je besser du die Mannschaften und das Spiel kennst, desto eher wirst du ein Gefühl dafür entwickeln, was dich erwarten könnte:

Ist etwa der eingewechselte Spieler, der in der 80. Minute das Feld betritt dafür bekannt, dass er nach einer Einwechslung für Furore sorgt? Ist er gar der Fanliebling, auf den alle gewartet haben? Wenn ja: Solltest du parat sein, wenn er das Feld betritt und ihn immer im Auge behalten.

2. Wissen, was du erzählen willst

Auch Personen wie der Wurstverkäufer oder der Trainer können in den Vordergrund gerückt werden.

Worauf kommt es dir an? Das Fussballspiel als solches? Du kannst dir innerhalb des Events eigene Themen vorlegen. Wie erlebt beispielsweise ein bestimmter Spieler das Spiel, wie der Wurstverkäufer? Du hast auch die Möglichkeit, den Ort selbst, also das Stadion in den Vordergrund deiner Geschichte zu rücken. Erzähle, wie es sich im Laufe des Abends von einem leeren ruhigen Ort zu einer Kulisse voller Leben gewandelt hat.

3. Wissen, wie und womit reagieren

Nur mit der richtigen Ausrüstung gelingen gute Bilder.

Hast du dein Thema gewählt, kann es losgehen. Du wirst je nach Sportart und Geschichte vielleicht eine andere Ausrüstung brauchen. Mit folgenden Elementen solltest du gut gerüstet sein:

  • Kamera: Ein guter Autofokus, sowie die Möglichkeit, schnelle Serienbilder machen zu können, sind natürlich ein Vorteil.

  • Teleobjektiv: Ich selbst nutze beinahe ausschliesslich das 50-140mm Objektiv und ziehe es vor mit einem Converter für mehr Brennweite zu sorgen, als schwerere Objektive mit mir herumzutragen. Ich möchte immer beweglich bleiben und rate es auch dir.

  • Weitwinkelobjektiv: Das Objektiv kommt vor allem für deine atmosphärischen Aufnahmen, sowie Reportage zum Einsatz. Die 23mm Brennweite der X100F ist bestens geeignet für meine Reportage-Aufnahmen, sowie den Stimmungsbildern. Sollte ich mal mehr oder weniger Brennweite benötigen, habe ich ja zum Glück den Tele- bzw. den Weitwinkelconverter. Die sind schnell aufgeschraubt und sehr praktisch.

  • Prüfe den Wetterbericht und pack für alle Fälle Regenschutz für dich und deine Kamera ein

  • Genug Akkus und Speicherkarten. Ich hab ganze 9 dabei. 4-6 für zwei Kameras sollten aber reichen.

4. Beobachten und sich von Energien treiben lassen

Es braucht ein gutes Gespür, um zu wissen, wo sich als nächstes die Emotionen entladen.

Beobachte das Geschehen aufmerksam und schau, wo auf dem Gelände die Energien zu spüren sind, die du in deinen Bildern gern sichtbar machen möchtest. Es kann sein, dass die Zuschauer in der einen Ecke des Stadions besonders aktiv sind oder dass der gegnerische Trainer ein impulsiver ist, der wild gestikulierend seine Coachingzone bearbeitet. Es kann aber auch der Balljunge sein, der mitleidet und jubelt. Bleib wachsam und versuch, dich treiben zu lassen.

5. Die Shotliste im Kopf

Alle wichtigen Momente einfangen, will geplant sein.

Ich rate dir, zuerst deine «safe shots» zu machen. Beim Fussballspiel sind das Aufnahmen vom vollen Stadion, der Ankunft der Fans und ihrer Choreografie zu Beginn des Spiels oder Bilder vom Einlaufen der Spieler etc.

Versuche dort, wo es dir möglich ist verschiedene Aufnahmen vom gleichen Motiv zu erhalten. Das heisst: Fotografiere eine Szenerie aus unterschiedlicher Entfernung und misch dich dazu auch mal unter die Leute, sofern das möglich ist.

6. Deine Position und deine Möglichkeiten

Die Wahl der Perspektive ist entscheidend.

Hat das Spiel dann endlich begonnen, kannst du, bevor du dich für eine Position am Spielfeldrand entscheidest, erstmal ruhig beobachten und herausfinden, in welche Richtung sich die Partie entwickelt.

Nehmen wir an, dass die Heimmannschaft für die dein Herz schlägt und die du fotografisch in den Fokus rücken möchtest, mit ihren Fans im Rücken auf das rechte Tor spielt. Sicher möchtest du das Bild eines jubelnden Spielers deiner Mannschaft festhalten.

Hierfür müsstest du also rechts hinter, oder seitlich des gegnerischen Tores stehen. Was aber, wenn sich die Partie die meiste Zeit in die andere Richtung bewegt und du dich links auf Höhe des Tores der Heimmannschaft begeben hast und diese überraschend zu einem Tor auf der anderen Seite kommt?

Ärgere dich nicht und versuche das Geschehen mit deinen Mitteln und von deiner Position aus bestmöglichst zu erzählen. Du könntest bei den Offensivaktionen deiner Mannschaft bereits parat sein und die Kamera auf die Heimfans hinter dir richten. Im Falle des Tores hättest du so den entscheidenden Jubelmoment, die «Explosion der Kurve» unmittelbar eingefangen. Hast du das Bild, halte schnell Ausschau nach weiteren erzählenden Bildern: Vielleicht fällt dir ja der gegnerische Stürmer auf, der geknickt zwischen dem Tor der feiernden Abwehrspielern steht oder du schaffst es, die geballte Faust und den stillen Jubel des Torwarts zu ergattern. Bleib wachsam und sei dir immer deiner Position, deiner technischen Ausrüstung und den Möglichkeiten, die sich aus der Kombination ergeben, bewusst.

7. Erzählende Bilder und Actionshots

Für schnelle Bewegungen braucht es kurze Verschlusszeiten.

Fotografisch tragen die erzählenden Bilder mehr zur deiner dokumentarischen Arbeit bei, als die Actionshots. Letztere aber braucht es ebenfalls. In einer Bildstrecke, die dem Ereignis gerecht wird, sollten sie nicht fehlen. Ich hatte dir eingangs bereits meine Ausrüstung vorgestellt. Nebst einer Kamera mit einem guten Autofokus und der Möglichkeit in hohen Raten Serienbilder aufzunehmen, trage ich das 50-140mm und ein 1.4 Converter mit mir herum. Immer parat eine zweite Kamera mit entsprechendem Weitwinkel. Für meine Actionaufnahmen und Mitzieher favorisiere ich die Längsseiten des Spielfeldes und natürlich das Teleobjektiv. Ich versuche meine Motive (den ballführenden Spieler) während der Belichtung im Fokus zu halten und fotografiere sie mal bei geringer, mal bei hoher Verschlusszeit, um unterschiedliche Bildwirkungen zu erhalten.

Während die Aufnahmen mit hoher Verschlusszeit für unscharfe und verwischte Hintergründe sorgen und den Spieler damit in seiner dynamischen Bewegung zeigen, sorgen die Fotos mit geringer Belichtungszeit für das Einfrieren des Moments und erlauben es, Emotionen auf dem Feld zu transportieren. Etwa nach einer vergebenen Gelegenheit, wenn der Schütze die Hände über den Kopf schlägt oder das schmerzverzerrte Gesicht eines Spielers, der gerade gefoult wurde.

8. Den Abschluss der Geschichte suchen

In das Stadion kehrt langsam wieder Ruhe ein.

Das Spiel ist vorbei und du hast sicher unzählige Bilder auf deiner Speicherkarte. Eines aber fehlt noch: Das Foto, das die Geschichte abrundet. Das kann ein atmosphärisches sein: Das Stadion von der Ferne im Abendlicht bei noch brennenden Flutlichtern oder Fanströme, die das Gelände verlassen. Suche dein Bild und sorge dafür, dass deine Bildstrecke mit einem Foto endet, das den Anlass abrundet.

9. Good vibes, good photographs

Es ist weniger ein Tipp, als meine Grundüberzeugung. Hab bei all dem, was du machst Freude und versuche niemandem auf die Füsse zu treten. Wenn also das Stadion auch in Zukunft deine Spielwiese bleiben soll, solltest du respektvoll mit ihm umgehen und Regeln einhalten. Versuch zu respektieren, dass die Fans ungern mit Pyro in der Hand fotografiert werden und dass der Trainer dich in gewissen Momenten sicher nicht in unmittelbarer Nähe von sich und seinen Spielern haben möchte. Ich bin überzeugt davon, dass du dennoch Wege findest, um an dein Bild zu kommen und dass der taktvolle Umgang mit den Akteuren und dem Stadion dir in Zukunft die Türen offen halten wird.

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User

Milad Ahmadvand

Vater, Fotograf und verliebt in Winterthur. In meinem Leben musste ich mich an viele neue Orte und neue Kulturen gewöhnen; zuletzt an Winterthur und die Schweiz. Das macht mich zu einem interessierten Beobachter, der stets zu entschlüsseln versucht, wie die neue Umgebung funktioniert. Die Fotografie macht es mir dabei deutlich einfacher und führt mich an unterschiedlichste Orte dieser neuen Wahlheimat. Sie ist mein Türöffner und meine Reflektionsfläche. Instagram: @myfujilife Web: milad.ch

3 Kommentare

User visu1893

Toller Artikel. Nur: Als 0815-Hobbyfotograf kommt man wohl nicht gerade ins Stadion für NLB/NLA Spiele. Meiner Meinung sind genau diese beiden Ligen interessant, weiter unten hat man dann kaum Zuschauer.

09.08.2017
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User Milad Ahmadvand

Hi - danke vorab. Tatsächlich hab ich auch gern und oft in den unteren Ligen und im Amateurbereich fotografiert. Die Geschichte bleibt die Gleiche. Es mag vllt keine grosse Kullisse geben; du wirst aber sicher dort auch Angehörige und treue Zuschauer finden, deren Emotionen du mit einplanen kannst. Es ist natürlich ein "härteres" Feld, aber ein umso Dankbareres.

09.08.2017
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