iPhone 11 und iPhone 11 Pro: An diesen Kameras werden sich die Geister scheiden
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iPhone 11 und iPhone 11 Pro: An diesen Kameras werden sich die Geister scheiden

Dominik Bärlocher
Zürich, am 10.09.2019
Das iPhone 11 ist da. Und das iPhone 11 Pro. Und das iPhone 11 Pro Max. Doch das Design der letzteren beiden Geräte wird für Diskussionen sorgen, auch unter Apple-Fans.

Die Katze ist aus dem Sack. Das neue iPhone ist da. Es heisst iPhone 11 und das Design ist mehr als nur kontrovers. Dies hat Apple-CEO Tim Cook im Steve Jobs Theater – Postadresse: Steve Jobs Way 1, Apple Park, Cupertino, CA, 95014, USA – während dem Apple September Event enthüllt. Schon als die ersten Leaks mit dem Kameraquadrat mit den drei Kameras im Netz aufgetaucht sind, hatten sogar die hartgesottenen Fans der Kultmarke aus Cupertino eine bittere Pille zu schlucken.

Apple-Kritiker dürfen sich freuen, Apple-Fans müssen sich jetzt fragen, ob sie tatsächlich mit dem irgendwie unbalanciert wirkenden Design in der Hosentasche oder am Ohr herumlaufen wollen. Das iPhone 11 geht ja noch, aber das iPhone 11 Pro und dessen grosse Schwester, das iPhone 11 Pro Max, wirken irgendwie halbfertig. Dem gegenüber steht aber die Leistung, die Apple verspricht.

Daher spricht einiges dafür, sich den Kauf des kontroversen Designs zu überlegen. Nicht zuletzt ist da der Preis, der im Flaggschiff-Sektor als Kampfpreis angesehen werden kann. Wichtig aber, die Zahlen unten sind US-Preise und daher ohne Mehrwertsteuer. Denn die Mehrwertsteuer wird von US-Bundesstaat zu US-Bundesstaat anders verrechnet.

Wunderbare Werkzeuge für die Menschen

Apple wirkt diesmal farbenfroh. CEO Tim Cook steht zwar nach wie vor in schwarzem Pulli und schwarzen Jeans auf der Bühne, aber das Bühnenbild, die Animationen mit den Worten «Wonderful Tools for People» und das Apple Logo sind farbig.

Tim Cook macht keine grossen Announcements und Firmenupdates. Er beginnt mit dem App Store. Er stellt Apple Arcade vor. Der Game Streaming Service ist auf allen Plattformen Apples verfügbar und alle Spiele laufen auch auf allen Plattformen. Dafür findest du die 100 Games nirgendwo sonst.

Benjamin Kinney, Brand Manager beim Game Developer Konami, übernimmt die Bühne. Er zeigt eine neu aufgelegte Version Froggers. Frogger kann neu Bomben legen und nicht einfach nur über Strassen oder Flüsse springen. Besonders stolz seien die Entwickler auf die Physik im Game und die Outfits, die dein Frosch tragen kann.

Die Game-Schmiede Capcom zeigt, präsentiert von Produzent Peter Fabiano, eine schöne aber gefährliche Unterwasserwelt. In «Shinsekai Into the Depths» spielst du einen Taucher, der nicht nur gegen Unterseekreaturen antritt, sondern auch gegen das Ausgehen seines Sauerstoffs ankämpfen muss. Besonders hier ist, dass die Musik und die Soundeffekte unter Wasser aufgezeichnet wurden, was dem Game eine recht andersweltliche Atmosphäre verleiht.

Kelsey Hansen, Interactive Producer bei Annapurna Games, zeigt «Sayonara Wildhearts» zeigt ein «spielbares Musikvideo». Du spielst eine Heldin in Ballerinas und Jeans mit gebrochenem Herzen, die entweder tanzen oder mit ihrem Motorrad rennen fahren muss. Die Musik im neonfarbenen Game spielt eine zentrale Rolle.

Apple Arcade wird am 19. September 2019 erhältlich sein, in über 150 Ländern der Welt. Der Service wird $4.99 pro Monat für die ganze Familie kosten. Der erste Monat ist aber ein Schnuppermonat, daher gratis.

Apple TV+ macht Netflix Konkurrenz

Mit nur Games ist es für Apple nicht getan. Apple lanciert Apple TV+. Nachdem im Sommer Trailer von «For all Mankind», «Dickinson» und «The Morning Show» aufgetaucht sind, ist es nun Zeit für mehr.

Nun zeigt Tim Cook eine Serie, in der Hollywood-Star Jason Momoa einen Blinden spielt, in einer Zukunft, in der keiner mehr sehen kann. In «See» macht Momoa sich auf, sehende Kinder zu beschützen.

Apple TV+ startet am 1. November 2019 in über 100 Ländern und kostet $4.99 pro Monat für die ganze Familie. Doch wenn du dir ab heute ein neues Apple-Produkt kaufst, dann erhältst du ein Jahr gratis Apple TV+. Das Publikum applaudiert.

Kampfpreise aus dem Hause Apple. Sowohl Arcade wie auch TV+ wollen nicht nur Wadenbeisser sein. Apple will der Platzhirsch der Streaming-Dienste sein.

Das iPhone 11

Tim Cook ist heute kurz angebunden. Das neue iPhone kommt recht unverhofft und spät, aber mit kurzer Einleitung. Nur so viel sagt der CEO: Die User der iPhones sind zu 99% zufrieden.

Der kontroverse Kameraknubbel hinten sei ein Design-Meisterstück. Es kommt in sechs Farben, darunter Product Red. Das Dual Camera Setup hat eine 12 Megapixel Weitwinkellinse verbaut und einen 12 Megapixel Ultraweitwinkellinse. Die Software der Kamera nimmt bei jedem Foto in beiden Modi auf und du kannst nachher aussuchen, welchen Shot du besser magst. Die künstliche Intelligenz des Kamerasystems ist ebenfalls verbessert worden und so sollen auch Fotos gegen das Licht spektakulär möglich sein.

Der Portrait Mode funktioniert neu auch bei Haustieren. Und Monochrombilder.

Das 6.1 Zoll diagonale Display kommt mit einem breiten Notch, wie du ihn von den bisherigen Phones kennst. Dafür hat das iPhone 11 neu Dolby Atmos Sound.

4K 60fps hinten, 4K 30fps vorne

Videofans werden ihre Freude haben. Denn das iPhone 11 unterstützt Aufnahmen in 4K mit 60 Frames pro Sekunde. Das ist zwar schön und gut, aber wirklich cool ist die Usability: Du machst die Kamera auf, hältst den Auslöser für die Kamera gedrückt und so nimmst du ein Video auf.

Die Selfie-Kamera ist zwar auch mächtig, aber nicht ganz so stark wie die zwei Linsen hinten. Sie liefert zwar auch 4K, aber nur mit 30 fps. Dafür aber Slo-Mo-Videos.

Hinter den Kameras ist die Kraft

Apple macht natürlich eine Weiterentwicklung durch. Der A13 Bionic soll gemäss Grafik etwa doppelt so schnell sein wie der Snapdragon 855. Dasselbe trifft auch auf den Grafikchip zu, der ebenfalls doppelt so schnell sein soll. «Best ever» bei beiden.

Nett wäre wieder mal, ich wiederhole mich hier, wenn Apple mit absoluten Zahlen kommen würde. Wie viele Gigahertz? Wieviele GB RAM? Harte Fakten, denn nur 50% schneller sagt am Ende nichts aus, ausser «ist schnell». Dennoch: Wenn die Performance des iPhone XS ein Indikator ist, dann leistet dass iPhone 11 doch ordentlich.

Der Akku soll auch «eine Stunde länger» halten. Aha. Harte Zahlen wären auch hier nett gewesen. Wie viele mAh hat der Akku?

Die offiziellen Specs geben aber Aufschluss. Das iPhone 11 kommt in sechs Farben mit je drei Speichergrössen: 64GB, 128GB und 256GB. Es wiegt 194 Gramm und hat eine Bildschirmdiagonale von 6.1 Zoll

Dafür aber wird das iPhone günstiger. Ohne Mehrwertsteuer kostet das Teil $699.

iPhone 11 Pro

Ganz schief sieht das iPhone 11 Pro von hinten aus. Das Triple Camera Setup ist in einem Dreieck angeordnet und hat dazu unten noch eine Time of Flight Camera (ToF) und oben einen Blitz. Das Kamerasystem sieht wirklich schief aus, soll aber schöne Bilder liefern.

Das Setup:

  1. 12 Megapixel f/1.8
  2. 12 Megapixel Telephoto f/2.0
  3. 12 Megapixel Ultraweitwinkel f/2.4, 120° Sichtfeld

Darunter geht aber einiges. Laut offiziellen Specs kommen das Pro in drei Farben und je drei Speichervarianten: 64GB, 256GB und 512GB. Es wiegt 188 Gramm in der kleinen Version und 226 Gramm in der Max-Version. Beide sind mit dem A13 Bionic ausgestattet. Das Pro hat eine Bilddiagonale von 5.8 Zoll, das Pro Max misst 6.5 Zoll diagonal.

Weisst du was? Mir ist das eigentlich wurscht, wie schön die Kameras angeordnet sind. Denn die Bilder, die auf der Bühne in Cupertino gezeigt werden, sehen verdammt gut aus. Genau wie auch der Farbton Midnight Green.

Die neue Funktion Deep Fusion schmeisst massive Mengen künstlicher Intelligenz an ein Bild heran und benötigt die Kamera des iPhone 11. Die Funktion nimmt neun Bilder auf, setzt diese dann zusammen und schafft so künstliche Bilder, die extrem detailliert sein sollen. Es stellt sich die Frage: Sind das noch Fotos oder schon Gemälde einer künstlichen Intelligenz?

Das Display ist ein Super Retina XDR Display, das praktisch so jede Abkürzung im Bildschirm-Business vereint. Trotz all dem soll der Akku vier Stunden länger halten, die iPhone 11 Pro Max Version soll sogar fünf Stunden länger.

Und da sind sie wieder, die Kampfpreise. Das iPhone 11 Pro kostet $999 und das Pro Max $1099 ohne Mehrwertsteuer.

Die Schweizer Preise hat Apple Schweiz am Mittwochmorgen bekannt gegeben:

  • iPhone 11, 64 GB: 809 Franken
  • iPhone 11, 128 GB: 879.–
  • iPhone 11, 256 GB: 999.–
  • iPhone 11 Pro, 64 GB: 1199.–
  • iPhone 11 Pro, 256 GB: 1389.–
  • iPhone 11 Pro, 512 GB: 1619.–
  • iPhone 11 Pro Max, 64 GB: 1299.–
  • iPhone 11 Pro Max, 256 GB: 1489.–
  • iPhone 11 Pro Max, 512 GB: 1719.–

Diese bisherigen bietet Apple neu günstiger an:

  • iPhone XR, 64 GB: 699.–
  • iPhone XR 128 GB: 769.–
  • iPhone 8, 529.–
  • iPhone 8 Plus, 649.–

Für die weiteren Produkte übrigens:

  • Apple Arcade, 6 Franken pro Monat
  • Apple TV+, 6.– pro Monat
  • iPad 10,2" ab 379.–
  • Apple Watch 5, 40 mm, ab 449.– (WLAN), ab 549.– mit LTE
  • Apple Watch 5, 44 mm, ab 479.– (WLAN), ab 579.– mit LTE

Die komplette Show, zum immer und immer wieder ansehen

Wenn du dir alle Details und Bilder und Ansprachen selbst ansehen willst, Pech gehabt. Apple hat die Aufzeichnung des Streams wieder von Youtube entfernt. Dafür aber innerhalb weniger Minuten nach Ende des Streams einen Zusammenschnitt veröffentlicht. Das ist videoproduktionstechnisch eine Glanzleistung.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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