Review

Die neuen AirPods Pro mit Android: Ich hab’s ausprobiert

Livia Gamper
28.09.2022

Wie alle Bluetooth-Kopfhörer können Apples neue AirPods Pro auch mit einem Android-Handy verbunden werden. Hier erfährst du, wie gut das geht und welche Funktionen der AirPods wegfallen.

Der erste Kommentar unter meinem Review von Apples AirPods Pro der zweiten Generation war: «Wie siehts aus mit Airpods für Androiduser?» – geschrieben von User hoshinator.

Für die Digitec-Community probiere ich das, was Tim Cook nicht für die neuen AirPods Pro angedacht hat: Ein Test mit Android. Genauer mit dem Xiaomi Mi 9T Pro.

Der Start: funktioniert, könnte aber besser sein

Los geht’s mit der Kopplung. Etwas kompliziert ist dabei, dass die AirPods im Case bleiben müssen und dass du zuerst den Knopf auf der Rückseite des Cases gedrückt halten musst, bis das Lämpchen auf der Vorderseite weiss blinkt. Erst dann erscheinen die AirPods Pro in der Bluetooth-Liste und können angewählt werden. «Fast Pairing» gibt es nicht.

Wenn du die AirPods zum Koppeln aus dem Case nimmst, lehnen die AirPods Pro zudem die Verbindung mit dem Handy ab.

Einmal gekoppelt, solltest du noch den Bluetooth-Codec deines Handys zu AAC umstellen. Ansonsten hörst du mit dem Standard-Codec SBC, der etwas schlechter sendet. Die Umstellung hat mein Handy bei mir fast automatisch gemacht, ich erhielt nur eine Warnung, dass unter Umständen kein Ton abgespielt wird. Dieses Ton-Problem ist bei mir aber nicht aufgetreten. Macht dein Phone die Umstellung nicht automatisch, kannst du dies in den Entwickleroptionen deines Geräts umstellen.

In drei Schritten ist die Koppelung fast schon durch.
In drei Schritten ist die Koppelung fast schon durch.

Diese Funktionen fehlen

Steht die Verbindung, können die AirPods Pro im ersten Moment normal benutzt werden. Schnell fällt jedoch auf, dass einige Funktionen fehlen. Das war schon bei der ersten Generation der AirPods so, die ich dazumals auch mit Android getestet hatte. Im Vergleich zur Nutzung mit einem iPhone musst du auf folgende vier grösseren Features verzichten:

1. Die Akkustandanzeige

Unter iOS wird der Akkustand der AirPods nach jedem Verbinden angezeigt und ist im Drop-Down-Feld der Lautstärke zu sehen. Mit Android bist du bezüglich Akkustand auf einem Blindflug; es gibt nirgends eine Anzeige.

Abhilfe sollen Apps aus dem Playstore schaffen, die den Akkustand anzeigen können. Viele dieser Apps sind jedoch kostenpflichtig und die Bewertungen im Playstore sprechen nicht sonderlich für diese Option.

2. Die Ohrerkennung

Die Ohrerkennung funktioniert mit Android nicht. Das heisst, die Musik dudelt einfach weiter, wenn du einen AirPod aus dem Ohr nimmst. Verbunden mit einem iPhone stoppt die Musik zuverlässig, wenn du den AirPod nicht mehr im Ohr hast.

3. Das 3D-Audio

Verbunden mit dem iPhone kannst du 3D-Audio hören. Deine Musik klingt, als würde sie wie bei einem Konzert von allen Seiten kommen. Das gibt’s nicht mit Android. Auch nicht, wenn man Apple Music installiert. Auch die personalisierbare Kopferkennung gibt’s ohne iPhone nicht.

4. Die Ortungsfunktion

In der Find-My-App von Apple kannst du alle verloren oder verlegten iOS-Geräte orten und zur Lokalisierung einen Klang abspielen. Unter Android gibt’s keine Möglichkeit, verlorene AirPods Pro zu orten.

Ansonsten funktionieren weitere, kleine Anwendungen nicht. Mir sind folgende aufgefallen: Audiosharing, Siri, automatischer Wechsel zwischen Geräten, Ohr-Scan und Passform, Anpassung der Steuerung, adaptiver Transparency-Mode.

Zudem gibt’s mit Android keine Möglichkeit, die Kopfhörer zu aktualisieren. Dazu müssen die AirPods Pro mit einem iOS-Gerät verbunden werden.

Das funktioniert

Grundsätzlich kannst du mit den AirPods Pro Musik von einem Android-Gerät hören. Diese Funktionen sind problemlos abrufbar:

1. Die Steuerung

Genauso akkurat wie mit einem iPhone lässt sich die Musik direkt an den AirPods steuern. Lauter, leiser, nächster Song, vorheriger Song, Pause und die Anpassung der Umgebungsgeräusche können einfach am AirPod eingestellt werden.

Nur kann auf dem iPhone die Steuerung leicht eingestellt werden, sodass bei langem Drücken ein Sprachassistent aufgerufen wird. Das funktioniert mit Android nicht.

Die Steuerung funktioniert auch unter Android gut.
Die Steuerung funktioniert auch unter Android gut.

2. Einen einzelnen AirPod benutzen

Was bei manchen True-Wireless-Kopfhörern nicht funktioniert, geht mit den AirPods sogar mit Android: Du kannst einen einzelnen AirPod im Case lassen und nur einen Ohrhörer benutzen. Dabei ist es egal, ob du den linken oder rechten Hörer im Case lässt.

3. Das Active Noise Cancelling

Auch mit Android kommst du in den Genuss des Active Noise Cancellings, das Umgebungsgeräusche von deinem Ohr abhält. Ich kann keine Verschlechterung wahrnehmen, wenn ich die AirPods mit Android benutze.

  • Review

    Wirklich doppelt so gut? Audio-Nerds vermessen das Active Noise Cancelling der AirPods Pro

    von Livia Gamper

Ein kleiner Wermutstropfen jedoch ist der Klang. Der Sound klingt unter Android in meinen Ohren nicht ganz so ausgewogen und voll wie mit einer iOS-Verbindung. Bei der ersten Generation der AirPods Pro hatte ich noch das Problem, dass sie mit Android viel leiser waren. Das ist jetzt aber nicht mehr der Fall, die Lautstärke ändert sich beim Wechsel des Betriebssystems nicht, sondern bleibt konstant.

Fazit: Kann man schon machen

Grundsätzlich funktionieren die AirPods unter Android gut. Aber es fehlt die App, um Finessen oder zusätzliche Funktionen einzustellen. Aus dem Playstore gibt’s einige Anwendungen, die versuchen, eine iOS-App nachzustellen, überzeugt hat mich aber keine.

Am meisten stört, dass der Akkustand der AirPods nicht angezeigt wird und ich die Firmware ohne iOS-Gerät nicht aktualisieren kann. Und wer die AirPods zuvor mit einem iPhone genutzt hat weiss, wie geschmeidig alles im Apple-Ökosystem funktioniert – das alles fehlt unter Android eben komplett.

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Experimentieren und Neues entdecken gehört zu meinen Leidenschaften. Manchmal läuft dabei etwas nicht wie es soll und im schlimmsten Fall geht etwas kaputt. Ansonsten bin ich seriensüchtig und kann deshalb nicht mehr auf Netflix verzichten. Im Sommer findet man mich aber draussen an der Sonne – am See oder an einem Musikfestival. 


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