Die besten Games des Jahrzehnts: Hier sind unsere Favoriten
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Die besten Games des Jahrzehnts: Hier sind unsere Favoriten

Philipp Rüegg
Zürich, am 15.01.2020
Was sind die besten Spiele der letzten zehn Jahre? Meine Redaktionskollegen und ich sind in uns gegangen und haben sechs völlig unterschiedliche Spiele gefunden.

Zehntausende von Spielen sind zwischen 2010 und 2019 für PC und Konsolen erschienen. Angefangen hat es mit «Mass Effect 2», «Red Dead Redemption», «Fallout New Vegas» und «Limbo» und geendet mit dem neuen «Red Dead Redemption 2», «Star Wars Jedi: Fallen Order», «Control» und «Disco Elysium». Und dazwischen noch unzählige weitere Kracher. Zusammen mit meinen Redaktionsgspähnli habe ich eine Liste mit unseren persönlichen Highlights des letzten Jahrzehnts zusammengestellt.

Phil: «Playerunknown’s Battlegrounds»

«FTL», «Portal 2», «The Legend of Zelda: Breath of the Wild», «The Witcher 3»? Die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Am Ende habe ich mich für «PUBG» entschieden. Nicht nur habe ich es mit rund 400 Stunden länger gespielt als jedes andere Spiel. Es ist zu meinem Go-To-Game geworden, wenn ich nicht weiss, was ich zocken soll. Der Adrenalinschub, den es mir gibt, wenn ich unter den letzten Überlebenden bin, ist einzigartig. Kein anderes Spiel erzeugt so eine enorme Spannung. «PUBG» hat es zudem geschafft, mich für E-Sport zu begeistern. Zum ersten mal habe ich voller Faszinationen und Elan anderen beim Zocken zugeschaut. Obendrauf verbrachte ich Stunden damit, Youtubern bei der Waffen-Analyse zuzuschauen, um meine eigenen Skills zu verbessern. Und wenn die Benachrichtigung aufpoppt, dass wtfmoses mal wieder «PUBG» streamt, schaue ich immer gerne rein.

Raphi: «GTA 5»

Wieso? Weil es fucking «Grand Theft Auto» ist. Weil wir alle so lange auf den Nachfolger von «GTA 4» warten mussten. Weil ich heute noch nach einem stressigen Arbeitstag – okay, das kommt eigentlich so gut wie nie vor – die PS4 Pro anschmeisse, «GTA» einlege und mit einem schnittigen Flitzer durch San Andreas cruise, um abzuschalten. Und weil mich die komplette «GTA»-Serie seit meiner Kindheit begleitet. Die Story vom fünften Teil hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Die Grafik war für 2013er-Verhältnisse unfassbar (wie übrigens auch der Speicherplatz, den das Spiel auf der PS4 beansprucht) und die unzähligen Transportmöglichkeiten sind fantastisch. Nur der Online-Modus hat mich nicht überzeugt. Trotzdem ist und bleibt «GTA 5» für mich ein Spiel, das auch Jahre später seinesgleichen sucht. «Red Dead Redemption 2» kommt gefährlich nahe ran, scheitert aber auf den letzten Metern knapp.

Simon: «Dark Souls»

«Dark Souls» hat das Jahrzehnt beeinflusst wie kaum ein anderes Game. Level Design, Kampfsystem, Checkpoints … In den letzten zehn Jahren wurden Teile von «Dark Souls» von fast jedem Action-, Rollen- oder Egoshooter-Game kopiert. «Dark Souls» hat mit «Souls-like» sogar ein eigenes Genre zu verantworten. Waren die 00er das «GTA»-Open-World-Jahrzehnt, sind die 10er das «Dark Souls»-Jahrzehnt. Praise the sun.

Luca: «The Last of Us»

Kein anderes Game hat mich mehr bewegt oder mitgerissen als Naughty Dogs Survival-Horror-Thriller in der Postapokalypse des Jahres 2033. Da sind einerseits pilzbefallene Zombies und anarchistische Menschen, die die grössere Gefahr darstellen, weil sie unberechenbarer und unmenschlicher agieren als die Infizierten. Da ist aber auch die unglaublich ans Herz gehende Vater-Tochter-Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten Joel und Ellie, die eigentlich gar nicht miteinander verwandt sind. Ein Mix, der mich auch Wochen nach dem Durchspielen nicht kalt gelassen hat.

Aurel: «Subnautica»

Als ich zum ersten Mal in die bunte Unterwasserwelt eingetaucht bin, war ich fasziniert. «Subnautica» hat mich sofort mit seiner einmaligen Atmosphäre gepackt. Sowohl bei Tag als auch bei Nacht sind die verschiedenen Biome wunderschön anzuschauen. Der trippy Soundtrack komplettiert das immersive Erlebnis. Die Schreie der fremdartigen Kreaturen lassen mich erschaudern – gerade wenn ich mehrere Hundert Meter in der Tiefe im Stockdunkeln verzweifelt das Mini-U-Boot suche, während der Sauerstoff knapp wird. Die Story ist stimmig und lockt immer weiter in die Tiefe – genau wie die dringend benötigten Baustoffe, die schwieriger zu finden sind, je seltener sie sind. Beim zweiten Durchspielen habe ich es in 30 Stunden geschafft. Das Spiel unterhält ausdauernde Architekten riesiger Unterwasser-Bauten noch viel länger: Es müsste doch möglich sein, diese Basis mit der da drüben zu verbinden, oder? Dazu bräuchte es nur 500 Einheiten Titan und 50 Lithium…

Martin: «The Elder Scrolls V: Skyrim»

Das RPG des Jahrzehnts (wäre natürlich «The Witcher 3», Anm. d. Gaming-Redaktors) bietet Freiheit wie kein anderes Game zuvor. «Skyrim» hat mich mit seiner gigantischen, offenen Spielwelt von Anfang an in den Bann gezogen. Die weiten Ebenen, nebligen Sümpfe, idyllischen Wälder, verschneiten Berge und altertümlichen Städte laden zum Entdecken ein und befriedigen die Neugier. Auch wenn ich zu Beginn durch die Vielfalt an Waffen, Magie und Fertigkeiten fast erschlagen wurde, waren es gerade die schier unendlichen Möglichkeiten, die mich immer wieder in den Bann von «Himmelsrand» zogen. So sehr, dass ich über Monate vom Game träumte. Selbst in der Nacht begegnete ich Riesen, welche mich mit einem Schlag ihrer Keule hunderte Meter durch die Luft schleuderten. Ich wütete als Werwolf und Vampir, ritt auf Drachen und wunderte mich, wenn meine Begleitfigur Lydia mal wieder den Weg nicht fand. Dass einige behaupten, die Story des Games gebe nicht viel her, darüber kann ich nur müde lächeln. Das beste Gefühl gab mir das Game übrigens, wenn ich nach stundenlangem Gemetzel in Höhlensystemen unter Tagen endlich wieder das Licht der Sonne erblickte.

Kevin: «Tomb Raider»

Was habe ich das Original-«Tomb Raider» 1996 auf der PSOne gesuchtet. Für mich als hormongesteuerten Teenager hatte das Game alles, was ich liebte: Brüste, Knarren und ein cooles Spielprinzip. Aus heutiger Sicht ist nicht nur das Spielprinzip altbacken, sondern auch Lara Croft als Figur nicht mehr zeitgemäss. Daher war ich skeptisch, als der Reboot angekündigt wurde. Beim ersten Mal spielen war ich aber hellauf begeistert. Nicht wegen dem Spielprinzip – «Tomb Raider» war lediglich «Far Cry 3» in 3rd-Person. Mich faszinierte der Charakter von Lara Croft. Sie war keine emotionslose Killermaschine mehr, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten. Mal mochte ich sie, mal hasste ich sie. Aber ich habe eine enge Beziehung zu ihr aufgebaut. Zusammen mit den beiden Nachfolgern ist es für mich auch die beste Trilogie des Jahrzehnts.

Aber genug von uns. Was ist dein absolutes Lieblingsgame des vergangenen Jahrzehnts?

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Senior Editor, Zürich
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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