Ausprobiert: Das Stativ Benro BK15 Smart Mini

Ausprobiert: Das Stativ Benro BK15 Smart Mini

David Lee
Zürich, am 28.01.2020
Ein Stativ, das winzig ist, wenig kostet und alles kann? Klingt zu schön, um wahr zu sein, und ist auch nicht wahr. Den Kauf bereue ich trotzdem nicht.

Ich habe zwar ein Stativ, und nicht einmal ein besonders schweres, aber trotzdem graut mich davor, es in die Ferien oder nur schon auf einen Tagesausflug mitzunehmen. Folglich habe ich es meist nicht dabei, wenn ich es brauche. Ich kaufe mir also also zusätzlich ein kleines, leichtes Ministativ.

BK 15 Smart Mini Selfie Stick (Aluminium)
29.–
Benro BK 15 Smart Mini Selfie Stick (Aluminium)

Das Benro BK15 Smart Mini hat auf den ersten Blick alles, was ich brauche und noch mehr. Nicht nur eine Kamera lässt sich daran befestigen, sondern auch das Smartphone. Zum Lieferumfang gehört eine Bluetooth-Fernbedienung, und die Mittelsäule lässt sich ausziehen, um das Stativ als Selfie-Stick zu verwenden. Ob ich das jemals brauche, weiss ich nicht, aber schaden tut es ja nicht. Das Stativ lässt sich auf 25 Zentimeter zusammenklappen und kostet auch nicht allzu viel.

Als Kamera-Stativ

Der Kugelkopf lässt sich in alle Richtungen drehen und für Aufnahmen im Hochformat um bis zu 90 Grad neigen. Mit nur einem Hebel ist alles festgezurrt, das geht ganz schnell und einfach.

Einfach zu bedienen mit nur einem Hebel.
Einfach zu bedienen mit nur einem Hebel.

Je nach Gewicht der Kamera kann es allerdings zu Problemen kommen. Es gibt drei mögliche Probleme:

  1. Die ausziehbare Mittelstange sackt ab einer bestimmten Traglast (schätzungsweise 500 Gramm) in sich zusammen. Offensichtlich ist sie dafür nicht gedacht: Es ist eben ein Selfie-Stick. Das Stativ lässt sich trotzdem noch nutzen, ist dann aber nicht mehr höhenverstellbar.
  2. Der Kugelkopf hält besser, aber auch nicht sehr gut. Mit einer Kompaktkamera kommt er auf jeden Fall zurecht, auch mit einer leichten Systemkamera, sofern nicht ein Monstrum von einem Objektiv dranhängt. Meine Nikon D7500 (720 Gramm) mitsamt Zoom-Objektiv (485 Gramm) vermag der Kugelkopf nicht zu halten; er sinkt nach vorne ab. Der Hersteller gibt als maximale Traglast ein Kilogramm an.
  3. Bei zu hohem Gewicht kann es passieren, dass das Stativ umkippt. Vor allem, wenn die Kamera um 90 Grad gedreht werden muss.

Die drei Stützbeine kennen nur zwei Positionen: Zum Transport eingeklappt oder voll ausgeklappt. Im Gebrauch benötigen sie eine Fläche von mindestens von 20×20 Zentimetern. Da sich das Stativ nicht als Bodenstativ eignet, kann dich das in gewissen Situationen einschränken. Ich kann zum Beispiel das Ding nicht auf die Hifi-Lautsprecher stellen.

Auf Ablageflächen unter 20×20 cm hat das Stativ keinen Platz.
Auf Ablageflächen unter 20×20 cm hat das Stativ keinen Platz.

Als Smartphone-Stativ

Die Smartphone-Halterung wird an das Stativgewinde geschraubt. Es handelt sich um einen ausziehbaren Griff für eine Breite von 48 bis 100 Millimetern. Mein Smartphone ist wie die meisten anderen heutzutage etwa 70 Millimeter breit. Da dürfte es nie Probleme geben. Die 48 Millimeter sind aber praktisch, wenn du eine GoPro oder eine ähnlich kleine Actionkamera in die Smartphone-Halterung setzen willst. Das funktioniert.

Die Klammer fürs Smartphone kann nicht genau in der Mitte positioniert werden, aber das macht nichts.
Die Klammer fürs Smartphone kann nicht genau in der Mitte positioniert werden, aber das macht nichts.

Beim Smartphone kann ich zwar den Griff nicht in der Mitte anbringen, da er sonst die seitlichen Tasten drückt, aber er hält das Smartphone auch im unteren Bereich problemlos. Der Griff lässt sich fürs Hochformat um 90 Grad drehen. Mit dem geringen Gewicht des Phones lässt sich die Teleskopstange als Stativ und nicht nur als Selfie-Stick verwenden.

Bei wenig Gewicht lässt sich der Selife-Stick auch als höhenverstellbare Stativstütze verwenden.
Bei wenig Gewicht lässt sich der Selife-Stick auch als höhenverstellbare Stativstütze verwenden.

Die Bluetooth-Fernbedienung funktioniert auch problemlos. Sie hat nur einen Knopf. Lange drücken heisst ein- oder ausschalten, kurz drücken löst aus.

Mit einer Kamera funktioniert diese Fernbedienung nicht. Kameras haben zwar oft auch Bluetooth, doch können sie sich nicht mit beliebigen Geräten koppeln. Das Smartphone hält die Bluetooth-Fernbedienung für eine Tastatur, was sie rein übertragungstechnisch gesehen auch ist.

Fazit: Taugt für vieles, aber nicht für alles

Ein so kleines und leichtes Stativ für Smartphone, Actioncam und grosse Kamera dabei zu haben, ist praktisch. Doch für schweres Geschütz ist das Stativ zu schwach. Kompaktkameras gehen, Systemkameras mit einem leichten Objektiv auch. Aber eine Vollformatkamera mit einem schweren Objektiv kannst du vergessen.

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David Lee
David Lee
Senior Editor, Zürich
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

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