
Apple TV 4K: Neue Streaming-Box macht vier HomePods zum Surround-System
Apple erneuert seine Streaming-Box und den HomePod mini. Gemeinsam sollen sie das Wohnzimmer mit Surround-Sound erobern. Dazu gibt's mehr Leistung, freihändige Siri-Steuerung und eine Fernbedienung, die sich wiederfinden lässt.
Apple hat am Dienstag die vierte Generation seiner Streaming-Box Apple TV 4K vorgestellt. Das Gerät lässt sich bei Apple ab sofort vorbestellen, am 13. November kommt es für 299 Franken in den Schweizer Handel. Die spannendste Neuerung betrifft dabei ausgerechnet nicht das Bild, sondern den Ton.
Vier HomePods für ein Heimkino
Bisher liessen sich zwei HomePods als Stereopaar mit Apple TV verbinden. Neu unterstützt die Streaming-Box bis zu vier Lautsprecher für Surround-Sound: zwei vorne, zwei hinten. Dabei können sowohl die grossen HomePods der zweiten Generation als auch die neuen HomePod mini 2 zum Einsatz kommen. Voraussetzung ist lediglich, dass vorne und hinten jeweils zwei Lautsprecher desselben Modells stehen.

Quelle: Apple Newsroom
Besonders praktisch: Die Lautsprecher erkennen laut Apple automatisch ihre Position im Raum. Das System passt anschliessend Lautstärke und Audio-Timing an, damit der Klang möglichst räumlich wirkt. Ob das tatsächlich mit einer klassischen Soundbar samt rückwärtigen Lautsprechern mithalten kann, muss sich erst noch zeigen.
HomePod mini 2: Frischer Chip, neue Lichtshow
Passend dazu hat Apple auch den HomePod mini 2 vorgestellt. Im Inneren steckt neu ein S10-Chip, der den Klang mithilfe von Echtzeitberechnungen optimieren soll.
Neu ist ausserdem «Sound Glow»: Die Oberseite des Lautsprechers leuchtet und pulsiert passend zur Musik (und lässt sich hoffentlich auch abschalten, Apple lässt das in seiner Mitteilung aber offen), wobei sich die Farben am jeweiligen Albumcover orientieren. Dazu kommt die Möglichkeit, den HomePod mini 2 als Standardlautsprecher für einen kompatiblen Mac einzusetzen.

Quelle: Apple Newsroom
Der neue HomePod mini ist in fünf Farben erhältlich: Weiss, Mitternacht, Blau, Grün und Rosa. Er kostet 139 Franken, lässt sich bei Apple ab sofort vorbestellen und erscheint bereits am 30. Oktober – also zwei Wochen vor dem neuen Apple TV 4K.
Mehr Leistung, Siri hört mit
Zurück zum Apple TV 4K. Im Inneren arbeitet neu Apples A19-Chip. Laut Hersteller liefert er bis zu 50 Prozent mehr Prozessorleistung und die doppelte Grafikleistung gegenüber dem Vorgänger. Davon dürften insbesondere Spiele aus Apple Arcade profitieren. Auch die Bedienung soll flüssiger werden. Ein eigener AV1-Decoder sorgt ausserdem dafür, dass entsprechend codierte Videos bei geringerem Bandbreitenbedarf in hoher Qualität gestreamt werden können.

Quelle: Apple Newsroom
Neu sind zudem drei integrierte Fernfeldmikrofone. Damit lässt sich Siri direkt ansprechen, ohne dass man erst zur Fernbedienung greifen muss. Selbst bei laufendem Fernsehton soll die Spracherkennung zuverlässig funktionieren.
Drei Mikrofone, die ständig auf «Hey Siri» lauschen? Das könnte für Unbehagen sorgen. Apple betont deshalb, dass die Mikrofondaten in abgeschotteten Bereichen des A19-Chips verarbeitet werden, auf die selbst Apple keinen Zugriff haben soll. Gerade nach den jüngsten Diskussionen um Sprachdaten bei LG-Fernsehern ein bemerkenswertes Datenschutzversprechen. Ob es hält, müssen unabhängige Untersuchungen zeigen.
Auch die Siri Remote bekommt ein kleines, aber willkommenes Upgrade: Die neue Version unterstützt Apples «Wo ist?»-Funktion mit präziser Ortung und kann einen Ton abspielen. Schluss also mit der verzweifelten Suche zwischen den Sofakissen.
Mehr Smarthome, aber keine Bildrevolution
Darüber hinaus baut Apple die Rolle seiner Streaming-Box als Smarthome-Zentrale aus. Beispielsweise lässt sich das Bild einer kompatiblen Videotürklingel direkt auf dem Fernseher anzeigen. Auch Gespräche mit Besuchenden oder das Öffnen einer smarten Tür sind möglich, ohne die laufende Sendung verlassen zu müssen.
Wer dagegen auf neue Bildstandards oder einen grossen Sprung bei der Wiedergabequalität gehofft hat, findet in Apples Ankündigung wenig Neues. Der Konzern erwähnt weder zusätzliche HDR-Formate noch höhere Bildwiederholraten. Stattdessen konzentriert sich die vierte Generation darauf, das bestehende Ökosystem enger miteinander zu verbinden.

Quelle: Apple Newsroom
Ob das für Besitzerinnen und Besitzer eines älteren Apple TV 4K einen Neukauf rechtfertigt, dürfte deshalb vor allem davon abhängen, wie tief sie bereits in Apples Gerätewelt stecken.
Neben dem neuen Apple TV 4K und dem HomePod mini 2 hat Apple auch seine Smarthome-Zentrale «HomeView» sowie die «Home Collection» vorgestellt. Hier findest du alle Neuigkeiten im Überblick:
Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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