«Splatoon 2»-Review: Der Shooter, bei dem Farbe statt Blut spritzt
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Review

«Splatoon 2»-Review: Der Shooter, bei dem Farbe statt Blut spritzt

Philipp Rüegg
Zurich, on 18.07.2017

Mehr Waffen, mehr Modi, mehr Features. «Splatoon 2» ist die konsequente Weiterentwicklung von Nintendos Farb-Shooter. Auf den ersten Blick sieht aber alles aus wie beim ersten Teil. Eine würdige Fortsetzung oder halbgarer Aufguss?

Wenn es jemand schafft, einen Multiplayer-Shooter zu entwickeln, bei dem es nicht (primär) ums gegenseitige Abknallen geht, dann ist es Nintendo. «Splatoon» für die Wii U war trotz mässiger Beliebtheit der Konsole ein grosser Erfolg. Dank Nintendos Bemühungen konnte das farbenfrohe Spiel gar im E-Sport Fuss fassen.

Am 21. Juli erscheint nun der zweite Teil exklusiv für die Nintendo Switch - und das nach nur zwei Jahre nach dem ersten Teil. Ich war etwas skeptisch, ob in so kurzer Zeit wohl genug Neuerungen hinzugekommen sind. Da das Original «Splatoon» aber zu Beginn relativ dünn ausgestattet war, standen die Chancen gut, dass viele Ideen direkt in den Nachfolger flossen. Und genau so ist es offenbar gekommen.

Wie spielt sich «Splatoon» überhaupt?

In «Splatoon» gibt es verschiedene Spielmodi. Zum einen wäre da der Heldenmodus. In dieser Einzelspielerkampagne kämpfst du mit deinem Inkling (die Helden des Spiels) gegen die bösen Oktarianer und versuchst, unbeschadet das Ende der Levels zu erreichen. Anders als beim ersten Teil kriegst du dabei laufend neue Waffen zum ausprobieren. Die Levels sind dann auch für die jeweiligen Farb-Ballergeräte konzipiert. Beim Heldenmodus lernst du nicht nur den Umgang mit den unterschiedlichen Waffen sondern auch, mit welchen Möglichkeiten du dich bewegen kannst. Der Heldenmodus ist eine unterhaltsame kurze Kampagne, die gleichzeitig als sinnvolles Tutorial dient.

Das Hauptgericht

Der Hauptaspekt von «Splatoon 2» ist aber der Mehrspieler-Part. Auch hier hat sich einiges getan. Zum einen kannst du zwischen Regular, Rangkampf und Ligakampf auswählen. Ersterer ist der normale Einsteiger-Multiplayer-Modus. Bei Rangkampf geht es kompetitiver zu und her. Beim Ligakampf schliesslich werden innerhalb von zwei Stunden Matches zwischen 2er oder 4er Teams ausgetragen. Die letzten beiden Modi schaltest du ab Level 10 beziehungsweise ab Rang B- oder höher frei.

Im Regular Mode spielst du Revierkampf. Dort geht es darum, innerhalb von drei Minuten die Karte in möglichst viel Farbe zu tunken. Und hier zeigt sich zum ersten Mal die Genialität von Nintendos Spielprinzip. Zwar kannst du Gegner abschiessen, was nützlich ist, da sie dann kurzfristig keine Farbe mehr verteilen können, aber das Hauptziel ist es nicht. Nachgeladen beziehungsweise nachgetankt wird, indem du in deine verspritzte Farbe abtauchst. So kannst du dich gleichzeitig auch schneller bewegen. Die Spieldynamik ist eine völlig andere als in klassischen Shootern, wo es primär darum geht, möglichst viele Kills einzusacken.

Im Rangkampf gibt es dann noch weitere Modi wie Turm-Kommando oder Operation Goldfisch. Im ersteren musst du und dein Team einen beweglichen Turm durchs gegnerische Gebiet tragen – sprich Payload wie in «Team Fortress». Bei letzterem handelt es sich im Prinzip um Capture the Flag. In Herrschaft schliesslich geht es darum, bestimmte Zonen mit der eigenen Farbe zu halten aka King of the Hill. Nicht allzu viel Innovation was die Modi anbelangt, aber durch das Farbgeballer trotzdem erfrischend anders.

Salmon Run ist Nintendos Horde Mode. Alleine oder zu zweit kämpfst du gegen Wellen von Gegnern, sammelst Fischeier und versuchst möglichst lange durchzuhalten.

«Splatoon 2» unterstützt Private Battles, wo bis zu 10 Switches zusammengeschlossen werden können. Splitscreen gibt es dagegen nicht.

Neuer Anstrich, neue Waffen, neue Karten

«Splatoon 2» hat eine unverkennbare Optik und das knallbunte Spiel sieht auf der Switch richtig schick aus. Besonders wenn du mit den kuriosen Schiesseisen die ganze Umgebung in Farbe tunkst. Der Soundtrack ist ebenfalls wieder richtig fetzig.

Zu den bestehenden Waffen sind neue wie der Klecks-Doppler hinzugekommen, die das bestehende Sortiment etwas aufpeppen. Auch bei den Sekundärwaffen hat sich einiges getan. Freu dich auf gegnersuchende Roboter-Granaten oder den Tintenschauer. Freigeschaltet werden Waffen wie auch neue Outfits mit Gold, das du beim Spielen verdienst. Neue Mützen, Shirts und dergleichen sind mit verschiedenen Bonis ausgestattet wie schnelleres schwimmen, oder stärkerer Specials. So kannst du deinen Inkling ganz auf deine Spielweise anpassen.

Beim Spielen rate ich dir zur Bewegungssteuerung, auch wenn diese Anfangs echt gewöhnungsbedürftig ist. Hast du den Dreh mal raus, bist du aber deutlich schneller als mit dem Analog-Stick.

Nicht nur die Waffen hat Nintendo recycelt, auch bei den Karten wirst du ein paar Déjà-Vus erleben. Insgesamt acht stehen in regelmässigen Rotationen zur Auswahl.

Hier lahmt Nintendo noch etwas

Wenn es eine Grafik braucht, um Voice Chat zu erklären, dann ist ordentlich was faul.

Du willst dich in den Multiplayer-Partien absprechen? Nintendo ist endlich im neuen Jahrtausend angekommen und bietet nun Voice-Chat an. Freu dich aber nicht zu früh. Du brauchst nämlich dafür eigens eine Smartphone-App. Nintendo hat extra eine Grafik gezeichnet, damit man drauskommt. Hier zeigt sich, dass die Switch vielleicht doch früher als gedacht auf den Markt gekommen ist. Da kann ich ja gleich auf dem Handy Skype oder Google Hangouts anwerfen.

Fazit

Die neue Garde von Nintendo-Entwicklern zeigt einmal mehr, dass sie nicht nur bestehende Konzepte wiederkäuen können. «Splatoon 2» steckt voller frischer Ideen, ohne dabei den Prinzipien des japanischen Konzerns fremdzugehen. Das Spielprinzip macht nach wie vor extrem viel Spass und auch wenn es auf den ersten Blick nicht viel anders wirkt als der erste Teil, so bietet «Splatoon 2» doch mehr als genug Neuerungen, um eine Fortsetzung zu rechtfertigen.

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Being the game and gadget geek that I am, working at digitec and Galaxus makes me feel like a kid in a candy shop – but it does take its toll on my wallet. I enjoy tinkering with my PC in Tim Taylor fashion and talking about games on my podcast http://www.onemorelevel.ch. To satisfy my need for speed, I get on my full suspension mountain bike and set out to find some nice trails. My thirst for culture is quenched by deep conversations over a couple of cold ones at the mostly frustrating games of FC Winterthur. 


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