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Nachtbilder mit der Drohne – geht das?

An sonnigen Tagen fliegen Drohnen wie Bienen aus ihren Stöcken und schiessen Fotos oder machen spektakuläre Videos. Bricht die Nacht herein, wird es meist ruhig am Himmel. Ob bei Dunkelheit wirklich keine guten Fotos oder Videos drin liegen finde ich heraus.

Schon seit geraumer Zeit spiele ich mit dem Gedanken, Langzeitbelichtungen mit einer Drohne zu machen. Eigentlich darf ich da keine wirklich guten Ergebnisse erwarten. Wer schon einmal mit einer grossen Kamera oder dem Smartphone in der Nacht fotografiert hat, weiss, dass die Bilder meist verschwommen, zu dunkel oder körnig daherkommen. Lange Belichtungszeiten sind nötig und da hilft nur ein Stativ, um die Kamera völlig ruhig zu halten. Die Drohne aber schwebt irgendwo in der Luft vor sich hin und ist alles andere als ruhig. Dachte ich zumindest.

<strong>Nachtbilder mit der Smartphone-Kamera</strong>: Drei Jungs, ein Berg, zehn Smartphones
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Nachtbilder mit der Smartphone-Kamera: Drei Jungs, ein Berg, zehn Smartphones

In der Theorie

Ich schnappe mir die neue DJI Mavic Pro 2. Die Kamera der Drohne ist mit einem relativ grossen 1-Zoll-Sensor ausgestattet und sollte demnach besser mit schlechten Lichtverhältnissen auskommen als beispielsweise die Mavic Pro Zoom oder Parrot Anafi, welche mit viel kleineren Sensoren bestückt sind. Noch entscheidender als das richtige Gerät sind die korrekten Einstellungen in der App sowie eine Location mit künstlichem Licht wie fahrenden Autos, Sportplätzen oder beleuchteten Strassen.

Über die DJI-App kann während des Fluges in den manuellen Fotomodus gewechselt werden um dort an den Einstellungen zu schrauben. Alle gängigen Parameter wie ISO, Belichtungszeit und Blende lassen sich so einstellen. Fotos können maximal acht Sekunden lange belichtet werden.

  • Mavic 2 Pro (20MP, 4K)
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Dji Mavic 2 Pro (20MP, 4K)
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Was in der Praxis alles schief gehen kann

An einem der unzähligen schönen Oktoberabenden wage ich mich in die Dunkelheit. Auf dem Weg an den Entstehungsort des Titelbildes passiere ich ein beleuchtetes Fussballfeld. Ein perfektes Sujet – gerade wenn sich daneben eine befahrene Strasse befindet. Schon die ersten Ergebnisse überraschen mich positiv. Ich kann fahrende Autos anhand ihrer Scheinwerfer erkennen. Die Scheinwerfer-Schweife sind zu Beginn eher kurz und das Bild wegen der hellen Spielfeldleuchten viel zu hell. Ich ändere die Parameter, bis mir das Bild gefällt.

An der zweiten Location angekommen, fällt mir bei einigen Fotos ein roter Schweif am oberen und unteren Bildrand auf. Hierbei handelt es sich um die Lichter der Drohne. Zum Glück weiss ich, dass es irgendwo im Menü eine Einstellung gibt, um diese auszuschalten.

Leuchten die Lichter der Drohne während der Aufnahme, sind an den Rändern rote Bereiche zu erkennen (5.0 sek bei f/2.8 und ISO 3200)
Advanced Settings - Turn on Aircraft Arm LEDs - EIN/AUS

Ist der Haken «Turn on Aircraft Arm LEDs» entfernt, stehen Fotos aus der Perspektive einer Nachteule nichts mehr im Wege. Ein gutes Foto gelingt meist nicht beim ersten Versuch. Sowieso nicht, wenn die Kamera schwebt. Ich probiere Einstellungen aus, bis ein Bild entsteht, das mir gefällt. Zudem kommt es immer wieder vor, dass unscharfe Bilder geschossen werden. Wohl weil sich die Drohne ganz leicht bewegt. Erstaunlich aber, dass trotzdem ganz viele Fotos gelingen und die Drohne sich während 4–8 Sekunden am selben Punkt halten kann.

Scharf aber zu hell (4.0 sek bei f/2.8 und ISO 400)
Besser belichtet aber unscharf (4.0 sek bei f/2.8 und ISO 100)

Eine Auswahl

4.0 sek bei f/4.5 und ISO 100
4.0 sek bei f/5 und ISO 100
3.2 sek bei f/4.5 und ISO 100
4 sek bei f/4 und ISO 100
4 sek bei f/2.8 und ISO 100
4 sek bei f/2.8 und ISO 100
Einmal bei Tag und einmal bei Nacht fotografiert und in Photoshop zusammengefügt

Die Fotos überzeugen trotz langer Belichtungszeit auch Schärfetechnisch. Zur Verdeutlichung: Wenn ich aus diesem Bild den blau markierten Bereich ausschneide, sieht das Foto immer noch ansehlich aus.

4 sek bei f/2.8 und ISO 100
Vergrösserung des vorherigen Bildes. Ziemlich scharf.

Hyperlapse

Neben langzeitbelichteten Fotos sind die neuen DJI Drohnen in der Lage automatisch Hyperlapse Aufnahmen zu produzieren. Ein Hyperlapse ist nichts anderes als ein Timelapse in welchem sich die Kamera in Bewegung befindet. Auch in diesem Modus können die Parameter frei verstellt werden. Allerdings können Fotos maximal 1/25 sek belichtet werden. Der ISO Wert muss also entsprechend nach oben angepasst werden. Trotzdem gelingen spektakuläre Aufnahmen die sich sehen lassen können. Über die App können zusätzlich verschiedene Aufnahmemodi gewählt werden so dass die Drohne einfach geradeaus fliegt, einen Kreis um ein Objekt macht oder eine zuvor definierte Route abfliegt. Der Kreativität sind kaum grenzen gesetzt und diese Hyperlapse-Aufnahmen gelingen natürlich auch bei Tageslicht.

Das habe ich nicht erwartet

Ich bin ziemlich beeindruckt von diesen Nachtaufnahmen. Ein aus der Hand geschossenes und 4–5 Sekunden lange belichtetes Foto mit einer «normalen» Kamera wäre mit grosser Sicherheit verschwommen. Die Drohne packt das und macht scharfe Fotos. Unzählige Sensoren wie GPS etc. tragen dazu bei. Falls ich dich inspiriert habe, es selber versuchen zu wollen, freu ich mich über jedes Foto das du mir zukommen lässt ;)

Informiere dich über deinen Standort

Nach meinem Drohnenflug am Stadtrand von Rapperswil realisiere ich, dass sich ganz in der Nähe, auf der anderen Seeseite ein kleiner Flughafen befindet. Fünf Kilometer rund um Flughäfen darf nicht geflogen werden. Nächstes Mal werde ich mich wieder vor dem Flug informieren. Was es bei Drohnenflügen sonst noch zu beachten gibt, erfährst du hier:

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User

Manuel Wenk, Zürich

  • Video Producer
Als Multimedia Producer ist es für mich selbstverständlich, Content multimedial aufzubereiten und technologisch immer auf dem neusten Stand sein zu wollen. Bei digitec passiert das meist in Videoform. Kommen neue Produkte wie Kameras, Drohnen oder Smartphones auf den Markt, möchte ich diese am liebsten immer gleich sofort ausprobieren. Zum Glück arbeite ich an der Quelle! Privat zieht es mich meist Richtung Berge. Sei es für Ski | Bike oder Hike.

21 Kommentare

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Es gelten die Community-Bedingungen.

User ch4ot

Meines Wissens kann beim Flugplatz Wangen eine Bewilligung angefordert werden (ich glaube die ist kostenlos). Die stört das nicht, wenn in Rapperswil jemand Drohne fliegt. Trotzdem ist die Bewilligung nötig.

02.11.2018
User EVZCyman

Mutig, hier öffentlich über die Gesetzesverstösse zu berichten...

02.11.2018
User Anonymous

Ich sehe keine Gesetzesverstösse. Erklärung bitte...

04.11.2018
User MakeAppsNotWar

@Anonymous Er ist innerhalb des 5km Ringes eines Flughafens geflogen ohne Bewilligung.

Zudem könnte man sagen, dass wenn er die Lichter in der Nacht ausschaltet, er nicht mehr auf Sicht fliegt

04.11.2018
User thomas_baumann

@Anonymous: Zudem darf nicht im Umkreis von weniger als 100 Metern um Menschenansammlungen (24 Personen) geflogen werden. Dies ist beim Fussballplatz und beim Bahnhof kaum gegeben und über bewohnten Gebiet sowieso nicht ausschliessbar. Quelle: admin.ch/opc/de/classified-... (Artikel 17 2c)

08.11.2018
User MakeAppsNotWar

@Thomas Würde mich mal interessieren ob es dazu ein offizielled Statement gibt?
Was gilt als Menschenansammlung?
24Personen auf x m^2? 24 Personen die das selbe Ziel haben?

Ist eine grosse, offene Wiese mit 24 Personen drauf eine Ansammlung?

09.11.2018
User Anonymous

...ach ja und fliegen bei Nacht wäre dann auch noch so ein Verstoss!

14.11.2018
Antworten
User Anonymous

Absolut beeindruckende Bilder. Werde mit meiner Mavic Pro auch mal versuchen ähnliche Ergebnisse zu erzielen.

02.11.2018
User phaupt

Wow, das sind wirklich beeindruckende Bilder! Merci Manuel
Das muss ich auch unbedingt testen...
Zum Flugplatz: Sollte deine Drohne dich nicht automatisch vom Fliegen abhalten, da der Flugplatz doch als solcher registriert ist?

02.11.2018
User manuwen

Ich glaube in einigen Ländern wird ein Starten an bestimmten Orten verhindert. In der Schweiz wohl (noch) nicht.

02.11.2018
User Kohai

Doch, auch in der Schweiz wird der Start innerhalb eines 2 km Radius blokiert, innerhalb von 5 km Radius muss der DJI App bestätigt werden, dass eine Bewiligung vorliegt.

02.11.2018
User Anonymous

Die DJI NoFlyZones sind nahezu Weltweit ein Witz, da NIE 100% dem Gesetz entsprechend. Daher ist das auch nur als Nothilfe, aber niemals als was da nicht steht heisst ich darf Fliegen zu werten und auch auf die andere Seite..
Informiert euch immer beim BAZL (Website) bevor ein Flug gestartet wird. Es gibt dort eine (brauchbare) Map, die aber auch nicht alles abdeckt.
Der Flug bei kleineren Flugplätzen (nach Sonnenuntergang) sollte meistens eh gehen, da die meisten nur auf Sicht fliegen. Aber bitte fragt auch dazu kurz beim Flugplatz nach.. Die meisten sind da ganz unkompliziert und geben in der Regel auch am Tag Flüge frei wenn keine Gefahr besteht (Anflugschneise etc)

03.11.2018
Antworten
User xazax

Die ergbnisse sind erstaunlich, wusste nicht, dass LZB möglich ist. Der Hyperlapse kommt besonders gut, wenn man der Drohne einen Kurs vorgibt mit Wegpunkten, dann hat man keine Wackler drin.

02.11.2018
User Anonymous

Wenigstens kam noch die späte Einsicht, dass das Drohnenfliegen vielleicht im regulierten Luftraum auch Gesetze mit sich bringt... ;-) Wenn ich aber die Spots im Youtube-Video ansehe und lese, dass man in der Nacht am besten die Lichter abschaltet, ist die BAZL-Grundregel 1 sicher auch schon geritzt; Fliegen in Sichtdistanz ohne optische Hilfsmittel!

09.11.2018