Produkttest

Zwei Audio-Dockingstations für den Homeoffice-Schreibtisch im Test

Jan Johannsen
07.12.2022

Microsoft und Logitech wollen mit ihren neuen Dockingstations für mehr Ordnung auf deinem Schreibtisch im Homeoffice sorgen. Das gelingt ihnen, aber das Zusammenspiel mit Teams ist verbesserungswürdig.

Das Audio Dock von Microsoft und das Logi Dock von Logitech verfügen über zahlreiche Anschlüsse sowie integrierte Lautsprecher und Mikrofone. Für Videocalls oder Musikhören sind – von der Kamera abgesehen – keine weiteren Peripheriegeräte nötig. Beide funktionieren mit Microsoft Teams, Google Meet und Zoom.

Welche Anschlüsse dürfen es sein?

Bei der Zahl der Schnittstellen hat das Logi Dock die Nase vorn und punktet mit Bluetooth-Support. Allerdings fehlt ein anderer wichtiger Anschluss. Aber zuerst die Übersicht:

AnschlüsseMicrosoft Audio DockLogitech Logi Dock
HDMI1x (2.0) 1x (2.0)
DisplayPort-1x (1.4)
USB-A1x (3.2 Gen 2)2x (3.1 Gen 1)
USB-C1x (3.1 Gen 2, DisplayPort für bis zu zwei Displays)
1x (3.1 Gen 2, nur Daten)
3x (3.1 Gen 1)
sonstiges-Bluetooth

Bei Logitech wie Microsoft kannst du externe Displays per HDMI-Anschluss verbinden. Eine DisplayPort-Schnittstelle gibt es jedoch nur beim Logi Dock. Beim Audiodock kannst du dafür über einen der USB-C-Anschlüsse bis zu zwei Displays ansteuern. «Daisy-Chain» lautet der Fachbegriff für die Reihenschaltung via USB-C-Kabel.

Die Anschlüsse des Audio Dock von Microsoft.
Die Anschlüsse des Audio Dock von Microsoft.
Foto: Jan Johannsen

Das Logi Dock hat ebenfalls einen USB-C-Anschluss, der Bilddaten übertragen könnte. Er ist allerdings für die Verbindung zum Rechner reserviert und steht nicht für Monitore zur Verfügung. Beim Audio Dock ist das Kabel für die PC-Verbindung dagegen fest eingebaut und lässt sich nicht entfernen.

Microsofts Dock fühlt sich mit der potenteren USB-C-Buchse zukunftssicherer an. Noch verfügen aber die meisten Monitore auch über HDMI oder DisplayPort, womit das Logi Dock keinen praktischen Nachteil aufweist. Logitech sammelt mit dem Bluetooth-Support im Gegenzug Extrapunkte. Darüber lässt sich das Smartphone für Telefonate oder Musikwiedergabe verbinden.

Die Anschlüsse des Logi Dock.
Die Anschlüsse des Logi Dock.
Foto: Jan Johannsen

Kleiner Nachteil bei beiden Geräten:Die Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Das lässt sie von vorne zwar schöner aussehen, führt aber dazu, dass du Dinge wie einen USB-Stick weniger einfach anschließen kannst. Das wäre an der Seite oder vorne komfortabler.

Für mehr als nur Videocalls geeignet

Microsoft preist beim Audio Dock «zwei omnidirektionale Mikrofon-Arrays» an. Logitech kontert mit einem «Beamforming-Mikrofon-Array mit sechs Mikrofonen». Mit beiden Dockingstations bin ich in Videocalls gut zu verstehen, wenn die Geräte vor mir auf dem Tisch stehen und ich grob in ihre Richtung spreche. Allerdings höre ich mich beim Logi Dock besser an. Ich bin lauter und klarer zu verstehen.

Dauerhafte Hintergrundgeräusche versuchen beide herauszufiltern. Das Audio Dock macht sie sehr schnell leiser, allerdings gleichzeitig auch meine Stimme. Und zwar so sehr, dass ich schwer zu verstehen bin, wie in obigem Video zu hören ist. Das Logi Dock braucht einige Sekunden, um zum Beispiel einen Staubsauger zu erkennen, filtert ihn dann aber mit weniger Auswirkungen auf meine Stimme heraus.

Das Logi Dock verfügt über zwei Lautsprecher mit 55-mm-Neodym-Treibern, die nach vorne ausgerichtet sind. Links und rechts befinden sich zwei passive Spulen, die die Tiefen verstärken sollen. Microsoft stattet das Audio Dock mit einem Hochtöner mit 25,9 Millimetern Durchmesser und einem Tieftöner (54 × 48,8 × 41,5 mm) aus.

Für Videocalls sind beide Lautsprecher sehr gut geeignet. Stimmen sind klar und deutlich zu verstehen. Selbst wenn ich die Lautstärke bis zum Anschlag aufdrehe, scheppert nichts – und das bei deutlich mehr als Zimmerlautstärke. Das gilt auch beim Musikhören.

«Logi Tune» bietet einen Equalizer für das Logi Dock an.
«Logi Tune» bietet einen Equalizer für das Logi Dock an.
Foto: Jan Johannsen

Beide Dockingstations bewegen sich auf dem Niveau guter Bluetooth-Lautsprecher – auch wenn nur das Logi Dock eine drahtlose Verbindung bietet. Beide haben ein rundes, ausgeglichenes Klangbild, das mir beim Speaker von Logitech noch etwas klarer erscheint. Zudem kickt bei ihm der Bass etwas stärker. Dieser ist auch beim Audio Dock deutlich zu hören, aber nur zu spüren, wenn du den Lautsprecher anfasst. Der Bass wirkt ohnehin bei beiden verhalten und stumpf. Das ändert aber nichts daran, dass die zwei Docks jeden Notebook- und Monitor-Lautsprecher hinter sich lassen.

Fünf Tasten sorgen nicht für Zufriedenheit

Auf beiden Dockingstations prangen fünf Tasten auf der Oberseite. Mit diesen kannst du bei beiden die Lautstärke leiser und lauter stellen sowie das Mikrofon ein- und ausschalten. Das Audio Dock von Microsoft verfügt zudem über eine Start-Stop-Taste für die Medienwiedergabe und einen Knopf, der dich immer direkt zu Teams bringt. Beim Logi Dock kannst du stattdessen über eine Taste die aktive Kamera ein und ausschalten und mit einem Knopfdruck an einem Termin aus deinem Kalender teilnehmen. Beides ist allerdings vom genutzten Videocall-Dienst sowie der Version des Logi Dock abhängig. Davon hat Logitech zwei im Angebot, wobei mir zum Testen die UC-Version zur Verfügung steht, die zusätzlich zu Teams, Google Meet und Zoom noch mit Tencent Meeting, Lark und DingTalk funktionieren soll. Bei der Teams-Version bist du wie beim Audio Dock auf Teams, Google Meet und Zoom begrenzt, wobei sie die wichtigsten Videocall-Dienste bei uns sein sollten.

Die Tasten auf dem Audio Dock.
Die Tasten auf dem Audio Dock.
Foto: Jan Johannsen

Beim Audio Dock von Microsoft haben die Tasten einen kurzen Hub und ich bin mir sicher, wann ich eine gedrückt habe. Beim Logi Dock gibt es dagegen kein haptisches Feedback. Mich weisen nur Veränderungen an der Beleuchtung und ein Signalton auf eine erfolgreiche Eingabe hin. Ich drücke lieber auf dem Audio Dock herum.

Die Tasten auf dem Logi Dock.
Die Tasten auf dem Logi Dock.
Foto: Jan Johannsen

Allerdings stellt mich keine der Dockingstations bei der Bedienung über die Tasten völlig zufrieden. Ich habe sie vor allem bei Videocalls mit Teams genutzt und selbst das Audio Dock von Microsoft war nicht immer mit der Software im Einklang. Ich musste mich anfangs oft doch noch mit der Maus stumm schalten oder wieder hörbar machen. Mit der Zeit wurden beide zuverlässiger und das Logi Dock zeigt die Stummschaltung oder eine ausgeschaltete Kamera durch eine rote Leuchte an. Beim Audio Dock färbt sich die Mikrofontaste ebenfalls rot ein.

Da ich regelmäßig zwischen den beiden Dockingstations hin und her gewechselt habe, könnte die alte Weisheit vom Aus- und wieder Anschalten auch hier geholfen haben. Allerdings würde ich mir von beiden wünschen, dass sie es auf Anhieb reibungslos hinbekommen.

Fazit: Mehr Ordnung auf dem Schreibtisch, aber Chaos bei der Bedienung

Das Audio Dock von Microsoft und das Logi Dock von Logitech helfen dabei, Ordnung auf dem Schreibtisch im Homeoffice zu halten. Zusätzliche Mikrofone oder Lautsprecher sind für Videocalls nicht mehr nötig. Das Logi Dock bietet mehr Anschlüsse und einen etwas besseren Sound. Beim Audio Dock gefällt mir dafür die Bedienung besser und es kostet halb so viel.

Bei der Bedienung gibt es noch Optimierungspotenzial und die Erreichbarkeit der Anschlüsse überzeugt mich bei keiner der Dockingstations. Falls du häufiger die verbundenen Geräte wechseln willst, erscheint mir eine Kombination aus gutem Kopfhörer oder Headset sowie einer normalen Dockingstation oder einem USB-Hub sinnvoller.

Titelfoto: Jan Johannsen

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Jan Johannsen
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jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de. 


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