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Zum 50-jährigen Jubiläum gibts eine neue Olympus OM-1

David Lee
Zürich, am 15.02.2022

Mit der Olympus OM-1 bringt OMDS ein neues Spitzenmodell auf den Markt. Die Auflösung bleibt der Sensorgrösse angemessen moderat. Dafür ist die Kamera sehr schnell.

1972 brachte Olympus die OM-1 heraus. Sie galt damals als leichteste Spiegelreflexkamera. 50 Jahre später gibt es erneut eine OM-1. Obwohl auch sie relativ klein und leicht ist, dürfte der Name primär andere Gründe haben. Denn der Hersteller trägt das OM ebenfalls im Namen. Wir erinnern uns: Per Anfang 2021 hat Olympus die Foto-Sparte an das neu gegründete Unternehmen OM Digital Solutions übergeben. Im Moment darf OMDS den Namen Olympus noch verwenden, doch sobald die Rechte abgelaufen sind, werden die Kameras nur noch «OM» heissen.

Die OM-1 ist die Nummer eins im Line-Up, sprich: das neue Spitzenmodell. Und es lässt sich bereits aus den technischen Daten herauslesen, dass OMDS viel verbessert hat.

OM-1 Body (20.40 Mpx, Micro Four Thirds)
2399.–
OM System OM-1 Body (20.40 Mpx, Micro Four Thirds)
10

Der Sensor ist eine Neuentwicklung. Es handelt sich um einen Stacked Sensor, der viel schneller ausgelesen werden kann. Der neue Sensor verbessert ausserdem das Rauschverhalten und die Dynamik.

Nicht verbessert hat sich die Auflösung – sie bleibt bei relativ bescheidenen 20 Megapixeln. Allerdings kann die Kamera mit der Funktion Hi-Res-Shot Bilder bis 80 Megapixel erzeugen. Dabei werden in kürzester Zeit mehrere Aufnahmen geschossen und zusammengerechnet. Das geht auch ohne Stativ, dann resultieren immerhin noch 50 Megapixel. Ich konnte das bereits kurz ausprobieren und mich davon überzeugen, dass es funktioniert. Auch wenn es nicht dasselbe ist wie ein Bild mit nativ 50 oder 80 Megapixeln, löst es klar höher auf als im normalen Modus.

20 Megapixel (normale Aufnahme)
20 Megapixel (normale Aufnahme)
80 Megapixel (Hi-Res-Shot)
80 Megapixel (Hi-Res-Shot)

Das Feature ist nicht neu, aber das Verrechnen der Einzelbilder geht mit der OM-1 deutlich schneller. Das hat mit dem neuen Bildprozessor der Kamera zu tun: Dieser ist laut Hersteller dreimal so schnell wie frühere Olympus-Bildprozessoren.

Apropos schnell: Die OM-1 schiesst bis zu 50 Fotos pro Sekunde mit nachgeführtem Autofokus. Der neue Autofokus erkennt diverse Fahr- und Flugzeuge, sowie Vögel, Hunde und Katzen. Die Gesichts- und Augenerkennung wurde laut OMDS ebenfalls deutlich verbessert. Ohne Nachführung von Belichtung und Fokus erreicht die Kamera sogar 120 Bilder pro Sekunde.

Der eingebaute Bildstabilisator kompensiert alleine bis zu sieben Belichtungsstufen – in Kombination mit dem Objektiv-Bildstabilisator acht Stufen. Passend dazu gibt es eine Graufilter-Simulation für bis zu sechs Belichtungsstufen. Lange Belichtungszeiten sind damit bei Tag möglich, selbst wenn für ein Objektiv kein Graufilter zur Verfügung steht.

Der elektronische Sucher bietet laut Hersteller 5,76 Millionen Bildpunkte und eine Wiederholrate von 120 Hz. Die OM-1 ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt (IP53) sowie bis –10 Grad Celsius funktionstüchtig.

Obwohl sich die OM-1 in erster Linie an Fotografen richtet, kann sie auch im Video-Bereich einiges. Sie nimmt 4K-Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf, Full HD mit bis zu 240 Bildern. Nebst H.264 mit 8 Bit Farbtiefe steht auch H.265 mit 10 Bit zur Verfügung. Auf einem externen Rekorder zeichnet die Kamera bei Bedarf RAW-Material in 12 Bit und 4:4:4-Abtastung auf. Fürs Color Grading gibt es OM-Log, für HDR das Hybrid-Log-Gamm (HLG).

Die Olympus OM-1 ist voraussichtlich ab Anfang März 2022 verfügbar. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei 2399 Franken respektive 2199 Euro. Gleichzeitig mit der OM-1 kommen zwei neue Objektive auf den Markt. Das 12-40mm f/2.8 PRO II verbessert die Bildqualität des Vorgängers und ist im Kit mit der OM-1 erhältlich. Das 40-150mm F4.0 PRO ist eine günstigere Alternative zum bestehenden 40-150mm-Objektiv mit Lichtstärke f/2,8.

OM-1 Kit (12 - 40 mm, 20.40 Mpx, Micro Four Thirds)
–5%
2847.–statt 2999.–
OM System OM-1 Kit (12 - 40 mm, 20.40 Mpx, Micro Four Thirds)
6
M.Zuiko ED 12-40mm f/2.8 Pro II
844.–
OM System M.Zuiko ED 12-40mm f/2.8 Pro II
1
M.Zuiko Digital ED 40-150mm F4.0 Pro
838.–
OM System M.Zuiko Digital ED 40-150mm F4.0 Pro
6

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Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere. 


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