Michelle Brändle
Hintergrund

Zu Besuch bei Dreame in China

Dreame ist bei uns vor allem für ihre Staubsaugerroboter bekannt. Am Hauptsitz nahe Shanghai gibt es aber weitaus mehr zu sehen: vom Geschirrspüler bis zum smarten Ring. Ich durfte einen Blick in die Fabriken und Testlabore werfen.

Seit der Gründung 2017 hat sich Dreame zu einem der grossen Player bei Staubsaugerrobotern entwickelt. Inzwischen will das Unternehmen auch in anderen Bereichen ganz vorne mitspielen und zeigt mir ihre neuen Geschirrspüler, Klimaanlagen und Waschmaschinen.

Noch spannender ist aber, wie der Herstellungsprozess ihrer Staubsauger aussieht und wie Dreame die Langlebigkeit ihrer Produkte testet.

Hauptquartier und Showroom: einmal alles

Der erste Stopp meines Ausflugs mit Dreame: der Hauptstandort in Suzhou im Osten Chinas. Hier steht der Showroom des Herstellers und ich bin erstmal äusserst beeindruckt vom umfassenden Lineup. Neben Staubsaugern und Saugrobotern sehe ich Waschmaschinen, Backöfen, Klimaanlagen, Haartrockner – und sogar einen smarten Ring. Mitarbeitende erklären die Geräte und die jeweiligen Konzepte dahinter.

Die Staubsauger von Dreame kennst du vielleicht...
Die Staubsauger von Dreame kennst du vielleicht...
...aber neuerdings gibt es auch Waschmaschinen von Dreame...
...aber neuerdings gibt es auch Waschmaschinen von Dreame...
...und Klimaanlagen!
...und Klimaanlagen!

Was davon alles wann nach Europa kommen soll, bleibt noch offen. Dreame ist da aber zuversichtlich: Vom Geschirrspüler gibt es bereits eine europäische Version.

Die Geschirrspüler von Dreame. Rechts ist die Europa-Version.
Die Geschirrspüler von Dreame. Rechts ist die Europa-Version.
Der smarte Ring soll es 2027 nach Europa schaffen.
Der smarte Ring soll es 2027 nach Europa schaffen.

Fabrik und Testlabor: Hier wird geputzt, was das Zeug hält

Weitaus spannender als der Showroom finde ich die beiden Fabrikationsgebäude, in denen ich jeweils eine sehr kurze Führung bekomme. Sie befinden sich ebenfalls in Suzhou.

Zunächst sehe ich die Montagelinie, von Dreame als «Assembly Line» betitelt, auf der die Saugroboter im Akkord zusammengebaut werden. Das Förderband bringt alle rund 45 Sekunden ein neues Gerät zur nächsten Station. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist für einen spezifischen Arbeitsschritt zuständig. Fotografieren ist hier nicht erlaubt. Deshalb habe ich die Szene später aus dem Gedächtnis skizziert.

Die Assembly Line aus meiner Erinnerung skizziert. Die Kabel an den Füssen der Leute sind für die Antistatik.
Die Assembly Line aus meiner Erinnerung skizziert. Die Kabel an den Füssen der Leute sind für die Antistatik.

Für den Zutritt muss ich Schutzkleidung tragen. Die Mitarbeitenden sind in Blau gekleidet, Besuchende erhalten auffällige orangefarbene Overalls. Bei mir sieht das so aus:

So sieht die Schutzkleidung für Besuchende aus. Dreame als Trendsetterin?
So sieht die Schutzkleidung für Besuchende aus. Dreame als Trendsetterin?

Die nächsten Räumlichkeiten, die ich besuchen darf, sind die Testlabore. Hier testet der Hersteller, wie lange die Staubsauger durchhalten: ob bei der Nutzung der Wassertanks, dem vielfachen Verwenden der Wischmopps oder der letztendlichen Abnutzung durch Menschenhand. Alles soll so genau wie möglich geprüft werden, damit die Geräte auch die versprochenen Garantiezeiträume durchhalten.

Hier wird getestet, wie sich die Wassertanks verhalten.
Hier wird getestet, wie sich die Wassertanks verhalten.
Ein Roboter mimt das Saugen.
Ein Roboter mimt das Saugen.
Hier wiegen Mitarbeitende, wie viel Wasser nach dem Wischen des Bodens im Lappen hängen bleibt.
Hier wiegen Mitarbeitende, wie viel Wasser nach dem Wischen des Bodens im Lappen hängen bleibt.

Die Staubsauger sollen möglichst jedes Szenario des Alltags meistern – und auch das wird simuliert. Egal welche Böden dein Haus hat, welche Flüssigkeit und welche Partikel weg müssen: Die Reinigungsleistung muss stimmen. Deshalb werden die Staubsauger allen möglichen Tests unterzogen.

In diesem Raum werden die Sauger auf verschiedensten Untergründen getestet.
In diesem Raum werden die Sauger auf verschiedensten Untergründen getestet.
Auch das Saugen unter Möbeln wird geprüft.
Auch das Saugen unter Möbeln wird geprüft.

Mein Highlight: Die Mitarbeitenden dürfen ihre pelzigen Begleiter von daheim in einem eigenen Raum unterbringen. Schliesslich sind auch Tierhaare ein gutes Testszenario für Saugroboter. Wie sich die Katzen hier wohl fühlen?

Der Extraraum für Haustiere.
Der Extraraum für Haustiere.

Zu guter Letzt müssen die Geräte heil bei der Kundschaft ankommen. Auch hierfür wird rege getestet. Ob permanentes Schütteln oder heftiges Zusammenpressen: Die Verpackung muss die Saugroboter möglichst gut und auf langen Strecken schützen.

Hier testet Dreame die Verpackung auf ihre Robustheit.
Hier testet Dreame die Verpackung auf ihre Robustheit.

Auch wenn Dreame mir nur einen flüchtigen Blick in die Welt der Staubsauger und Saugroboter gewährt hat, bin ich beeindruckt. Von den vielen Menschen, die dahinter stecken. Davon, wie viel getestet, gesaugt und gemessen wird. Und davon, wie viel Arbeit hinter einem einzelnen Saugroboter steckt: von der ersten Idee bis er dann tatsächlich in eine Schweizer Wohnung kommt.

Bei meinem nächsten Wohnungsputz werde ich mich jedenfalls nicht mehr beklagen, wie mühsam das Staubsaugen ist. Schliesslich machen die Mitarbeitenden von Dreame das dort beruflich den ganzen Tag – immerhin in einem cooleren Outfit.

Dreame hat mich für vier Tage nach Suzhou und Shanghai eingeladen. Alle Kosten wurden vollständig von Dreame übernommen.

Titelbild: Michelle Brändle

3 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


Haushalt
Folge Themen und erhalte Updates zu deinen Interessen

Hintergrund

Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

Alle anzeigen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • Hintergrund

    Von Koffermobil bis Hundemassage: IFA-Gadgets zum Schmunzeln

    von Stefanie Lechthaler

  • Hintergrund

    Banane, Plüsch und Knarre: Wer braucht schon eine solche Handyhülle?

    von Stefanie Lechthaler

  • Hintergrund

    «Little Nightmares 3» sieht schaurig schön aus

    von Kevin Hofer

1 Kommentar

Avatar
later