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WD zeigt Enterprise‑HDD‑Roadmap bis 100 TB – 2026 starten die 40‑TB‑Modelle

Martin Jud
5.2.2026

WD zeigt eine Enterprise‑HDD‑Roadmap, die bis 2029 Kapazitäten von über 100 TB vorsieht. Den Anfang machen 40‑TB‑Modelle, die noch 2026 in Serie gehen sollen. Der Hersteller tritt künftig nur noch unter dem Namen «WD» auf.

Die Marke Western Digital ist Geschichte. Laut Pressemitteilung nimmt der Speichermedienhersteller ein Rebranding vor und tritt künftig nur noch als «WD» auf. Noch wichtiger ist jedoch die neue Enterprise‑HDD‑Roadmap, die wieder grössere Kapazitätssprünge vorsieht.

Den Anfang sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 Modelle mit 40 TB machen, die auf den Schreibtechniken UltraSMR und ePMR basieren. WD qualifiziert diese gerade bei zwei grossen Cloudanbietern. Parallel dazu testet WD seine ersten HAMR‑Modelle, die 2027 in die Massenfertigung starten sollen. Bis 2029 will WD deren Kapazität auf über 100 TB steigern. Dahinter steckt eine Doppelstrategie: ePMR wird weiter ausgereizt, während HAMR die nächste Stufe zündet. Gleichzeitig positioniert sich WD als Infrastrukturpartner für AI‑getriebene Rechenzentren.

Die Kapazitätsziele sind klar gesteckt: ePMR wächst bis 60 TB, HAMR über 100 TB. Und zwar ohne erzwungene Technologie‑Wechsel. Beide Verfahren basieren auf derselben Grundarchitektur, was die Fertigung vereinfacht und Kunden den Übergang erleichtert. Wer heute ePMR nutzt, kann später auf HAMR wechseln, ohne seine Infrastruktur umzubauen.

Mehr Leistung: WD schiebt die HDD in eine neue Kategorie

AI‑Workloads erzeugen nicht nur mehr Daten, sie verlangen auch höhere Bandbreiten. WD führt deshalb zwei neue Technologien ein, die die Festplatten aus ihrer Komfortzone holen.

Die erste heisst «High Bandwidth Drive». Mehrere Köpfe lesen und schreiben gleichzeitig auf mehreren Spuren. Das verdoppelt die Bandbreite und soll langfristig sogar bis zu achtmal so viel Durchsatz ermöglichen. Erste Muster sind bereits bei Kunden.

Die zweite heisst «Dual Pivot». Ein zusätzlicher, unabhängig arbeitender Aktuator erhöht die sequentielle IO‑Leistung und erlaubt engere Abstände zwischen den Plattern. Dadurch steigt nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Kapazität. Die Technik soll ab 2028 in Serienlaufwerken auftauchen.

Kombiniert sollen beide Ansätze die sequentielle IO‑Leistung vervierfachen. Das ist entscheidend, weil steigende Kapazitäten sonst dazu führen würden, dass die IO‑Leistung pro Terabyte sinkt. WD will genau das verhindern.

Weniger Stromverbrauch für AI‑Cold‑Data

AI‑Training erzeugt riesige Mengen an Daten, die selten genutzt werden, aber trotzdem schnell zugreifbar bleiben müssen – sogenanntes AI‑Cold‑Data. Archivspeicher ist dafür zu langsam, klassische Kapazitäts‑HDDs zu stromhungrig. WD führt deshalb eine neue Klasse ein: «Power‑Optimized HDDs».

Diese Laufwerke sollen 20 Prozent weniger Energie verbrauchen, gleichzeitig mehr Kapazität bieten und trotzdem innerhalb von Sekunden reagieren. Sie sind für Daten gedacht, die zu aktiv für Archivspeicher, aber zu teuer für Flash sind. Die Qualifikation soll 2027 beginnen.

Parallel dazu arbeitet WD an einer Software‑Schicht, die den Einsatz neuer Laufwerke vereinfachen soll. Grosse Cloudanbieter sollen damit schneller auf neue HDD‑Generationen wechseln können, ohne ihre Infrastruktur umzubauen. Die Plattform soll 2027 starten und vor allem die Qualifikation neuer Modelle beschleunigen.

Titelbild: Shutterstock

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Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.


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