Star Wars: Ich habe mit Episode IX begonnen und erzähle dir, was in  I bis VIII passiert

Star Wars: Ich habe mit Episode IX begonnen und erzähle dir, was in I bis VIII passiert

Carolin Teufelberger
Zürich, am 20.12.2019
Ich hatte noch nie einen Star-Wars-Film gesehen, als ich mir «Star Wars: The Rise of Skywalker» im Kino gegeben habe. Jetzt, da ich das Ende kenne, erzähle ich dir, was vorher passiert ist. Film für Film. Mein einziges Vorwissen: die Titel.

Ein Experiment. Was passiert, wenn jemand, der im Leben noch keinen «Star Wars»-Film gesehen hat – ich zum Beispiel –, «Star Wars» erklärt? Und zwar jeden einzelnen Film?

Ich will’s rausfinden.

Das einzige Vorwissen, das ich habe, sind die Filmtitel. Und: Ich kenne das Ende. Habe mir nämlich kürzlich «Star Wars: The Rise of Skywalker» im Kino angesehen – ja, das fand ich eine gute Idee.

Da wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt.
Da wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt.

Ich weiss also, wohin die Reise gehen soll. Und aus dem Kontext des Films habe ich mir zusammengereimt, wo sie in etwa begonnen hat. Darum bin ich mir sicher, dass ich «Star Wars» genauso gut nacherzählen kann wie die eingefleischtesten Fans, die im braunen Morgenmantel und ruhenden Lichtschwert auf dem Schoss ins Kino gehen. Ganz bestimmt.

Mach dich auf was gefasst.

Episode I: The Phantom Menace

Alles scheint friedlich. Die hell gekleideten – weil gut – Jedi mit ihrem Anführer Yoda (Ja, auch ich kenne Memes) leben in ihrer Welt vor sich hin und schwingen ihre Lichtschwerter nur zu Übungszwecken. Es kann nicht schaden, etwas Selbstverteidigung zu beherrschen. Schliesslich kennt jeder das berüchtigte Sprichwort «die Ruhe vor dem Sturm». Als hätten sie es geahnt, braut sich eine dunkle Macht zusammen – the Phantom Menace. Die dunkel gekleideten – weil böse – Sith bedrohen das jedische Idyll. Das geht nicht, finden die Jedi, und bereiten sich deshalb auf den Kampf vor, um ihr theoretisches Kampfwissen in die Tat umzusetzen.

Es kommt zum Eklat im Weltall. Die Geschichte nennt sich schliesslich «Star Wars». Darth Vader, Anführer der Sith, gegen Yoda. Das Böse kann zwar in die Flucht geschlagen werden, aber das nächste Schlamassel ist nicht weit. Eine Jedi-Ritterin fühlt sich vom Bad Boy Image Darth Vaders angezogen und kommt ihm näher. Vor allem seine gruselige Maske, die er nie absetzt, übt einen gewissen Reiz auf sie aus.

Episode II: Attack of the Clones

Die Welt nach dem Sith-Angriff ist für die Jedi nicht mehr dieselbe. Immerhin konnten sie die Sith unter Kontrolle halten. Doch es bleibt keine Zeit zum Däumchen drehen. Palpatine wittert schon die nächste Chance, das Gute zu besiegen. Er ist oberster Anführer des Bösen, also sozusagen CEO, während Darth Vader das operative Geschäft leitet, was in etwa einem COO entspricht. Palpatine sieht die sich anbahnende Beziehung zwischen der Jedi-Ritterin und Vader als mögliche Schwachstelle des weiss gekleideten Volks. Darth Vader soll die Frau weiter bezirzen und ihre Zerrissenheit nutzen, um sie als Spitzel zu gewinnen.

Da die Sith von der ersten Schlacht wahnsinnig geschwächt sind, mischen sich die Klonkrieger in den Konflikt ein. Sie arbeiten als Söldner auf der Seite des Bösen. Darth Vader sieht seine Chance, seinen Widersacher Yoda endlich platt zu machen. Doch der hat ein Ass im Ärmel und holt all die befreundeten Völker von anderen Planeten ins Boot. So siegt das Gute doch wieder einmal über das Böse – vorerst. Denn das zwischenmenschliche Drama läuft weiter. Die Jedi-Ritterin mit einem Faible fürs Böse ist schwanger.

Hoppla, das wird Yoda gar nicht freuen.

Episode III: Revenge of the Sith

Die Sith können es nicht sein lassen. Als wären sie einmal zu oft auf den Kopf gefallen und als würden sie seither an Amnesie leiden, nehmen sie es wieder mit den Jedi auf. Dieses Mal können sie fast nicht verlieren, denn sie haben den Todesstern, ein Monstrum eines Raumschiffs, das mit allen Schikanen ausgestattet ist: Es kann ganze Planeten zerstören und schirmt seine bösen Insassen gegen die meisten Angriffe ab. Aber eben nur die meisten: Der gewiefte Jedi-Meister Yoda weiss, dass der Todesstern von innen heraus zerstört werden muss.

Jetzt ist es er, der die verstörende Hassliebe zwischen Darth Vader und der Jedi-Ritterin nutzen will, um den Sieg für das Gute zu erlangen. Sie soll ihn bezirzen und sein böses Hirn durch einen Cocktail an Endorphinen verwirren, damit er den Blick fürs Wesentliche verliert: die Zerstörung des Guten. Das ist ihre Chance, ihrem Jedi-Volk zu zeigen, auf welcher Seite sie wirklich steht. Das klappt aber alles nicht so wie geplant, weil die Ritterin einen Soft Spot hat: den kleinen Luke aus ihrer stürmischen Beziehung mit dem Sith-Anführer.

Der Mutterinstinkt setzt ihr Kämpfernaturell kurzerhand ausser Betrieb und lässt sie an das Gute in Vader glauben. Der Wunsch nach einer intakten Familie ist zu gross. Sie lässt Vader gewähren. Der nutzt das aus und zerstört den Heimatplaneten der Jedi. Die Rache der Sith scheint perfekt. Doch die Jedi lassen das nicht auf sich sitzen und machen sich auf Richtung Todesstern, um Yodas Plan auszuführen. Doch sie unterschätzen die Schlagkraft der Sith und verzeichnen grosse Verluste. Nur einige tollkühne Kämpfer um den Anführer Yoda und die Geliebte Darth Vaders retten sich aus der Gefahrenzone und lassen sich auf dem Heimatplaneten eines befreundeten Volks nieder.

Episode IV: A New Hope

Dort ist eine neue Generation an Jedi-Rittern herangewachsen. Sie geben dem geschwächten Volk neue Hoffnung, das Böse endgültig zu besiegen. Luke hat unterdessen auch eine zwei Jahre jüngere Schwester namens Leia. Fun Fact: Luke und Leia wissen nicht um ihren wahren Vater, bis der alte Spielverderber Darth Vader Luke darüber in Kenntnis setzt – ja, selbst als Star-Wars-Unwissende kenne ich die berühmte «I’m your father»-Szene.

Der tapfere Jedi-Ritter ist total perplex, setzt seine ganze Existenz in Frage. Ist er eigentlich gar nicht wirklich auf der guten Seite? Der stark gealterte Yoda versucht ihm dies in seiner charmanten Satzstellung auszureden. Doch die Zweifel bleiben dem jungen Kämpfer. Leia hingegen verdrängt ihren Schmerz und konzentriert sich auf ihr Liebesleben. Sie beginnt ein Techtelmechtel mit Han Solo, einem adretten Burschen von dem Planeten, wo die Jedi jetzt leben. So lernt sie auch seinen Weggefährten Chewbacca kennen und platonisch lieben.

Episode V: The Empire strikes back

Die Jedi scheinen abgelenkt von Liebesangelegenheiten und Selbstzweifeln. Das wollen die Sith nutzen. Darth Vader gibt nicht viel auf eine funktionierende Vater-Sohn-Beziehung, dennoch versucht er die Saat des Bösen in Luke zu pflanzen und ihn auf seine Seite zu ziehen. Das scheint ihm zu gelingen; Luke verbringt viel Zeit bei seinem Vater im Hauptquartier des Bösen.

Die Sith sind siegessicher, denn die Jedi sind nichts ohne ihren besten Kämpfer Luke. Die anderen Jedi tun alles dafür, ihn wieder zurück auf die richtige Seite zu holen. Doch Lukes Zweifel sind zu gross. Er ist der Meinung, dass er eines Jedis unwürdig ist und nicht mehr zurückkehren kann. Er kann das Böse in sich nicht leugnen und begibt sich mit den Sith zum Falcon, der Raumstation der Jedi. Im Kampf bringt er es aber nicht über sich, seine Schwester zu töten, als er offensichtlich Gelegenheit dazu hat.

Leia weiss nun, dass es Hoffnung für Luke gibt. Sie und die restlichen Jedi erinnern ihn daran, wie wichtig Freundschaft ist und so gewinnt das Gute in Luke doch noch die Oberhand. Nur durch mithilfe dieses Zusammenhalts können sie den Sith die Stirn bieten und das Volk der Jedi wieder aufbauen.

Episode VI: Return of the Jedi

Luke, Han Solo, Leia, Chewie, C3PO und R2D2 und wie sie alle heissen kämpfen nun wieder auf der gleichen Seite. Die Jedi bäumen sich in der lange andauernden Schlacht um das Schicksal der Galaxis wieder auf. Angetrieben durch die Wut Lukes auf seinen Vater wollen die Jedi-Ritter den Sith endgültig den Garaus machen.

Sie haben einen einfachen, aber effektiven Plan: mind over matter. Sie vertrauen vor allem auf ihre Willensstärke und auf ihren inneren Zusammenhalt. Das ist viel mehr wert als die moderne Ausrüstung und die krassen Schlachtschiffe ihrer Gegner. Endlich soll der Todesstern zerstört werden. Luke dient als Köder. Unter dem Vorwand, sich für die dunkle Seite entschieden zu haben, begibt er sich in die Kommandozentrale des Todessterns zu seinem Vater und Palpatine. Sobald die beiden genug Vertrauen zum Jedi gefasst haben, schlägt er mit seinem Lichtschwert zu. Draussen ist schon Verstärkung unterwegs, die die Sturmtruppler in Schach hält.

Luke gelingt es, den grossen Meister Palpatine zu besiegen. Als wäre das nicht schon schön genug, ist schon wieder jemand schwanger: Leia und Han Solo erwarten ein gemeinsames Kind. Ach, kann das Leben schön sein. Die Jedi sind zurückgekehrt...

… aber Darth Vader entkommt.

Episode VII: The Force Awakens

Die alternden Jedis Han Solo, Leia und Luke übergeben das Zepter langsam aber sicher an ihre Nachfahren. Ben, der Sohn von Han und Leia, ist zu einem jungen Mann herangereift und erlernt die Kampftechniken der Jedi-Ritter. Während seiner Ausbildung trifft er auf Figuren anderer Völker und Planeten: Rey ist Plünderin, Poe schiebt Gewürze auf dem Planeten Kijimi umher und Finn war bis vor Kurzem als Sturmtruppler bei den Sith angestellt.

Sie alle sind etwas verloren. Wissen nicht, was ihre Bestimmung ist. Als sich der Himmel wieder verdunkelt und das Böse einen neuen Angriff plant, bittet Ben seine neuen Freunde, sich den Jedi anzuschliessen, denn die können jede Hilfe brauchen. Die alte Garde um Luke, Leia und Han sind erst nicht begeistert, lassen sich aber vom Kampfeswillen und der Selbstlosigkeit der Jungen überzeugen. Sie begeben sich auf eine waghalsige Mission, deren Ziel es ist, den Aufenthaltsort von Darth Vader ausfindig zu machen und diesen endgültig zu besiegen. Was ihnen am Ende natürlich gelingt.

Die Macht ist wieder erwacht. Oder so.

Episode VIII: The Last Jedi

Rey, Poe und Finn werden offiziell ins Ausbildungsprogramm der Jedi aufgenommen. Doch das Glück währt nicht lange. Palpatine, den die Jedi tot glauben, zieht im Hintergrund immer noch die Fäden der Sith. Er ist aber so schwach, dass er als Schatten seiner selbst lediglich Befehle von seinen dunklen Generälen ausführen lässt. Sein Plan: den Zusammenhalt der Jedi wieder einmal zerstören. Denn auch das Böse weiss um die grösste Stärke der weissen Ritter.

Dieses Mal versucht Palpatine unbemerkt und ohne sein Überleben preiszugeben, einen Keil zwischen Ben und den Rest seines Volkes zu treiben. Denn als Sohn von Leia ist er der Enkel von Darth Vader und trägt dementsprechend dessen dunkle Gene in sich. Das scheint erst nicht zu funktionieren, doch als Ben merkt, dass Finn und Rey – in die er eigentlich verschossen ist – immer mehr Zeit miteinander verbringen, wird er verletzlich. Die Zerrissenheit bleibt den anderen nicht verborgen. Dennoch begeben sie sich alle gemeinsam auf einen anderen Planeten, um sich dort Hilfe von einem Einwohner zu holen, der gerüchterweise um die grösste Schwäche der Sith weiss.

Die Falle schnappt zu. Der Einwohner existiert nicht. Stattdessen wartet eine scheinbar führerlose Armee von Sturmtrupplern – die First Order – auf unsere jungen Helden. Beim Versuch, zu flüchten, erhält Ben den endgültigen Dolchstoss von Rey, als sie in einer Auseinandersetzung mit den Sturmtruppen Bens Hilfe verweigert; sie spürt, dass Ben nicht mehr derjenige Ben ist, den sie einst kennen und schätzen gelernt hat.

Für Ben gibt es nun keinen Grund mehr, seine böse Seite länger zu verdrängen. Er übernimmt die Führung über die First Order und ändert seinen Namen zu Ren, da Ben viel zu harmlos klingt. Mit der neuen Armee rottet er eigenhändig das Jedi-Volk aus. Han Solo, sein Vater, und Luke Skywalker, sein Onkel, fallen Rens Jedi-Klinge zum Opfer.

Jetzt ist Rey die letzte Jedi im aktiven Dienst, die übrig geblieben ist. Die letzte Hoffnung der Galaxis.


Danach folgt «Episode IX: The Rise of Skywalker». Deren Inhalt will ich euch natürlich nicht verraten. Ich bin ja kein Unmensch. Aber habe ich euch zuviel versprochen? Hat sich nicht alles genau so zugetragen?

Wenn nicht, dann wäre ich schon ziemlich erstaunt.

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Editor, Zürich
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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