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Spotify: Mit einem Haken gegen KI-Musik

Spotify führt ein grünes Häkchen ein. Dies soll zeigen, ob die Musik tatsächlich von einem Menschen gemacht wurde.

Wenn du auf Spotify unterwegs bist, sollst du künftig schneller erkennen können, ob hinter einem Künstlerprofil ein echter Mensch steckt. Oder, um es präziser auszudrücken, ob ein Mensch die Musik selbst produziert, oder nur bei Suno und Co. aufs Knöpfchen gedrückt hat. Der Streamingdienst hat dazu ein neues Kennzeichen eingeführt: «Verified by Spotify». Ein hellgrünes Häkchen zeigt dir an, dass ein Profil als «authentisch» eingestuft wurde. Damit reagiert das Unternehmen auf eine Entwicklung, die du vielleicht selbst schon bemerkt hast: Immer mehr Musik entsteht mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (oder gänzlich durch Künstliche Intelligenz) und wird massenhaft auf Plattformen hochgeladen.

Wie verifiziert Spotify die Künstler und Künstlerinnen?

Das neue Abzeichen bekommst du als Künstler nicht einfach gegen Bezahlung, wie das teilweise bei Social-Media-Plattformen abläuft. Spotify prüft verschiedene Kriterien. Dazu gehören etwa Konzertauftritte, Merchandising-Angebote oder verknüpfte Social-Media-Profile. Auch eine gewisse Aktivität auf der Plattform spielt eine Rolle. Künstler müssen eine kontinuierliche Hörerschaft vorweisen und sich an die Regeln des Dienstes halten. Eine Identitätsprüfung mittels Ausweis oder Ähnlichem ist nicht geplant. Stattdessen bewertet der Dienst das «Gesamtbild eines Künstlerprofils».

Der Haken wird von Spotify nach verschiedenen Kriterien vergeben.
Der Haken wird von Spotify nach verschiedenen Kriterien vergeben.

Warum und warum jetzt?

In den letzten Monaten hat die Zahl an KI-generierten Songs stark zugenommen. Kein Wunder: Bei zahlreichen Plattformen kann jede und jeder mit ein paar Prompts auf Knopfdruck Musik generieren lassen. Innerhalb weniger Minuten und in bisweilen erstaunlicher Qualität. Entsprechend sehen sich die Streamingplattformen mit einer Flut solcher Inhalte konfrontiert. Auch dies liegt nahe: So lässt sich Geld verdienen. Zudem existieren in vielen Ländern noch keine griffigen juristischen Massnahmen, die dies eindämmen könnten.

Wie geht Spotify jetzt vor

Zum Start richtet sich die Verifizierung klar an Künstler, die als «echt» gelten. Profile, die hauptsächlich KI-generierte Musik oder künstliche Personas darstellen, schliesst Spotify zunächst aus. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass sich die «Definition von Authentizität weiterentwickeln kann». Die Grenzen zwischen menschlicher Kreativität und KI-Unterstützung seien fliessend.

Laut Spotify sollen aber von Anfang an mehr als 99 Prozent der häufig gesuchten Künstler ein solches Abzeichen erhalten. Darunter finden sich viele unabhängige Acts, nicht nur grosse Namen aus Major-Labels. Neben dem Häkchen testet Spotify zusätzliche Funktionen: So sind zum Beispiel Bereiche geplant, die wichtige Infos wie Veröffentlichungen, Tourdaten oder andere Aktivitäten bündeln. Bis dies flächendeckend ausgerollt ist, kann es aber noch dauern.

Das neue System löst natürlich nicht alle Probleme. Aktuell hast du zum Beispiel keine Möglichkeit, gezielt nur verifizierte Künstler zu filtern. Zudem bleibt unklar, wie Spotify und Co. langfristig mit gänzlich KI-generierter Musik umgehen – was sich bei der unklaren Rechtslage wohl kurzfristig auch nicht ändert.

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Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.


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