SanDisk Extreme V2: Auch ohne USB 3.2 Gen2x2 verdammt schnell
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SanDisk Extreme V2: Auch ohne USB 3.2 Gen2x2 verdammt schnell

Kevin Hofer
Zürich, am 02.04.2021
Im Gegensatz zur Pro-Version setzt die SanDisk Extreme V2 auf den verbreiteten Standard USB 3.2 Gen2. Damit sind theoretisch Geschwindigkeiten bis zu 10 Gbps möglich. Die externe SSD nutzt diese Bandbreite beinahe vollständig aus.

Kleiner und mit mehr Kunststoff als Aluminium. Sonst sieht die Extreme V2 beinahe so aus wie ihre grosse Schwester, die Extreme Pro V2 Also auch wieder etwas rau und klobig. Schliesslich ist auch die kleine Schwester für draussen und drinnen gedacht. Die SSD ist IP55-zertifiziert, das heisst, sie ist gegen Staub in schädigender Menge und Strahlwasser aus beliebigem Winkel geschützt. Und auch einen Sturz aus zwei Metern Höhe soll das Teil überleben. Die Aussparung oben rechts ist für einen Karabiner gedacht.

Links die Extreme V2, rechts die Extreme Pro V2.
Links die Extreme V2, rechts die Extreme Pro V2.

Was kann das Teil sonst noch?

Für die Schnittstelle nutzt SanDisk den ASMedia ASM2362. Dieser sorgt für bis zu 10 Gbps Datenübertragung bei USB 3.2 Gen 2. Der ASM2362 ist in vielen externen NVMe SSDs verbaut. Als SSD-Controller werkelt der SanDisk 20-82-10023. Bei der verbauten SSD handelt es sich um eine SN550E. Die SSD verfügt über keinen DRAM-Cache. Beim NAND-Flash kommt BiCS4-Flash mit 96 Schichten Triple Layer Cell zum Einsatz.

Weiter verfügt die Extreme V2 über AED-256-bit-Hardware-Verschlüsselung und fünf Jahre Garantie. Die SSD gibt es entweder mit 500 Megabyte 1, 2 oder 4 Terabyte Kapazität. SanDisk hat mir die 1-TB-Version für den Test zur Verfügung gestellt.

  • Lieferumfang: Externe SSD, sehr kurzes USB-C-Kabel USB-A-Adapter
  • Schnittstelle und Controller: USB-C / USB 3.2 Gen 2; ASMedia ASM2364 und SanDisk 20-82-10023
  • Sequenzielles Lesen und Schreiben: bis zu 1050 MB/s und 1000 MB/s
  • Verbaute SSD: SN550E ohne DRAM
  • NAND-Flash: SanDisk BiCS 4 96L 3D TLC
  • Sicherheit: AED-256-bit-Hardware-Verschlüsselung
  • Grösse (LxBxH) und Gewicht: 110x52x9 Millimeter; 63 Gramm
  • Sonstiges: IP55-zertifiziert und fallsicher aus bis zu 2 Metern

Synthetische Benchmarks

Die Extreme V2 lasse ich gegen ihre grössere Schwester und die T7 von Samsung mit ähnlichen Spezifikationen antreten. Als Testbench kommt meine gut gediente AMD-Bench zum Zuge:

ROG Crosshair VIII Formula (AM4, AMD X570, ATX)
559.–
ASUS ROG Crosshair VIII Formula (AM4, AMD X570, ATX)
Dominator Platinum RGB (2x, 8GB, DDR4-3200, DIMM 288)
158.–
Corsair Dominator Platinum RGB (2x, 8GB, DDR4-3200, DIMM 288)
MP600 (1000GB, M.2 2280)
189.–
Corsair MP600 (1000GB, M.2 2280)
Ryzen 9 3900X (AM4, 3.80GHz, 12-Core)
451.–
AMD Ryzen 9 3900X (AM4, 3.80GHz, 12-Core)

Zum Aufwärmen lasse ich den ATTO Disk Benchmark laufen. Der testet die Lese- und Schreibleistung verschiedener Übertragungsgrössen, von 512 Byte bis 64 Megabyte. Die Angaben zur Lese- und Schreibleistung vieler Hersteller beruhen auf dieser Testmethodik, weil sie die besten Messergebnisse liefert. Bei sequenziellen Zugriffen sind Lese- und Schreibraten deutlich höher als bei zufälligen Zugriffen.

Lese- und Schreibgeschwindigkeit Extreme V2 ATTO Disk Benchmark

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Lese- und Schreibgeschwindigkeit Extreme Pro V2 ATTO Disk Benchmark

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Lese- und Schreibgeschwindigkeit T7 ATTO Disk Benchmark

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Mit bis zu 977 MB/s beim Lesen und knapp 900 MB/s beim Schreiben erreicht die Extreme V2 nicht ganz die angegeben 1050 MB/s respektive 1000 MB/s. Dennoch sind das sehr gute Werte. Sie schlägt die T7 von Samsung um 20 respektive 43 MB/s. Gegen ihre grössere Schwester hat sie jedoch aufgrund der kleineren Bandbreite keine Chance: Die erreicht beinahe je 1 GB/s mehr, ist also mehr als doppelt so schnell. Sonst verhält sich die SSD wie erwartet. Ab etwa 256 KB Dateigrösse entfaltet sie ihr volles Lese- und Schreibpotenzial.

IOPS Extreme V2 ATTO Disk Benchmark

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IOPS Extreme Pro V2 ATTO Disk Benchmark

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IOPS T7 ATTO Disk Benchmark

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Bei den IOPS, den Ein- und Ausgaben pro Sekunde, sieht es ähnlich aus. Die Extreme V2 erreicht etwas mehr Ein- und Ausgaben als die T7. Im Vergleich zur Extreme Pro V2 ist der Unterschied jedoch enorm.

Der Benchmark von Anvil’s Storage Utilities gibt nebst Lese- und Schreibgeschwindigkeiten sowie IOPS auch Antwortzeiten wider. Diese sind bei der Extreme V2 meist deutlich kürzer als bei der T7. Das zeigt sich dann auch im Gesamt-Score: Mit 5051,54 erreicht die externe SSD von SanDisk 34 Prozent mehr Punkte. Der Unterschied zur Extreme Pro V2 ist in diesem Test auch kleiner, er beträgt «nur» 30 Prozent.

Anvil's Storage Benchmark Extreme V2

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Anvil's Storage Benchmark Extreme Pro V2

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T7 Anvil's Storage Benchmark

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Reale Szenarien

Um die Leistung der SSD in realen Szenarien zu testen, kopiere ich verschiedene Dateien vom Systemlaufwerk auf die Extreme Pro V2.

Als erstes ist ein 101 GB grosser Dateiordner mit MP4, RAW-Fotos und einem Premiere-Pro-Projekt dran. Die Extreme V2 benötigt dafür 2 Minuten und 40 Sekunden. Die Geschwindigkeit beträgt durchschnittlich 650 MB/s. Diese kann die SSD während der ganzen Übertragungsdauer durchziehen. Damit ist die V2 53 Sekunden schneller als die T7. Im Vergleich zur V2 Pro zieht sie aber mit über einer Minute Rückstand den Kürzeren.

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Während des Tests wird die Extreme V2 mit maximal 43° Celsius wärmer als ihre grosse Schwester und die T7. Die kommen nur auf 36° respektive 38° Celsius. An der Oberfläche zeigen sich diese Temperaturen deutlich. Ja, am Hotspot sind’s sogar 52° Celsius mit der Wärmebildkamera. Dennoch drosselt die SSD ihre Geschwindigkeit nicht.

Wärmebildaufnahme der Extreme V2 gegen Ende des Tests.
Wärmebildaufnahme der Extreme V2 gegen Ende des Tests.

Beim zweiten Test kopiere ich einen knapp zehn GB grossen Dateiordner mit MTS-, MP4-, MP3-, MOV- und JPEG-Dateien sowie einem anderen Premiere-Projekt. Auch hier ist die Extreme V2 schneller als die T7. Der Unterschied beträgt jedoch lediglich 1 Sekunde. Die grosse Schwester liegt 5 Sekunden vorne. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist in diesem Fall nicht so schnell wie beim ersten Test und liegt bei durchschnittlich 620 MB/s. Ich erkläre mir den Unterschied dadurch, dass in diesem Ordner verschiedene Dateitypen liegen und der Controller deshalb mehr leisten muss. Hinzu kommt, dass der Ordner auch eine höhere Anzahl Dateien beinhaltet, wodurch auch eher die zufälligen Zugriffe als die sequenziellen zum Tragen kommen.

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Beim letzten Test kopiere ich noch einen knapp 4 GB grossen Dateiordner mit RAW-Fotos. Die Extreme V2 setzt sich mit 6 Sekunden genau zwischen die T7 und die Extreme Pro V2. Die sind je 2 Sekunden schneller oder langsamer. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist aber nochmals kleiner als zuvor: Sie beträgt durchschnittlich 550 MB/s. Der Ordner beinhaltet mehr als 160 Dateien. Deshalb sind hier wieder eher die Lese- und Schreibraten des zufälligen Zugriffs entscheidend.

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Aufgrund eines Leserkommentars von User renéweber1 führe ich die Tests auch bei Füllständen von 50, 75 und 85 Prozent durch. Ich wähle 85 und nicht 90 Prozent, damit ich den grössten Ordner überhaupt noch drauf kriege. Die SSD erledigt ihre Aufgabe in allen drei Fällen genau gleich schnell wie bei Leerstand.

Fazit: Reizt die verfügbare Bandbreite beinahe aus

Die Extreme V2 schlägt die T7 von Samsung teils deutlich und geht an die Grenzen dessen, was mit USB 3.2 Gen 2 möglich ist. Dabei ist die SSD auch noch robust, sicher und handlich. Zurzeit spricht eigentlich nur der Preis der T7 für die Konkurrenz von Samsung. Die ist nämlich in der 1 TB-Version mit 150 Franken 11 Prozent günstiger als die Extreme V2 mit 169 Franken in derselben Grösse (beide Stand: 31.03.2021). Falls du auf noch mehr Speed angewiesen bist, springt die grosse Schwester in die Bresche. Mit 202 Franken ist diese aber nochmal teurer und die nötige Hardware brauchst du für USB 3.2 Gen 2x2 auch noch. Die gibt’s dann aber nicht in einer 4-TB-Version, ein weiteres Plus für die Extreme V2.

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Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.

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