Samsung Flip 2: Digitales Flipchart mit Spassfaktor

Samsung Flip 2: Digitales Flipchart mit Spassfaktor

Kevin Hofer
Zürich, am 04.02.2020
Samsung hat sein digitales Flipchart, das die papierigen Teile aus den Sitzungszimmern verbannen soll, überarbeitet. An den entscheidenden Ecken hat der Hersteller den Flip 2 verbessert: Stolperfallen gibt’s jetzt keine mehr.

Zu grosse Füsse, zu kleine Rollen und die Verbindung, die nur mit Samsung-Geräten klappt – das waren meine grössten Kritikpunkte beim Review des ursprünglichen Flips von Samsung. Gleich auf den ersten Blick fällt auf: Der Flip 2 steht auf neuen Füssen.

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Das ist neu

Bemängelt habe ich beim ursprünglichen Modell, dass die Beine zu weit rausstehen. Über die Dinger bin ich immer gestolpert. Das macht der Ständer des Flip 2 besser: Hier stolpert niemand mehr. Die Rollen sind hingegen klein geblieben, was das Verschieben auf Teppichboden zur Qual macht. Ein kleiner Ablagetisch unter dem Display fehlt beim neuen Standfuss. Optisch fallen mir sonst keine grossen Veränderungen auf.

Ziel des Flip 2 ist wie bereits beim Vorgänger die Sitzungszimmer von Unternehmen zu digitalisieren. Neu bietet Samsung den Flip nicht nur in 55 Zoll, sondern auch in einer 65-Zoll-Variante an. Die Auflösung beträgt bei beiden 3840 × 2160. Neben dem eigenen Ökosystem integriert der koreanische Hersteller beim Flip 2 Microsoft-Dienste wie Office 365. Videokonferenzen sind mit dem Teil aber noch immer nicht möglich, weil die Webcam fehlt.

Verbunden werden Mobiltelefon, Notebook und Co. entweder per Wifi oder neu auch per Bluetooth. Dank der Integration von Microsoft-Diensten lassen sich jetzt auch Word-, Excel oder Power-Point-Dateien anzeigen. Ebenfalls mit an Bord ist ein Webbrowser.

Statt nur eines Stifts liefert Samsung zwei magnetische Stifte mit, die sich an den Seiten des Panels befestigen lassen. Schreiben lässt sich auf dem Flip 2 wie auch schon auf dem Vorgänger im Prinzip aber mit jedem stiftähnlichen Objekt.

Die weiteren Eckdaten:

  • Auflösung: 3840 × 2160 (16:9)
  • Helligkeit: 350 Nits
  • Kontrast: 4000:1
  • Blickwinkel (H/V): 178°
  • Ports: USB, LAN, zwei Mal HDMI In und 3.5 Klinke
  • Optional lässt sich ein sogenannter Tray unten rechts anbringen. Mit diesem gibt’s zusätzliche USB- und HDMI-Anschlüsse.

Hands-on

Nachdem ich bereits mit dem ersten Modell eine Riesengaudi hatte, kann ich nicht widerstehen, meiner «Kreativität» freien Lauf zu lassen: Schreiben und malen auf dem Flip 2 macht nach wie vor Freude, ist präzise und zuverlässig. Das geht nicht nur mir so. Innert Kürze ist der Flip voll mit schönen und weniger schönen Werken meiner Arbeitskollegen.

Das Prinzip fürs Schreiben ist dasselbe geblieben: Die mitgelieferten Stifte sind auf beiden Seiten unterschiedlich dick. Dadurch hat der Stift zwei unterschiedliche Modi. So lassen sich dickere Linien mit dem fetten Ende zeichnen und dünnere mit dem schlanken. Durch längeren Druck mit dem Stift auf das Display öffnen sich die Stiftoptionen. Dort wird neben der Schriftdicke auch die Farbe festlegt.

Neu gibt es den sogenannten Pinselmodus, der sich an Kreative richtet. In diesem malst du simuliert mit Öl- oder Wasserfarben. Dabei kannst du die Farben wie in echt mischen, solange sie noch nicht «getrocknet» sind. Das funktioniert erstaunlich gut, sogar mit einem echten Pinsel.

Nachdem meine Arbeitskollegen und ich diverse «Ergüsse» auf dem Flip 2 hinterlassen haben, will ich wissen, ob sich jetzt auch Handys von anderen Marken als Samsung verbinden können. Über das Drop-Down-Menü wähle ich auf meinem Huawei-Smartphone «Drahtlos Projektion» aus. Bei anderen Geräten heisst das auch «Cast» oder «Smart View». Mit aktiviertem Wifi und Bluetooth kann ich mich jetzt mit dem Flip 2 verbinden. Das funktioniert einwandfrei. Ich kann mein Smartphone sogar über das Flipchart steuern. Um sicherzugehen, dass das kein Zufall ist, versuche ich es noch mit dem Xiaomi-Smartphone von Kollegin Livia. Klappt auch. Mit MacBook und iPhone hat die Verbindung jedoch auch nach mehreren Versuchen nicht funktioniert.

Obwohl das Flip 2 über einen integrierten Browser verfügt, ist dieser mehr eine Notlösung. Gewisse Seiten kann er aufgrund mangelnder Plugins nicht anzeigen. Netflixen kannst du vergessen, er kann die Videos nicht abspielen. Das Problem kann aber umgangen werden, indem ich vom Handy streame. Da die Verbindung – wenn du dich nicht im Apple-Universum bewegst – beim Flip 2 so kinderleicht ist, stört der rudimentäre Browser nicht.

Ebenfalls kinderleicht ist der Import und Export von Dateien. Sei es von Smartphone, PC oder einem USB-Stick. Dazu wähle ich einfach die entsprechende Quelle über den Flip 2 aus, verbinde damit und importiere die gewünschte Datei.

Was leider immer noch nicht klappt, ist, das selbst Geschriebene zu verschieben. Zumindest nicht direkt: Vom Bildschirminhalt lassen sich Fotos erstellen. Diese können dann verschoben werden. Nicht ganz, was ich mir gewünscht habe, aber immerhin.

Fazit: Besser, aber ein Umstieg lohnt sich nicht

Cool, Samsung hat den Flip 2 dort verbessert wo’s zählt. Hast du bereits die alte Version, musst du nicht zwingend umsteigen. Falls du mit einem Flip liebäugelst, ist die zweite Version die bessere Wahl. Kannst du nicht ganz so viel Kohle locker machen, ist der erste Flip eine gute Alternative.

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Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

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