Robust, kompakt und innovativ: Asus ZenBook 14

Robust, kompakt und innovativ: Asus ZenBook 14

Martin Jud
Zürich, am 21.12.2018
Ein beinahe randloses Display ermöglicht es dem ZenBook mit 14 Zoll grossem Display, in einem 13 Zoll grossen Gehäuse Platz zu finden. Aber auch sonst besticht das Design des kleinen Notebooks und es kommt sogar mit einem Alleinstellungsmerkmal daher.

Asus beweist immer wieder Mut und verbaut gerne Dinge, die sonst niemand auf dem Markt hat. So hat das ZenBook Pro ein ScreenPad, also ein Touchpad inklusive Zweitdisplay, bei welchem man sich fragen kann, ob es nur eine Spielerei ist. Die in diesem Review getestete kleine Schwester verzichtet auf dieses. Doch kommt es mit einem im Touchpad integrierten virtuellen Zahlenblock daher, welcher bei Bedarf aktiviert werden kann.

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ZenBook 14 UX433FN-A5079T (14", Full HD, Intel Core i5-8265U, 8GB, 256GB, SSD)
ASUS ZenBook 14 UX433FN-A5079T (14", Full HD, Intel Core i5-8265U, 8GB, 256GB, SSD)

14 Zoll NanoEdge Display und ein Number-Pad

Das steckt im kleinen ZenBook 14:

  • Intel Core i5-8265U
  • Nvidia GeForce MX150 2 GB
  • 8 GB RAM (SanMax, LPDDR3-2133, 2 x 4 GB)
  • 256 GB SSD (Western Digital SDAPNUW-256G-1002, M.2 PCIe 3 x2)
  • microSD-Slot
  • 14” Full-HD-IPS-Display (entspiegelt)
  • NumberPad-Touchpad (Touchpad inklusive virtuellem Zahlenblock)
  • Lautsprecher, Mikrofon und Frontkamera (720p-Videoauflösung)
  • 3-Zellen Li-Ionen-Akku mit 50 Wh
  • Militärstandard MIL-STD 810G
  • Windows 10 Home

Design und Anschlüsse

Das Chassis des ZenBook 14 ist aus Aluminium gefertigt, der Display-Deckel hat dabei einen gebürsteten Look. Was beim ersten Aufklappen sofort auffällt, sind die dünnen Display-Ränder des 1090 Gramm leichten Notebooks. Seitlich messen diese lediglich 2.9 mm, oben 6.1 mm und unten 3.3 mm. Das ZenBook an sich ist 19.9 cm lang, 31.9 cm breit und misst in der Höhe 1.59 cm. Dank einer Screen-to-Body-Ratio von 92 Prozent hat es die Masse eines 13”-Laptops.

14-Zoll-Display im 13-Zoll-Gehäuse
14-Zoll-Display im 13-Zoll-Gehäuse

Auffällig am ansonsten schlichten Design ist lediglich eine goldene – oder je nach Lichteinfall auch kupferne – Zierleiste, welche ich im ersten Moment fälschlicherweise für Lautsprecher hielt. Die Lautsprecher an sich sind vorne unter dem Chassis angebracht. Im hinteren Bereich, auch unter dem Chassis, finden sich beidseitig Lüftungsschlitze, welche durch weitere, etwas grössere Auslassungen, zwischen Zierleiste und Display für eine optimale Belüftung sorgen sollen. Beim Öffnen des Notebooks hebt sich übrigens die Tastatur ein wenig, weshalb du stets in leicht schräger Position tippen darfst.

Netzanschluss, HDMI, USB 3.0 Typ-A, USB 3.1 Gen 2 Typ-C
Netzanschluss, HDMI, USB 3.0 Typ-A, USB 3.1 Gen 2 Typ-C
Micro-SD-Kartenleser, USB 2.0, Klinkenanschluss
Micro-SD-Kartenleser, USB 2.0, Klinkenanschluss

In Sachen Anschlüsse bist du bei Asus gut unterwegs. So findest du auf der rechten Seite einen Micro-SD-Kartenleser, einen USB 2.0-Anschluss sowie einen Klinkenanschluss. Auf der linken Seite sind der Netzanschluss, ein HDMI, und je ein USB 3.0 Typ-A sowie USB 3.1 Gen 2 Typ-C verbaut.

NanoEdge Display

«NanoEdge» klingt gut, sagt aber nicht wirklich was aus. Das erinnert mich an den Marketing-Ausdruck «Retina». Das 14”-IPS-Display löst mit 1080p auf und verfügt über einen guten Kontrastwert von über 1000:1. Trotz der für die heutige Zeit eher geringen Auflösung, wirken das Bild sowie die Texte scharf und die Farben intensiv. Die maximale Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung beträgt rund 309 cd/m². Dieser Wert reicht gut, solange du nicht unter direkter Sonneneinstrahlung arbeitest. Asus verspricht bei diesem Display eine sRGB-Abdeckung von 100 Prozent. Wie allerdings beispielsweise ein Test von notebookcheck.net zeigt, soll das Panel lediglich um die 89 Prozent sRGB-Farbraumabdeckung erreichen. Bei AdobeRGB sollen es um die 58 Prozent sein, was Grafiker und Fotografen nicht wirklich begeistern wird. Umso mehr freut es, dass das Display mit 178 Grad Blickwinkelstabil ist und entspiegelt daherkommt.

Tastatur mit nerviger Enter-Taste und NumberPad

Der Mechanismus, welcher die Tastatur beim Öffnen des Notebooks leicht anhebt und schräg stellt, nennt Asus «ErgoLift Scharnier». Nebst der ergonomischen Funktion, welche meinem Geschmack entgegenkommt, ist diese Funktion auch wegen der Kühlung notwendig. Denn durch das Anheben vergrössert sich der Abstand zwischen Zierleiste und Display, wo sich Lüftungsschlitze befinden. Im Weiteren soll dadurch auch die Soundwiedergabe verbessert werden.

Diese Enter-Taste ist nicht mein Freund.
Diese Enter-Taste ist nicht mein Freund.

Die Tastatur verfügt über eine dreistufige Beleuchtung und hat, wie es in letzter Zeit leider immer mehr zu sehen ist, eine verkürzte Enter-Taste. Darüber befindet sich die Dollar-Taste, welche in der Schweiz (aus Gründen) nicht fehlen darf, und ich des Öfteren anstelle von Enter betätige. Dafür gefällt mir der Tastenhub, welcher mit 1.4 mm leicht höher ausfällt, als der 1 mm-Trend vorgibt. Beim Schreiben fühlst du einen klaren Auslösepunkt und die Tastatur ist auch fürs Büro geeignet, da sie zu den eher leisen Modellen gehört.

Der virtuelle Zahlenblock kann in der oberen rechten Ecke des Touchpads aktiviert werden.
Der virtuelle Zahlenblock kann in der oberen rechten Ecke des Touchpads aktiviert werden.

Das Touchpad misst 10.5 x 6.2 cm und macht seine Arbeit gut. Zumindest, wenn du mit «normalem» Tempo darüber gleitest. Wenn ich gestresst rumwische, will die Maus ab und an nicht dahin, wo ich sie gerne hätte. Schön finde ich, dass die Klicktasten nicht allzu laut sind. Allerdings bevorzuge ich es, ohne Klicken auf die Oberfläche zu tippen, um eine Aktion auszulösen. Was ich sehr begrüsse ist das integrierte NumberPad, welches sich durch Druck auf die obere rechte Ecke des Touchpads aktivieren lässt. Einmal aktiviert, leuchtet es schön blau und du kannst auch so noch sämtliche Touchpadfunktionen benutzen. Für Excel-Freaks ist das eine echte Bereicherung. Allerdings fehlt ein haptisches Feedback, weshalb du mit diesem NumberPad nie so schnell tippen kannst, wie mit einem herkömmlichen Zahlenblock. Was etwas stört, ist, dass der virtuelle Zahlenblock nicht von der Leuchtintensität her eingestellt werden kann. Arbeitest du im Dunkeln, kann es dich schon mal unangenehm auf der Netzhaut brennen.

Harman Kardon Sound

Wie beim ZenBook Pro, kannst du auch bei diesem Modell den Sound mit deinen Händen mitfühlen. Es vibriert mit und das kribbelt, allerdings nicht mehr ganz so stark wie beim ZenBook Pro. Ich habe mich nach kurzer Zeit daran gewöhnt. Dennoch bevorzuge ich es (wie bisher bei jedem Notebook), den Sound mit Kopfhörern zu geniessen. Damit will ich nicht sagen, dass die integrierten Lautsprecher unbrauchbar sind, doch empfinde ich lediglich die Mitten des Sounds als wirklich angenehm. Die Höhen drängen sich etwas in den Vordergrund, was mit einem Equalizer korrigiert werden kann. Die Bässe verhungern Notebook-typisch, klingen aber dennoch voller, als bei so manchem Konkurrenzprodukt und auch als beim ZenBook Pro.

Akkuleistung

Der verbaute 3-Zellen Li-Ionen-Akku kommt mit 50 Wh daher. Asus spricht von einer Laufzeit von bis zu 14 Stunden. Allerdings liest du dann im Kleingedruckten von einem Test mit Intel Core i3-Prozessor, welcher eine durchschnittlich geringere Leistungsaufnahme haben dürfte, als ein i5- oder i7-Prozessor: «ASUS Akkulaufzeittest August 2018, durchgeführt mit MobileMark 2014 im Verwendungsszenario Office-Produktivität. Testkonfiguration: Intel Core i3-8145U, 8GB RAM, FHD-Display, 256GB PCIe SSD. Testsetting: WLAN aktiviert, 70% Displayhelligkeit. Die Akkulaufzeit kann je nach Verwendung, Konfiguration, den Betriebsbedingungen und den Energieverwaltungseinstellungen variieren. Die Akkukapazität nimmt im Laufe der Zeit ab.»

Youtube-Dauerstreaming: Was bringt der Akku in Realität?

Beim Dauerstreaming mit Youtube stelle ich die Helligkeit des Displays auf die mittlere Stufe. Der automatische Shutdown kommt nach 6 Stunden und 41 Minuten. Das ist nicht wirklich ein guter Wert, wie ein Blick in das Review der neulich verglichenen fünf Ultrabooks verrät. Vergleicht man das ZenBook 14 mit den Ultrabooks, landet es in Sachen Dauerstreaming auf dem zweitletzten Rang. Es erreicht 39 Minuten mehr Laufzeit, als das Zenbook Pro. Das beste Ergebnis holte damals das HP Spectre X360 mit 8 Stunden und 47 Minuten.

Beim Arbeiten im Büro hat der Akku bisher übrigens immer gereicht. Ja nach Arbeitsaufgaben erreiche ich 9 Stunden oder auch etwas mehr.

Stresstest HeavyLoad

Fahre ich den Stresstest, der sämtliche Hardware an die Grenzen bringt, mit höchster Bildschirmhelligkeit, macht der Akku nach 1 Stunde und 49 Minuten schlapp. Das ist ein guter Wert. Ziehe ich erneut den Vergleich zu den fünf getesteten Ultrabooks, hatte lediglich das Acer Spin 5 mehr Ausdauer und schaffte es auf 1 Stunde und 58 Minuten.

Ein Wort zur Lärmemission:
Beim Arbeiten ist das Notebook kaum zu hören. Unter Volllast messe ich von der Sitzposition aus um die 43 Dezibel. Direkt hinter dem Notebook sind's 50. Meine Messmethode bringt allerdings keine genauen Ergebnisse, denn ich benutze dafür ein Huawei-Smartphone.

CPU

Der 64-Bit Quad-Core-x86-Mikroprozessor Intel Core i5-8265U kam Ende August 2018 auf den Markt. Er basiert auf einer verbesserten Version der Whiskey-Lake-Mikroarchitektur und wird mit der erweiterten dritten Generation des 14-nm-Prozesses, genannt 14-nm++, hergestellt. Er arbeitet mit einer Taktrate von 1.6 GHz und hat eine TDP von 15 W. Der Turbo-Boost beträgt bis zu 3.9 GHz.

Auf dem Chip steckt auch Intels UHD Graphics 620, welche mit 300 MHz läuft und eine maximale dynamische Frequenz von 1.1 GHz aufweist.

Grafikkarte

Die mobile Einsteiger-GPU Nvidia GeForce MX150 basiert auf dem GP108 Chip mit Pascal-Architektur. Die hier verbaute Version (Geräte-ID: 10DE 1D12) verfügt über 2 GB GDDR5 Video-RAM. Sie wird im 14-nm-Verfahren hergestellt und arbeitet mit einer Frequenz bis 937 MHz (Boost bis 1038 MHz). Die TDP dieser Karte soll unter 10 Watt liegen. Die Leistung der Karte ist sehr bescheiden und hängt zusätzlich vom verwendeten Kühlsystem und Gehäuse ab.

Performance

Um die Performance zu testen benutze ich Cinebench R15, Geekbench 4 sowie 3DMark Fire Strike.

Cinebench R15

Mit Cinebench R15 von Maxon kannst du testen, wie sich dein PC beim Rendern von Cinema 4D-Inhalten schlägt. Der Benchmark ist auf Floating Point Performance fokussiert. Prozessoren mit mehr Cores werden hier immer ein besseres Resultat liefern. Falls du Prozessoren mit Cinebench R15 vergleichen möchtest, geht das nur, wenn beide Prozessoren über gleich viele Threads verfügen.

So schlägt sich das ZenBook 14:

Interessant an den erreichten 81.04 fps ist der Vergleich zum auf dem SoC integrierten Grafikprozessor Intel UHD Graphics 620. Den selben Grafikchip hat beispielsweise das von mir getestete Microsoft Surface Pro 6 und damit können 52.11 fps erreicht werden. Die hier verbaute MX150 bringt also rund 36 Prozent Leistungszuwachs, was relativ moderat ist und nochmal bewusst macht, dass Nvidias Grafikchip kein Grund für Luftsprünge ist.

Das Asus ZenBook 14 performt ähnlich, wie das von Philipp Rüegg getestete Huawei Matebook X Pro, welches mit besserem Prozessor (Intel Core i7-8550U) und ebenfalls dedizierter Grafikkarte 534 Punkte und 90.91 fps erreicht. Allerdings kostet das Huawei-Gerät mit 13.90-Zoll-Display einiges mehr.

Geekbench 4

Bei Geekbench 4 handelt es sich um einen plattformübergreifenden Benchmark. Er läuft auf Windows, MacOS, Linux, Android und iOS. Bei der Version 4 des CPU-Benchmarks widerspiegelt der Basiswert von 4000 Punkten die Leistung eines Intel Core i7-6600U, der mit 2.60 GHz getaktet ist. Nebst simulierten realen Szenarien, mit welchen die CPU getestet wird (Single-core und Multi-core), kann Geekbench auch die GPU-Leistung in Bereichen der Bildverarbeitung und dem maschinellen Sehen ermitteln. Du kannst dank dem Geekbench-Browser auch die Resultate mit anderen Systemen vergleichen.

Geekbench-Resultate des ZenBook 14:

Falls du dir die Benchmark-Resultate im Detail ansehen möchtest:

3DMark Fire Strike

Mit dem Benchmark Fire Strike von 3DMark können Gaming-PCs getestet und verglichen werden. Er ist also nicht wirklich für dieses Notebook gemacht. Gerendert wird in 1080p unter Verwendung von DirectX 11.

Mickrige 2640 Punkte werden beim Gaming-Benchmark erreicht. Ein durchschnittliches Gaming-Notebook erreicht hier 10 000 bis 11 000 Punkte. Du kannst das Resultat auch hier online betrachten.

Fazit

Als grosser Fan von kleinen Notebooks spricht mich das ZenBook 14 schon nur vom Design her an. Nicht nur das Aluminium-Gehäuse gefällt, insbesondere der kaum vorhandene Bildschirmrand – respektive die Screen-to-Body-Ratio von 92 Prozent – lassen Freude aufkommen. Etwas schade ist, dass das verbaute Panel nur eine 1080p-Auflösung bietet. Dennoch überzeugt das entspiegelte Display in Sachen Schärfe und Farbdarstellung. Zumindest, solange du nicht die Ansprüche eines Grafikers hast.

Was mich an der getesteten Version suboptimal dünkt, sind die lediglich verbauten 8 GB RAM. In der heutigen Zeit dürften es schon 16 GB sein (die 16-GB-Version vom ZenBook 14 findest du hier). Ausserdem dürfte das Touchpad einen Tick besser auf schnelle Wischgesten reagieren. Die Funktion des virtuellen Zahlenblocks hat mich hingegen überzeugt. Verbessern könnte Asus aber auch hier zwei Dinge. Bitte spendiert dem Teil doch künftig eine regelbare Beleuchtung sowie ein aktivierbares Vibrationsfeedback.

Ansonsten kann nicht viel moniert werden. Du bekommst mit dem ZenBook 14 ein robust verarbeitetes Notebook mit genügend Anschlüssen zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis. Es bringt dir genügend Power, um beinahe alle Bedürfnisse abseits vom Gaming befriedigen zu können.

Verfügt auch über die technische Militärnorm «MIL-STD 810G».
Verfügt auch über die technische Militärnorm «MIL-STD 810G».

Ach ja: Vielleicht ist dir aufgefallen, dass dieses Notebook mit Militärstandard «MIL-STD 810G» daherkommt. Was die technische Militärnorm real bringt, werde ich im kommenden Jahr testen. Ich bin gespannt, ob das ZenBook 14 auch einen Pilzbefall oder einen ballistischen Schock überstehen wird.

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Martin Jud
Martin Jud
Editor, Zürich
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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