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GamingHintergrund 3129

Phänomen «Fortnite»: Was macht das Spiel so unfassbar populär?

125 Millionen Spieler, über 200 Millionen Dollar Umsatz pro Monat und kein Ende in Sicht. «Fortnite» hat die Welt im Sturm erobert. Zeit, dem Mythos auf die Spur zu gehen.

Wenn Siegesposen aus einem Game ihren Weg an die Fussball-WM finden, dann reibt sich das Marketing die Hände. Dabei hätte «Fortnite» die Gratis-Werbung gar nicht nötig. Zum bisherigen Peak im Februar spielten 3.4 Millionen Spieler gleichzeitig die Multiplayer-Sensation. Seit dem Launch des Battle-Royale-Modus im September 2017 reitet das Spiel auf einer unhaltbaren Erfolgswelle. Seit «Pac-Man» oder «Tetris» gab es wohl kein Spiel mehr, das die Game-Landschaft derart durchgerüttelt hat.

Dabei stand die Zukunft um «Fortnite» lange auf äusserst wackligen Beinen. Das eigentliche «Fortnite» wurde bereits 2011 während den Spike Game Awards der Öffentlichkeit vorgestellt. Danach blieb es lange still um das neuste Werk des renommierten Studios Epic. Ursprünglich sollte es das Aushängeschild für die Unreal 4 Engine werden. Am 25. Juli 2017 wurde «Fortnite – Save the World» schliesslich als kostenpflichtige Early-Access-Version veröffentlicht. Es handelt sich dabei um ein kooperatives Tower-Defense-Spiel mit Zombies (Husks). Die Resonanz hielt sich in Grenzen. Dennoch verkündete Epic im darauf folgenden August, dass die Marke von einer Million Spielern erreicht worden sei.

Das Original-«Fortnite» soll bald auch in Free to Play umgewandelt werden.

Die Aufmerksamkeit der Gamer weilte damals aber auf einem anderen Unreal-Engine-Spiel. «PUBG» traf den Nerv der Zeit mit seiner Version von Battle Royale. Eine Erfolgsmeldung jagte die nächste und so war Epics nächste Ankündigung wenig überraschend: «Wir lieben Battle-Royale-Games wie PUBG und dachten, dass Fortnite eine super Grundlage für unsere eigene Version wäre». «Fortnite – Battle Royale» launchte am 26. September und der Rest ist Geschichte. Um das noch immer extrem populären «PUBG», das den Battle-Royale-Trend losgetreten hat, ist es vergleichsweise still geworden. «Fortnite» dagegen ist Teil der Popkultur geworden. Aber warum?

«Fortnite» ist gratis

Der einfachste Weg, Spieler anzulocken, ist wenn das Spiel nichts kostet. Während der kooperative Modus kostenpflichtig ist, bot Epic den Battle-Royale-Modus von Anfang an als Free-to-Play-Modell an. Das macht die Einstiegshürde gerade hinsichtlich des grössten Konkurrenten «PUBG», das erst kürzlich die erste Rabattaktion überhaupt hatte, besonders tief. Trotzdem schafft es Epic einer Studie zufolge, dass fast 70 Prozent aller Spieler im Schnitt 85 Dollar ausgegeben haben.

«Fortnite» hat an mir (direkt) zwar noch keinen Rappen verdient, aber es hat mich immerhin schon so weit gebracht, dass ich «Save the World» gespielt habe, nur um dort die In-Game-Währung Vbucks zu verdienen, die ich anschliessend in einen Battle Pass investieren konnte. Das Original-«Fortnite» bekam ich vor Ewigkeiten von einem Kumpel geschenkt, da es mal ein 4für1-Angebot gab.

«Minecraft»-Generation

«Fortnite» setzt, anders als die meisten klassischen Battle-Royale-Games, auf eine ungewöhnliche Mischung aus Shooter und Crafting. Zusammen mit dem bunten, fröhlichen Stil holt es genau die Spieler ab, die vor ein paar Jahren noch fleissig mit der Spitzhacke in «Minecraft» Klötzchen abgebaut haben. Nun können sie die Luftballonaxt, die Vuvuzela, das Lamaeinhorn oder welches Skin sie sonst gerade für ihre Hacke verwenden, in «Fortnite» schwingen. Das Bausystem erlaubt zwar nicht die gleiche Komplexität, aber es schafft ein vertrautes Szenario, das den Einstieg erleichtert.

Timing

«PUBG» war erst wenige Monate alt und der bisherige Höhepunkt stand noch bevor. Die ganze Welle an Nachahmern befand sich noch in der Planungsphase oder hatte den kommenden Hype noch nicht mal erfasst, da veröffentlichte Epic bereits seinen eigenen funktionierenden Battle-Royale-Modus. Als Herausgeber und Supportstelle für die Unreal 4 Engine, auf der «PUBG» basiert, hatten sie von Anfang an den Finger am Puls. Mit dem frühen Launch im September blieb Epic so genug Zeit, sich erfolgreich im Markt zu etablieren.

Support

An Fantasie mangelt es den Entwicklern nicht.

Epic hat ziemlich schnell gemerkt, was für ein Rennpferd sie im Stall haben. Darum liefern sie bis heute unermüdlich Updates: neue Waffen, Skins, Levelveränderungen oder frische Spielideen. In «Fortnite» hat man immer das Gefühl, dass etwas neues passiert. Dabei fliesst auch Kritik der Spieler ein, die von Epic ernstgenommen wird und nicht ein Lippenbekenntnis bleibt.

Besondere Momente

«Fortnite» spielt sich selten linear. Zwar ist das Ziel – 100 Gegner, der letzte Überlebende gewinnt – ziemlich geradlinig, aber der Weg dahin ist immer wieder aufs Neue ein Abenteuer. Mal zimmerst du dir eine stolze Festung, bei der jede Burgmaid weiche Knie kriegt. Nur um sie von einer Rakete in Sekunden in tausend Stücke fliegen zu sehen und dich unter ihr zu Begraben. Oder du lieferst dir mit deinen Teamkameraden ein kleines Rennen im Einkaufswagen und merkst beim Runterrollen vom saftig grünen Hügel, dass sich noch ein anderes Team dazu gesellt hat. Vielleicht packen im Ziel alle ihre Ballermänner aus, vielleicht wird aber auch erst das Tanzbein geschwungen – Disco-Granate (Boogie Bomb) sei Dank. «Fortnite» ist immer wieder für Überraschungen gut. Wie auch die jüngsten Ergänzungen, wie Golfmobil und Golfplatz, zeigen.

Zugänglichkeit

Während dich «Save the World» mit seiner Komplexität erschlägt, hat Epic den Battle-Royale-Modus einfach gehalten. Das Spielprinzip ist schnell verstanden und das ikonische Design hilft bei der Orientierung. Das bekannte RPG-Farbschema der Waffen und Items hilft bei der Einordnung und die Handhabung ist ebenfalls einleuchtend. Eine Taste zum Zielen, die andere zum Feuern. Die lediglich fünf Waffen-, beziehungsweise Ausrüstungs-Slots, verhindern zudem unnötiges Inventar-Management. Waffenaufsätze gibt es auch nicht.

Die Grundsätze des Crafting hat man schnell intus, wenn auch die für den Sieg entscheidende Schnelligkeit und Finesse etwas länger braucht, bis sie sitzt.

Mit dem Launch der iOS-Version hat sich zudem die systembasierende Zugänglichkeit stark vergrössert. Da du mit dem gleichen Account auf allen unterstützten Systemen spielst kannst (ausgenommen PS4, wo Sony den Spielverderber markiert), kannst du überall an deinem Fortschritt arbeiten und mit deinen Freunden zocken.

Ein verdammt gutes Spiel

Alle diese Punkte brächten nichts, wenn «Fortnite» nicht im Kern ein gutes Spiel wäre. Die knallbunte Grafik, das abwechslungsreiche Leveldesign und die zahlreichen fantasievollen Waffen sorgen für beste Unterhaltung. Hinzukommen äusserst kurze Wartezeiten zwischen Spielen, so dass man immer noch eine weitere Runde starten will. Das Bausystem ist intuitiv und sorgt für eine unvergleichbare Spieldynamik. Statt sich zu verstecken, rennen Spieler über offene Felder im Wissen, sich im Zweifelsfall hinter dicken Metallmauern verschanzen zu können.

Das Levelsystem und die verschiedenen Seasons sorgen zusätzlich für Motivation. Es gibt ständig neue Herausforderungen oder kleine Missionen, so dass man nicht zwingend dem Victory Royale nachjagen muss, sondern sich aufs Erledigen verschiedener Aufgaben fokussieren kann. Wer den optionalen Battle Pass kauft, kriegt fürs Aufleveln sogar noch mehr Skins, Emotes oder Spielzeuge.

Ob du es nun mit Freunden spielst, dich mit Randos ins Ungewisse stürzt oder Solo das Abenteuer suchst, «Fortnite» ist auf jeden Fall für unterhaltsame Momente gut. Wir sehen uns in in den Tilted Towers.

Wie sieht es bei euch aus? Hat euch das «Fortnite»-Fieber ebenfalls gepackt oder könnt ihr immer noch nur ungläubig den Kopf schütteln?

Umfrage
Was hältst du von «Fortnite»?

Grossartig. Kann nicht genug davon kriegen

29%

Der Hype geht mir auf den Sack

27%

Interessiert mich nicht

15%

Würde es gerne mal ausprobieren

12%

«PUBG»

15%
User

Philipp Rüegg

  • Teamleader Odin
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

31 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen.

User buob.rick

its a shitty childs game over hyped by money hungry streamers and youtubers... nothing special... gets boring fast...

19.07.2018
User Vectron4k

So true...

19.07.2018
User Anonymous

no class for the mass.

19.07.2018
User mathew1243

Thank you for your thoughtful, well written, enriching and not at all toxic comment.

06.08.2018
User buob.rick

lol? what part of that comment was toxic? the part of me calling it a shit game? or that its over hyped by greedy streamers? or the fact that i gave my opinion on the matter?

please grow a pair... if unable to then please go play sensitive social justice warrior elsewhere... thank you

p.s

go learn what real internet toxicity is, cause if that is "toxic" for you, then the internet is not a place for you my friend... log off now...

06.08.2018
User daniel

You are toxic.

Fortnite FTW

13.08.2018
Antworten
User branduin

Der Arzt zum Patienten:
Sind bei Ihnen irgendwelche Störungen oder Behinderungen bekannt?

Patient: Was?

Arzt: Ob Sie Fortnite spielen hab ich gefragt!

20.07.2018
User alain1989

Mein grösstes Problem mit PUBG ist der Entwickler selbst. In keinem Game bisher fühlt man sich so gemolken wie hier. Einerseits Bugs soweit das Auge reicht, andererseits das triple dipping (Kosten vom Game, Kosten vom Schlüssel für Lootbox und Kosten für Saison Pass).

19.07.2018
User Philipp Rüegg

Das geht mir auch brutal auf den Sack. Ich hab mittlerweile eine Lagerhalle voller Kisten, die ich nicht öffnen kann. Ich finde, sie müssten einem da entgegen kommen. Ohne Keys kriegst du nur wertlosen Loot. Hab nach fast 400h nie irgendein geiles Item bekommen, das kanns doch nicht sein

19.07.2018
User oliverdp

Stimmt sicher. Abgesehen davon nimmt sich Fortnite im Vergleich zu PUBG aber vor allem auch selber nicht zu ernst und fühlt sich irgendwie auch einfach "gut" an. PUBG wirkt dagegen bierernst. Das ist natürlich Geschmacksache - für mich aber aussschlaggebend.

19.07.2018
User Adrian S

>Spielt ein neues game, kauft sich direkt für 50 Franken skins
>Beklagt sich darüber das skins zu teuer sind
>Spielt 2 wochen Später ein neues game, kauft sich direkt für 50 Franken skins
>Beklagt sich darüber das skins zu teuer sind
Rinse and repeat

Ihr seid echt selberschuld das eure geliebte Spieleindustrie so mühsame Macken hat

20.07.2018
Antworten
User luca.seematter

Abstimmungen. Geil.

19.07.2018
User Thierry Pool

Danke :) Hatten auf Galaxus mal was dazu geschrieben: galaxus.ch/de/page/featuref...

20.07.2018
Antworten
User simon.hollenstein

Schön beschrieben! Bis bald bei Tilted... :D

19.07.2018
User JTR.ch

Fortnite ist nicht per se gratis, nicht wenn man den PVE Modus spielen will, mit dem es angefangen hat. Ich habe den Battle Royal Modus von Fortnite noch nicht einmal gestartet, interessiert mich nicht. Ich war aber selbst bei der closed Alpha dabei.

19.07.2018
User -Spooky-

Schließe ich mich an. Der PvE Modus hätte mehr zu bieten, wenn sie sich einfach mal drum bemühen würde. Kapitalismus Olé!

20.07.2018
User deadstar

Hey es gibt sie wirklich meine STW Brüder

12.09.2018
Antworten
User wawayaoyue

Ich spiele seit zwei Saisons. Es ist wirklich attraktiv. Es ist jetzt die fünfte Saison, um sich auf neue Elemente zu freuen.

20.07.2018
User melushcca

Überall lese ich, das sich Sony querstellt usw. Ich spiele auf der ps4 und verstehe das Problem nicht? Ich kann auch am PC oder am Handy mit dem selben Account spielen und crossplattform funktioniert auch. Um was geht es da?

24.07.2018
User simon.amsler

Wie ich gelesen habe geht Crossplattform mit PS und XBOX nicht. Sony wollte soviel ich weiss nichts mit der Konkurrenz zu tun haben. Auf dieser Seite findest du unten eine Tabelle mit den Kompatibilitäten: polygon.com/2018/3/23/17146...

24.07.2018
User melushcca

Ach so dann ist Crossplattform zwischen PS4 und XBOX nicht vorhanden. Kann man denn das nicht auch umgehen, wenn man sich mit dem Epic Konto verknüpft und dadurch miteinander spielt? So mache ich es mit Kollegen, welche am PC spielen. Das hat Epic, wie ich finde, super gelöst.

25.07.2018
User simon.amsler

Finde die Umsetzung des Crossplattform auch super. Die Möglichkeit zwischen PS4 und anderen Konsolen ist jedoch trotz epic account nicht möglich.

27.07.2018
User ChromeMystic

Zwischendurch war es sogar so, dass du aus deinem eigenen Account ausgesperrt warst wenn du dich auf ner PS in den Epic Account eingeloggt hast und danach woanders drauf zugreifen wolltest. Keine Ahnung ob es mittlerweile gefixt ist. Pretty Good Gaming hat damals drüber berichtet.

09.08.2018
Antworten
User andreashil

aus meiner alters range hinaus. ich bin und bleibe ein quake 2er Lithium Style 😂😂😂😂 )=

24.07.2018
User adrian.thum

Ich dachte zwar immer, ich würde selten bis nie am Handy zocken. Doch PUBG Mobile änderte dies. Ich mag es eher realistischer umgesetzt, als dieser Comic Stil. Aber jedem das seine. Ich spiele das Game seit es für Android verfügbar ist. Aber Geld habe ich bisher keins ausgegeben.

19.07.2018
User visu1893

Ich spiele nur den 50vs50-Modus. Wie ein zusammengewürfelter Haufen gegen ein anderer zusammengewürfelter Haufen spielt, ist schon witzig, aber natürlich ganz schon ärgerlich, wenn die eigenen Spieler alles ins verderben stürzen (Granate im eigenem Lager zünden etc)

24.07.2018
User SwissCrow85

Ich spiele Fortnite "erst" seit Saison 3 und es hat schon einen Suchtfaktor.
Wenn ich mit Randoms spiele, schalte ich den In Game Chat aus, dann ist es schön ruhig.
Die Kids fliegen gerne zu Tilted oder aktuell Loot Lake usw.

20.07.2018
User EmanuelSchmidt

Macht offensichtlich süchtig...20min.ch/panorama/news/stor...

24.07.2018
User fabian

So wie wirklich jedes Computerspiel, dass ist nicht wirklich was Neues. Deshalb wird aber nicht jeder Spieler süchtig, anders als es bei anderen Dingen der Fall ist, die abhängig machen.

27.07.2018
Antworten
User fumo

Es ist einfach, anspruchslos und passt bestens zur no-brain-no-effort-generation, darum.

22.07.2018