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PC-Markt bricht ein: Lieferungen sinken um 21 Prozent – im Weihnachtsquartal wird es noch schlimmer

Kevin Hofer
23.10.2026

Die teuren Speicherchips fressen den PC-Markt auf. Im dritten Quartal 2026 sind die weltweiten Lieferungen um 21 Prozent gesunken. Für das vierte Quartal erwarten die Marktforscher sogar ein Minus von 27 Prozent.

Die Speicherkrise hat den PC-Markt erreicht – und zwar mit voller Wucht. Laut vorläufigen Zahlen von Counterpoint Research wurden im dritten Quartal 2026 weltweit nur noch 57 Millionen PCs ausgeliefert. Das sind 21 Prozent weniger als im Vorjahr. Gegenüber dem zweiten Quartal beträgt das Minus 13,8 Prozent. Der Grund: Teure Speicherchips und andere Komponenten treiben die Gerätepreise nach oben. Viele Kunden warten ab.

Privatkunden halten sich zurück

Besonders schwach ist die Nachfrage bei Privatpersonen. Bei den hohen Preisen lohnt sich der Ersatz des alten Geräts für viele schlicht nicht. Besser sieht es bei Unternehmen aus: Sie tauschen weiter ihre Geräte aus und stellen auf Windows 11 um. Das reicht aber nicht, um den Rückgang auszugleichen.

Hinzu kommt: Im dritten Quartal 2025 waren die Verkäufe überdurchschnittlich hoch. Viele Kunden kauften noch vor dem Support-Ende von Windows 10 neue Geräte. Dieser hohe Vergleichswert verschärft das Minus.

Lenovo bleibt vorn, HP verliert am meisten

Die Rangliste der grössten Hersteller bleibt gleich, aber die Verluste sind ungleich verteilt:

  • Lenovo: 15 Millionen Geräte, 26,3 Prozent Marktanteil, minus 23 Prozent
  • HP: 10,3 Millionen Geräte, 18,1 Prozent Marktanteil, minus 31 Prozent – der grösste Rückgang unter den Top 5
  • Dell: 7,6 Millionen Geräte, 13,3 Prozent Marktanteil, minus 25 Prozent
  • Apple: 5,6 Millionen Geräte, 9,8 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 8,7 Prozent), minus 11 Prozent
  • Asus: 5,2 Millionen Geräte, 9,2 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 7,8 Prozent), minus 7 Prozent

Zusammen kommen die fünf Hersteller auf 76,7 Prozent des Markts. Alle anderen Anbieter lieferten 13,3 Millionen Geräte aus – ein Minus von 16 Prozent.

Apple und Asus halten sich besser

Die Gewinner sind relativ gesehen Apple und Asus. Beide verlieren weniger als der Markt und gewinnen Anteile. Bei Apple half laut Counterpoint das MacBook Neo, den Rückgang abzufedern. Asus hat den kleinsten Rückgang der Top 5 und legt gegenüber dem Vorquartal sogar um 19,4 Prozent zu.

Dell zeigt dagegen, dass auch das Firmengeschäft nicht vor der Krise schützt. Trotz stabiler Nachfrage von Unternehmen verlor der Hersteller ein Viertel seiner Lieferungen.

Wird’s noch schlimmer?

Ja. Counterpoint rechnet für das vierte Quartal 2026 mit einem Minus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2027 erwarten die Analysten, über das ganze Jahr gesehen, etwa gleich viele Auslieferungen wie 2026. Das ist keine Erholung, sondern ein Einpendeln auf tieferem Niveau.

Counterpoint-Analyst David Naranjo spricht von einer strukturellen Anpassung: Höhere Kosten, höhere Preise und längere Nutzungsdauern verändern den Markt dauerhaft. Gewinnen werden demnach jene Hersteller, die Innovation mit fairen Preisen, einer intakten Lieferkette und echtem Mehrwert verbinden.

Für Käufer heisst das: Wer einen PC braucht, sollte nicht auf sinkende Preise hoffen. Und wer sein Gerät noch ein, zwei Jahre länger nutzen kann, sollte das wohl auch tun..

Titelbild: Shutterstock / Andrey_Popov

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