Neuer Weltrekord: Chinesische Solarzelle liefert Wirkungsgrad von 34,6 Prozent
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Neuer Weltrekord: Chinesische Solarzelle liefert Wirkungsgrad von 34,6 Prozent

Durch die Kombination zweier Technologien hat es das Unternehmen Longi geschafft, eine Solarzelle herzustellen, die 50 Prozent effektiver ist als bisher erhältliche. Doch bis der Fortschritt im Massenmarkt ankommt, dürfte es dauern.

Der Wirkungsgrad einer Solarzelle sagt, wie viel des einfallenden Sonnenlichts in Strom umgewandelt wird. Forscher des chinesischen Solarkonzerns Longi haben diesen Wert jetzt auf einen Wert von 34,6 Prozent geschraubt. Der Rekord wurde bereits von der European Solar Test Installation (ESTI) bestätigt.

Zum Vergleich: Die in Solarmodulen verbauten Zellen, die zum Beispiel auf Hausdächern oder für Solaranlagen auf Feldern verwendet werden, haben einen Wirkungsgrad von etwas über 20 Prozent. Bei solchen für den mobilen Gebrauch liegt er eher noch tiefer. Bei diesen Massenmarkt-Produkten setzen die Hersteller auf monokristalline Zellen. Damit ist eine lange Haltbarkeit – über 20 Jahre – bei gleichbleibend hoher Leistung garantiert.

Neues Mineral liefert hohe Leistung noch nicht ausdauernd genug

Hersteller Longi, der weltgrösste Solarkonzern, setzt für mehr Effizienz auf eine Kombination der klassischen auf Silizium basierten Technologie mit Perowskit. Das Mineral wird verwendet, um auch das Licht in Strom zu verwandeln, das die Siliziumzellen nicht verwerten können. (Hier findest du eine ausführliche chemisch-physikalische Erklärung der Technologie.)

Mit Tandem-Solarzellen, bei denen die Vorteile beider Technologien kombiniert werden, sollte sich der Wirkungsgrad tatsächlich weiter verbessern lassen. Derzeit allerdings wäre die Herstellung noch deutlich teurer. Und Perowskit kann bei der Haltbarkeit im Vergleich zu Silizium noch nicht mithalten. Das Mineral verliert seine Leistungsfähigkeit und die Effizienz sinkt schnell. Zu schnell, um für eine Montage auf dem Hausdach infrage zu kommen. Dort sollen die Module schliesslich über Jahrzehnte grünen Strom produzieren.

Die Unterschiede beim Wirkungsgrad der bisherigen Technologie sind eher gering. Auch deshalb führt Meyer Burger, einer der letzten verbliebenen europäischen Hersteller, in einem durch Preiskampf gekennzeichneten Markt einen Kampf ums Überleben – trotz einem Wirkungsgrad ihrer Zellen von bis zu 22 Prozent. Allerdings hält inzwischen auch bei den klassischen Solarzellen mit der sogenannten Heterojunction-Technik der Longi-Konzern den Rekord in Sachen Effizienz: 27,3 Prozent.

Titelbild: Dennis Schroeder / National Renewable Energy Laboratory

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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