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NASgeforscht: Welcher RAID-Typ passt zu mir?

Twix hiess früher RAIDer. Und auch bei RAIDer waren stets zwei Riegel dabei. Wenn nun die eigene Cloud mittels RAID betrieben wird, benötigt diese auch mindestens zwei Festplatten. Doch im Unterschied zum Schokoriegel kannst du die HDDs nicht bloss reinschieben. Erst musst du dich für einen RAID-Typen entscheiden.

Als aufmerksamer Leser des digitec-Magazins hast du mitbekommen, dass ich mir Ersatz für mein in die Jahre gekommenes NAS kaufe. Dabei habe ich mich für folgende Konfiguration entschieden: Synology DS918+, 4 GB RAM-Erweiterung sowie vier HDDs Seagate IronWolf 8 TB.

Weshalb gerade diese Konfiguration, liest du hier nach:

<strong>NAS-Speicher-Mangel:</strong> Welche HDDs lohnen sich?
HintergrundComputing

NAS-Speicher-Mangel: Welche HDDs lohnen sich?

Auf die neue eigene Cloud freue ich mich sehr. Doch ehe ich sie aufsetze, stellt sich die Frage, wie wichtig mir Ausfallsicherheit ist? Je nach RAID-Typ erhalte ich mehr Speicherplatz oder mehr Sicherheit.

Was ist ein RAID?

Der Begriff RAID steht für «Redundant Array of Independent Disks», was auf Deutsch übersetzt so viel wie «redundante Ansammlung von unabhängigen Festplatten» bedeutet. Es handelt sich dabei um einen Verbund von mehreren physischen Festplatten zu einem einzelnen logischen Laufwerk. Das kann Vorteile in Sachen Leistung, Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit bringen.

Redundanz? Nein, das ist kein Backup!

Allgemein bedeutet Redundanz das mehrfache Vorhandensein von gleichartigen Objekten. In Bezug auf RAID bedeutet es, dass du zusätzliche Ressourcen als Reserve einsetzt. Will heissen, dass ein Teil des vorhandenen Speicherplatzes als Ausfallsicherheit herhält und daher nicht als herkömmlicher Netzwerk-Speicher benutzt werden kann. Je nach verwendetem RAID-Typ/-Level können eine oder mehrere Festplatten ausfallen, ohne dass ein definitiver Datenverlust droht. Die auf der Ausfall-Festplatte verlorenen Daten können dank redundanter Kopien von den restlichen HDDs wiederhergestellt werden. Du tauschst die defekte Festplatte bei laufendem Betrieb aus und gut ist.

Falls dir nun der Gedanke kommt, dass es sich bei der Redundanz um ein Backup handelt, muss ich dich enttäuschen. Die Redundanz ist lediglich eine Ausfallsicherheit, welche das Weiterarbeiten trotz Defekt einer Festplatte ermöglicht.

Aus folgenden Gründen ist dein Netzwerkspeicher auch trotz Redundanz kein Backup: Hast du dir einen Virus eingefangen oder fehlerhaft geschriebene Daten durch einen Softwarefehler, werden die Probleme auch auf die redundant abgelegten Daten übertragen. Im Weiteren besteht auch die Gefahr von versehentlich gelöschten Dateien. Die lassen sich nur mit Glück und einigem Aufwand wiederherstellen. Ausserdem sollte ein Backup an einem anderen Standort gelagert werden als die Originaldaten. Du siehst; wegen einem RAID-System auf ein Backup zu verzichten, kann böse ins Auge gehen.

Parität: Die RAID-Fehlerkorrektur

Bei Parität handelt es sich im Allgemeinen um eine Technik zur Fehlerkorrektur. Sie ist notwendig, da die Datenübertragung kein komplett fehlerfreier Prozess ist. Mittels Parität wird überprüft, ob Daten beim Kopieren, Verschieben oder Übertragen verloren gegangen sind oder überschrieben wurden. Dies funktioniert, indem eine zusätzliche Binärzahl einer Gruppe von Bits hinzugefügt wird – das sogenannte Paritätsbit. Damit kann festgestellt werden, ob die verschobenen Bits erfolgreich angekommen sind.

Das Konzept der Paritätsprüfung existiert für viele Anwendungen – beispielsweise auch bei der Kommunikation von Modems. Oder auch in erweiterter Form (horizontale und vertikale Parität) bei einem RAID respektive gewissen RAID-Level. RAID 5 bietet beispielsweise Redundanz durch die Verwendung von Parität. Die Paritätsinformationen ermöglichen bei einem Laufwerksausfall die Daten neu aufzubauen. Je nach RAID-Level wird die Parität auf ein einzelnes Laufwerk gespeichert oder über mehrere verteilt.

RAID-Typen und deren Eigenschaften

Egal, ob du dir ein NAS respektive ein Hardware-RAID besorgt hast, ein Software-RAID erstellen möchtest oder gar ein Host-RAID – die Frage nach dem RAID-Typen/-Level stellt sich immer. Es sei denn, du bist nicht daran interessiert und lässt den Einrichtungsassistenten deines NAS die werkseitig vorgeschlagene Einstellung übernehmen.

Welcher RAID-Typ du bei deinem Festplattenverbund einsetzen kannst oder solltest, ist einerseits von der Anzahl Festplatten abhängig. Andererseits auch von der Power des Prozessors/NAS, denn gewisse RAID-Typen verursachen wegen den Paritätsinformationen mehr Last. Aber siehe selbst – nachfolgend findest du die wichtigsten RAID-Level erklärt. Exotischere RAID-Typen (RAID 2, 3, 4, 7, etc.), die nur selten oder in Spezialfällen zum Einsatz kommen, habe ich der Übersicht zu liebe weggelassen.

Die verschiedenen RAID-Level

Folgende Tabelle gibt dir einen ersten Überblick zu den unterschiedlichen RAID-Level. Du siehst, wie viele HDDs für den jeweiligen Level mindestens notwendig sind, wie viel Speicherplatz dir zur Verfügung steht, welche Ausfallsicherheit geboten wird, die Lese- und Schreibgeschwindigkeit sowie eine Angabe zu den Kosten.

*Normal = wie eine einzeln betriebene Festplatte. / **Abhängig von der gegebenen System-Performance.

RAID 0 – Disk Striping

RAID 0 ist das RAID, das kein RAID ist. Denn bei diesem besteht keine Redundanz – sämtliche Daten sind nur einmal vorhanden. Bei einem RAID-0-System werden die Daten in Blöcke aufgeteilt und auf sämtliche Laufwerke des Arrays geschrieben. Für RAID 0 benötigt es mindestens zwei Festplatten.

Quelle: www.seagate.com

Vorteile:

  • Die höchst mögliche Speicherkapazität wird genutzt = 100 Prozent.
  • Hervorragende Leistung bei Lese- und Schreibzugriffen.
  • Es besteht kein Overhead (zusätzliche Daten) durch Paritätskontrollen.

Nachteile:

  • RAID 0 ist nicht redundant und bietet keine Ausfallsicherheit. Wenn ein Laufwerk ausfällt, sind sämtliche Daten verloren.

RAID 1 – Disk Mirroring

RAID 1 besteht aus einem Daten- und (mindestens) einem Spiegellaufwerk. Sollte eines der Laufwerke ausfallen, können alle Daten dank der Spiegelung schnell und unkompliziert wiederhergestellt werden.

Quelle: www.seagate.com

Vorteile:

  • Du bekommst mit RAID 1 eine ausgezeichnete Lesegeschwindigkeit sowie eine Schreibgeschwindigkeit, die mit einem einzeln betriebenen Laufwerk vergleichbar ist.
  • Sollte ein Laufwerk ausfallen, müssen die Daten nicht neu aus Paritätsinformationen erstellt werden, sondern werden einfach auf das Ersatzlaufwerk kopiert.
  • Die Technologie ist simpel und hält die Prozessorlast tief.

Nachteile:

  • Du bekommst nur die Speicherkapazität einer Festplatte.
  • Bei einem Software-RAID-1-System wird ein Hot-Swap, also der Austausch der Festplatte während laufendem Betrieb, nicht immer unterstützt.

RAID 5 – Striping with Parity

Dies ist der am häufigsten verwendete «sichere» RAID-Level mit einer Parität. RAID 5 benötigt mindestens drei Laufwerke und unterstützt bis 16 Stück. Die Datenblöcke werden über sämtliche Laufwerke verteilt. Auch die Paritätsinformationen zu den Blöcken werden nicht auf ein einzelnes Laufwerk geschrieben. Das hat den Vorteil, dass es keine Rolle spielt, welche Festplatte ausfällt. RAID 5 kann einem einzelnen Festplattenausfall standhalten.

Quelle: www.seagate.com

Vorteile:

  • Lesezugriffe sind schnell.
  • Ein beliebiges Laufwerk kann ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen.
  • Bei Verwendung von vier Laufwerken bekommst du eine Kapazitätsausnutzung von 75 Prozent, wo ein RAID 10 vergleichsweise nur 50 Prozent bietet.

Nachteile:

  • Schreibzugriffe sind langsamer als bei RAID 10, da die Parität stets berechnet werden muss.
  • Die Technologie ist sehr komplex. Wenn eine Festplatte ausfällt, benötigt die Wiederherstellung der Daten sehr viel Zeit.
  • Bei einer Daten-Wiederherstellung müssen sehr viele Zugriffe auf sämtliche Laufwerke getätigt werden. Sollte eine zweite Festplatte schon etwas angeschlagen sein und in dieser Zeit ausfallen, sind die Daten verloren.

RAID 6 – Striping with Double Parity

RAID 6 ist ein RAID 5 mit einer doppelten Parität. Daher benötigt es auch mindestens vier Laufwerke. Datenblöcke, wie auch Paritätsinformationen werden auf sämtliche Laufwerke verteilt. Von den verwendeten Festplatten können zwei ausfallen, ohne dass ein Datenverlust droht.

Quelle: www.seagate.com

Vorteile:

  • Lesezugriffe sind schnell.
  • Zwei beliebige Laufwerke können ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen. Dadurch ist RAID 6 sicherer als RAID 5.
  • Bei Verwendung von mehr als vier Laufwerken ist die Kapazitätsausnutzung besser als bei RAID 10.

Nachteile:

  • Schreibzugriffe sind langsamer als bei RAID 5 und erheblich langsamer als bei RAID 10.
  • Kapazitätsausnutzung von mindestens 50 Prozent ist schlechter, als bei RAID 5.
  • Die Technologie ist sehr komplex. Wenn eine Festplatte ausfällt, benötigt die Wiederherstellung der Daten sehr viel Zeit.
  • Bei einer Daten-Wiederherstellung müssen sehr viele Zugriffe auf sämtliche Laufwerke getätigt werden, was der «Mean Time Between Failures» (mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen) der Festplatten nicht entgegenkommt.

RAID 10 (1+0) – Striping and Mirroring

RAID 10 ist die Kombination von RAID 1 und RAID 0 und benötigt mindestens vier Laufwerke (nur gerade Anzahl möglich). Hier werden Vor- und Nachteile der beiden RAID-Level in einem System kombiniert. Dabei handelt es sich um eine verschachtelte respektive hybride RAID-Konfiguration. Diese bietet Sicherheit durch Spiegelung aller Daten auf sekundären Laufwerken sowie gleichzeitiger Verteilung über jeden Laufwerkblock hinweg. Was wiederum den Datentransfer beschleunigt. Bei RAID 10 kann pro Sub-Array ein Laufwerk ausfallen, ohne dass ein Datenverlust droht.

Quelle: www.seagate.com

Vorteile:

  • Du bekommst mit RAID 10 eine ausgezeichnete Lesegeschwindigkeit sowie eine hohe Schreibgeschwindigkeit.
  • Sollte ein Laufwerk einer Sub-Array ausfallen, müssen die Daten nicht neu aus Paritätsinformationen erstellt werden, sondern werden einfach auf das Ersatzlaufwerk kopiert.
  • Die Technologie ist simpel und hält die Prozessorlast tief.

Nachteile:

  • Da sämtliche Daten doppelt geschrieben werden, bekommst du nur 50 Prozent der gesamten Festplattenkapazität.
  • Sehr kostspielig im Vergleich zu RAID 5 oder RAID 6.

Automatisiertes RAID-Management

Gewisse NAS-Hersteller bieten ein automatisiertes RAID-Management. Bei Synology heisst das beispielsweise SHR (Synology Hybrid RAID). Dieses ist in erster Linie für User gedacht, die mit RAID wenig vertraut sind. Dabei übernimmt das System die meiste Arbeit der Konfiguration und bietet eine Ausfallsicherheit von mindestens einer HDD. Falls du zwei Laufwerke in Betrieb hast, wird SHR ein RAID 1 erstellen. Bei mehr Platten kann sich ein automatisiertes RAID-Management allerdings auch von gängigen RAID-Leveln unterscheiden. Für genauere Infos dazu, kontaktierst du am Besten die Herstellerseite deines NAS.

Wer die Wahl hat ...

So, nun weiss ich mehr. Und dennoch bin ich etwas unschlüssig, mit welchem RAID-Typen ich mein NAS konfigurieren soll. Insbesondere Diskussionen mit Informatikern aus meinem Umfeld lassen mich etwas zweifeln, ob es eine gute Idee ist, RAID 5 einzusetzen. Mir wurde gesagt, dass RAID 5 eine nicht immer sichere und etwas fummelige Technologie sei. Doch frage ich inhouse das Product Management, wird mir dazu geraten, RAID 5 zu benutzen. Alles andere sei Verschwendung des Speicherplatzes.

Na gut, ich gehe nun mal ins Wochenende darüber brüten, ob ich RAID 5, RAID 10 oder gar RAID 6 einsetzen soll. Wie ich mich entscheide, erfährst du im kommenden Artikel über meine NAS-Migration.

Der richtige RAID-Typ
Welchen RAID-Level würdest du bei einem NAS mit vier Bays (Festplatteneinschüben) einsetzen?

RAID 0

5%

RAID 5

51%

RAID 6

12%

RAID 10

31%

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Martin Jud, Zürich

  • Editor
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

27 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen

User schweizerkaese

Gute Lektüre für meinen Informatik-Lehrling, danke.

22.03.2019
User Anonymous

ZFS mit RaidZ2.

22.03.2019
User Anonymous

+1 für ZFS. Alles andere ist mir nicht geheuer.

25.03.2019
Antworten
User Anonymous

Gar kein RAID Zuhause.

Wer braucht schon ein Raid Zuhause. Es hat eigentlich nur Nachteile:
1. Es geht Speicherplatz verloren (ausser Raid 0, aber das ist sowieso was anderes)
2. Wenn eine Platte dann nach Jahres ausfällt und man die neue einsetzt, hat das NAS mal ordentlich was zu tun und die Wahrscheinlichkeit, dass nun eine zweite Platte in die Knie geht ist gross. Also wäre eine Option Raid 6 oder 5 + Spare (mehr Platz geht verloren).
3. Bei Hardware Raid bekommt man Probleme, wenn die Hardware ausfällt und man keinen exakt gleichen Ersatz hat.

Was gibts für Vorteile?
1. Ausfallsicherheit. -- Braucht man das wirklich zuhause? Dann halt Restore vom Backup, das man sowieso machen muss und man hat die Daten ein paar Stunden später wieder drauf.
2. Geschwindigkeit -- Wenns wirklich schnell sein soll, brauchts eine lokale SSD. Und übers Netz ist bei den meisten mit 1GBit/s sowieso Schluss und da schafft auch eine einzelne Disk (wenn es nicht >5 Anwender sind).

Besser als Raid Zuhause ist eine sinnvolle Backuplösung. Daten die Regelmässig ändern (Dokumente, Fotos, etc) in die Cloud Backupen (Duplicacy, Duplicity, etc mit Verschlüsselung). Die Filme und MP3 sind wohl zu gross für die Cloud. Also ab und zu mal auf eine externe Disk kopieren und im Büro lagern.

23.03.2019
User Mizz141

RAID NIE ALS BACKUP BENUTZEN! (Informatiker 101)

22.03.2019
User ExtraTNT

weiss nicht wo das problem ist, n raid controller oder n mabo geht ja schliesslich nie kaputt und ein pc ist ja feuer und wasser fest, sowie gegen jegliche äussere gewallt geschützt :D
ne spass, n raid ersetzt kein backup, es dient legentlich zur besseren ausfallsicherheit des systemes. dadurch ist es so, dass rein ein raid ohne backup nur sicherer ist als kein raid ohne backup... :D
Mizz141 hat hier vollkommen recht

22.03.2019
Antworten
User Sinthoras

Verklag mich, aber ich habe bei meinem Movie-NAS kein RAID, dafür doppelt so viel Speicher ;-).

Wenn eine Festplatte kaputt gehen sollte, so what. Neue kaufen, neu befüllen - ist man halt 2,3 Tage offline. Wenn man Hochverfügbarkeit möchte, dann überlässt man das wohl lieber einem Rechenzentrum (mit 2 Internet Leitungen, 2 Standorten, USV, etc).

23.03.2019
User inoutchina

Die Problematik eines Diskausfall wird nicht wirklich erklärt. Bei RAID 5 kann eine Restauration des Verbundes sehr lange dauern (40 Stunden habe ich schon erlebt). Dabei wird die Last auf die verbleibenden Disks sehr hoch. Dies kann dazu führen, dass weitere Disks ausfallen oder das System sehr langsame/instabil werden kann. Auch ist bei einem Ausfall eines Kontrollers bei einem RAID 5 + 6 zu achten, dass alle Settings gesichert wurden. Sonst könnten die Daten weg sein obwohl sie eigentlich noch auf den Disk sind (oder zumindest sehr schwierig sie wieder zu erstellen).

24.03.2019
User Perstin

Ich musste beim Titel schmunzeln. Danke.
Was das RAID-Level angeht, könnte man noch RAID-5+Spare anführen, für die die nicht jeden Tag Mails checken und am NAS vorbeilaufen.
Gibt extra Sicherheit IMHO.

Und in die Tabelle könnte noch ein Geschwindigkeitsindikator (--- bis +++) rein. Just saying.

Sonst auch hier: Wird an den Lehrling geschickt! :)

22.03.2019
User Martin Jud

Hey Perstin

Besten Dank für dein Feedback. Die Tabelle habe ich gerade NASbearbeitet. Neu sind Spalten zu Lesegeschwindigkeit, Schreibgeschwindigkeit und Kosten.

Happy Weekend
Martin

22.03.2019
Antworten
User Anonymous

Ich weiss nicht so recht was an Raid 0 so ein problem sein soll (im Heimgebrauch). Da es ja kein backup ersetzt muss ich in regelmässigen abständen sowiso ein backup machen. Warum soll ich dann nicht die volle kapazität und geschwindigkeit nutzen? Ansonsten gibts ja auch noch tools wo man den zustand der hdd sieht bevor sie ganz den geist aufgibt. Finde also den kommentar zu raid 0 bei der umfrage etwas daneben.

23.03.2019
User Anonymous

Na gut, auch wenn es tools gibt, 100% schützen diese niemals. Aber ich habe früher auch 2x 5Disks im Raid 0 betrieben und hatte nie Probleme. Natürlch waren meine (wichtigen) Daten extern gesichert..

24.03.2019
Antworten
User hgy_winti

Für die Synology DS918+ kannst du das SHR (Synology Hybrid RAID) verwenden. Bei 4 x 8TB Disks wirst du damit 24TB nutzen können, was einem RAID 5 entspricht. Und mit der Erweiterungs-Einheit DX517 kannst du die Volumes später nahtlos erweitern. Du musst dich so gar nicht um RAID Konfigurationen kümmern.

Wenn dir jedoch eine höhere Lesegeschwindigkeit wichtiger ist als die Speicherkapazität, dann wirst du dich für ein RAID 10 entscheiden. Das bringt "nur" 16 TB Speicher, aber schnelleren Datenzugriff und eine schnellere Wiederherstellung beim Ausfall einer Disk. Es braucht dazu vielleicht etwas Handarbeit bei der Installation (ich habe bei meinen Diskstations bisher nur das SHR verwendet), aber davor lässt du dich vermutlich nicht zurückschrecken.

Sollte beim Ausfall einer Disk vor Abschluss der Wiederherstellung eine zweite Disk ausfallen, dann hast du mit RAID 10 (und etwas Glück, dass die zweite Disk nicht zum selben Sub-Array gehört) eine Chance, keine Daten zu verlieren (die Berechnung der entsprechenden Wahrscheinlichkeit sei den Stochastikern überlassen).

Das Synology Hybrid RAID bietet wirklich eine flexible Lösung.
So habe ich bei meiner DS918+ bisher erst 2 Disks à 8TB eingebaut. Falls ich mehr Speicher benötige, werde ich mir eine oder zwei weitere 8TB Disks dazukaufen (und den Kauf auf eine Digitec Aktion abstimmen). In meinem Fall wäre es auch möglich, bereits jetzt eine dritte Disk einzubauen und als Spare- (Reserve-) Disk zu initialisieren. Damit geht dann die Wiederherstellung beim Ausfall einer der beiden aktiven Disks sehr schnell.
Das SHR ist auch sehr praktisch, um auf grössere Disks umzusteigen. Bei der Erweiterung eines 2-bay NAS von 2 x 2TB auf 2 x 4TB wird zuerst die erste 2TB Disk durch eine 4TB ersetzt. Nach Abschluss der Spiegelung (RAID Wiederherstellung) auf die 4TB-Disk kann die zweite Disk ausgetausch werden und nachdem auch die Spiegelung auf diese abgeschlossen ist, kann das Volume von 2 auf 4TB vergrössert werden.
Ich weiss nicht, wie das Erweitern der RAIDs in anderen NAS Produkten gelöst ist, denn ich kenne nur die Synology Geräte, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch einfachere Lösungen gibt.

23.03.2019
User JTR.ch

Dennoch platziert mein ein offline Backup bei sich in der Firma, beim Bruder oder sonst wo. Denn wenn das Haus abbrennt nützt auch Raid 10 nichts mehr. Und die Fotos habe ich nebst auf dem NAS immer auch noch auf einer Cloud.

24.03.2019
User Anonymous

Keine Ahnung obs schon wer geschrieben hat:

RAID 0 = erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit, Du implizierst in der Tabelle ein gleich grosses Risiko. Dieses entspricht aber 1*n+1

RAID 5 = Wird meistens sowieso nur mit einem dedizierten Controller eingesetzt. Dann ist das Thema mit dem Parität berechnen erledigt (wird in Hardware erledigt auf dem Controller), ein Cache mit Batterie hilft dabei, dass die Performance und Reliabilität stimmt.

RAID 5+6 = Natürlich dauert das Neuberechnen der Daten für eine Platte länger (ungefähr proportional mit der Grösse und Geschwindigkeit der Platten), allerdings bieten hier diverse Hersteller in ihren Systemen per Software Kniffen Abhilfe. Auch sollte das reine Lesen der Daten die MTBF nicht signifikant beeinträchtigen,

Alle RAIDs = ...das Problem ist eher, dass man normalerweise alle Disks eines Arrays gleichzeitig kauft, sprich, von derselben Charge. Dies kann bei Fertigungsproblemen, Unreinheiten oder Transportschäden dazu führen, dass viele Platten derselben Charge praktisch gleichzeitig ausfallen. Dabei ist es dann herzlich egal welchen RAID Level man nutzt, im Heimumfeld nutzt niemand Global/Hot Spares und bis man dann bemerkt dass es klöpft hed, ist es eh zu spät...

Darum, stimme voll zu... Backup und so... :) Bei mir zwei ZFS basierte Chübel welche sich zeitversetzt per rsync replizieren. So hab ich auch noch Zeit zu reagieren wenn was passiert (Snapshots gibts ja auch noch).

01.04.2019
User Anonymous

unRAID!

23.03.2019
User peter

Ein Raid braucht gleich grosse Festplatten. Da gerade bei Medien-Nas der Speicherbedarf gross ist, muss man, wenn alles voll ist, gleich vier neue Platten kaufen und stundenlang einrichten. Auch das Wiederherstellen einer Raid-HD dauert lange und belastet das NAS. Anstelle dessen habe ich eine Backuplösung. Im Laufe der Jahre habe ich immer mal wieder eine grössere HD gekauft und eingebaut. Und kopiere von Zeit zu Zeit fröhlich hin und her. Zudem kann man die Daten auch beim Ausbau einer HD problemlos lesen, oft auch bei defekten.

27.03.2019
User ExtraTNT

also ich wäre noch fürs RAID 50 oder alle andern mischformen und längst nicht mehr gebrauchten formen von... :D

22.03.2019
User Wyrx

Die Tabelle sollte man eventuell korrigieren.
"Ausnutzung der Kapazität" ist bei RAID 1 nämlich nicht 50%, sondern 1 HDD. 10 HDDs in RAID 1 = 1 HDD nutzbar (die kleinste), 9 HDDs für Redundanz. Ausfallsicherheit und Kosten sind dementsprechend nicht 1, bzw. "hoch", sondern "alle bis auf 1", bzw. "extrem hoch".

RAID 10 hat ebenfalls Fehler:
Ausfallsicherheit ist nämlich nicht "ein Laufwerk pro Subarray", sondern "bis zu 50%", und die Schreibgeschwindigkeit sollte nicht "normal" sein, sondern "hoch" (genauer genommen: halb so schnell, wie wenn das Array RAID 0 wäre).
Zudem sollte man erwähnen, dass RAID 10 eine gerade Anzahl HDDs benötigt.

Wenn man etwas darüber nachdenkt, sollte auch klar sein, warum das so ist:
"RAID 1 benötigt mindestens zwei Festplatten – hier werden sämtliche Daten doppelt gespeichert."
Was passiert denn, wenn ich 3 Festplatten habe? Richtig, die Daten werden nicht mehr doppelt, sondern dreifach geschrieben -> 1 HDD Nutzkapazität, 2 HDDs Redundanz.

23.03.2019
User Wyrx

RAID 6 Vorteile: "Unter Verwendung von mindestens 5 Laufwerken, ist die Kapazitätsausnutzung besser als bei RAID 1 oder RAID 10."

Ähm, fast...
RAID 1 hat eine Kapazitätsnutzung von genau nur einer einzigen Festplatte. Somit lässt sich RAID 1 in dieser hinsicht mit anderen RAID Arrays gar nicht vergleichen. RAID 1 verliert in jedem Fall, egal wieviele Festplatten genutzt werden.

23.03.2019
User Martin Jud

Habe dank dir soeben einiges angepasst. Vielen Dank für dein Feedback!

23.03.2019
User Anonymous

Sorry, aber da hatte Martin schon recht, RAID10, pro Subarray darf wirklich eines ausfallen. Das entspricht natürlich "bis zu 50%", aber ist nicht falsch. Für mich klingt das harmonischer, weil "bis 50%" impliziert, dass es Uber secrecy erfüllt... NICHT. Zwei Ausfälle im selben Subarray und das Ding ist Toast.


RAID1 ist natürlich nur ein Mirror. Bei 10 Platten, 10 exakte Kopien -> nutzt nur keiner mit mehr als 2 (viele Controller können gar nicht mehr als 2 in ein RAID 1 reinknallen).

01.04.2019
Antworten
User beginner99

Der Autor sollte sich mal über RAID5 mit grossen HDDs informieren. Einfach gesagt: Es ist nicht empfehlenswert. Für home-use ist RAID einfach nur unnötiges gebastel. Ist es so schlimm mal nicht seine Musik oder Videos anschauen zu können für einen Tag? RAID ist nicht back-up sondern für Verfügbarkeit und letztere ist irrelevant im Home-use. Also am besten sich das Geld sparen für die zusätzlichen disks und ohne RAID arbeiten. Dafür halt regelmässige Backups erstellen und diese woanders lagern. Am einfachsten ist hier beim Arbeitsplatz. Ganz wichtige kleinere Daten oder Dokumente dann noch verschlüsselt in der cloud backupen. zb. Diplome, Verträge, bedeutende fotos,...
Ich mache jeweils einfach ein backup mit dem gratis MS synctoy. Es werden nur Änderungen synchronisiert und die Daten auf der Backup platte sind direkt nutzbar.

23.03.2019
User thomas.orlamuender

Mir fehlt die Option RAID5+Hotspare, dich ich persönlich für die beste Variante halte. Die Ausnutzung der Kapazität der Laufwerke entspricht der bei RAID6 aber die zusätzliche Platte bleibt im Standby. Abgesehen von Vorteilen im Energieverbrauch kann das NAS auf eine fast ungebrauchte Platte zurückgreifen um ein Laufwerk zu ersetzen. Das Hotspare-Laufwerk entspricht in Alter, Hard- und Firmware genau den vorhandenen Laufwerken und man gerät nicht unter Druck ein passendes Laufwerk erst beim Ausfall schnellstmöglich besorgen zu müssen.

Zusammen mit der regelmässigen Auswertung der S.M.A.R.T Parameter der Laufwerke, die auf den meisten Systemen heute automatisiert ausgeführt werden kann, lässt sich ein möglicher Ausfall frühzeitig erkennen und die Wiederherstellung (Synchronisation) des RAID startet automatisch noch weit bevor der Benutzer ein Problem überhaupt bemerkt hat.

Darüber hinaus muss der Controller nur eine Parität berechnen - nicht zwei wie bei RAID6 - was der Schreib-Performance zuträglich ist.

Natürlich lässt sich das Prinzip Hotspare auch auf andere RAID-Systeme anwenden. Auch RAID1 und RAID10 profitieren vom bereits vorhandenen Ersatz-Laufwerk.

26.03.2019
User Anonymous

Ein RAID 10 würde ich niemals verwenden, da es aus zwei Sub-Arrays besteht. Fallen die zwei Harddisk, welche sich im gleichen Sub-Array befinden aus, sind alle Daten verloren.

Bei einem RAID 6 oder SHR kann das nicht passieren.

28.03.2019
User Hardliner65

Wer einen NAS richtig einsetzt hat seine Daten zentral und nicht auf den Clients (Backup mühsam) und kann über das Internet darauf zugreifen. Eine private Cloud also. Auf all den öffentlichen Clouds und E-Mail Server sind die Daten von Administratoren einsehbar. Eine dezentrale Kopie des NAS ist zwingend! Nur diese Strategie ist profesionell.

01.04.2019
User Clareo

Wirklich schlauer ist man immer erst nachher, wenn was passiert ist.
Ich habe mich seinerzeit für RAID 5 mit 5 5TB Festplatten entschieden.
Eine ist mal ausgefallen und wurde von Digitec auf Garantie ersetzt.
Neue eingesetzt, that's all. Hat alles bestens funktioniert.
Klar ist RAID10 die schnellste und sicherste, aber auch die teuerste Variante.
Erst recht, wenn ich gezwungen bin, Platten mit der grösstmöglichen Kapazität zu kaufen ...

28.04.2019