
Kein neues «Mass Effect»: EA schließt Kultstudio Bioware
Nur wenige Monate nach der Privatisierung von Electronic Arts schließt der Konzern den früheren Branchenpionier Bioware. Mehrere finanzielle Fehlschläge in der Vergangenheit brachten das Studio in Schieflage.
Bioware gibt es nicht mehr: Das legendäre Spielestudio hat in einem knappen Blogbeitrag seine Schließung bekannt gegeben. Damit wird auch die Arbeit an einem neuen «Mass Effect»-Spiel eingestellt.
Die Nachricht über die Schließung dürfte viele Fans hart treffen: Seit seiner Gründung 1995 zählte Bioware zu den einflussreichsten Studios der Rollenspiel-Branche. Es entwickelte beliebte Games und Reihen wie «Baldur’s Gate», «Star Wars: Knights of the Old Republic», «Dragon Age» und «Mass Effect». Seit 2007 gehört das kanadische Studio zu Electronic Arts (EA).

Quelle: Bioware
Bioware prägte die Branche mit seinen Begleitersystemen, verzweigten Dialogen und moralischen Entscheidungen, die den Verlauf der Handlung lenken. Dieser Einfluss ist bis heute in Rollenspielen von Studios wie CD Projekt Red («The Witcher»-Reihe und «Cyberpunk 2077») und Larian («Baldur’s Gate 3») spürbar.
Bioware kränkelte schon länger
Die endgültige Schließung kommt überraschend, doch Bioware kämpft schon länger mit schweren Problemen. 2017 erschien «Mass Effect Andromeda» und kam bei den Fans nicht gut an. 2019 folgte das Live-Service-Disaster «Anthem», das ebenfalls nicht die erwünschten Spielerzahlen erreichte. Daher lagen viele Hoffnungen auf «Dragon Age: The Veilguard», das 2024 erschien und die hohen Erwartungen auch nicht erfüllen konnte..

Quelle: Bioware
Dazu kommt, dass mehrere hochrangige kreative Köpfe, darunter die Gründer Ray Muzyka und Greg Zeschuk, das Studio in den vergangenen 14 Jahren verließen. 2025 reduzierte EA Bioware auf ein kleines Kernteam, das an dem neuen «Mass Effect»-Titel arbeitete.
EA konzentriert sich auf seine Gelddruckmaschinen
EA selbst wurde im August 2026 im Rahmen eines 55 Milliarden US-Dollar schweren Deals privatisiert und gehört jetzt einem Investorenkonsortium, an dem der saudi-arabische Staatsfonds PIF mit mehr als 93 Prozent den größten Anteil hat. Analysten rechneten damit, dass die Übernahme mit starken finanziellen Einschnitten einhergehen würde. Von jährlichen Einsparungen in Höhe von 700 Millionen US-Dollar war die Rede.
Vor diesem Hintergrund passt das Ende von Bioware in den umfangreichen Sparkurs des Konzerns. Laut «Bloomberg» plant EA aktuell die Entlassung von 400 Mitarbeitenden, 50 davon entfallen auf Bioware. In die Entscheidung zur Schließung dürfte eingeflossen sein, dass das nächste «Mass Effect» sechs Jahre nach seiner Ankündigung noch immer in einer frühen Entwicklungsphase steckte.
In einer Nachricht an die Belegschaft gibt die Geschäftsleitung an, dass neben «Mass Effect» weitere Projekte eingestellt werden, darunter ein geplantes Spiel im «Die Sims»-Universum. Stattdessen will sich EA auf die Entwicklung finanziell erfolgreicher Sportspiel-Reihen, «Apex Legends» sowie Action-Adventures wie die geplanten «Star Wars Jedi»- und «Iron Man»-Game konzentrieren. Auch mit «Battlefield» und «Star Wars: Battlefront» geht es weiter.
Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.
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