Kampf der Sommerhitze: Leser Lukas zeigt seinen Outdoor-PC
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Kampf der Sommerhitze: Leser Lukas zeigt seinen Outdoor-PC

Dominik Bärlocher
Zürich, am 18.08.2017
Trotz Kühlern und Ventilatoren geben Computer jede Menge Hitze ab. Wenn es draussen heiss ist, dann werden Gaming-Zimmer oder Home Offices schnell zur Sauna. Leser Lukas hat das Problem kreativ gelöst. Aber er braucht deine Hilfe, um das Projekt zu beenden.

«Eigentlich ist mein Zimmer immer kühl», sagt Lukas Hunziker. Das Thermometer des 19-Jährigen misst in der Regel auch im Hochsommer zwischen 22 und 24 Grad. Dies verdanke er den dicken Sandsteinmauern, sagt er. «Doch wenn ich an meinem PC bin, dann sind das schnell 30 Grad». Seine Lösung: Wenn es draussen heiss ist, dann kann der Hitze abgebende PC ja auch in die Hitze. Lukas sitzt erfrischt drinnen. Der PC und die Sommerhitze können draussen ausmachen, wer heisser ist. Alle happy.

Das Fenster als Kabelquetsche

Das Setup ist nicht ganz perfekt, geschweige denn fertig gebaut. Lukas hat das Setup gut durchdacht, aber wäre eine Klimaanlage nicht sinnvoller? «Die Idee einer Klimaanlage habe ich schnell wieder verworfen. Zu teuer. Zu laut. Da blieb mir nur doch die Wahl die Wärmequelle auszulagern». Also musste der PC nach draussen.

Sein PC kann sich sehen lassen. Wo ich einfach Schrottteile verbauen würde, hat Lukas einen anständigen PC am Laufen.

Core i5 4690K (LGA 1150, 3.50GHz, 4-Core)
Intel Core i5 4690K (LGA 1150, 3.50GHz, 4-Core)
Fury (2x, 8GB, DDR3-1600, DIMM 240)
88.30
HyperX Fury (2x, 8GB, DDR3-1600, DIMM 240)
SSDNow V300 (480GB, 2.5")
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Kingston SSDNow V300 (480GB, 2.5")

Dazu ein Mainboard von MSI.

Da sein Zimmer in Lenzburg nach Westen gerichtet ist, sei Dauerlüften keine besonders gute Idee. Also stand Lukas vor folgendem Problem:

  • Das Fenster muss geschlossen sein
  • Der PC muss draussen sein
  • Der Rest des Setups muss drinnen sein

Kurz: Die Kabel müssen irgendwie an einem geschlossenen Fenster vorbei. Doch Lukas war überzeugt, dass das Setup Zukunft und Potential hat. Die Suche nach ähnlichen Projekten hat nichts gebracht, denn offenbar war noch keiner auf die Idee gekommen, einen Outdoor-PC zu bauen. Also musste der Informatiker-Lehrling Pionierarbeit leisten. Als erstes stand auf dem Programm, den Umfang der Kabel wie auch deren Anzahl zu verringern.

Daher hat Lukas folgende Kabel verwendet:

Superspeed Flat (A - B, 1m, 3.0)
Lindy Superspeed Flat (A - B, 1m, 3.0)
Superspeed Flat (A - A, 3m, 3.0)
29.–
Lindy Superspeed Flat (A - A, 3m, 3.0)

«Die flachen Kabel zu finden war schwieriger als gedacht. Es gab nicht für alle gewünschten Verbindungen flache Kabel, daher bastelte ich mit Adaptern rum, bis es funktionierte», sagt er. Einzig die Stromversorgung seines Setups macht er mit einer Aussensteckdose im unteren Stock seines Hauses. «Sonst hätte ich wohl ein Loch in die Wand bohren müssen.» Keine gute Idee.

Der USB-Standard ist nicht nur für Durchschnittsuser praktisch, sondern auch für Bastler. Denn wo einfach alles angeschlossen werden kann und Hubs existieren, müssen die USB-Stecker nicht zwingend am PC-Gehäuse eingesteckt sein. Daher hat Lukas einfach einen USB-Hub über die Fenstergrenze gezogen und alle Peripherie dort eingesteckt.

Am Schluss musste Lukas nur vier Kabel zwischen Fenster und Fensterrahmen einklemmen. «Die Kabel werden zwar gut gequetscht, aber bis jetzt halten sie.»

keine Informationen über dieses Bild verfügbar
Die gequetschen Kabel halten

Phase Zwei: Der PC soll wetterfest werden

«Damit der PC im Sommer schön kühl bleibt, habe ich zusätzlich oben am Gehäuse zwei Lüfter montiert», sagt er. Zwar laufe der PC draussen mit 60 bis 65 Grad etwas heisser als drinnen, aber die Funktionalität werde nicht beeinträchtigt. Denn wenn ein PC an der freien Luft operieren muss, sieht sich die Maschine mit einem ganz anderen Umfeld konfrontiert. Die Natur kann nicht geregelt werden und macht, was sie will. Hitze, Kälte und – davor graut es jedem Nutzer von irgendetwas Elektronischem – Feuchtigkeit.

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«Die ganze Konstruktion überlebte schon mal ein leichtes Sommergewitter weil ich am Abend zuvor zu faul war, das ganze rein zu nehmen», erzählt Lukas. «Der PC lief nach etwas Trocknen wieder anstandslos und ohne irgendwelche Fehler.»

Computer und deren Bauteile sind wesentlich robuster als generell angenommen wird. Daher macht sich Lukas nur mittelfristig Sorgen um sein Setup auf der Fensterbank. Doch, wie schon in der Erfolgsserie «Game of Thrones» immer gesagt wurde: Winter is coming. Der Winter kommt. Die Luftfeuchtigkeit steigt und Schnee fällt. Lukas will seinen PC also wintersicher machen. Doch genau da steht er im Moment noch an: «Ich hatte schon mal die Idee einer Haube, damit ich den PC ohne grosse Umstände an eine LAN-Party mitnehmen kann.»

Das aktuelle Hauptproblem sei weniger das Konzept, sondern mehr die Ausführung. «Absolut wasser- und luftdicht kann der Bau nicht sein, denn der PC muss nach wie vor belüftet werden», sagt Lukas. Doch Wasser dürfe auch nicht eindringen. Öffnungen in der Glocke müssten überstehend sein, denn die Kabel selbst sind nicht heikel.

Die Frage stellen wir also in den Raum: Wie würdest du den PC auf der Fensterbank wetter- und windsicher machen. Schreib einen Kommentar unten und vielleicht baut Lukas ja deine Idee nach. Bilder kannst du auf imgur.com hochladen, wenn eine Skizze einfacher fällt.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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