© NASA, ESA, Hubble Heritage Team / Revisiting the Veil Nebula / CC BY 4.0 CC BY (Ausschnitt)
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Junge Sterne bringen keinen Zugewinn

Spektrum der Wissenschaft
Heidelberg, am 29.01.2022

«Wir sind alle Sternenstaub» heisst es nicht zu Unrecht, denn fast alle Elemente, aus denen wir bestehen, wurden in sterbenden Sternen erbrütet. Doch damit ist dereinst Schluss.

Die beiden häufigsten Elemente im Kosmos – Wasserstoff und Helium – entstanden bereits kurz nach dem Urknall. Alle anderen Elemente, die es heute gibt, bildeten sich in Sternen und wurden dann bei deren explosivem Ende ins Weltall geblasen. Die folgende Generation von Sternen sammelte das Material auf und fügte ihrerseits noch mehr und auch noch schwerere Elemente hinzu. So reicherten sich im intergalaktischen Medium die «Metalle», wie in der Astronomie alle Elemente jenseits von Wasserstoff und Helium genannt werden, immer weiter an.

Doch dieser Prozess dürfte bald für immer zum Erliegen kommen, sagt nun ein Team um Giulia Cinquegrana und Amanda Karakas von der australischen Monash University. «Unsere Modelle supermetallreicher Sterne zeigen, dass auch sie sich aufblähen, um Rote Riesen zu werden und sich dann in Weisse Zwerge zu verwandeln, doch zu diesem Zeitpunkt stossen sie keine schweren Elemente mehr aus», sagt Cinquegrana. «Die Metalle werden im Weissen-Zwerg-Überrest eingeschlossen.»

Die beiden Astronominnen und ihre Gruppen haben dazu zwei Fachpaper in den «Monthly Notices of the Royal Astronomical Society» veröffentlicht (1, 2). Ihre Simulationen hätten gezeigt, dass sich schon geringfügige Änderungen in der elementaren Zusammensetzung eines entstehenden Sterns deutlich auf dessen weitere Entwicklung auswirkten. Sterne der jüngsten Generation hätten mitunter den siebenfachen Metallgehalt der Sonne.

Dass in naher Zukunft den entstehenden Sonnensystemen der Baustoff für Planeten und Lebewesen ausgeht, ist allerdings nicht zu befürchten. Zumal es noch zahllose mittelalte Sterne wie unsere Sonne gibt, die auf absehbare Zeit die galaktische Umgebung mit neuen Metallen anreichern werden. Die Sonne wird auf ein Alter von viereinhalb Milliarden Jahren geschätzt, bis auch sie ihre Existenz in Form einer expandierenden Gaswolke aushaucht, wird es noch rund sechs bis sieben Milliarden Jahre dauern.

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