
Flourish 1: Roboter lernt Hausarbeit in 30 Minuten
Flourish Robots bringt mit dem Flourish 1 einen humanoiden Haushaltsroboter auf Rädern auf den Markt. Du sollst ihm Aufgaben selbst per Smartphone beibringen können.
Schuhe aufräumen, den Geschirrspüler beladen oder Pflanzen gießen: Solche Aufgaben soll der Flourish 1 im Haushalt übernehmen. Statt auf eine große Bibliothek fertiger Abläufe setzt Flourish Robots auf individuelles Training. Der Roboter soll lernen, wie du eine Aufgabe konkret in deinem Zuhause erledigt haben möchtest.
So funktioniert das Training
Zunächst legst du die einzelnen Schritte in der App fest. Beim Aufräumen eines Schuhs wären das etwa die Fahrt zur Eingangstür, das Aufheben und das Ablegen im Schrank. Flourish spricht für diesen Schritt von ungefähr fünf Minuten. Anschließend steuerst du den Roboter mehrfach per Smartphone durch den Ablauf. Dabei startest du aus verschiedenen Positionen im Raum.
Diese Demonstrationen dauern laut Hersteller rund 30 Minuten. Etwa eine Stunde später soll das System das Training verarbeitet haben und die Aufgabe selbstständig ausführen können. Programmierkenntnisse brauchst du dafür nicht.
Dabei lernt der Flourish 1 die Gegebenheiten deiner Wohnung kennen. Er merkt sich beispielsweise, wo sich bestimmte Schränke befinden oder an welcher Stelle Schuhe abgelegt werden sollen. Während der späteren Ausführung steuert ihn niemand aus der Ferne. Die Fernsteuerung dient laut Flourish ausschließlich zum Anlernen.
Bereits umgesetzt hat Flourish neben dem Aufräumen von Kleidung, Schuhen und Spielzeug auch das Abräumen von Geschirr. Der Roboter kann Besteck und Teller in die Spülmaschine stellen, Tische abwischen, Pflanzen gießen und Gegenstände holen. Auch Wäsche soll er von der Waschmaschine in den Trockner umladen können.
Gelernte Aufgaben kannst du per Sprache starten oder für bestimmte Zeiten einplanen. Flourish nennt als Beispiel die tägliche Reinigung der Katzentoilette zu einer festgelegten Uhrzeit.

Quelle: Flourish Robotics
Erlernte Abläufe lassen sich optional über einen «Robot Store» mit anderen Besitzern teilen. Andere können diese Fähigkeiten übernehmen. Wie gut das in unterschiedlich eingerichteten Wohnungen funktioniert, erklärt Flourish bisher nicht.
Drei Kameras und LiDAR für die Orientierung
Der Flourish 1 fährt auf Rädern und besitzt einen humanoiden Oberkörper mit zwei Armen. Er ist 1,09 Meter hoch und wiegt etwa 20 Kilogramm. Seine Arme reichen vom Boden bis auf etwa 89 Zentimeter Höhe. Die maximale Nutzlast gibt der Hersteller mit rund 1,5 Kilogramm an.

Quelle: Flourish Robotics
Für die Navigation nutzt der Roboter einen LiDAR-Sensor. Dieser misst per Laser die Entfernung zu Objekten in seiner Umgebung. Drei Kameras helfen dabei, Gegenstände zu erkennen und zu greifen. Dafür nutzt der Flourish 1 Bildmodelle, die anhand deiner Demonstrationen trainiert werden.
Im Inneren arbeitet ein Raspberry Pi 5. Er übernimmt unter anderem die Navigation, Sprachfunktionen und kleinere KI-Modelle. Rechenintensivere Modelle laufen in der Cloud.
Der Akku soll rund zwölf Stunden durchhalten. Eine vollständige Ladung dauert etwa neun Stunden. Eine automatische Ladestation gibt es bei der ersten Version nicht.
Treppen und Wäschefalten überfordern ihn noch
Der Flourish 1 ist auf einzelne angelernte Abläufe angewiesen. Er erfasst einen Haushalt also nicht eigenständig und entscheidet auch nicht selbst, welche Arbeiten anstehen.
Treppen kann er nicht überwinden. Mit einer Nutzlast von rund 1,5 Kilogramm scheiden auch schwerere Gegenstände aus. Wäsche falten beherrscht er bisher ebenfalls nicht. Flourish arbeitet nach eigenen Angaben an dieser Fähigkeit.
Seine Hände sind zudem nicht wasserdicht. Töpfe und Pfannen kann er daher nicht abwaschen. Wasserdichte Hände plant Flourish für eine spätere Version.
Die ersten 50 Exemplare sollen ab dem 29. September für 3555 US-Dollar vorbestellbar sein. Die Auslieferung ist für Dezember 2026 geplant. Angaben zu einem breiteren Marktstart oder zur Verfügbarkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Flourish bislang nicht.
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