Elizabeth Olsen im Interview: «Ich weiss nicht, was nach ‘Doctor Strange’ für mich kommen wird.»

Elizabeth Olsen im Interview: «Ich weiss nicht, was nach ‘Doctor Strange’ für mich kommen wird.»

Luca Fontana
Zürich, am 06.05.2022

In «Doctor Strange in the Multiverse of Madness» bricht der Wahnsinn aus. Pünktlich zum Start hat mich Marvel zum Roundtable eingeladen – mit Hauptdarstellerin Elizabeth Olsen.

Sie ist die kleine Schwester der Olsen-Twins, aber mittlerweile selbst eine grosse Nummer in Hollywood: Schauspielerin Elizabeth Olsen. Zum bereits siebten Mal schlüpft sie in die Rolle der Wanda Maximoff aka Scarlet Witch, so auch in «Doctor Strange in the Multiverse of Madness», acht Jahre nach ihrem ersten Auftritt in «Age of Ultron». Mittlerweile gilt die 33-Jährige, die für ihre Performance in «WandaVision» für einen Golden Globe Award nominiert worden ist, als Liebling der Marvel-Community. Auch ich fand in meiner Filmkritik:

«Olsens schauspielerisches Talent wird endlich auch auf der grossen Leinwand von Marvel gebührend gewürdigt.»

Noch vor dem Kinostart am 4. Mai luden Disney und Marvel Studios zum virtuellen Roundtable mit der US-Amerikanerin ein. Olsen erzählte den anwesenden Journalistinnen und Journalisten, was ihr beim Spielen der Wanda Maximoff am meisten Angst machte, was es für sie immer noch Neues an ihrer Rolle zu entdecken gab und welche Schauspielerin sie selbst als Wanda Maximoff gecastet hätte.

Die Aufzeichnung fand am 25. April statt. Und: Am Schluss gibt’s etwas zu gewinnen!


In deiner ersten Szene im Film sagst du zu Doctor Strange: «Wenn du die Regeln brichst, bist du der Held. Wenn ich sie breche, werde ich zum Feind. Das scheint mir nicht fair.» Ist Wanda Opfer von Sexismus?
Elizabeth Olsen: Ich würde Wandas Satz anders interpretieren. Wanda hat in der Vergangenheit Entscheidungen getroffen, mit der viele Menschen nicht einverstanden sind. Meine Aufgabe als Schauspielerin ist es, Empathie für Wanda zu erzeugen, damit die Leute ihre Perspektive besser verstehen können. Weisst du, wir Menschen urteilen oft vorschnell über jemanden und bilden uns eine Meinung, ohne alle Zusammenhänge zu kennen. Ich glaube, das ist es, worauf Wanda raus will.

In dieser Szene ist sie anfangs, bevor Doctor Strange auftaucht, noch alleine, im Exil, am trauern. Wie wichtig ist dieses Timeout für Wandas Charakter?
Viele Leute finden, dass Wanda am Ende von «WandaVision» nie für ihre Handlungen geradestehen musste. Ich glaube, die Einsamkeit ist ihre Art von Selbstbestrafung. Aber auch ihre Art, mit sich ins Reine zu kommen. Zum ersten Mal seit langem hat Wanda ein Gefühl von Klarheit. Das mag ich an ihr. Sie hat ihre eigene, starke und unabhängige Perspektive, auch wenn nicht alle damit einverstanden sind. Davon lässt sie sich aber nicht beirren.

Was ist für dich das Tolle daran, Schauspielerin zu sein? Mode? Ruhm?
Weder noch (lacht). Was ich am liebsten mag, ist die Erfahrung, als Gruppe am Set zu arbeiten. Die Kameradschaft. Probleme zu lösen. Die Zusammenarbeit. Und natürlich all die Beziehungen, die ich im Laufe der monatelangen Arbeit mit Cast und Crew am Set entwickle. Mich fasziniert die Idee, dass so viele Menschen zusammen etwas erschaffen, das grösser ist als sie selber.

Thor hat seinen Hammer. Captain America seinen Schild. Du hast nichts. Ist es für dich am Set manchmal beängstigend, wenn du nur mit Händen und Armen rumfuchtelst und dir alles um dich herum vorstellen musst?
Als ich Wanda in «Age of Ultron» zum ersten Mal spielte, war das tatsächlich sehr beängstigend. Ich wusste ja noch nicht, wie toll Wandas Kräfte später mit den Spezialeffekten aussehen würden. Mittlerweile hab ich es einfach akzeptiert, dass ich am Set mit Händen fuchtelnd rumrenne und dabei lustig aussehe. Früher habe ich viel getanzt. Darum stelle ich mir das Rumfuchteln als eine Art Tanz-Choreographie vor. Tatsächlich studiere ich alles vorher ein. Ich improvisiere die Bewegungen nie. Im Gegenteil. Jedesmal, wenn jemand am Set mehr Improvisation von mir verlangt [Anm.: aufs Rumfuchteln bezogen], kriege ich eine Mordsangst (lacht).

Du hast Wanda schon so oft gespielt. Gibt es für dich überhaupt noch Neues an der Rolle zu entdecken?
Ich frage mich immer: «Was kann ich als Schauspielerin machen, um mich nicht zu wiederholen?» Mittlerweile ist es acht Jahre her, als ich Wanda zum ersten Mal gespielt habe. Ich war in meinen 20ern. Heute bin ich 33 Jahre alt. Es war eine verrückte Zeit. So viel ist passiert. Ich glaube, ich bin in dieser Zeit sehr als Frau gewachsen und reifer geworden. Genau das versuche ich, in die Rolle einzubringen. Und ich meine, dass uns tatsächlich die beste und ausgefeilteste Version von Wanda gelungen ist. Darauf bin ich sehr stolz. Ich weiss aber nicht, was nach «Doctor Strange» für mich noch kommen wird.

Gab es jemanden, der dich beim Erschaffen der Wanda Maximoff, wie wir sie auf der Leinwand kennen, besonders beeinflusst hat?
Sicher. Joss Whedon [Anm.: Regisseur] adaptiere ihre Figur in «Age of Ultron» zum ersten Mal fürs Kino. Er hatte darum sicher den grössten Einfluss darauf, wie ich den Charakter spiele. Ich erinnere mich noch gut daran, dass Whedon bewusst nicht noch einen Superhelden wollte, der mit Fäusten, Hämmern oder Schilden zuschlägt. Er wollte einen Charakter, dessen Kräfte sich eher wie ein Tanz anfühlen. Das hatten Whedon und ich gemeinsam. Oh, und dann gab’s da noch Jac Schaeffer [Anm.: Drehbuchautorin], die den Charakter in «WandaVision» auf ein völlig neues Niveau gehoben hat. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Wir werden Wanda und verschiedenen Varianten von ihr im Multiversum begegnen. Gibt es eine Schauspielerin – abgesehen von dir natürlich – die du gerne in so einem Multiversum als Wanda sehen würdest?
Oh, das ist eine tolle Frage! Da kommen mir einige Schauspielerinnen in den Sinn. Ich würde zum Beispiel gerne eine ältere Version von Wanda sehen, zum Beispiel Betty White. Aber lass mich nachdenken… Ich habe vor kurzem Jodie Comer in einem Theaterstück in London gesehen, Prima Facie heisst das Stück. Sie war so unglaublich gut! Ich glaube, Jodie würde die Rolle sogar besser spielen als ich (lacht).


Zum Start von «Doctor Strange in the Multiverse of Madness» verlosen wir einen «Doctor Strange»-Goodiebag. Dazu gehört:

  • 1x Bag
  • 1x Notizbuch
  • 1x T-Shirt, Grösse L
  • 1x Poster

Wettbewerb

Vor was hat Schauspielerin Elizabeth Olsen eine «Mordsangst»?

Der Wettbewerb ist inzwischen beendet.

Teilnahmeschluss ist der 20. Mai. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird in der Kommentarspalte kommuniziert.

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Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.» 


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