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Verkauft, vergessen und (vielleicht) wiederbelebt: der Nova Launcher
von Jan Johannsen

Du musst dich nicht mit der Benutzeroberfläche deines Android-Smartphones zufriedengeben. Launcher bieten ein alternatives Erscheinungsbild und meist auch zusätzliche Einstellungen.
Nach dem zweiten Verkauf ist die Zukunft des beliebten «Nova Launcher» gesichert, aber er erhält Werbung. Grund genug, einen Blick auf andere Launcher zu werfen. Octopi und Hyperion sind Vorschläge aus der Community. Die sechs Launcher – und die zwei Erwähnungen am Rande – in dieser Liste sind mit einer Ausnahme kostenlos und bieten kostenpflichtige Zusatzoptionen. Die Ausnahme kannst du immerhin kostenlos eine Woche lang ausprobieren.
Hinter dem Niagara Launcher steckt ein achtköpfiges Team aus Augsburg. Mit seinem minimalistischen Design verzichtet er auf App-Symbole. Stattdessen sortiert der Launcher die Apps alphabetisch. Durch diese Liste kann ich scrollen oder die Suche verwenden, um eine App zu starten. Für den schnellen Zugriff wähle ich Favoriten aus, die auf dem Startbildschirm erscheinen. Die Empfehlung lautet, nicht mehr als acht auszuwählen. Zusätzlich gibt es Widgets, Verknüpfungen zu App-Aktionen sowie Pop-up-Ordner. Optische Anpassungen sind über sogenannte Themes möglich, die jeweils eine Kombination aus Hintergrundbild, Schriftart und Schriftfarbe sind.

Die Entwickler verzichten in der kostenlosen Variante auf Werbung. Die Bezahlvariante Niagara Pro lässt sich sieben Tage kostenlos ausprobieren. Zu den zusätzlichen Funktionen zählen mehr Themes und Pop-up-Ordner. Zudem kannst du die Uhr, die Schrift und die Icons anpassen. Bis zu vier Widgets kannst du stapeln – der Kalender und die Wettervorhersage sind umfangreicher. Manche Features wie Kalender und Wetter sind erst nach Bezahlung auf der Startseite verfügbar. Willst du nicht nur mit dem Design deine Bildschirmzeit einschränken, bietet die Pro-Version sogenannte «Usage Breaker». Diese erinnern dich daran, bei der Nutzung von Apps eine Pause zu machen.
Noch minimalistischer wird es mit Minimalist Phone Launcher. Die App aus München sorgt für eine möglichst ablenkungsfreie Smartphone-Nutzung. Sie kommt einem sogenannten Dumbphone sehr nahe. Es gibt keine bunten Icons, stattdessen eine schwarze Startseite mit weißer Schrift für die ausgewählten Favoriten unter deinen Apps sowie Datum und Uhrzeit. Der Kreis um Letztere symbolisiert den Ladestand des Akkus. In den unteren Ecken befinden sich Symbole für die Telefon- und die Kamera-App.
Die alphabetische App-Liste erreichst du mit einem Wisch nach links. Du kannst Apps nach Zeitplänen blockieren oder für eine schwerere Erreichbarkeit in versteckte Ordner verschieben. Außerdem kannst du Zeitlimits für einzelne Apps festlegen oder sie dir im Monochrome-Modus in Graustufen anzeigen lassen.

Damit du nicht ständig Apps öffnest, kannst du eine Startverzögerung aktivieren. Die Idee dahinter: Wenn es 15 Sekunden dauert, Instagram und Co. zu öffnen, checkst du seltener, was es Neues gibt. Der Minimalist Phone Launcher filtert zudem Benachrichtigungen.
Beim Minimalist Phone Launcher gibt’s keine Werbung und Nutzerdaten werden nicht gesammelt. Stattdessen bezahlst du ihn. Es gibt keine kostenlose Version, aber du kannst ihn sieben Tage lang kostenlos ausprobieren.
Der aus Rostock stammende Lynx Launcher orientiert sich optisch an der Linux-Oberfläche «Gnome Desktop Environment» und bietet in der kostenlosen und werbefreien Version zahlreiche Einstellungsoptionen.

Die meistgenutzten Apps zeigt der Launcher in einem Dock auf einem ansonsten leeren Startbildschirm an. Das Hintergrundbild bestimmst du selbst und kannst den Look mit Widgets sowie Apps ergänzen. Mit Wischgesten erreichst du in alle vier Richtungen weitere Bereiche. Unterhalb des Homescreens befindet sich der sogenannte Desktop, der eine weitere Fläche für Apps und Widgets bietet. Von oben kommt die Suche für Apps, Kontakte, Einstellungen und das Web herunter, die auch einfache mathematische Berechnungen löst. Links vom Startbildschirm befinden sich deine favorisierten Apps und Kontakte, rechts alle Apps in alphabetischer Reihenfolge – mit ihren bunten Logos.

Die Pro-Version des Lynx Launcher ist vergleichsweise günstig. Sie erweitert den Launcher um einen Dark Mode, der automatisch auf Sonnenunter- und -aufgang reagieren kann, sowie Themes und zahlreiche weitere Optionen. Dazu gehören zusätzliche Anpassungen für den Startbildschirm, wählbare Farben für Ordner, mehr Steuerungsgesten, mehr Formen für die App-Symbole und sieben Animationen für den Bildschirmwechsel.
Neuer ist der Octopi Launcher. Er ist der Eigenbeschreibung zufolge das Freizeitprojekt einer Einzelperson. Optisch fällt das Dock für die Apps am unteren Ende des anfangs leeren Startbildschirms auf. Du kannst Apps und stapelbare Widgets ergänzen. Navigations- oder Statusleiste kannst du für einen sauberen Homescreen ausblenden.

Bei den Anpassungen am Design sticht hervor, dass du App-Symbole einzeln in der Größe ändern kannst. Für Wischgesten auf Bildschirmen legst du verschiedene Aktionen fest, zu denen auch das Starten von Apps gehört. Ansonsten verfügt der Octopi Launcher über einen privaten Bereich, Icon Packs und eine Suchfunktion. Da sich das Layout für verschiedene Bildschirmformate anpassen lässt, soll der Launcher auch gut für Foldables geeignet sein.
Du kannst die Arbeit am Octopi Launcher mit einem symbolischen Kaffee oder Frühstück unterstützen. Im Gegenzug erhältst du Zugriff auf Pro-Funktionen wie Widgets, die du horizontal in einer Schleife oder vertikal in einem Stapel scrollen kannst. Zudem hast du Zugriff auf verschachtelte Ordner in der App-Übersicht. Die App-Symbole erhalten Schatten.
Der Hyperion Launcher wurde 2017 in Philadelphia gestartet und inzwischen betreut ihn ein weltweites Entwicklerteam. Vom Design her bewegt er sich nahe am Pixel-Launcher. Standardmäßig zeigt er die Google-Suchleiste und einen Ordner mit Google-Apps an, die sich auch im Dock wiederfinden. Den Google-Feed kannst du über die Erweiterung Hyperion-Dock hinzufügen.

Er unterscheidet sich vom Pixel Launcher durch sehr viele Anpassungsmöglichkeiten für Farben, Raster, Animationen und Symbole. Für die vollständige optische Flexibilität musst du Hyperion Supreme erwerben. Mit der Bezahlversion kannst du die Schriftart ändern, Apps und Dashboards verstecken sowie versteckte Apps per Fingerabdruck entsperren. Zudem bietet Supreme benutzerdefinierte Gesten und Widget-Stapel.
Square Home ist der Launcher für alle, die der Kacheloptik von Windows Phone hinterhertrauern. Der Entwickler aus Südkorea hat zuletzt Anfang 2026 gläserne Kacheln hinzugefügt. Die Kacheln sind Widgets, Apps und weitere Elemente. So komme ich unter anderem direkt zu meinen Kontakten in Kachelform oder kann Trenner und App-Verknüpfungen hinzufügen. Die Kacheln lassen sich frei anordnen und ich kann die Größe nach meinen Wünschen anpassen. Außerdem können sie farbig sein oder das Hintergrundbild ungefiltert oder mit einer Brechung durchscheinen lassen. Der Launcher soll auch auf Foldables gut funktionieren.

Sein App-Drawer sortiert die Anwendungen nach Nutzungsmuster. Deine häufig genutzten Apps sowie die mit Benachrichtigungen erscheinen oben. Der Rest ist darunter alphabetisch sortiert.
Mit dem ersten Start beginnt eine 14-tägige Testzeit der Premium-Version. In der Testversion zeigt der Launcher allerdings nicht, für welche Optionen du bezahlen würdest. Ich habe nur die abgerundeten Ecken bei den Kacheln als kostenpflichtiges Feature entdeckt. Nach 14 Tagen wirst du merken, ob dir Square Home den Preis wert ist.
Microsoft Launcher und Smart Launcher sind zwei weit verbreitete Apps, die wenigstens eine kurze Erwähnung verdienen.
Der optisch nicht an Windows Phone erinnernde Microsoft Launcher ist kostenlos. Du gibst dem Software-Konzern aber Zugriff auf deine Daten. Der Launcher zeichnet sich dadurch aus, Dienste und Software von Microsoft auf deinem Smartphone einzubinden. Seine Nutzung ergibt folglich nur Sinn, wenn du dem Unternehmen vertraust.

Beim Smart Launcher aus Apulien, der nach 13 Jahren in der sechsten Generation angekommen ist, sorgt Werbung in der kostenlosen Version für Bedenken. Bisher habe ich Werbung für die Pro-Version und ein weiteres Tool der Entwicklerfirma entdeckt. Vielleicht ist der Smart Launcher also gar keine so große Werbeschleuder wie befürchtet. Die siebte Version ist bereits in Arbeit und soll sich unter anderem besser an Falt-Smartphones anpassen. Grundsätzlich zeichnet den Launcher aus, dass er deine Apps automatisiert thematisch sortiert. Spiele wandern in einen Games-Bereich, Banking-Apps und Co. sind unter dem Finanz-Symbol zu finden.

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
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