Die Battlebox im Test: Das taugt der Monster-Gamer-PC
Review

Die Battlebox im Test: Das taugt der Monster-Gamer-PC

Philipp Rüegg
Zürich, am 28.08.2017
Die Battlebox will mit integrierter Titan Xp der ultimative PC für Gamer, Videoeditoren und Grafiker sein. Ich fühle mich primär der ersten Gruppe zugehörig und hab die angeblich schnellste Grafikkarte gegen die härtesten Games antreten lassen.

Schon als ich den Pöstler das Paket ausladen sehe, weiss ich, das muss für mich sein. Dass er die riesige Schachtel überhaupt ohne Wagenheber schleppen kann, ist ein Wunder – und vermutlich nicht Suva-konform. Mir wurde nämlich angeboten, die Mifcom Battlebox zu testen. Ein Monster von einem PC mit der angeblich schnellsten Grafikkarte für Konsumenten, die es gibt: die Nvidia Titan Xp.

Davon alleine wäre das Teil aber nicht so fett. Die Battlebox ist nämlich beinahe doppelt so breit wie mein treuer NZXT H440 Tower. Im verdeckten hinteren Teil sind das Netzteil und die Kabel untergebracht. Auch Platz für vier SSDs ist dort noch vorhanden. Die an der Decke angebrachte Wasserkühlung auf der Hauptseite hält den i7 7700K bei tiefen Temperaturen.

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Battlebox Titan Xp (Intel Core i7-7700K, 32GB, 500GB, 2TB, SSD, HDD)
MIFCOM Battlebox Titan Xp (Intel Core i7-7700K, 32GB, 500GB, 2TB, SSD, HDD)

Einziges System in der Schweiz mit der leistungsstärksten Grafikkarte für Endkunden – NVIDIA Titan Xp. Ultimativ für Gamer, Grafikdesigner, Video-Editoren und Enthusiasten mit Kaby Lake Core i7 Prozessor, 32GB RAM, 500GB Samsung M.2 SSD und NVIDIA Titan Xp Grafikkarte.

Aufgeräumt

Überhaupt wirkt der ganze Innenraum angenehm aufgeräumt. Kein Kabel steht heraus, alles ist perfekt gebündelt. So soll es sein. Mein System ist mit einer 500GB SSD M.2 sowie einer 2TB Festplatte ausgestattet. Für meine Spielebibliothek ist die SSD zwar zu klein, dafür erbringt sie Top-Leistung. 32 GB RAM sind ebenfalls nicht zu verachten. Zwei Gehäuselüfter sorgen für den optimalen Luftstrom. Das Gehäuse ist ein Corsair Carbide Air 540, das viel Platz für Hardware und Ellbogenfreiheit beim Einbau gewährleistet. Entlang des Sichtfensters sind LED-Ketten verbaut, die sich mit der vorinstallierter Software bequem steuern lassen. Das verbaute Asus STRIX Z270-F Gaming Board leuchtet ebenfalls. Zu meinen Füssen fand eine regelrechte Goa-Party statt.

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Die Rückseite bietet Platz für zusätzliche Laufwerke.

An der Ausstattung gibt es auf den ersten Blick nichts auszusetzen. Am Gehäuse, beziehungsweise am Mainboard, nervt mich lediglich die mickrige Anzahl USB-Anschlüsse. Fünf auf der Rückseite und zwei an der Front sind viel zu wenig. Wie kann so ein Monster-PC über gerade mal sieben USB-Anschlüsse verfügen? Dafür besitzt die Battlebox ein Bluray-Laufwerk, das für mich komplett überflüssig ist. Aber an Platz mangelt es ja nicht.

Vorinstallierte Software gibt es eigentlich keine. Lediglich Corsair Link, Asus Aura und Team Viewer sind zu finden. Letzterer dient Mifcom für die Fernwartung. Im Kaufspreis sind nämlich 36 Monate Garantie enthalten. Falls etwas nicht funktioniert, kann der Hersteller direkt eingreifen.

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Alles ist sauber verkabelt.

Lautstärke

Das Gerät ist relativ leise, bei normalem Office-Betrieb teilweise sogar komplett geräuschlos. Beim Spielbetrieb drehen die Lüfter erwartungsgemäss stärker, aber immer noch einiges leiser als bei meinem bisherigen System. Insgesamt ist die Battlebox sehr geräuscharm. Und sonst gibt es immer noch Profile über die Corsair-Software auszuwählen, wie «leise» oder «Leistung». Ich hab das vorkonfigurierte von Mifcom verwendet.

Mein Testsystem

  • OS: Windows 10 Pro
  • CPU: Intel i7 7700K@ 4.2 Ghz
  • RAM: 32 GB Corsair Vengeance DDR4
  • Mainboard: ASUS STRIX Z270-F Gaming
  • Treiberversion: Nvidia 384.94

Lasst die Spiele beginnen

Im folgenden Test interessiert mich die Leistung bei maximaler Pixelpracht. Schafft die Battlebox Auflösungen bis zu 3840 x 2160 Pixel mit konstant flüssiger Bildrate oder muss sie sich vor der Königsdisziplin beugen? Dafür serviere ich dem Monster besonders schwere Kost. Ich hab neun Spiele rausgesucht, die schon bei Full HD den meisten Systemen einiges abverlangen.

Die Kandidaten

  • «Crysis»
  • «Doom»
  • «Hitman»
  • «The Division»
  • «PlayerUnknown’s Battlegrounds»
  • «Battlefield 1»
  • «Deus Ex Mankind Divided»
  • «Rise of the Tomb Raider»
  • «Ghost Recon Wildlands»

Getestet habe ich nach Möglichkeit mit maximalen Details. Und wenn ich sage maximale Details, meine ich maximal. Anti Aliasing (bei 4K eigentlich nicht unbedingt nötig), HBAO, Pure Hair und was es sonst noch so alles gibt. Wenn nicht anders erwähnt, aber ohne V-Sync. Bei Spielen ohne integrierten Benchmark habe ich die Programme Fraps und Frafs zu Hilfe genommen.

PlayerUnknown's Battlegrounds

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Der Multiplayer-Hit ist immer noch in der Early Access Phase, das entschuldigt einen Teil der mässigen Performance. Die weitläufige Landschaft und die Weitsicht machen selbst der besten Hardware zu schaffen. Selbst die Battlebox bringt im Schnitt keine stabilen 60fps hin, wenn alle Details aufs Maximum gestellt werden. Wenn es dann auch noch regnet, fallen die fps noch tiefer. Es ist aber durchaus gut spielbar auf diese Weise und wenn du dann doch mal verlierst, kannst du es ja immer noch auf den PC schieben. ;)

3840 x 2160p, maximale Details, Durchschnitt 55 fps, Minimum 41 fps

Crysis

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Natürlich habe ich den berühmtesten Benchmark überhaupt gestartet. Das zehn Jahre alte Spiel fordert auch heutigen System alles ab. Die Titan Xp schafft es aber fast, stabile 60fps zu halten. Am Ende ist die Cryengine aber doch zu fordernd.

3840 x 2160p, maximale Details, Durchschnitt 56 fps, Minimum 41 fps

Battlefield 1

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Die epische Multiplayer-Schlachten bringen PCs zum Glühen. 64 Spieler, Explosionen und Rauch, wo du hinschaust Da muss der Rechner ordentlich arbeiten. Die Frostbite-Engine setzt optional auf DirectX 12 und skaliert ziemlich gut auf unterschiedlich starken Systemen. Die Battlebox macht im Ersten-Weltkrieg-Ballergame eine ziemlich gute Falle. Getestet auf der Karte St. Quentin Scar mit 64 Spielern.

3840 x 2160p, maximale Details, DX12, Durchschnitt 64 fps, Minimum 50 fps

Ghost Recon Wild Lands

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Ghost Recon setzt auf eine Reihe leistungsintensiver Features wie Ambient Occlusion und Long Range Shadows. Kombiniert mit der üppigen Vegetation kommt in der riesigen Spielwelt einiges auf deinen PC zu. Schaltest du wirklich jedes Grafik-Feature ein, dann bewegt sich die Framerate um die 40fps. Zwar immer noch spielbar, wenn du es aber flüssiger bevorzugst, musst du die Sichtweite, die Schatten und eventuell sogar die Objekt-Details leicht reduzieren.

3840 x 2160p, maximale Details, Durchschnitt 39 fps, Minimum 31 fps

The Division

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The Division schöpft Nvidias Feature-Palette voll aus. Und das sieht man. Wenn es Nacht wird und dichte Schneegestöber von Flammenwerfern erleuchtet werden, dann zeigt sich das Spiel von seiner besten Seite. Die Kehrseite ist wenig überraschend, dass das Ganze ordentlich Leistung verschlingt. Die Titan Xp kann sich hier nicht wirklich von der GTX 1080Ti abheben. Irgendwas scheint das System in diesem Test gebremst zu haben, aber ich konnte beim besten Willen nicht feststellen, was. Treiber, Game-Update, weiss der Teufel, aber da müsste eigentlich mehr drin liegen. Hast du einen Tipp oder bereits rausgefunden, wo das Problem liegt? Sag es mir bitte in einem Kommentar.

3840 x 2160p, maximale Details, Durchschnitt 38 fps, Minimum 35 fps

Deus Ex Mankind Divided

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Immer noch das forderndste Spiel, das mit bisher untergekommen ist. Die gestochen scharfe Optik, die glänzende Oberfläche und die unzähligen Details zwingen selbst den besten PC in die Knie. Die Kantenglättungsoption MSAA einzuschalten, kannst du knicken. Damit wird das Spiel nämlich absolut unspielbar. Ist bei 4K aber auch nicht wirklich nötig. Ohne liefert der integrierte Benchmark hingegen ein ganz ordentliches Resultat.

3840 x 2160p, maximale Details, DX12, Durchschnitt 39 fps, Minimum 31 fps

Rise of the Tomb Raider

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Für einmal erreiche ich hier die besseren Resultate als andere Titan-Xp-Tester. Wie auch in Deus Ex musste ich zwar auf die Kantenglättung verzichten, dafür läuft es selbst mit Pure Hair absolut flüssig. Ein echter Augenschmaus.

3840 x 2160p, maximale Details, DX12, Durchschnitt 70 fps, Minimum 42 fps

Doom

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Die blutige Ballerorgie geht verhältnismässig sparsam mit Hardwareressourcen um. So kann ich wirklich alle Regler nach oben stellen und das Spiel läuft immer noch butterweich. So soll es sein.

3840 x 2160p, maximale Details, Vulcan, Durchschnitt 88 fps, Minimum 65 fps

Hitman

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Der Auftragskiller-Simulator verfügt über grossflächige Levels mit opulenten Einrichtungen und unzähligen NPCs. Dennoch skaliert die Glacier-Engine sehr gut. Mit allen Details rast die Battlebox geradezu durch den Benchmark.

3840 x 2160p, maximale Details, Durchschnitt 76 fps, Minimum 60 fps

keine Informationen über dieses Bild verfügbar
Getestet bei 3840x2160p mit maximalen Details, ohne V-Sync

Um die Grafik zu vergrössern, können Mobile-User hier klicken

Fazit: Ein echtes Monster, aber mit Luft nach oben

Die Mifcom Battlebox ist zweifellos ein richtig fetter Gaming-PC – in jeder Hinsicht. Das Gehäuse ist ein kleiner Kraftbrocken, das mit seiner Disco-Beleuchtung an jeder LAN-Party der Star ist. Die Verarbeitung ist tadellos, das Innere perfekt aufgeräumt und damit ist auch der optimale Luftstrom gewährleistet. Die Titan Xp in Kombination mit dem iT 7700K bringt satte Spieleleistung in 4K und für Virtual Reality. Nachdem ich die GTX 1080Ti aber bereits getestet habe, bin ich von der Leistung etwas enttäuscht. Ich hätte mir mehr fps erhofft. Möglicherweise liegt das auch am aktuellen Nvidia-Treiber. Externe Tests der Titan Xp, die im Mai oder früher durchgeführt wurden, bescherten ihr teilweise deutlich bessere Werte. Aber die haben vielleicht nicht wirklich alle Hebel aufs Maximum gestellt. So oder so kannst du getrost auf diverse Grafikoptionen verzichten, die nicht wirklich einen wahrnehmbaren Unterschied machen.

Dafür kriegst du drei Jahre Garantie und Mifcom kann bei Bedarf direkt auf dein System zugreifen. Wer keine Lust hat, seinen PC selber zusammmenzubauen, kriegt hier ein Top-Gerät zu einem fairen Preis. Bastler sparen rund 600 Franken, wenn sie alle Einzelteile kaufen und selber schrauben. Ein Betrag bei dem du es dir gut überlegen musst, ob es den Aufwand wert ist. Bei mir würden die Kabelbäume sicher nie so schön aussehen ;).

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Senior Editor, Zürich
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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