«House of the Dragon» / HBO Max
Ratgeber

Das sind die Streaming-Highlights im Juni

Luca Fontana
1.6.2026

Neuer Monat, neue Streaming-Tipps. Ob Netflix, Prime Video, Disney+, Apple TV oder HBO Max: Hier erfährst du, welche Serien und Filme diesen Juni starten.

Was sagt die Mutter von 50 Cent, wenn er etwas Verbotenes getan hat? Fifty Nine! Tja, wie genau das jetzt zu den monatlichen Film- und Serienhighlights für den Juni überleiten soll, weiss ich auch nicht. Ist aber auch Wurscht. Hier sind sie.

Netflix

México 86 (Film)

Seit «Andor» werde ich neugierig, sobald ich den Namen Diego Luna auch nur höre. Und auch hier spielt er wieder einen Mann, der in einem System steckt, das grösser ist als er. Nur diesmal ist er kein Rebell, sondern ein Bürokrat am richtigen Ort – einer, der das Unmögliche verspricht und es dann tatsächlich liefert.

Konkret: «México 86» erzählt, wie Mexiko nach einem verheerenden Erdbeben trotzdem die WM 1986 ausrichtete – und wie dabei Korruption, Nationalstolz und purer Wahnsinn Hand in Hand gingen. Gaumont, die Produktionsfirma hinter «Narcos» (plata o plomo, hombre!), hat das Ganze als Satire inszeniert. Gefällt mir. Und das Timing könnte kaum besser sein: Der Film erscheint kurz bevor Mexiko 2026 zum dritten Mal eine WM mitausrichtet.

Start: 5. Juni

I Will Find You (Serie)

Ich geb's zu: Der Name Harlan Coben sagte mir lange herzlich wenig. Bis ich erfuhr, dass er hinter «Fool Me Once» steckt – als Buchautor und Executive Producer der Netflix-Adaption. Da wurde ich dann doch hellhörig. Denn die Coben-Netflix-Maschinerie läuft seit Jahren auf Hochtouren, und «Fool Me Once» war kein Zufall.

«I Will Find You» ist seine neueste Serie. Zum ersten Mal spielt sie nicht in Europa, sondern in den USA. Die Prämisse sitzt: Ein Vater sitzt unschuldig im Gefängnis, verurteilt für den Mord an seinem eigenen Sohn. Dann kommt der Hinweis, dass der Junge vielleicht noch lebt. Sam Worthington trägt das Ganze, Milo Ventimiglia ist auch mit dabei – und Britt Lower, bekannt aus «Severance», zeigt, dass ihr Outie offenbar gut beschäftigt ist, während ihr Innie wohl noch in Lumon schuftet.

Start: 18. Juni

Avatar: The Last Airbender, Staffel 2 (Serie)

Ich hab's in meinem Review zur ersten Staffel geschrieben und ich steh dazu: Netflix' Live-Action-Adaption hat mich als eingefleischten Fan des Zeichentrick-Originals letztlich überzeugt. Nicht ohne Murren, nicht ohne Vorbehalte – aber überzeugt. Und jetzt kommt Staffel 2. Mit Toph.

Wer das Original kennt, weiss, was das bedeutet. Toph Beifong ist nicht nur blind, unverfroren, und vermutlich die beste Erdbändigerin, die diese Welt je gesehen hat. Sie ist auch eine der wichtigsten Charaktere der Serie. Dazu führt die Reise diesmal tief ins Erdreich, nach Ba Sing Se, einer Stadt, die im Original zu einem der klügsten und bedrückendsten Settings der ganzen Serie wurde.

Genau da liegt der Punkt: Staffel 2 des Zeichentricks war für mich die stärkste der drei. Reifer, kohärenter und fokussierter. Denn die erste Staffel wirkte für mich zwischendurch noch wie ein erzählerisches Kuddelmuddel, das tonal nicht immer wusste, wohin es wollte. Staffel 2 wusste es. Sie lieferte mit «The Tales of Ba Sing Se» sogar eine der berührendsten Zeichentrick-Folgen überhaupt. Meine Erwartungen an Netflix' Adaption sind entsprechend hoch. Höher als vor Staffel 1. Ich bin gespannt, ob sie das erfüllt.

Start: 25. Juni

Amazon Prime Video

The Legend of Vox Machina, Staffel 4 (Serie)

Stell dir vor: Eine Gruppe von Synchronsprecherinnen und Sprechern setzt sich zusammen, um gemeinsam Dungeons & Dragons zu spielen – und streamt das Ganze. Hunderttausende schauen zu. Irgendwann kommt jemand auf die Idee, daraus eine Animationsserie zu machen. Das Crowdfunding-Ziel von 750 000 Dollar ist in weniger als einer Stunde erreicht. Am Ende stehen 11 Millionen. Willkommen bei Critical Role.

«The Legend of Vox Machina» ist die Animationsserie, die daraus entstanden ist – und sie ist eine der besten ihres Genres. Alle drei bisherigen Staffeln stehen auf Rotten Tomatoes bei 100 Prozent. Das ist kein Zufall: Die Serie steckt voller Herzblut, schwarzem Humor, epischer Kämpfe und echter emotionaler Momente, weil die Figuren ursprünglich von echten Menschen am Spieltisch zum Leben erweckt wurden. Staffel 4 setzt die Geschichte fort. Jep, das wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, mit Staffel 1 anzufangen.

Start: 3. Juni

Disney+

Hoppers (Film)

Ich mag Zahlen nicht besonders. Aber manchmal erzählen sie eine Geschichte besser als ich es könnte. «Hoppers», Pixars neuester Film, hat weltweit knapp 372 Millionen Dollar eingespielt. «Inside Out 2»? 1,7 Milliarden. «Moana 2» eine Milliarde. Beide Sequels. Beide ungefähr dasselbe Budget. Man versteht die Botschaft.

Dabei verdient «Hoppers» mehr als dieses traurige Schicksal. Mabel, eine tierverrückte Jugendliche, überträgt ihr Bewusstsein in einen Roboter-Biber und muss am Ende das gesamte Tierreich gegen eine menschliche Bedrohung mobilisieren. Klingt schräg. Ist es auch. Und Kritik wie Publikum lieben den Film. Nur: Gesehen hat ihn trotzdem kaum jemand.

Der letzte Pixar-Film, der keine Fortsetzung war und an der an der Kinokasse wirklich was hermachte, war «Coco». Das war im Jahr 2017, also vor fast zehn Jahren. Seitdem haben wir mit unserem Portemonnaie ziemlich deutlich gesagt, was wir wollen. Und es ist nicht das hier. Eher «Toy Story 5». Schade.

Start: 3. Juni

Apple TV

Cape Fear (Serie)

Javier Bardem als eiskalter Racheengel. Amy Adams und Patrick Wilson als Ehepaar, das langsam erkennt, dass ihr sorgfältig aufgebautes Leben gerade auseinanderfällt. Und hinter der Kamera: Martin Scorsese und Steven Spielberg als Executive Producers. Wer da nicht hellhörig wird, dem ist nicht zu helfen.

«Cape Fear» ist die Serienadaption eines Stoffes, der bereits zweimal verfilmt wurde – zuletzt 1991 von Scorsese selbst. Die Prämisse ist so simpel wie beklemmend: Max Cady kommt nach Jahren im Gefängnis frei und will Rache an den Anwälten, die ihn dort hingebracht haben. Was folgt, ist kein gewöhnlicher Thriller, sondern laut Showrunner Nick Antosca ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel, das nebenbei Amerikas Besessenheit mit True Crime seziert. Zehn Folgen, wöchentlich. Das wird ein langer, ungemütlicher Sommer.

Start: 5. Juni

Sugar, Staffel 2 (Serie)

«Sugar» ist eine Neo-Noir-Detektivserie mit Colin Farrell als Privatdetektiv im sonnigen Los Angeles – und sie baut einen Twist ein, der so absurd und gleichzeitig so konsequent ist, dass man ihn einfach gesehen haben muss. Mehr sage ich nicht. Nur so viel: Farrell trägt scharfe Anzüge, fährt einen Corvette aus den Sixties und … eben. Pssst.

Staffel 2 soll direkt an diesen Twist anknüpfen. Neuer Fall, neue Vermisstenperson und dieselbe düstere Los-Angeles-Mythologie. Showrunner Sam Catlin – bekannt aus «Breaking Bad» und «Preacher» – übernimmt diesmal das Steuer. Wer Staffel 1 kennt, weiss, worauf er sich einlässt. Wer sie nicht kennt: jetzt wäre wohl der Moment. Damit meine ich auch mich selbst.

Start: 19. Juni

HBO Max

House of the Dragon, Staffel 3 (Serie)

Ich sage es, wie es ist: Staffel 2 war eine Enttäuschung. Zu viel Gerede, zu wenig Drachen, zu viele Figuren, die sich in dunklen Festungen auf irgendwelchen Selbstfindungstrips begeben, und am Ende passiert eigentlich gar nichts. Nicht falsch verstehen: Staffel 1 hatte ja noch Hoffnung gemacht. Staffel 2 aber hat einen Gutteil davon wieder verspielt.

Zur Erinnerung, wo wir gerade stehen: Rhaenyra hat unter Targaryen-Bastarden neue Drachenreiter gefunden, ihr letztlich doch loyaler Onkel Daemon ist mit seiner Armee aus den Flusslanden zurück, Ex-König Aegon ist geflohen und sein Bruder Aemond sitzt jetzt auf dem Eisernen Thron, während die Triarchie-Flotte zur Gurgel segelt, um Corlys Velaryon, Rhaenyras Verbündeter, zu bedrängen.

Genau da setzt Staffel 3 an. Und zwar sofort, mit der Schlacht in der Gurgel, einer Seeschlacht, die Showrunner Ryan Condal «arguably the craziest episode of television ever made» nennt. Das sind grosse Worte. Sehr grosse Worte. Gut so. Nach zwei Staffeln Anlauf hat HBO jetzt keinen Spielraum mehr für Ausreden: der Tanz der Drachen soll endlich tanzen, Herrgott!

Start: 21. Juni (auch auf Sky Show!)

Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness (Serie)

Die Obamas wollten eigentlich etwas Schönes machen. Amerika wird 250 Jahre alt, und Barack und Michelle dachten: Lasst uns das feiern. Eine Sketch-Comedy-Serie über die Geschichte der Nation, produziert von ihrer eigenen Firma Higher Ground. Herzlich, patriotisch und würdevoll.

Dann rief Larry David an.

Start: 26. Juni

Streaming-Highlights im Juni 2026

Auf welches Streaming-Highlight freust du dich am meisten?

Titelbild: «House of the Dragon» / HBO Max

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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.


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