Das Günstigste gehört zu den Stärksten: PLA-Vergleichstest Teil 2

Kevin Hofer
Zürich, am 15.07.2020
Schnitt: Armin Tobler
Ich teste sieben PLA-Filamente in einer mehrteiligen Artikelserie. Heute will ich wissen, wie viel Gewicht ich an speziell für diesen Test gedruckte Haken hängen kann.

PLA hält im Gegensatz zu anderen Filamenten ein grosse Zugkraft aus. Das zeigt ein Test von CNC Kitchen. Doch ist PLA gleich PLA? Ich will es genau wissen. Deshalb drucke ich mit den sieben Testfilamenten dieser Testreihe Haken und hänge meine Gewichtsweste dran.

Gibt es Unterschiede bei PLA? Der Vergleichstest
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Vorbereitungen

Damit alle Filamente dieselben Voraussetzungen haben, drucke ich sie mit denselben Einstellungen. Dabei richte ich mich nach dem PLA mit Carbon-Fasern von Proto-pasta. Mit diesem Filament hatte ich beim ersten Teil die grössten Probleme. Ich musste lange experimentieren, bis ich einigermassen brauchbare Drucke produzierte. Hier die wichtigsten Einstellungen in Cura in Englisch:

  • Layer Height: 0.15 Millimeter
  • Wall Thickness: 1.5 Millimeter
  • Top/Bottom Thickness: 0.75 Millimeter
  • Infill Density / Pattern: 10 Prozent / Cubic

Ich nehme jeweils die Drucktemperatur, die ich im ersten Test ermittelt habe. Ich drucke pro Filament drei Haken und verwende auch alle drei für den Test. So kann ich eventuelle Fehler beim Drucken ausmerzen. Ich taste mich in Anderthalb-KilogrammSchritten – so viel wiegt ein Sandpack der Gewichtsweste – an die Gewichtsgrenze der einzelnen Filamente. Wenn ich die Gewichtsweste immer wieder an- und abhänge, wird das Material jeweils gestresst. Es kann sein, dass der Haken noch mehr Gewicht aushalten müsste. Deshalb mache ich den Test mit demselben Filament drei Mal. So nähere ich mich dem Maximalgewicht und kann im Idealfall alle drei Haken mit demselben Höchstgewicht beladen. Ich starte mit zwölf Kilogramm Sand in der Weste.

Die Ergebnisse

Einen klaren Sieger gibt es nicht. Drei Filamente schaffen 22.5 Kilogramm.

Hier alle Ergebnisse:

RangFilamentErreichtes Gewicht
1.Purefil Filament22.5 kg
1.Makerbot22.5 kg
1.Dutch Filaments22.5 kg
4.XYZprinting21 kg
4.ColorFabb PLA/PHA21 kg
6.Best Value Filament18 kg
7.Proto-pasta PLA mit Carbon-Faser15 kg

Wie ich erwartet habe, hält das PLA mit Carbon-Fasern am wenigsten aus. Das liegt daran, dass die Carbon-Fasern das Material steifer machen als herkömmliches PLA. Enttäuscht bin ich vom PLA/PHA-Gemisch. Hier habe ich erwartet, dass es am meisten aushält.Das Bio-Polyester PHA sollte das Filament zäher und weniger spröd machen. Dennoch reicht es nur für Platz vier. Am meisten überzeugt mich das Purefil Filament in diesem Test. Das günstigste Material teilt sich den ersten Platz mit den teureren Filamenten von Makerbot und Dutch Filaments.

Das war der zweite Teil des mehrteiligen PLA-Vergleichs. Beim nächsten Mal schaue ich mir die Auswirkungen von Temperaturen an. Welche Tests möchtest du noch sehen? Oder hast du Anregungen zur Testmethode? Schreib’s in die Kommentarspalte.

Da Vinci Junior Filament (PLA, 1.75mm, 600g)
41.40
XYZprinting Da Vinci Junior Filament (PLA, 1.75mm, 600g)
Filament (PLA, 1.75mm, 1000g)
–12%
31.80statt 36.30
Best Value Filament (PLA, 1.75mm, 1000g)
Filament (PLA, 1.75mm, 1000g)
43.90
Dutch Filaments Filament (PLA, 1.75mm, 1000g)
PLA mit Carbon Faser (Carbon, 1.75mm, 500g)
55.40
Proto-pasta PLA mit Carbon Faser (Carbon, 1.75mm, 500g)

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Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

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