Asus TUF RTX 3080 im Test: Das leistet die neue Karte

Asus TUF RTX 3080 im Test: Das leistet die neue Karte

Kevin Hofer
Zürich, am 18.09.2020
Die GeForce RTX 3080 ist die erste richtige neue High-End-GPU von Nvidia seit zwei Jahren. Die Grafikkarte bietet bis zur doppelten Leistung einer RTX 2080 Super, ist perfekt fürs Gamen in 2160p und verglichen zur Vorgängerin ein Schnäppchen.

Mit dem Release der RTX 3080 beginnen spannende Monate für PC-Gamer: Die Karte macht den Auftakt einer Vielzahl an neuen Grafikkarten, die demnächst rauskommen. Darunter das Spitzenmodell RTX 3090 und Mitte Oktober die RTX 3070. Ende Oktober kommt dann AMD mit Big Navi. Aber ich greife vor. Heute geht es um die GeForce RTX 3080. Asus hat mir die TUF RTX 3080 O10G-GAMING zum Testen zur Verfügung gestellt, die zum Release rund 740 Franken kostet.

GeForce TUF RTX 3080 O10G Gaming
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ASUS GeForce TUF RTX 3080 O10G Gaming

Die Karte im Detail

Obwohl Ampere eine Weiterentwicklung von Turing ist, das eine Mini-Revolution war, gibt es dennoch diverse Änderungen. Nvidia verwendet die 8-nm-Fertigung von Samsung. Die bringt grössere Transistorendichte und Leistungseffizienz. Der neue Streaming-Multiprozessor (SM) verdoppelt die theoretisch maximale FP32-Verarbeitungsleistung. Deshalb sind die TFLOPs der Karten der 30er-Serie so viel höher. Auch die RT- und Tensor-Kerne wurden aufgerüstet, was Leistungsverbesserungen in spezifischen Bereichen bringt. Die beiden letzten wichtigen Änderungen sind der Wechsel zu GDDR6X-Speicher und PCIe 4.0, wodurch die Speicherbandbreite und die PCIe-Bandbreite deutlich erhöht werden.

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Die RTX 3080 verwendet eine abgespeckte Version der GA102-GPU. Ein Biest von einem Chip mit über 28 Milliarden Transistoren auf einer Grösse von 628,4 Quadratmillimeter. Im Vergleich zur RTX 2080 hat er von so ziemlich allem mehr: CUDA-Kerne, RT-Kerne, Textureinheiten, ROPS, Cache, Speicher und Speicherbandbreite. Tensor Cores sind die Ausnahme, da Ampere die Anzahl Kerne pro SM halbiert. Jeder Tensor Core arbeitet je nach Auslastung zwei bis vier Mal schneller. In Bezug auf die Taktfrequenz hält Nvidia ungefähr das Niveau der ursprünglichen RTX 2080. Trotz des neuen Verfahrens, das eine bessere Energieeffizienz mit sich bringt, ist der Stromverbrauch aufgrund der enormen Menge an zusätzlichen Transistoren und Verarbeitungsblöcken deutlich gestiegen: 320 W, das sind 105 W mehr als die RTX 2080 hat.

Mehr Leistung bedeutet natürlich auch mehr Abwärme. Nvidia hat der Founders Edition einen neuen, speziellen Kühler spendiert. Wie sich die TUF im klassischen Design mit drei Axiallüftern schlägt, wird der Test zeigen.

SpecsGeForce RTX 3090GeForce RTX 3080GeForce RTX 2080 SuperGeForce RTX 2080 Ti
CUDA-Kerne104968704 30724352
Tensor-Kerne328 (3. Generation)272 (3. Generation)384 (2. Generation)544 (2. Generation)
RT-Kerne82 (2. Generation)68 (2. Generation)48 (1. Generation)68 (1. Generation)
Boost-Takt1,7 GHz1,71 GHz1,8 GHz1,54 GHz
Basis-Takt1,4 GHz1,44 GHz1,6 GHz1,35 GHz
Memory24 GB G6X10 GB G6X8 GB DDR611 GB DDR6
Memory Clock19,5 Gbps19 Gbps15,5 Gbps16 Gbps
Memory Interface384 bit320 bit256 bit352 bit
Memory Bandwidth936 GB/s760 GB/s448 GB/s616 GB/s
TGP350 Watt320 Watt250 Watt250 Watt

Die TUF ist vom Design her schlicht gehalten. RGBs findest du einzig vorne beim beleuchteten TUF-Logo. Sonst ist die Karte grau-schwarz. Asus spendiert der Karte eine Backplate mit TUF-Schriftzug. Im Gegensatz zur Founders Edition benötigst du bei der TUF keinen 12-Pin-Anschluss. Asus setzt auf zwei standardisierte 8-Pin-Anschlüsse.

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Mit knapp 30 Zentimetern Länge ist die Karte nicht länger als bisherige Top-Modelle. Mit 5,17 Zentimetern respektive 2,7 Slots Dicke jedoch eher auf der dicken Seite. In kleine Systeme wirst du die Karte nicht packen können.

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Bei der Konnektivität stehen zwei HDMI-2.1- und drei DisplayPort-1.4-Anschlüsse zur Verfügung. USB-C fehlt. Beim Netzteil empfiehlt Asus 750 W. Nettes Feature trotz hoher Leistungsaufnahme: Die Karte hat ein 0 dB Feature: Wenn sie nicht stark beansprucht wird, drehen die drei Lüfter nicht.

Ich teste die Karten auf meinem DimasTech Easy V3.0 Benchtable mit folgenden Komponenten:

ROG Crosshair VIII Formula (AM4, AMD X570, ATX)
561.–
ASUS ROG Crosshair VIII Formula (AM4, AMD X570, ATX)
Dominator Platinum RGB (2x, 8GB, DDR4-3200, DIMM 288)
123.–
Corsair Dominator Platinum RGB (2x, 8GB, DDR4-3200, DIMM 288)
MP600 (1000GB, M.2 2280)
180.–
Corsair MP600 (1000GB, M.2 2280)
Ryzen 9 3900X (AM4, 3.80GHz, 12-Core)
455.–
AMD Ryzen 9 3900X (AM4, 3.80GHz, 12-Core)
Odyssey G7 LC27G75TQSUXEN (27", 2560 x 1440 Pixels)
610.–
Samsung Odyssey G7 LC27G75TQSUXEN (27", 2560 x 1440 Pixels)

Die Karte hat einen Hardwareschalter zum Wechseln zwischen Performance- und Quiet-Modus. Ich teste die Karte nur im Performance-Modus.

Synthetische Gaming-Benchmarks, Lautstärke und Temperaturen

Bei den synthetischen Benchmarks von 3D Mark gebe ich nur den Graphics Score an. Der Benchmark ist sehr inkonsistent beim Overall Score, weshalb das Ergebnis verfälscht wird. Ich führe die Benchmarks jeweils drei Mal durch und wähle das beste Ergebnis. Hier die Resultate der Time Spy und Fire Strike Benchmarks:

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In den vier Benchmarks schlägt die RTX 3080 die RTX 2080 Super um rund 62 Prozent. Im Vergleich zur RTX 2080 Ti sind’s immer noch 31 Prozent. Eine Verdoppelung gegenüber der Vorgängerin liegt also nicht ganz vor. Hier muss ich erwähnen, dass mir der Vergleich zur direkten Vorgängerin leider fehlt. Ich habe keine RTX 2080 zum Vergleich. 62 Prozent Leistungssteigerung sind dennoch ein beachtliches Resultat. Dabei bleibt die Karte mit 49 dB relativ leise.

Die RTX 3080 wurde in Time Spy maximal 65° Celsius warm. Durchschnittlich waren es 61°. Da ich den Test auf der offenen Testbench gemacht habe, ist in einem Gehäuse mit höheren Werten zu rechnen. Hier die Wärmeentwicklung der Rückseite des PCB während des rund zweiminütigen Time Spy Demos:

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Was die Lärmentwicklung der beiden Karten betrifft: Drehe ich die drei Axiallüfter auf 100 Prozent hoch, erzeugen sie 54,5 dB. Das ist eher laut und kann störend sein. Glücklicherweise laufen die Lüfter beim Gamen nie auf 100 Prozent und selbst wenn: Ist die Karte im Gehäuse, wird der Schall noch etwas gedämpft. Führe ich den Time Spy Benchmark mit den Lüftern auf 100 Prozent durch, erhalte ich beim Graphics Score 17 194 Punkte. Genau dasselbe Ergebnis wie bei der ersten Durchführung mit den Lüftern auf Standard und das, obwohl die RTX 3080 bei 100 Prozent Lüfterstärke maximal 56° und durchschnittlich 53° Celsius wurde. Ob die Temperatur keinen Unterschied macht oder das Ergebnis für die Ungenauigkeit des Benchmarks spricht, ist nicht klar.

Um eine bessere Aussage zur Kühlleistung der Karten machen zu können, teste ich sie nach Lautstärke normalisiert. Ich stelle die prozentuale Leistung der Lüfter Schritt für Schritt nach unten, bis ich in 30 Zentimetern Abstand von den Lüftern 40 dB messe. So laufen die Lüfter der Strix auf 55 Prozent ihrer maximalen Leistung. 40 dB empfinden wir Menschen als leise. Fahre ich so Time Spy, erreiche ich einen Score von 17 135 Punkten. Das entspricht einer Leistungseinbusse von nur rund 0,3 Prozent. Dabei wird die Karte maximal 67° Celsius und durchschnittlich 62° warm. Innerhalb dieses Zehn-Grad-Rahmens beim Test zeigt sich der Takt der Karte ziemlich unbeeindruckt.

Zum Verbrauch der Karte kann ich leider nichts sagen. Mir fehlen entsprechende Tool, um eine exakte Angabe zu machen.

Anwendung: Puget Systems Photoshop Benchmark

Beim Photoshop Benchmark dient folgende Referenz-Workstation als Grundlage zur Berechnung der Scores:

  • Intel Core i9 9900K 8 Core
  • NVIDIA GeForce RTX 2080 8GB
  • 64GB of RAM
  • Samsung 960 Pro 1TB

An den Resultaten der Referenz-Workstation lässt sich abschätzen, wie gut andere Systeme abschneiden. Meine Testbench mit der GeForce RTX 3080 erreicht folgende Resultate:

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Die Testbench mit 3080er schneidet im Test zwar besser ab als die Testbench mit 2080 Super und 2080 Ti, der Unterschied ist mit 20 respektive 5 Punkten aber relativ klein. Die Leistung von Photoshop ist abhängig von der GPU, hier spielt aber der Takt eine grössere Rolle als die Anzahl Cuda Cores. Dadurch lässt sich das knappe Ergebnis erklären.

Anwendung: Puget Systems Premiere Benchmark

Im Gegensatz zum Photoshop Benchmark tritt die Testbench hier nicht gegen eine Referenz-Workstation an. Beim Premiere Benchmark von Puget Systems wird der Score relativ zur vorliegenden Framerate der Test-Videos berechnet. Wenn das Testvideo eine FPS von 29.97 aufweist und das System dieses mit 29.97 FPS rendert, bedeutet das 100 Punkte. Sind’s nur 14.98 FPS, gibt’s 50 Punkte.

Der Benchmark lässt Medien in den Formaten 4K H.264 mit 150 Mbps in 8 bit (59.94 FPS), 4K ProRes 422 16 bit (59.94 FPS) und 4K RED (59.94 FPS) laufen. Dabei testet er Live Playback in Adobe Premiere Pro und den Export. Beim Live Playback ist ein Wert von 100 maximal, da Premiere die Medien nicht schneller wiedergeben kann als vorgegeben. Beim Export hingegen sind über 100 Punkte machbar, da das Rendern nicht auf die FPS des Mediums beschränkt ist.

So schneidet die RTX 3080 im Vergleich zur 2080 Super und 2080 Ti ab:

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Beim Premiere Benmark fällt der Unterschied mit 30 respektive 23 Prozent grösser aus als beim Photoshop Benchmark. Das liegt daran, dass Premiere die Cuda Cores der Karte nutzt und deshalb von einem viel grösseren Leistungsschub profitiert.

Blender

Beim bmw27-Blender-Benchmark schlägt die RTX 3080 die Vorgänger am deutlichsten. Im Vergleich zur 2080 Super liegt tatsächlich eine Verdoppelung der Leistung vor. Im Vergleich zur 2080 Ti sind’s auch immer noch über 60 Prozent, um welche die 3080 die Testszene schneller rendert.

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Die Games

Bei den Games ergibt sich eine ähnliches Bild, das viele Reviewer bereits bei der Founders Edition gezeichnet haben: Die RTX 3080 glänzt vor allem in 2160p-Auflösung. In 1080p ist der Unterschied sehr gering, im Vergleich zur 2080 Ti manchmal gar nicht vorhanden. Enorm ist die Leistungssteigerung bei Red Dead Redemption 2. Falls du dich fragst, wieso bei der RTX 2080 Ti die Perzentilen fehlen: Ich habe beim Test damals die FPS noch anders erfasst. Leider musste ich die 2080 Ti an Asus retournieren, weshalb ich auch keine Nachtests machen konnte.

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Erstaunlich ist der Leistungszuwachs bei aktiviertem RTX und DLSS: Tomb Raider läuft etwa gleich gut wie ohne.

Bei 1080p-Auflösung liegen mit der 3080 im Vergleich zur 2080 Super rund 20 Prozent mehr FPS drin. Dieser Wert erhöht sich mit grösser werdender Auflösung. Bei 1440p sind’s 38 und bei 2160p gar 58 Prozent.

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Im Vergleich zur 2080 Ti ist der Unterschied bei 1080p eher gering. Hier liegen aber dennoch rund 7 Prozent mehr FPS drin. Bei 1440p sind’s 15 Prozent und bei 2160p dann 30 Prozent.

Fazit: Perfekt für 2160p

Mit der RTX 3080 ist es endlich möglich, Games mit über 60 FPS in 2160p-Auflösung zu spielen. Der Leistungssprung ist enorm, da hat Nvidia nicht übertrieben mit der Aussage, dass Ampere den bisher grössten Generationensprung darstellt. Das trifft nicht nur auf die Games zu: Auch in Premiere und Blender ist der Leistungszuwachs enorm.

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Im Vergleich zu den Turing-Grafikkarten, also der Vorgängergeneration, ist die RTX 3080 ein Schnäppchen. So viel mehr Leistung fürs gleiche Geld wie die RTX 2080 beim Release gekostet hat, gibt’s wohl kein zweites Mal.

Vor allem für Gamer, die in 2160p spielen, ist die RTX 3080 interessant. Bei niedrigeren Auflösungen bietet sie immer noch mehr Leistung, aber der Leistungszuwachs ist geringer. Da musst du entscheiden, ob sich die Investition für 20 Prozent mehr Leistung im Vergleich zur 2080 Super in 1080p lohnt. In diesem Fall solltest du dich gedulden, bis die RTX 3070 und Big Navi von AMD released werden.

In welchem Fall solltest du dir jetzt eine RTX 3080 kaufen? Wie immer kommt’s drauf an. Hast du noch eine Karte mit Pascal-Architektur, also eine der 10er-Serie, oder älter und willst deine 1080 oder 1080 Ti ersetzen, kannst du zugreifen. Wenn du eine GTX 1070 oder 1070 Ti dein Eigen nennst, gehörst du zu den preisbewussteren Gamern. In diesem Fall würde ich noch bis Ende Oktober warten. Dann kommen nebst der RTX 3070 auch die neuen Karten von AMD. Hast du eine Karte der RTX-20-Serie, dann würde ich ebenfalls zuwarten. Die 2080 Ti reicht auf jeden Fall noch länger und wenn du die hast, gehörst du wohl zu denen, die immer das Beste wollen. Nächste Woche kommt die RTX 3090 raus, die noch mehr leistet als die 3080. Hast du ein kleineres Modell der RTX-20-Serie, würde ich ebenfalls auf die RTX 3070 und Big Navi von AMD warten.

Das Problem in all diesen Fällen: Die Verfügbarkeit der RTX 3080 ist schwierig. Bei uns ist je nach Modell mit mehreren Wochen Wartefrist zu rechnen. Vielleicht bist du daher sowieso zum Warten gezwungen. Ich persönlich warte die kommenden Wochen ab.

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Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.

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