Apple Silicon im Benchmark: Killt das Macbook Pro mit dem M1 das 16-Zoll Macbook?
HintergrundComputing

Apple Silicon im Benchmark: Killt das Macbook Pro mit dem M1 das 16-Zoll Macbook?

Dominik Bärlocher
Zürich, am 19.11.2020
Viel ist geredet worden, viel ist gehofft worden. Machen wir Nägel mit Köpfen. Nach dem Auspacken des neuen Macbooks mit M1 Apple Silicon CPU ist es Zeit für Benchmarks.

Bevor wir loslegen: Das ist kein vollständiges Review. Das vollständige Review kommt noch. Denn ich habe das neue Macbook Pro mit 8 GB RAM und Apple Silicon, also dem neuen M1 System-on-a-Chip gerade erst ausgepackt, eingeschaltet und auf Big Sur aktualisiert. Ein vollständiges Review des Geräts wäre also nichts anderes als eine zusammengeschusterte, mehr oder weniger lose auf der Realität und Erfahrung basierende Schreibselei.

Und ich taufe dich: Saber Athena
Und ich taufe dich: Saber Athena

Aber ich kann die wichtigsten Fragen beantworten. Darunter, wie gut das Macbook Pro, als Saber Athena bekannt, in Benchmarks performt. Geekbench 5, namentlich.

What's in the Box?

Apple hat in der jüngeren Vergangenheit viel Tamtam um seine Umweltfreundlichkeit gemacht. Am ehesten merkst du als Kunde das, weil deinem neuen iPhone kein Charger mehr beiliegt. Apples Logik dahinter: Du hast eh mindestens ein Ladegerät rumliegen, benutz doch einfach das. Gilt das auch für das neue Macbook?

Mitgeliefert: Der Charger
Mitgeliefert: Der Charger

Der Charger wird mitgeliefert, ist nach wie vor gross und blockiert dir bei deiner Stromsteckleiste mindestens zwei Dosen, es sei denn, der Charger wird ganz aussen befestigt.

Sonst ist da noch ein Kabel, eine Betriebsanleitung und ein Macbook, das 1374 Gramm wiegt.

Wie lange der Akku hält, kann ich noch nicht sagen. Die Updates hat das Macbook sauber weggesteckt. Danach waren noch 73% da.

Die Konkurrenten im Detail

Bei diesem kurzen Benchmark treten zwei Macbook Pro gegeneinander an. Beide sind sie brandneu, eines davon läuft mit Intel, das andere auf Apples Eigenentwicklung, dem M1. Getestet wird mit der Gratisversion des Benchmark-Programms Geekbench 5. Folgend der Empfehlung Geekbenches habe ich alle anderen Programme und Hintergrundprozesse geschlossen. Beide Laptops waren an den Strom angeschlossen

Damit aber klar ist, was gegen was antritt: ein paar Specs.

Desolation Rogue: Macbook Pro 16-inch, Late 2019

MacBook Pro 16 – 2019 (16", Retina, Intel Core i9-9880H, 16GB, 1000GB, SSD)
2829.–
Apple MacBook Pro 16 – 2019 (16", Retina, Intel Core i9-9880H, 16GB, 1000GB, SSD)

  • Software: macOS 11.1 (Build 20C5048k)
  • Prozessor: Intel Core i9-9880H @ 2.30 GHz
  • Memory: 16 GB DDR4

Desolation Rogue, der 16-Zöller, war damals heiss erwartet. Die Maschine ist mein treuer Begleiter im Alltag, passt hervorragend in meinen Rucksack und wird eigentlich nie langsam, selbst wenn ich Video rendere und gleichzeitig Bilder für Texte bearbeite.

Saber Athena: Macbook Pro, 13-inch, Late 2020

MacBook Pro 13 – Late 2020 (13.30", Retina, M1, 8GB, 512GB, SSD)
–6%
Neu
1526.–statt 1619.–
Apple MacBook Pro 13 – Late 2020 (13.30", Retina, M1, 8GB, 512GB, SSD)

  • Software: macOS 11.0.1 (Build 20B29)
  • Prozessor: Apple M1 @ 3.18 GHz
  • Memory: 8 GB

Saber Athena ist neu. So brandneu, dass ich mir gerade erst den Namen für das Gerät ausgesucht habe. Der 13-Zöller fühlt sich in den ersten Minuten sehr bekannt an. Einzig frage ich mich, was das für RAM ist. Auch DDR4? Geekbench bleibt mir die Antwort schuldig.

CPU Single Core: Point Saber Athena

Der wohl wichtigste Score der Benchmarks ist der CPU-Test. Was leistet der Apple Silicon M1, wenn es darauf ankommt? Geekbench startet.

Nach zweieinhalb Minuten ist alles vorbei. Desolation Rogue hat zwischenzeitlich mal die Kühler angeschmissen, Saber Athena bleibt still. Und gewinnt.

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Auf der Single-Core-Seite erreicht das neue M1-Macbooks im CPU Benchmark einen Wert von 1733 Punkten. Das einjährige Macbook auf Intel-Architektur kommt nur auf 1213 Punkte.

CPU Multi Core: Point Saber Athena

Beim Multi-Core-Test wiederholt sich das Resultat. Saber Athena, das M1-Macbook, lässt den Intel-Prozessor staub fressen.

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Apple Silicon erreicht einen Score von 7556 Punkten und Intel liegt mit 6616 Punkten nur knapp zurück. Bemerkenswert: Der Abstand der beiden Macbooks ist grösser. Wo im Single-Core-Test Saber Athena mit 520 Punkten vor Desolation Rogue lag, ist das neue Macbook Pro im Multi-Core-Test um 940 Punkte überlegen.

MacBook Air vs. Pro 13 vs. Pro 16: Der grosse Vergleich
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Compute: Point Desolation Rogue

Die Überlegenheit in den Benchmarks endet beim Computing-Test. Der CPU-Test oben prüft die Macbooks auf «alltägliche Tasks» indem es «Real-World Applications» simuliert. Der Compute-Test hingegen prüft die Grafikkarten auf «oft gebrauchte Rechenaufgaben» wie die Bildverarbeitung.

Hier wendet sich das Blatt, denn wo Saber Athena ein Macbook Pro ist, das für alltägliche Arbeiten im professionellen Umfeld ausgelegt ist – sagen wir mal aufwändigere Excel, Word und Coding –, ist Desolation Rogue mit Grafik-Applikationen als Hauptaufgabe designed worden.

Wenig überraschend steckt Desolation Rogue Saber Athena weg.

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Saber Athena kommt nur auf 18743 Punkte, Desolation Rogue auf 30661. Das ist deutlich.

Trotzdem: Ich begegne Benchmarks mit etwas Skepsis. Jedes Benchmark kann locker manipuliert werden. Drüben bei Smartphones reicht es aus, wenn ich ein Phone zwischen den Benchmarks schnell in den Kühlschrank lege um signifikant höhere Resultate zu erzielen. Das geht mit jedem passiv gekühlten Gerät, also auch Laptops. Von dem her, wenn du höhere Zahlen willst, stell das Gerät schnell neben dein Feierabendbier.

*Antutu Benchmark Manipulation** mit einer Küche und etwas Motivation
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Darum: Das Review beginnt. Ich werde Saber Athena in den kommenden Wochen auf Herz und Nieren prüfen, mit dem 16-GB-Modell vergleichen und noch einmal Benchmarks durchrattern lassen und am Ende dir hoffentlich sagen können, was die M1-Plattform jenseits von Werbeversprechen und Benchmarks drauf hat.

Wenn du bis dahin Fragen hast: Kommentarspalte. Ich versuche so viele Antworten wie möglich zu finden.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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