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Affinity erscheint kostenlos auf iPad und Linux, gleichzeitig droht Entlassungswelle

Debora Pape
4.11.2026

Die kostenlose Profi-Software Affinity erscheint nun auch auf iPad und Linux. Damit erhöht das Unternehmen den Druck auf Adobe. Gleichzeitig verkündet die Eigentümerin Canva einen tiefgreifenden Umbau, der mit Entlassungen einhergeht.

Erst die gute Nachricht: Die professionelle Affinity Creative Suite ist ab sofort auch fürs iPad erhältlich. Bislang gab es sie als All-in-One-App nur für den PC und MacOS. Das verkündete Serif, das britische Unternehmen hinter der Software, in einem Blogbeitrag. Die Software ist für Privatpersonen kostenlos; Premium-Funktionen kosten extra. Und das ist nicht alles: In einem Post auf X bestätigt das Unternehmen auf Nachfrage, dass sich auch eine Linux-Version in aktiver Entwicklung befinde. Einen Erscheinungstermin gibt es noch nicht.

Affinity ist eine leistungsfähige Software, die das Erstellen und Bearbeiten von Bildern, Vektorgrafiken und Seitenlayouts erlaubt. Damit stellt sie eine direkte Konkurrenz zu den Adobe-Pendants dar.

Und nun kommt die schlechte Nachricht. Zwar nicht für dich, aber für die Mitarbeitenden von Canva. In einer E-Mail an die Belegschaft verkündete Melanie Perkins, die Geschäftsführerin, eine Umstrukturierung, die 1271 Mitarbeitende betrifft. Das entspricht 22 Prozent der Belegschaft. Als Begründung nennt sie ein erstmals seit zehn Jahren verlangsamtes Wachstum.

Nicht alle Betroffenen müssen sofort gehen: Einige Personen werden eine neue Rolle übernehmen oder ihren Job durch den Wechsel zu einem anderen Standort erhalten können, wie aus der Mail laut «Guardian» hervorgeht.

Von wie vielen Angestellten sich Canva schlussendlich trennen wird, ist noch nicht bekannt. Diese Personen erhalten laut «Guardian» eine Abfindung in Höhe von mindestens sechs Monatsgehältern und werden zwölf Monate weiter krankenversichert. Auch ihren Arbeitslaptop dürfen sie behalten.

Kostenlose Software vs. Stellenstreichungen?

Hat sich Canva mit der Übernahme von Serif überhoben? Nicht unbedingt. Canva bietet die Affinity-Suite weiterhin kostenlos an und arbeitet aktiv daran. Demnach scheint das Unternehmen an seiner langfristigen Strategie festhalten zu wollen: durch ein Freemium-Modell User anlocken und an das eigene Ökosystem binden, um die eigenen Marktanteile zu erhöhen.

Canva positioniert Affinity als Alternative zu Adobes Creative Cloud und dürfte damit insbesondere Nutzer ansprechen, die eine Alternative zum Pflicht-Abo suchen. Der Port auf Linux öffnet für Affinity zudem eine Nische, die Adobe seit Jahren nicht bedient.

Durch den Kauf von Serif sicherte sich Canva eine Kreativ-Software, die in der Grafik-Community einen guten Ruf genießt und Zugang zum Profi-Markt gewährt. Der Browserdienst Canva ist zwar gut, bietet aber im Vergleich zu einer Desktop-Software eingeschränkte Möglichkeiten. Mit Affinity deckt Canva nahezu die gesamte Kreativkette ab, was das Angebot für Unternehmenskunden interessant macht. Mit einem optionalen, kostenpflichtigen Abo bekommen Nutzerinnen und Nutzer Zugriff auf erweiterte KI-Funktionen und zusätzliche Vorlagen.

Durch die Entlassungen zieht Canva mit anderen Tech-Unternehmen gleich, die aktuell ebenfalls Stellen abbauen. Durch den Einfluss von KI fallen alte Rollen weg, neue entstehen und die Prozesse ändern sich. Das Wachstum, das hinter den Prognosen zurückbleibt, dürfte nur ein zusätzlicher Anlass für eine Umstrukturierung sein.

Titelbild: Serif

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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