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8 Tipps, mit denen deine Ferienfotos richtig klasse werden

Kennst du das? Du nimmst deine neue, tolle Kamera mit in die Ferien. Daheim angekommen bist du von den Resultaten enttäuscht. Du bist nicht allein! Das ist mir bis vor einigen Jahren auch so gegangen. Mit den folgenden Tipps gelingen auch dir gute Bilder.

Vor rund 8 Jahren reiste ich mit meiner Familie nach Vietnam, um für drei Wochen quer durchs Land zu fahren. Ich hatte mir kurz davor eine leistungsstarke Kompaktkamera gekauft und war der vollen Überzeugung, dass ich von diesen Ferien mit erstklassigen Fotos zurückkehren würde. Und aufgrund der hohen Nachfrage sogar eine mehrwöchige Vernissage organisieren müsse.

Komischerweise stellte sich heraus, dass eine neue Kamera nicht ausschliesslich super Fotos schiesst. Die Bilder waren uninspiriert, hochgradig langweilig und ohne roten Faden. Die Vernissage habe ich kurzfristig abgesagt und stattdessen meine Familie und Freunde mit tausenden Schnappschüssen ins Land der Träume befördert. Es war nach diesen Ferien, als ich mich dazu entschlossen habe, das umfangreiche Thema Fotografie etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Einige dicke Bücher, viele YouTube-Videos und hunderttausende Kameraauslösungen später kann ich mir ein Leben ohne Kamera in der Hand nicht mehr vorstellen.

In diesem Beitrag werde ich auf einige Tipps eingehen, die dir helfen werden, schöne Momente aus deinen Ferien im besten Licht zu zeigen! Die ersten sechs Tipps sind komplett ausstattungsunabhängig. Sogar Handyfotografen können hier profitieren ;-) Da ich aber weiss, dass viele von euch auch an Ausrüstungstipps interessiert sind, werde ich am Schluss noch meinen Nummer-eins-Tipp zum «Gear» bekannt geben.

Die Extrameile gehen

Die Extrameile kommt in verschiedensten Formen und macht in den meisten Fällen den entscheidenden Unterschied von einem generischen Ferienfoto zum absoluten Hingucker! Oftmals ist die Extrameile wortwörtlich eine extra Meile und somit 1609.34 Meter lang. Hört sich anstrengend an, oder? Vor allem, da die Extrameile gelegentlich noch eine Steigung, ein paar Felsvorsprünge oder gefährliche Tierbegegnungen beinhaltet (kam bei mir öfters vor, als man denkt...).

Um dieses Foto in Ishigaki (Japan) zu schiessen, sind wir lediglich 100m von der Strasse aus einen Hügel hochgelaufen. Die Aussicht und das einzigartige Motiv waren den Aufwand wert. Ausser uns wagte sich keiner, ein paar Schweissperlen zu vergiessen.

Warum sollte man sich das antun? Ganz einfach, weil es die meisten Menschen mit Kameras nicht tun! In unserer medienüberfluteten Welt sind unsere Augen einen sehr hohen Standard gewöhnt. Um den Sprung über diese hoch gesetzte Messlatte zu schaffen, hilft es, den Finger aus dem Po zu nehmen und etwas mehr Zeit und Energie zu investieren. Dabei muss und sollte man sich aber nicht in Lebensgefahr begeben. Der Schlüssel zum Erfolg ist es, den inneren Schweinehund zu überwinden und doch noch auf diesen vielversprechenden Hügel zu steigen, etwas früher aufzustehen oder die «schwere» Kamera überhaupt erst einzupacken!

Wer schon einmal tagsüber auf dem Markusplatz in Venedig stand, weiss, dass es definitiv nicht an Touristen – und Tauben – mangelt. Zur frühen Morgenstunde musste ich mir den Sonnenaufgang nur mit einem Hochzeitspaar teilen. Ich hatte schon schlimmere Fälle von Photobombing.

Hast du einige Erfahrungen und Beispiele von Extrameilen, die du gegangen bist? Share!

Weniger ist mehr

Bilder, zumindest die meisten, sind dazu da, gezeigt zu werden. Um bei seinem Publikum einen besseren Eindruck zu hinterlassen, sollte man sich den Spruch «weniger ist mehr» zu Herzen nehmen. Wer kennt die Situation nicht, in der man von jemanden 500+ Ferienfotos gezeigt bekommt und man voller Vorfreude ist. Leider neigt sich die strapazierte Aufmerksamkeitsspanne bereits nach 5 Minuten langsam dem Ende zu. Zum einen, weil man dieselbe süsse Katze am Strassenrand bereits aus dem fünfzigsten Winkel betrachten konnte und zum anderen, weil man Als Aussenstehender die vielen Eindrücke nicht verarbeiten kann. Sei kritisch mit deiner eigenen Auswahl. Versuche diese auf eine kleine Menge an ausdrucksstarken Bildern zu reduzieren, bevor du sie deinem Publikum zeigst.

Vorbereitung

Hiermit meine ich neben der Ausrüstung vor allem dein Wissen über das Reiseziel. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, vor jedem Trip ein paar Schlagwörter in folgende Plattformen einzutippen:

500px & Flickr – Riesige Fotografie-Communities mit einer Vielfalt an Bildern. Hier siehst du, wie ein Grossteil von Fotografen eine Sehenswürdigkeit oder den Charme einer Region eingefangen haben. Das kann helfen, sich bereits Gedanken zu möglichen Projekten oder «Must-Have-Bildern» zu machen. Als willkommener Nebeneffekt steigert das Surfen auf diesen sozialen Netzwerken zudem die Vorfreude!

Google Maps – Hier gibt es eine Funktion, bei der man Nutzerbilder einblenden lassen kann. Da diese Bilder mit der Karte verknüpft sind, kann man die Orte exakt zuordnen. Sehr praktisch!

Instagram – Diese Plattform ist für mich die grösste Inspirationsquelle. Viele Regionen und Orte haben mittlerweile einen offiziellen Instagram-Account, gefüllt mit eindrücklichen Bildern von verschiedenen Nutzern. Bevor ich mich letzten Monat auf eine Reise quer durch West-Australien begab, habe ich beispielsweise den Westernaustralia-Account durchstöbert. Wenn du so vorgehst, kannst du eine Vorauswahl an Motiven treffen und siehst, wie die Landschaft zu verschiedenen Tageszeiten und Wetterbedingungen aussieht. Vor allem aber bekommst du einen Eindruck davon, was andere Fotografen aus dem Motiv gemacht haben. Dies hilft, deine Inspiration vor Ort so richtig in Fahrt zu bringen.

Sich durch Instagram zu wühlen, kann ein wenig wie im Dschungel sein, aber es lohnt sich.

Übernachten

Manche von euch hatten vielleicht schon das Glück, als Kind im Europapark oder in Disney World zu übernachten. Man steht früh auf und kann sich schon mal ordentlich austoben, bevor der grosse Ansturm losgeht. Wenn sich dann die Tore öffnen, war man schon zum fünften Mal auf der Achterbahn, hat zwei Zuckerwatten verdrückt und sitzt mit einem etwas flauen Magen, aber glücklich im Kaffee. Ich selber konnte diese Erfahrung noch nicht machen und kenne es nur von Erzählungen. Was ich mir aber seit einigen Jahren angewöhnt habe, ist zu versuchen, direkt an coolen Orten oder zumindest in der Nähe zu übernachten. Wie wir fotografie-begeisterten Personen wissen, scheint das interessante Licht vor allem in den frühen Morgenstunden, zur Dämmerung und in der Nacht! Viel zu oft gehen Reisende auf Tagestouren und sitzen während des wunderschönen Sonnenuntergangs mit «Fifty Shades of Orange» im Bus und knipsen durchs verschmierte Glas am schlafenden Sitznachbarn vorbei. Natürlich ist dies wegen Zugangsrestriktionen oder Budget-Überlegungen nicht immer einfach. Man sollte sich aber, wo immer möglich, diese Überlegungen schon bei der Reiseplanung machen.

Die 12 Apostel Felsformation ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten für Reisende nach Melbourne. Ein Grossteil der Urlauber besucht die Felsformation mit einer Tagestour, die noch vor Sonnenuntergang wieder zurück in Richtung Stadt fährt. Kurz nachdem die Reisebusse den Parkplatz verlassen haben, entstand diese Aufnahme.

Roter Faden mit Bilderserien

Das followmeto-Pärchen hat es mit seiner unglaublich erfolgreichen Bilderserie vorgemacht. In ihren Bildern führt eine hübsche Dame den Fotografen an der Hand rund um die Welt. Die Bilder haben international für Schlagzeilen gesorgt und das Pärchen in den Fotografenolymp befördert. Die Bilder sind technisch sehr gut umgesetzt und jeweils mit aufwändiger Vorbereitung inszeniert. Der Hauptgrund, warum sie Weltruhm erlangt haben, ist aber die Tatsache, dass es sich um ein wiederkehrendes Motiv handelt und der Betrachter die Bilder als Teil einer grösseren Geschichte (Reise um die Welt) mit einem roten Faden sieht. Schlussfolgernd können wir daraus lernen, dass Bilder besonders viel Anklang finden, wenn sie Im Kontext einer grösseren «Story» betrachtet werden und man einen Zusammenhang erkennt. Beim Reisen oder im Urlaub tauchen bestimmte Motive immer wieder auf. Seien es lebendige Märkte, komische Felsformationen, auffällige Hauseingänge oder spezielle Stoffmuster. Dies kannst du zum Anlass nehmen, eine interessante Serie von Bildern auszuarbeiten, um so deiner Fotografie mehr Inhalt und Kontext zu geben.

Du denkst, roter Faden, hä, von was redet der? Schau dir meine Stranger-Fotgrafie-Bilder an, dann weisst du, was ich meine:

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Denny Phan
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Stranger-Fotografie: Meine 8 Tipps + Tricks fürs Fotografieren von wildfremden Menschen

Komposition und die Drittelregel

Das Thema Komposition ist so umfangreich, dass es ganze Bücher füllt. Leider habe ich in diesem Artikel keine Zeit, auf alles einzugehen, da ich aktuell am Reisen bin und nachher noch zum Strand muss. ☺ Ich möchte aber nicht darauf verzichten, kurz auf die Drittelregel einzugehen. Ästhetik ist im Grunde nichts anderes als Geometrie. Symmetrische Formen, Linienführungen und sich wiederholende Muster wirken auf uns irgendwie befriedigend. Die Drittelregel knüpft genau an dieser Tatsache an. Sie ist einfach anzuwenden und bringt Ordnung in deine Bilder.

So gehts: Man zieht zwei horizontale und zwei vertikale Striche durchs Bild und unterteilt es so in 9 gleichmässige Rechtecke. Bei der Bildkomposition achtet man anschliessend darauf, dass sich die Motive an diesen Linien und Schnittpunkten orientieren. Die meisten modernen Kameras verfügen übrigens über eine Option, mit der dieses Raster direkt im Sucher oder auf dem Bildschirm eingeblendet werden kann.

Bei diesem Bild habe ich mein Model und seine Reflektion auf der rechten vertikalen Achse positioniert. Der Horizont stimmt zudem mit der oberen Linie überein.

Gear Tipp

Mein bester Gear-Tipp bezieht sich nicht auf die Kamera selbst, sondern auf ein Zubehörteil, auf welches leider viel zu viele Personen verzichten. Sei es, weil man die 20kg Reisegepäck lieber mit einem Haartrockner und einem zusätzlichen paar Sneakers ausschöpft oder weil man gar keines besitzt. Die Rede ist von einem Stativ. Dabei muss es nicht zwingend ein 1.8m hohes Profistativ sein, ein kompaktes Reise- oder Tischstativ reicht durchaus. Ich selbst habe mich aufgrund des Gewichts lange geweigert, ein Stativ mit in die Ferien zu nehmen. Seit ich aber mit einem kleinen Tischstativ (Gorillapod) unterwegs bin, haben sich meiner Fotografie komplett neue Welten geöffnet. Gute Nachtaufnahmen sind ohne eine stabile Basis nur bedingt umsetzbar. Und es sind oftmals genau diese Nachtaufnahmen, die beim Betrachter besonders gut ankommen, weil sie für Nicht-Fotografen scheinbar unmöglich umsetzbar sind.

Ich hoffe, diese Tipps helfen dir und haben ein paar Denkanstösse geliefert. Wie du siehst, kommen meiner Meinung nach gute Ferienfotos erst dann zustande, wenn man sich dazu entscheidet, aktiver zu fotografieren. Das heisst, man macht sich Gedanken über seine Motive, nimmt die Gestaltung in die eigene Hand und ist bereit, wo immer möglich, die Extrameile zu gehen!

Last one

Meinen allerwichtigsten Tipp habe ich mir für zuletzt aufgespart. Dadurch erhalten ihn nur jene, die den ganzen Artikel gelesen haben – du hast dich also hiermit qualifiziert! ☺ Dank der Tatsache, dass wir immer eine Kamera oder ein Smartphone mit scheinbar unendlicher Speicherkapazität bei uns haben, tendieren viele Urlauber und Reisende dazu, nicht mehr richtig hinzuschauen. Damit meine ich nicht hinschauen, um ein schönes Motiv zu finden. Sondern hinschauen und die Landschaft, den Moment oder die Atmosphäre richtig einzusaugen und zu geniessen. Viel zu oft beobachte ich Reisende und mich selbst dabei, wie wir eine Landschaft bis ins letzte Detail abknipsen und dann geistesabwesend davonlaufen. Die Kamera muss nicht alles festhalten. Gewisse Bilder sind dazu da, im Gedächtnis gespeichert zu werden.

HAPPY HOLIDAYS!

Passend zum Thema:

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Lilian Dach
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Ferien! Noch keine passende Kamera?!

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Denny Phan

In einer Hand meine Kamera und in der anderen ein Flugticket. So sieht mein persönlicher Idealzustand aus und für das kommende Jahr ist diese Traumvorstellung tatsächlich wahr geworden. Seit Januar 2016 befinde ich mich auf einer ein- bis zweijährigen Fotosafari quer durch Australien und Südostasien. Dabei richte ich meine Kamera vorzugsweise auf interessante Gesichter, überwältigende Naturschauspiele und actiongeladene Abenteuer. Mehr auf aqvest.ch

5 Kommentare

User MorenoM5

Absolut geniale Bilder auch hier wieder! Danke für die tollen Tipps, die wirklich jeder, unabhängig von Erfahrungsstand und Ausrüstung, nutzen kann, um etwas mehr aus seinen Bildern zu machen. Sehr gelungen!
Und es freut mich, hast du dich doch noch zu einem kleinen Gear-Tipp bewegen lassen. :-D

24.06.2016
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User andreasalt1

Abend Denny Phan

Deine Artikel sind sehr interessant und machen Lust auf mehr! Selten habe ich so gefesselt einen Artikel gelesen wie dieser, oder auch der Stranger-Artikel. Vielleicht interessieren diese mich auch so, weil ich selber doch sehr leidenschaftlich fotografiere.

24.06.2016
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User andreasalt1

Vielleicht liegt es auch an Deinen ausdrucksstarken Bilder die zum träumen einladen. Auf jeden Fall hast Du mich dazu bewegt, die Fuji X-Pro2 genauer unter die Lupe zu nehmen. Meine Frage nun, welchen Blitz Du mir für diese Kamera empfehlen würdest? Gerne würde ich von Dir noch wissen, ob Du auch bei den Passanten die Du fotografiert hast, einen Blitz verwendest hast. Vor allem bei der jungen Frau mit den Roten Haaren. Das Bild gefällt mir ausserordentlich gut, hauptsächlich wegen den Farben.

24.06.2016
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User andreasalt1

@digitec: Ihr seid durch und durch souverän, was aber die Zeichenlänge bei den Kommentaren anbelangt, sollte man doch eine Anpassung vornehmen.

24.06.2016
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User farcillio

yepp meine Meinung.. wir sind hier doch nicht bei Twitter -.-

24.06.2016
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